...Job für einen Projektmanager

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon thomas » Mo 19. Dez 2005, 22:06

In SP müsste es sowas auch geben. Schau doch mal ob nicht auf http://www.catho.com.br Inserate von solchen Firmen zu finden sind.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Bagi » Di 20. Dez 2005, 02:39

Joni hat geschrieben:...und bin auch von meinem Mehrwert überzeugt :wink:


Und was bewegt Dich zu dieser Überzeugung? (ausser dem Selbstvertrauen) :lol:

Jobbörsen und Headhunter gibt es wie Sand am Meer in SP. Die richtigen Jobs werden in Brasilien allerdings fast alle über Mund-zu-Mund- Propaganda vermittelt.
Bis dann
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Beitragvon Joni » Di 20. Dez 2005, 07:57

@Bagi

...ja, das mit der Jobvermittlung über Beziehungen ist ja eigentlich überall so.

...mein Mehrwert ? Es ist doch immer eine Mischung aus subjektiver und objektiver Beurteilung. Es muss zunächst einmal "passen". Ich denke, ich habe eine gute Mischung aus fachlicher Qualifikation (zertifizierter PM) und gesundem Menschenverstand. Kommt halt immer darauf an, was gesucht wird.
Ein super Programmierer mit wenig Gabe mit Menschen umzugehen ist sicher als PM oder Teamleiter völlig fehl am Platz. Genauso wie ein PM als Programmierer wahrscheinlich nicht den gewünschten "Mehrwert" bringt.

Viele Grüsse

Joni
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Beitragvon Trem Mineiro » Di 20. Dez 2005, 13:40

Oi Joni
Wir betreiben hier in Brasilien seit 8 Jahren eine kleine Ingenieursfirma, die große Projekt für die Muttergesellschaft in Deutschland handelt. Wir bauen Komponenten für die Stahlindustrie, wenn’s sein muß auch schlüsselfertig. Wir haben zwar keinen Job anzubieten, ich wollte aber , nachdem ich den Thread einige Zeit verfolgt habe, wenigstens eine grundsätzliche Frage stellen.
Wie steh’s bei dir mit Portugisisch-Kentnissen. (du hattest mal Schulung, Seminare angesprochen).
Ansonsten kann ich nur bestätigen, was in den vorherigen Beiträgen steht. Es wird immer schwieriger für die Firmen hier, Ausländer einzustellen. Für die brasilianischen bist du zu teuer, weil hier selbst gut ausgebildete Kräfte mit Erfahrung so wenig verdienen, das ein Ausländer mit dem Gehalt hier kaum anständig leben kann. Die Deutschen decken sich inzwischen auch mit Inländern ein, weil die kurz ankommenden Ausländer meist Mentalitätsprobleme mit lokalem Personalhaben und gutes portugiesisch einfach unabdingbar ist. Du glaubst nicht wie schwierig es ist, als Fachmann mit halbgebildeten Fachleuten zusammen zu arbeiten. Hier macht niemand was selbstständig oder übernimmt Verantwortung und jede Entscheidung wird wiederum von deinem Chef (nach entsprechender Bedenkzeit) gefällt. Und als Selbständiger hier zu Arbeiten? Du kannst nur soviel arbeiten wie du selber erledigen kannst, das ernährt dich kaum, hast du eigenes Personal zum Expandieren eingestellt, musst du dich nur um deine Leute kümmern und kommst selber nicht mehr zum Arbeiten. Bügelst nur die Fehler deiner Leute aus und musst die Kunden bei Laune halten. Hast du endlich mal einen guten Mitarbeiter, auf den du dich verlassen kannst, macht er sich nach 6 Monaten selbstständig und betreut deine Kunden zu halben Preis, er kann damit gut leben.

Ist also alles nicht so einfach. Das alles gibt es aber schon mal ein wenig ausführlicher in irgendwelchen anderen Threads, ich hatte immer mal die Frage gestellt, dass sich mal jemand melden sollte, der diesen Weg gegangen ist und es geschafft hat, sich was aufzubauen. Und zwar nicht als Aussteiger und Freak zu überleben, sondern eine Existenz aufzubauen, die eine Familie in Sicherheit ernährt, sozial absichert und ausreichend Reserven für das Alter schafft. Wer das schafft hat, macht auch in D seinen Weg (und kann sich dann 3 Monate Urlaub in Brasilien im 5-Sterne Hotel leisten).

Viele Grüsse

Manfred
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Beitragvon Joni » Di 20. Dez 2005, 17:31

Oi Manfred,

vielen Dank für die Hinweise. Das bestätigt eigentlich (leider) meine schlimmsten Befürchtungen und gibt mir erstmal wieder zu denken.

...zu meinem Portugiesisch. Da hab ich noch Nachholbedarf und werde Anfang des Jahres erstmal die Schulbank drücken.

...was Deine letzte Anmerkung betrifft. Es gibt sicher viele Orte auf der Welt wo man bequemer Geld verdienen kann. Aber die Frage stellt sich für mich nicht, denn es geht mir mehr um Inhalte und um Brasilien an sich. Abgesehen davon, dass ich nicht auf 5 Sterne Hotels stehe :wink:

...wenn ich tatsächlich mal ein konkretes Angebot erhalte, muss ich halt abwägen welche Pillen ich schlucken kann und wo die Grenzen sind. Im Moment ist es halt ein Traum und Ziel.

Viele Grüsse

Joni
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Beitragvon thomas » Di 20. Dez 2005, 17:41

Laut Statistischem Bundesamt sind im Jahr 2004 genau 1150 Deutsche offiziell nach Brasilien ausgewandert.
http://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/ ... ID=1016787

Es ist also nicht unmöglich.

Reine Initiativbewerbungen, cold calling und Abenteuerfantasien sind aber wohl eher zum Scheitern verurteilt. Über spezielle Kontakte in Deiner Branche und über deutsche Unternehmen mit brasilianischen Tochtergesellschaften ist es sicherlich noch am aussichtsreichsten. Wobei Projektmanager in Großunternehmen wohl eher noch nicht zu der Zielgruppe der Entsandten gehören.
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Beitragvon Joni » Di 20. Dez 2005, 18:33

@thomas

Danke für den Zuspruch ! :wink:

...aber dem gegenüber stehen auch 1155 Deutsche, die das Land wieder, aus welchen Gründen auch immer, verlassen haben. :?

..hmmm, nochmal zu Manfred...sicher gibt viele Probleme und Eigenarten, die die Arbeit und Brasilien überhaupt mit sich bringt, aber ist es nicht gerade das, warum man das Land so schätzt und liebt....es ist eben etwas Besonderes, entweder man mag es oder nicht ! ...oder ist das jetzt eine Meinung eines Brasilien-Greenhorns :oops: ?

Joni
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Beitragvon Trem Mineiro » Di 20. Dez 2005, 18:34

@Hallo Thomas
Danke für den link mit der Statistik, das hatte mich auch mal interessiert. Ich weis nur nicht wie man so was findet in deren Wust findet. Und dabei bin ich Wiesbadener, wo das Bundesamt sitzt oder saß, Da sind wir früher immer in die Kantine zum Mittagessen gegangen.

Allerdings muss man auch erwähnen, das gleichzeitig 1.137 Deutsch aus Brasilien wieder zurückgekommen sind. Leider kann man nicht sehen, wie und warum. Bei den Ausgewanderten sind dazu wahrscheinlich noch die Rentner dabei, da die ja meistens ihren Wohnsitz in D abmelden.

Aber du sagtest es schon, es ist nicht unmöglich, wer will, der kann.

@Joni
Mein Beitrag soll auch nicht deine Befürchtungen bestätigen, so schlimm ist der gar nicht, ich schreibe das aus der Sicht eines gut versorgten Entsandten, der schon mal gerne in einem 5*Hotel :wink: übernachtet und nicht als ein junger Mann, der noch was erreichen will und sich in Deutschland eingeengt fühlt. Die Beiträge sollen nur eine realistische Betrachtungsweise empfehlen.

Für den Fall einer Entsendung (falls du ein derartiges Angebot bekommst) sehe ich gar keine Probleme, so was anzunehmen. Dann gilt für dich ein deutscher Tarif-Vertrag und die üblichen Bedingungen für Auslandeinsätze die standardisiert sind und jeden im Ausland gut leben lassen. Dann musst du halt nur mit der Mentalität der Brasilianer zurecht kommen und einsehen, dass du die nicht ändern kannst und auch nicht sollte. Du musst dich da halt anpassen, wie wir es alle gemacht haben, die länger hier sind und keine Magengeschwüre haben. Ich schimpfe seit langen nicht mehr auf Brasis und ärgere mich höchstens, das ich meine Ungeduld immer noch nicht abgelegt habe. Es ist nur immer schwieriger wie vorher geschrieben, eine Auslandsentsendung zu bekommen. Und typische Entsendungs-Jobs wie Richtmeister, Baustellen-Ingenieure, Projektleute bleiben ja nur 6-24 Monate dann heißt es ab in ein Land. Das ist ja kein Leben.

Viele Grüsse

Manfred
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Beitragvon Joni » Di 20. Dez 2005, 18:45

@Manfred

..danke für die Blumen, aber so jung bin ich bei weitem nicht mehr und befinde mich eher in der zweiten Lebenshälfte oder hab ich das jetzt falsch verstanden :)
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Beitragvon Trem Mineiro » Di 20. Dez 2005, 18:54

Oi Joni
Ich liebe dieses Land wegen seiner Menschen, seiner Landschaft, seines Wetters und auch ein wenig, weil es in unserem Sektor noch geschäftliche Entwicklungsmöglichkeiten gibt und unser technische Know-How von den Brasilianern geschätzt wird. Hier wird ein Hochofen nach dem anderen gebaut, in Europa legen wir einen nach dem anderen still.
Ich liebe das Land sicherlich nicht, weil die eine ausufernde ko******te Verwaltung haben, nicht wegen der komplizierten Geschäftsmentalität der ehemaligen Staatsbetriebe und der alten Seilschaften, wegen der immer schlimmer werdenden Kriminalität und seiner Armut, die immer sichtbarer wird.
Ich sehe diese negativen Seiten auch nicht als Herausforderung für mich an und versuche es auch nicht, sie zu ändern (mit Ausnahme meiner Mitarbeit bei GAC, unserem Favela-Projekt in BH). Auf diese Seiten wurde ich gerne verzichten.
Ich bin auch nicht nach Brasilien gegangen, um beruflich voran zu kommen oder Kariere zu machen, ich hatte ehr keine Lust mehr in 2 Monats-Rhythmus nach Brasilien zu fliegen und dort aus dem Koffer zu leben (oder sonst wohin in der Welt)
Sich hier wirklich sich eine Existenz aufzubauen, ohne Erfahrung, ohne Kapital (hier gibt’s kein Geld bei den Banken, und wenn doch mal, nur zu horrenden Zinsen) klappt wohl wenn man irgendeine Nische besetzt und vor allem bereit ist, wie ein Brasilianer zu leben, ein wenig einfacher und vor allem ruhiger als in D, ohne einen !&@*$#! voll Versicherungen, einfachem Gesundheitssystem auf niedrigem Niveau und minimalen Rentenansprüchen.

Aber es steht auch nirgendwo geschrieben, das wir in D automatisch auf die Ansprüche, die meine Generation ach so selbstverständlich hinnimmt eine Garantie haben, das gibt es wohl nicht mehr. (bin ein Auslaufmodell, Baujahr 1951)

Viele Grüsse

Manfred
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