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Condor




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 Betreff des Beitrags: Job Marketing/Sales Manager in Brasilien
BeitragVerfasst: 09 Sep 2006 02:04 
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Hallo,

ist es möglich in Brasilien als Österreicher der BWL studiert hat und 8 Jahre Berufserfahrung bei großen Konzernen (auch im internationalen Bereich) vorweisen kann, einen Job in dieser Sparte in Brasilien zu finden?

Meine brasilianische Freundin ist vor kurzem wieder nach Brasil zurück geflogen. Da ich aber das Gefühl habe, dass sie hier nie glücklich sein kann und ich Brasilien aber doch als Heimat anerkennen kann (hab schon 6 Monate Praktikum in Sao Paulo hinter mir), ist es für mich klar, ihr nach Brasilien zu folgen um dort eine Familie mit ihr aufzubauen. Wir sind übrigens schon 2 Jahre zusammen.

Es kommt noch dazu, dass sie im 3. Monat von mir schwanger ist.
Sie hat die Bildung einfach nicht um hier in Europa wirklich Fuß fassen zu können. Ich denke das es schneller geht, wenn ich sie in Brasilien heiraten würde und die brasilianische Staatsbürgerschaft annehmen würde.

Soweit ich weiss, könnte ich dann sofort zu arbeiten beginnen, oder?!?
Die Sprache spreche ich, schreiben kann ich sie jedoch nicht.
Ist es möglich eine Firma zu finden die eine art business portugiesisch Kurs zahlt oder bereitstellt, damit man sehr schnell verhandlungssicher
auftreten kann und somit den maximalen Erfolg gewährleisten kann?
Akzeptieren internationale Konzerne in Brasilien, sagen wir in den ersten 2-3 Monaten business english zur Kommunikation zumindets Firmenintern?

Wie läuft das Ganze dann in Hinblick auf Zeugnisse von Uni und letzten Arbeitgeber ab? Muss man die übersetzten und beglaubigen lassen und gleich dem CV mitbeifügen? Wird das alles überhaupt anerkannt?

Was verdient ein Marketing/Sales Manager so im Durschnitt in Brasil?
Wie läuft es mit Versicherung und Pension ab? Welche Varianten gibt es, welche werden bevorzugt und warum?

Und noch das aller wichtigeste eigentlich, wenn mein Kind in Brasilien geboren wird, ist es dann automatisch auch Österreicher oder gibt es da keine Chance auf Doppelstaatsbürgerschaft?

Ich weiss, Fragen über Fragen. Wäre aber echt nett, wenn mir da jemand helfen könnte.

Muito obrigardo,

Mario



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 Betreff des Beitrags: Re: Job Marketing/Sales Manager in Brasilien
BeitragVerfasst: 09 Sep 2006 02:36 
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pocoto hat geschrieben:
Ich denke das es schneller geht, wenn ich sie in Brasilien heiraten würde und die brasilianische Staatsbürgerschaft annehmen würde.

Soweit ich weiss, könnte ich dann sofort zu arbeiten beginnen, oder?!?

Warum, um Gottes willen, willst Du denn Deine europäische Staatsbürgerschaft aufgeben?
Arbeiten kannst Du (fast) sofort nachdem Du geheiratet hast und Deine Permanência beantragt hast. Mit dem Status "pedido" kannst Du eine Arbeitsgenehmigung erlangen. Dauerte bei mir 15 Tage nachdem die Perma beantragt wurde.

Naja, wenigstens 1 Frage habe ich ja schon aus Deinem langen Katalog beantwortet...

Viel Erfolg
Ursinho


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BeitragVerfasst: 09 Sep 2006 11:36 
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Hallo Pocoto,
natuerlich bekommt das Kind, in deinem Fall, beide Staatsbuergerschaften, egal wo es geboren wird, zumindest bis zum 18. Lebensjahr.
Bei deiner Schulausbildung, wird es wahrscheinlich schwieriger,
da du keinen richtigen Abschluss hast,
sondern nur den Oesterreichischen :wink:

(Wenn das der RWS liest :evil: )

Scherz bei Seite:
Da du schon 8 Jahre Berufserfahrung hast, ist fuer die Firmen dein beruflicher Werdegang wichtiger.
Trotzdem alle Dokumente uebersetzen lassen und mit dem CV mitsenden.

Die Sache mit dem Job stellst du dir meines Erachtens etwas zu leicht vor.
Nur English sprechen und die Firma soll dir einen Sprachkurs zahlen?

Solltest du keine riesigen Erfolge gehabt haben, wuerde ich einen Brasilianer einstellen, der Englisch kann.

So nun habe ich auch einen Teil der Fragen beantwortet.

Viel Glueck

Gamão


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BeitragVerfasst: 09 Sep 2006 12:16 
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Oi Gamão,

vielen Dank für die schnelle Auskunft! Ich spreche ja portugiesisch, dass
ist nicht das Problem, sondern es geht darum Präsentationen zu halten
oder in meetings in die Problemstellung eingreifen zu können.
Ich spreche hier von Fachportugiesisch (Businesslevel), welches ich derzeit nicht behersche.

Um diesen Notstand aufzuholen, benötige ich sicher 3-4 Monate und
in dieser Zeit ist es (so denke ich mir) wichtig mit Alternativen (z.B. Englisch) arbeiten zu können.

Die Frage ist ob mitteleuropäische Arbeitskräft überhaupt so gefragt sind,
dass Firmen diesen Weg gehen würden, oder ob sie so wie du lieber einen einheimischen mit nationaler Erfahrung bevorzugen.

Vielen Dank für die Antwort!

Mario



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BeitragVerfasst: 09 Sep 2006 15:20 
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Hallo Mario

Ich habe ein ähnliche Situation wie Du, ev. kannst Du daraus Deine eigene Strategie ableiten:

Ich bin IT-Consultant und Project Manager, seit über einem Jahr im Offshore-Outsourcing-Umfeld. Aus privaten Gründen will ich nach BH.

Letztes Jahr war ich mehrmals in Belo, um zwei Dinge zu klären:
    Könnte es mir in dieser Stadt gefallen zu leben, zu arbeiten, Freunde zu haben etc. etc.
    Stimmt meine Vermutung, dass Brasilien in Zukunft ähnlich wie Heute Indien, Singapur und China ein IT-Exportland werden könnte und ich damit in meiner Branche Zukunftschancen habe?
Dafür habe ich fast drei Monate investiert, und beide Fragen kann ich jetzt mit Ja beantworten.

Da dort keiner auf einen Schweizer wartet gehe ich nun wie folgt vor:
Ich gehe im Oktober für 6 Monate hin, gründe eine eigene Firma und werde mit 1-2 lokalen Entwicklern Software herstellen. Ich habe da einige Projekte die ich schon lange realisieren wollte. Falls daraus ein Erfolg wird ist sowieso gut, andernfalls habe ich mir zusätzliche Erfahrung und Qualifikation geholt, die mir zusammen mit einem hoffentlich wachsenden Beziehungsnetz helfen, einen interessanten Job in BH zu finden. Im Fallbackszenario kehre ich in die Schweiz zurück und werde Dank dieser BR-Erfahrung mich auch hier in CH noch besser als Heute verkaufen können.

Zusätzlich gedenke ich neben der Arbeit in meiner Firma täglich mehrere Stunden zu investieren, um in Portugiesisch korrespondenzsicher zu werden. Ein Freund in Brasilia meinte zwar lachend, dass das die meisten Brasilianer auch nicht seien, aber: Ich gehe davon aus dass man auch in Brasilien als Ausländer besser sein und härter arbeiten muss.

Im besten Fall habe ich in Zukunft ein eigenes florierendes Unternehmen in BH. Im schlechtesten Fall habe ich mir auf Kosten meiner gesamten Ersparnisse und Altersvorsorgegelder eine ziemlich teure Weiterbildung gegönnt. Die Realität dürfte irgendwo dazwischen liegen.

Was es für mich einfacher macht: meine Kleine drüben ist finanziell nicht von mir abhängig. Verantwortung für nichts und niemanden ausser für sich selber gibt Freiheit und erlaubt es, etwas höhere Risiken einzugehen.

hth,
BB


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BeitragVerfasst: 10 Sep 2006 10:39 
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Hallo BB,

für mich haben sich nun ein paar Fragen beantwortet. Leider schreibst du nicht ob du dich schon mal bei einer brasilianischen Firma beworben hast.
Du wirst doch nicht im vorhinein auf`s Ganze gehen und dort einfach so mal deine Ersparnisse investieren?

Du schreibst das du keine Kontakte hast. Wem möchtest du deine Programme verkaufen, wenn du ja keine Kunden hast?

Ich leite ehrlich gesagt daraus ab, dass du schon eine art Verzweiflung in dir trägst und es für dich nur mehr wichtig erscheint, mal drüben was zu machen, damit du im schlimmsten Fall sagen kannst "Ich hab da drüben schon mal was gemacht".

Ich kenne die IT Branche zu wenig um sagen zu können, dass es sich hierbei um einen auftsrebenden Markt in BR handelt. Was ich mir denken könnte ist, dass der IT security Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Microsoft investiert gerade in die Favelas hinein mit geförderten Billiglaptops. Bei dem Potential was in den Favelas ruht, werden
die ziemlich bald wissen wie man Firewalls und Router überwindet
und so auf sensieble Daten zugreifen kann.

Meinen Erfahrungen nach, kann man nicht von uns auf die schließen.
Man kann aber mit unseren Erfahrungswerten neue Trends erkennen und diese gewinnbringend umzusetzen. Das Rad da drüben neu zu erfinden, halte ich bei solchen Mentalitäts-, und Marktdifferenzen für eine Sache die man sich dreinmal überlegen sollte.

Wenn ich da drüben was mache, dann nur unter der Deckung eines Unternehmens, dass schon am Markt funktioniert.

Vergiss nie, ein Gringo ohne Dinheiros, ist wie ein Fisch ohne Wasser!

Viel Glück,

Mario



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BeitragVerfasst: 10 Sep 2006 11:29 
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pocoto hat geschrieben:
Leider schreibst du nicht ob du dich schon mal bei einer brasilianischen Firma beworben hast.

Ja, habe ich. Allerdings ohne Erfolg. Es waren durchwegs Stellen im unteren Kaderbereich. Um zu wissen woran die Absagen liegen habe ich dann mal bei einer zuständigen brasilianischen HR-Stelle eines Weltkonzerns zurückgefragt. Die nette Dame meinte, dass ich für die entsprechende Stelle von meiner Berufserfahrung her völlig überqualifiziert sei. Mein Level sei eher Senior Management. Ich habe zwar ein bisschen gestaunt. Aber das Dilemma war nun ziemlich klar: An Einsteiger-Stellen komme ich nicht ran, weil sie mich für überqualifiziert halten. Für andere wirklich interessante Stellen mit einer gewissen unternehmerischen Verantwortung muss ich mich zuerst durch Vor-Ort-Erfahrung in Position bringen. Vor allem beziehungsmässig.

pocoto hat geschrieben:
Du wirst doch nicht im vorhinein auf`s Ganze gehen und dort einfach so mal deine Ersparnisse investieren?

Warum nicht? No risk, no fun. Das liegt wohl an meinem Charakter.

pocoto hat geschrieben:
Du schreibst das du keine Kontakte hast.

Habe ich das geschrieben? Ich kenne schon ein paar interessante Leute aus der IT-Branche in BR, vor allem in BH. (Es könnten natürlich noch viel mehr sein.) Aber weisst Du, es gibt Kontakte die sind zu wertvoll, als dass man sie für eine Jobsuche 'verbrennen' sollte.

pocoto hat geschrieben:
Wem möchtest du deine Programme verkaufen, wenn du ja keine Kunden hast?

Die Software ist für den europäischen Markt bestimmt.

pocoto hat geschrieben:
Ich leite ehrlich gesagt daraus ab, dass du schon eine art Verzweiflung in dir trägst.

Volltreffer! Meine Verzweiflung bezieht sich allerdings ausschliesslich auf das CH-Wetter. (Severino: Oder mache ich tatsächlich einen verzweifelten Eindruck???)

pocoto hat geschrieben:
damit du im schlimmsten Fall sagen kannst "Ich hab da drüben schon mal was gemacht"

Ja, allerdings mache nicht einfach 'was', sondern eine logische Fortsetzung von dem was ich jetzt mache. Zudem gibt es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass man jederzeit wieder zurück in einen xk$-Job könnte. Wenn man allerdings mal mit der Selbständigkeit Blut gerochen hat (und das meine ich nicht finanziell)...

pocoto hat geschrieben:
Was ich mir denken könnte ist, dass der IT security Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnt. [...]Bei dem Potential was in den Favelas ruht, werden die ziemlich bald wissen wie man Firewalls und Router überwindet und so auf sensieble Daten zugreifen kann.

Brasilien ist bereits Heute hinter Russland die Hacker-Nation Nummer zwei. Mal abgesehen von ethischen Aspekten spricht das für das Niveau der IT Industry in diesem Land.

pocoto hat geschrieben:
Das Rad da drüben neu zu erfinden, halte ich bei solchen Mentalitäts-, und Marktdifferenzen für eine Sache die man sich dreinmal überlegen sollte.

In der IT leben wir davon, dass wir das Rad andauernd neu erfinden (und verkaufen) :twisted:

Im Ernst: der lokale IT-Absatzmarkt in BR interessiert mich nicht so (auch wenn er rund 10 Mia. USD gross ist), die Post geht international ab. Und da spielt BR als Anbietermarkt eine immer ernstzunehmende Rolle. Neben IT übrigens auch im Bereich BPO.

Der erste Beitrag war wohl ein bisschen gar kurz geraten, ich hoffe mit diesem Post einiges geklärt zu haben.

BB


Zuletzt geändert von Brummelbärchen am 10 Sep 2006 21:13, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10 Sep 2006 12:07 
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Hallo BB,

du hast recht, dein voriges Posting war zu unpräziese um wirklich daraus Schlüsse ableiten zu können. Die Sachlage liegt jetzt viel klarer da.

Interessant ist was du schreibst über die Bewerbungen und die Überqulifizierung. Es ist also schon so, dass sie uns höher einschätzen als es unsere Position in Europa verlangt hat?

Ich lass gerade meinen CV übersetzen und weiss jetzt wieder nicht wirklich was ich reinschreiben soll? Ich will ja die Wahrheit reinschreiben, aber was tun wenn sie dich dann für überqualifiziert halten?

Das Risiko sich gleich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, ist ja auch in die andere Richtung gegeben. Bewerbe ich mich für eine Stelle der ich in Europa nicht gewachsen bin, habe ich hier alles aufgegeben und kann die Position drüben vielleicht nicht halten?

Denkst du das es Sinn macht sich an Headhunters zu halten? Die verfügen über die nötigen Conncetions und können auch gezielter suchen
als ich es von hier je könnte und sie verdienen sogar noch was daran dich zu vermitteln.

Hast du oder jemand anders vielleicht in die dieser Richtung Erfahrungswerte?

Obrigardo.

Mario



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BeitragVerfasst: 10 Sep 2006 21:20 
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pocoto hat geschrieben:
Es ist also schon so, dass sie uns höher einschätzen als es unsere Position in Europa verlangt hat?

Nein, grundsätzlich dürfte ein Europäer in BR gleich wie hier eingeschätzt werden -> ein brasilianischer Bewerber mit ähnlichem Background hat aber immer die Vorteile der Sprache und lokalen Kenntnisse. Diesen Gap zu schliessen ist die Herausforderung.

Vielleicht findest Du ja bei einem Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Österreich etwas, weil die just nach jemandem mit solchen Erfahrungen suchen. Diesen Lucky Punch muss man mit einiger Ausdauer suchen. Mit Ausdauer können durchaus viele Monate gemeint sein. Langer Atem ist also gefragt.

BB


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BeitragVerfasst: 10 Sep 2006 22:11 
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Oi Pocoto
Ich habe die Beiträge bis jetzt verfolgt, die wohl in punkto Arbeitsaussichten ein wenig am Kern vorbei sind. Ich habe in den letzten 10 Jahren eine Filiale einer deutschen, international tätigen Engineeringsfirma in BH gegründet und geführt.
Ich kenne daher eine ganze Reihe von mittelständigen und Großfirmen, in der ich bisher mit Ausnahme der VAI kaum Firmen gefunden habe, die Ausländer angestellt haben. Und wenn dann nur Spitzentechniker. Kaufleute und Controller kommen meist als Entsandte aus dem Mutterhaus, ist eine Frage des Vertrauens.
Was hast du denn in deinen 8 gemacht, Sales, Controlling, Projektabwicklung (intern. In welchen Ländern) Die Frage ist immer ob du einem Ö/D Unternehmen wichtig genug sein könntest, die dich dort einstellen, manchmal hat es ja einen Vorteil, via Heirat eine Permanencia zu haben, da es für Nicht-Ingenieure ja gar nicht so einfach ist, ein Arbeitsvisum ohne Tricks zubekommen

Ansonsten ist der Beitrag von BB treffend. Man muss sich mal die Struktur der brasilianischen Unternehmen und der Führungskultur ansehen. Auch große Untermnehmen sind teilweise noch in Privat/Familienbesitz. Ab einem gewissen Niveau kommt man da nur mit Beziehungen rein. Das Niveau der mittleren Führungsebene ist dann auch entsprechend. Und da wird sich keiner mit einem Ausländer eine Laus in den Pelz setzten, der aller Wahrscheinlichkeit über bessere Qualifikationen und eine bessere Arbeitsmentalität verfügt.
Initiativen, (Eigenmächtigkeiten) Kritikfähigkeit (evtl. sogar am Vorgesetzten) Teamwork, Entscheidungsfreudigkeit (Besserwisser, der nicht den Chef fragt) neue Ideen und Wege (der will meinen Job) sind in Brasilien nicht so gewünscht. Da herrscht doch mehr der gute alte Kasernenhof-Ton und da wird gemacht, was der Chef sagt. Wird was falsch gemacht, wird erst mal der Schuldige gesucht, wobei jeder auf den anderen deutet, der Chef (vor allem wenn er selber schuld ist) aber die freue Auswahl hat.

Wir haben immer ewig gesucht, bis wir mal einen jungen unverdorbenen Ingenieur oder Hilfskaufmann gefunden haben, der sich mal was zugetraut hat und den Spruch, „Wo gearbeitet wird, werden auch Fehler gemacht“ geglaubt hat. Und trotzdem blieben sie immer zu vorsichtig, so dass wir ihre Fahrigkeiten nie ausnutzen konnten.

Auf der Gegenseite eine brasilianische Firma zu finden, die so modern ist, einen Mann mit solchen systemfremden Eigenschaften einzustellen, halte ich im traditionellen Business für schwierig. Aber irgendwo gibt es auch die, also suchen.

Wenn ich dann daran denke, dass ein junger Ingenieur so um die 2.000 Reais verdient, ein Senior-Ing. 3-5.000 Reaiss, sehe ich die Situation für Betriebswirte auch nicht grade rosig.

Vielleicht weis ja jemand aus seiner Praxis heraus mehr.

Gruß

Manfred

PS.:BB: wo kommt deine Liebe zu BH her.


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