Rio de Janeiro. AP/baz. Jeder fünfte Jugendliche, der sich einer der Drogenbanden in Rio de Janeiro anschliesst, ist in zwei Jahren tot. Die meisten werden dabei von der Polizei erschossen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie einer Organisation vervorgeht, die die Gewalt in den Armensiedlungen, den Favelas, untersucht. Das Durchschnittsalter, in dem die Jugendlichen den Banden beitreten, beträgt demnach elf Jahre.
Für die Studie wurden seit 2004 in mehr als 30 Armenvierteln am Stadtrand von Rio 230 Jungen im Alter zwischen elf und 17 Jahren beobachtet. In dieser Zeit wurden 45 von ihnen getötet. Der Hauptgrund, warum die Jungen den Banden beitreten, ist demnach der Wunsch, schnell viel Geld zu machen. Tatsächlich liegt das durchschnittliche Einkommen der jugendlichen Drogendealer aber nur knapp über dem nationalen Mindesteinkommen von umgerechnet rund 135 Euro. Einer britischen Studie von 2002 zufolge sind in den Favelas rund 6000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren als «Soldaten» in den Drogenbanden tätig.
http://www.baz.ch/news/index.cfm?Object ... 149CFE67F4