VON KÖLN NACH RIO
Verpatzte Premiere
Von CHRISTIAN LORENZ
Rio/Köln – Nicht gerade eine gute Werbung für die neue Langstreckenverbindung Köln–Rio: 57 Passagiere, die nach dem Jungfernflug am Mittwoch nach Brasilien nun am Samstag die Rückreise antreten wollten, hingen sieben Stunden am Flughafen von Rio fest.
Grund: Die Maschine der Fluggesellschaft BRA hatte ein Brems-Problem, wurde in São Paulo repariert. Das wurde den Fluggästen, darunter eine Delegation aus Köln und Bonn, aber nicht mitgeteilt.
Mal war nur von schlechtem Wetter die Rede, dann hieß es, auf dem Flughafen von São Paulo herrsche viel Verkehr.
In Deutschland wurde lediglich per Internet und Videotext eine Verspätung von 10 Stunden annonciert. Besorgte Angehörige, die sich telefonisch bis zur Firmenzentrale der BRA durchkämpften, wurde stereotyp geantwortet: „Wir wissen nicht, was mit der Maschine los ist.“
Für den Reiseveranstalter, der die Flüge im Internet (
http://www.koeln-rio.de) vermarktet, ein untragbarer Zustand. „Die Informationspolitik ist nicht akzeptabel. Wir haben bereits für Montag eine Gesprächsrunde vereinbart. Da gibt es Klärungsbedarf. Ob wir Regressansprüche anmelden können, ist fraglich“, meint Hans-Jürgen Thien von Pro Sky Travel, der sich die ganze Zeit rührend um die Passagiere kümmerte.
Statt um 20.20 Uhr ging es dann um 3.21 Uhr mit der inzwischen reparierten Boeing 757-300 los. Fakt ist: Um den hohen Ansprüchen der Kunden am Airport Köln/Bonn zu genügen, muss die BRA noch kräftig nachbessern.
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