Jobchancen für deutschen Inschenör

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon lobomau » Mi 28. Sep 2005, 09:14

Wie würdet ihr die Chancen einschätzen in Brasilien einen Job als frisch diplomierter deutscher Ingenör zu finden? Das ganze mit guten port. Kenntnissen, bras. Pass, CEP und den ganzen Quatsch...
Am liebsten in/bei Sao Paulo!? Ist ohne CREA schlecht? Sollte man sich das anerkennen lassen? Am besten eine deutsche Firma suchen, oder?

Gruß
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Lemi » Mi 28. Sep 2005, 10:20

Moin Lobomau,

habe deinen Beitrag, der ursprünglich unter "Umzug nach Brasilien" stand, mal getrennt und einen eigenen Thread drausgemacht, da ich finde, dass das Thema an sich sehr interessant ist und separat behandelt werden sollte. Ich hoffe, du verzeihst mir meinen "operativen" Eingriff in die Forumsordnung.

Nun zum Thema:

Ich selber bin damals als frisch ausgebildeter Inschenör nach Brasilien gegangen. Damals (mit 26 J.) hatte ich keinen blassen Schimmer von Brasilien, sprach kein Wort portugiesisch und hatte auch noch kein Visum.

Ich bewarb mich damals bei einer Bergbau-Holding in Düsseldorf, die diverse Erzminen im Auftrag der deutschen Stahlindustrie verwaltet. Dort sagte man mir, dass man dringend einen Inschenör für eine Eisenerzmine im Interior von Minas Gerais sucht. Man zeigte mir ein 10--minütiges Video, wo ein riesiges Loch zu sehen war, ein paar Industrieanlagen und eine Wohnsiedlung mitten im Busch. Die Attraktion des Videos war der Swimmingpool der Siedlung (dort schwammen lauten schwarze Kinder drin herum !).

Nachdem ich unter leichtem Zugzwang - ich hatte vorher schon 40 Ablehnungsschreiben bekommen - einen Vertragsentwurf in die Hand gedrückt bekam und 1 Wochen Bedenkzeit erbat, unterschrieb ich letztendlich den Vertrag und flog 5 Monate später nach Brasilien. Dort erhielt ich dann auch gleich einen neuen Arbeitsvertrag und zwar mit der brasilianischen Firma. War für mich als junger Kerl alles kein Problem, denn ich wollte arbeiten und Geld verdienen. Spezialkonditionen interessierten mich weniger, denn ich merkte bald, dass ich mich auch ohne diese im Land recht wohlfühlte. Dafür sorgten die recht gastfreundliche Landbevölkerung von Minas Gerais und die Damen, für die ich nämlich etwas besonderes war. Meine "Spezialkonditionen" verschoben sich also mehr ins Privatleben. :lol:

Eine meine 1. Aktionen war die Antragsstellung auf ein Visum und ein Besuch bei CREA.

Der Antrag auf Erteilung von CREA läuft heute - 11 Jahre danach - immer noch, was aber im Prinzip kein Problem ist. Ich musste damals meine Diplomzeugnisse und Urkunden übersetzen und von einer brasilianischen Uni anerkennen lassen. Das habe ich auf der USP gemacht und brauchte nicht mal eine Prüfung dafür ablegen. Die Studienanerkennung habe ich dann bei CREA eingereicht und eine "vorläufige CREA" bekommen. Mit der bin ich heute noch unterwegs und unterschreibe damit Äuftrage in der Stahlindustrie und Bergbau. Im Prinzip sind die Firmen ja froh, wenn sie jemanden finden, der sich für (teilweise sehr gewagte) Projekte verantwortet.

Schreib mal, was für eine Ausbildung du hast bzw. welche beruflichen Interessen ! Vielleicht kann ich oder jemand anderes aus dem Forum dir bzgl. eines Jobs dann weiterhelfen !?
Man sieht sich,
In der Unterschicht
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Beitragvon lobomau » Mi 28. Sep 2005, 13:51

Ja, eine gute Idee einen neuen thread zu beginnen.

Mein Vater ist übrigens auch ohne Sprach- und Landeskenntnisse damals als Ingenieur rüber. Das war wohl so 1974/75, also kurz vor meiner Geburt in Sao Paulo.

Ich bin zur Zeit noch Student und schaue mich grad nach einem Thema für die Diplomarbeit um. Toll wär es natürlich gewesen diese gleich in Brasilien zu machen, um gleich Fuss zu fassen. Aber das wird jetzt wohl etwas knapp. Also ich denke mal, dass ich ab März zur Verfügung stehe.
Studieren tue ich Maschbau an der TU in Hamburg (TUHH) mit der Richtung "Thermische Energieanlagen und Schiffsmaschinenbau". Schwerpunkt dabei auf die thermischen Energieanlagen.

Soweit erstmal von mir...

Gruß
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Beitragvon Careca » Mi 28. Sep 2005, 17:29

Lemi hat geschrieben:Nachdem ich unter leichtem Zugzwang - ich hatte vorher schon 40 Ablehnungsschreiben bekommen - einen Vertragsentwurf in die Hand gedrückt bekam und 1 Wochen Bedenkzeit erbat, unterschrieb ich letztendlich den Vertrag und flog 5 Monate später nach Brasilien.

:shock: Wow. Ich hatte nur fünf Ablehnungsbescheinigungen, wollte nur weit und bald weg vom Arbeitslosenmarkt und bei der ersten ersnthaften 6. Offerte hiess dann beim zweiten Gespräch am Schluss von meinem Chef in spe ausdrücklich "Sie unterschreiben aber nicht, weil Sie hoffen zu unserer Niederlassung nach Brasilien zu kommen, nur weil sie Brasilien kennen?" 1 Jahre später (nach Annahme des Jobs) erfuhr ich, dass die Firma intern (ohne Ausschreibung) einen Ingenieur mit recht brauchbaren Portugiesisch-Kenntnissen mit meinem Tätigkeitsfeld und meinem Level suchten und dann jemanden schickten, der von Brasilien und Level weder Tuten und noch Blasen ne Ahnung hatte ... :( ... "Ach? Sie kennen Brasilien und die Sprache?" frug mich vier Monate vor meinem Wechsel mein Chef überrascht ... :evil: ... hasta la vista, baby ... :evil: ... ich war einfach nicht frech genug: direkt konsequent auf das Ziel hin zu arbeiten, von Anfang an ...
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
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Beitragvon lobomau » Mi 28. Sep 2005, 17:43

Das wär natürlich das beste, was einem passieren kann. In Deutschland anfangen und dann zur bras. Niederlassung wechseln. Gerade in bezug auf das Gehalt.
Aber ich möchte auf jeden Fall gleich drüben anfangen.
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Beitragvon lobomau » Mo 24. Jul 2006, 11:37

Mann-o-mann... ist die Zeit vergangen.
Ich komme gerade vom Prüfungsamt wieder und halte mein vorläufiges Diplomszeugnis in den Händen :D
Nach Brasilien möchte ich immer noch. Aber nicht von heut auf morgen (aber spätestens Herbst)
Nun werde ich mal sehen was die Bewerbungen und Vorstellungsgespräche so bringen...
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Beitragvon lobomau » Mo 24. Jul 2006, 13:43

Meine Frage:
was genau ist ein "engenheiro de utilidades"?
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Beitragvon Kalle » Mo 24. Jul 2006, 16:53

Tja,

habe mal "engenheiro de utilidades" im Gooogle eingegeben und bin auch nicht Schlauer geworden! Scheint so eine Art Tausendsassa sein zu müssen. Gehaltsniveau 3.000 bis 4.200,00 Realos/Monat.

Alle Inserate sind annähernd identisch in der Quali Beschreibung:

Experiência no segmento de manutenção Industrial, experiência no comando de equipe na área de manutenção geral.
Experiência em planejamento e controle de manutenção preventiva e preditiva;
Conhecimento em utilidades industriais: Vapor, ar comprimido, refrigeração e tratamento de água,efluencia, elétrica e telefonica;
Imprescindivel ter conhecimento em resfriação industrial;
Curso Superior completo em engenharia com enfase em Mecatronica, elétrica,ou mecânica;
"A vida é uma peça de Teatro, que não permite ensaios. Por isso, cante, chore, dance, ria e viva intensamente antes que a cortina se feche e a peça termine sem aplausos."
(Charlie Chaplin)

Gruß,
Kalle
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Beitragvon lobomau » Mo 24. Jul 2006, 23:46

Ja, Kalle,

das habe ich auch gelesen.

Scheint wohl auch etwa ein durchschnittliches Anfangsgehalt zu sein, oder?
An mehr käme man wohl nur über eine deutsche Firma.
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Beitragvon lobomau » Do 27. Jul 2006, 12:15

Das deutsche Diplom kann man sich ganz einfach anerkennen lassen. Man nur folgende Punkte erfüllen: ;-)

REGISTRO DE PROFISSIONAL DIPLOMADO NO EXTERIOR


Documentação necessária:

A - Diploma original e fotocópia (frente e verso) legível, com as seguintes características: autenticado por autoridade consular brasileira, do local da escola ou próximo dela; revalidado por universidade brasileira ou instituição isolada, federal, de ensino superior; (vide OBS. 1 e 2); registrado no MEC ou em universidade oficial brasileira, por delegação de competência do MEC (nível superior) ou Delegacia de Ensino (grau médio);

B - Tradução do diploma, por Tradutor Público Juramentado;

C - Original e fotocópia do documento relativo à revalidação do diploma, se este não contiver dados referentes à revalidação;

D - Original e fotocópia do currículo escolar, autenticado por autoridade consular brasileira, do local da escola ou próximo dela;

E - Tradução do currículo escolar, por Tradutor Público Juramentado;

F - Fotocópia autenticada do Programa das Cadeiras do Curso, realizado pelo interessado;

G - Tradução dos programas das cadeiras, por Tradutor Público Juramentado;

H - Atestado do exame de equivalência emitido pela Comissão Universitária que o processou, quando do pedido de revalidação de seu diploma na universidade brasileira;

I - RG ou RNE e CPF, Título de Eleitor, prova de quitação com a justiça eleitoral (quando brasileiro), certificado Militar, comprovante de Residência (fotocópias legíveis, frente e verso, apresentadas juntamente com os originais, ou cópias autenticadas);

J - Após a homologação do registro pelo Confea, 2 (duas) fotos 3 x 4cm, atualizadas, e comprovante do pagamento da anuidade do exercício em curso e taxas.

Obs.:
- O brasileiro, nato ou naturalizado, diplomado anteriormente a 01/01/62, isto é, antes da vigência da Lei 4.024, de 20/12/61, que dispõe sobre Diretrizes e Bases da Educação Nacional, deverá proceder conforme estas instruções, porém, sem a revalidação do diploma, o qual deverá ser registrado no órgão competente, conforme o 3º parágrafo do item “a”;

- Não há expedição de registro provisório para diplomados no exterior.
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