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Interessant ist, dass dich die Asiaten nach BR entsenden um ihre Interessen zu wahren
Als Unternehmer würde ich in Brasilien nie die Verantwortung meiner Gelder und Investitionen auf einen Einheimischen "übertragen" - ebenfalls nicht die Kontrolle. - Die Unternehmen, die meinen, das doch machen zu müssen, werden früher oder später eines besseren belehrt
Bin nicht "entsendet"

- - sondern "zuständig" - - ....aber es ist auch extrem schwer, überhaupt Leute auf der Welt zu finden, die nach 6 Monaten Daueraufenthalt Brasilien noch normal geblieben sind und nicht genauso werden wie die Brasis... sprich, vor allem die negativen Eigenschaften annehmen bezüglich "Zuverlässigkeit, Zeit, Versprechen etc." - es gibt auch da ein Ranking, und dann ist für einen Koreaner ein Engländer immer noch tausendmal vertrauenswürdiger als beispielsweise ein Brasilianer
"Entsendung" würde ja auch bedeuten, die dortigen Konditionen zu akzeptieren (speziell die bescheuerten Arbeitszeiten und den Kollektivfeierabend und Kollektivurlaub)
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Es hat also deiner Meinung nach nur Sinn mich von Brasilianischen Konzernen in Europa anstellen zu lassen um so den Weg auf der sicheren Seite über den großen Teich zu schaffen?
Vielleicht solltest du dich bei einem Konzern anstellen lassen, der viele Dinge in Brasilien zu regeln hat und dafür jemanden braucht - damit hast du beide Dinge kombiniert, mußt aber halt auch die Leistung bringen, die verlangt wird in Europa und auch mal "nicht" nach Brasilien gehen....
....übrigens sieht man es in der Industrie so, daß selbst ein "Entsendeter" nach maximal 2 bis 3 Jahren "unbrauchbar" geworden ist, wenn man ihn nicht zurückholt - sprich, die Investitionen, die man tätigen muß, um diesen Mitarbeiter wieder auf ein (sagen wir mal) "westliches" Arbeitsniveau zu bekommen stehen in keiner Relation zu seinem Nutzen - Auslandserfahrung hin oder her..... (dann lieber den Nächsten entsenden und schneller wieder holen oder eine Neueinstellung)
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Wundert mich, dass die nicht in Massen bald vor unsere Haustüre auftauchen um hier zu arbeiten?
Ähh....

- - das ist doch schon längst der Fall - speziell Portugal und Spanien kämpfen verzweifelt mit der "Brasilianerschwemme" und in Deutschland und der Benelux wurden die Kontrollen an den Flughäfen drastisch verschärft....ich kenne einen Stadtteil in Brüssel, da leben hunderte von Illegalen Brasilianern...... allerdings fallen die nicht so auf wie bspw. Osteuropäer, weil diese dann das Sozialleben in Europa meiden...
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Interessant ist, dass Brasilianer ganz frei reisen dürfen, mit den Bedingungen so wie wir sie hier haben. In Rumänien z.B. musst du EUR 500,- bei der Ausreise vorweisen, damit du überhaupt mal rauskommst.
Kann ich leider so auch nicht zustimmen - ich habe einige Probleme mit der Frau bei Reisen - viele Länder betrachten Brasilianer als (B) oder (C) Kategorie, Westeuropäer normalerweise als (A). - - Das heißt dann entweder Visumspflicht für "Sie" oder besondere Kontrollen am Flughafen bzw. im Land.
(in den arabischen Emiraten konnte ich bspw. einfach durch die Passkontrollen laufen, wärend bei der Frau noch zusätzlich Augenscans gemacht wurden und Einreisevisa vergelegt werden mußte !)
Raus lassen die Brasis natürlich Jeden - aber eben nur die Person, nicht das Geld

- - Rumänien zeigt da vielleicht etwas mehr "Verantwortungsgefühl" gegenüber anderen Ländern und kontrolliert daher das Barvermögen. - - Das ist übrigens auch ein Grund für die Einordnung in (B) oder (C) weil ja bei der Einreise in andere Länder die Brasilianer dann dem entsprechenden Land die Kosten verursachen, die man nicht mal näherungsweise eintreiben kann
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Deshalb dachte ich mir, dass der einzige Weg in BR ist sich auf die Seite der reichen zu schlagen und von oben aus zu operieren.
Das ist leider der "sinnvollste" Weg - auch wenn es im ersten Moment nicht den Anschein hat, Brasilien hat ein knallhartes Klassensystem und ein Wechsel innerhalb der Klasse ist fast unmöglich. - - Bei einem Automobilhersteller in Sao Paulo hatte ich mich bspw. gewundert, wieso es Stempelkarten in 8 verschiedenen Farben gab und auch 8 verschiedene Arten der Kantine die den Farben zugeordnet waren - das höchste der Gefühle war, wenn die Farbe der Stempelkarte geändert wurde..... da mir das als Europäer relativ egal war, ob ich meinen Reis mit ner gelben, grauen oder blauen Karte esse, hab ich mir auch nichts besonderes dabei gedacht in den falschen Farbbereich zu gehen - das war fast einer Kündigung gleich gekommen..... dabei wollte ich mir eigentlich nur den Weg sparen und bin in die Kantine der Arbeiter gegangen - - Hatte auch nie verstanden, wieso die einen einen Teller bekamen, andere 2 Teller und wieder andere nur eine Stahltafel...... es sind die Feinheiten, die den Unterschied machen.... und einmal im falschen Kreis, im falschen Stadtteil oder mit den falschen Leuten zusammen und schon brauchst du Monate, um deinen Status wieder herzustellen
...daher mein Tip - je Weißer, desto besser - nicht in der Sonne bräunen, keine dunkelhäutigen Schönheiten, möglichst sich an Kollegen aus der eigenen Abteilung orientieren und mit diesen die ersten Freizeitschritte wagen - keine Alleingänge oder gleich mit Frauen rumshakern - du und alles wirst SOFORT kategorisiert und eingeordnet....die Warscheinlichkeit, dabei die "falsche Tomate" zu erwischen ist extrem hoch
...selbst der "falsche Musikgeschmack" kann schon ein Grund sein - aber du kannst ja dann nen Kopfhörer benutzen
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Fazit: Nur wenn man Deckung aus Europa oder Asien genießt, hat man Chancen dort drüben überhaupt was zu machen.
Das stimmt und der Brasi ist sich dessen bewußt und versucht diese "Deckung" zu verhindern oder auszuschalten - umgekehrt sieht halt mal die westliche Welt Brasilien als reinen Produktionsstandort - du darfst also keine wirklichen Herrausforderungen erwarten. - Selbst wenn du nur ein Loch 5mm woanders bohren willst und die Konstruktion kommt aus Europa, dann "darfst" du auch gleich in Europa um "Erlaubniss bitten" - selbst wenn du es in Europa definitiv nicht hättest machen müssen...
...auf Dauer fühlst du dich dann irgendwann mal zweit- oder drittklassig, es sei denn, dir ist es inzwischen eh egal geworden und die abendliche Churrasco mit deinen Freunden ist dir inzwischen wichtiger als dein Job
(wobei wir wieder beim Thema "nach 6 Monaten Daueraufenthalt noch normal bleiben" wären ...

)
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Was ich für eine gar nicht so gute Idee halte ist, zu versuchen dort Selbständig was zu machen. Das hat einfach zu viel Risikofaktoren in sich.
Das geht schon unter der Vorraussetzung, daß du dein europäisches Denken ablegst und Brasilianer wirst - oder etwas bildlicher gesprochen, du mußt bereit sein, bei Zahlungsverzug eines Lieferranten bspw. den "Verweigerer" mit einer Eisenstange in der Hand zu besuchen und nicht mit einer "Pfändungsandrohung" per Gerichtsbeschluß.
(das ist jetzt ein extremes Beispiel - es geht auch alles viel eleganter - aber im Grunde genommen heißt es, gewisse Dinge aus Europa über Bord werfen, das "nötige" Kleingeld zu haben und sein anerzogenes Gewissen zu ignorieren)
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Denn Urlaub ist dann nie drinnen, weil die Gefahr des betrogen werdens
Das Problem hat du generell, nicht nur wenn du selbstständig bist - sobald du den Raum, Geschäft oder sonstwas verläßt, ist alles schon wieder "vergessen" oder wandelt sich wieder in Betrug - das gehört aber leider zu Kultur, so wie bspw. in Europa für's falschparken nen Strafzettel zu bekommen. - Wirst du auch nicht ändern können, denn dazu müßtest du schon im Kindergarten anfangen bei denen. - Also akzeptieren und am besten solange dabei bleiben, bis etwas auch WIRKLICH beendet wurde (was aber letztendlich auch bedeutet, daß deine Freizeit gleich Null ist)
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denn ich bin anscheinend weiter weg, als ich es in Europa je sein könnte
DU hast es auf den Punkt gebracht - ...auch ich hatte mal gedacht, es ist schön warm, die Sonne scheint immer und, und, und..... aber davon haste eigentlich garnichts, wenn du nur NACHTS aus der Firma kommst (regulärer Feierabend 17.15h und 17.30h ist meist schon stockdunkel) - dann im Rudelverhalten für einen 10min Fahrweg 1,5h benötigst und, und, und.... der Strand ist vielleicht ne Stunde mit dem Auto weg, aber die Stunde hast du nicht...oder es ist dunkel....und hast du die Stunde dann doch, haben 5 Millionen Andere genau die gleiche Idee wie du und wollen den gleichen Weg nehmen ...und aus der Stunde Fahrzeit werden 10 Stunden..... - ....und als Lösung ne Fabrik oder nen hochqualifizierten Job mit Blick auf den Strand zu finden ist eine Illusion - so doof ist kein Unternehmer, daß er dort investiert, wo im die Leute am meisten wegbleiben.....
Denke, es macht allemal mehr Sinn, 2 oder 3 Urlaube pro Jahr dort zu verbringen und das Leben in Brasilien zu geniesen....als in Brasilien dauerhaft zu leben um zu "überleben"
Ich für meinen Teil hab' die richtige Mischung gefunden und die schönen Seiten mehrerer Länder kombinieren können.... aber bis dahin war es ein extrem schmerzhafter Weg mit vielen harten Erfahrungen
