Kein Bett für Notfallpatienten?

Infos über soziale Probleme, Armut, Korruption und Rassismus in Brasilien sowie Infos & Kontakte zu Hilfsprojekten

Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Colono » Mo 28. Apr 2014, 14:32

Trem Mineiro hat geschrieben:
Colono hat geschrieben:[Mal wieder schlecht gelaunt Eisenbahn?


Nein Colono, nicht schlecht gelaunt, aber wenn einen Beitrag von mir, der meine Erfahrung widerspiegelt, als "Schmarren" bezeichnet bekommst du halt eine Antwort auf entsprechendem Niveau.

Wir haben ja schon öfter festgestellt, dass wir in verschiedenen Welten leben (du in deinem kleinen südlichen Paradies) ich in dieser recht rauen Minas-Capitale und auch in einem unterschiedlichen Umfeld.
Ich wüsste auch nicht, wo ich in Deutschland etwas rosig sehe. Zu Brasilien würde ich sagen: Schlimmer geht’s nimmer (Angola und Belutschistan mal abgesehen) und aus der Position heraus ist es leicht zu sagen, dass es in D zumindest besser ist.
Da nützt es auch nicht, wenn wir jetzt den Ärzte-Pfusch gegeneinander aufrechnen. 50 km von Belo weg hab ich nur noch einen Posto Saude mit der resoluten Oberschwester oder einen Krankenwagen ohne Benzin, da kann nicht mal ein Arzt was verpfuschen.
Ich werde auch in D nicht ewig leben und Gesundheit wird mich auch da Geld kosten. Aber dort bekomme ich was für mein Geld. Im Gegensatz zu Brasilien wo es auch für viel Geld nix gibt, weil ich nur einen Klinik-Besitzer oder einen korrupten SUS Direktor reich mache.

Bleib du nur in deinem kleinen Paradies. Ich bin froh (als Expat), dass ich überhaupt die Chance habe meinen Wohnort zwischen Brasilien und Deutschland frei zu wählen.

Gruß
Trem Mineiro

PS:
was soll dein Schlusssatz, hast du was an der generellen Qualität meiner Beiträge auszusetzen?

Diese ellenlangen Zitate müllen den Thread zu, die Seiten hier im Forum sind wegen der Werbung schon e so kurz.


Wenn einem nichts besseres einfällt werden die anderen einfach abqualifiziert, typisch. Wie ich schon schrieb, lebte ich früher schon mal ein paar Jahre im Nordosten. Im Gegensatz zu dir kenne ich auch die Lebensumstände dort aus dem Alltag und so manche Leute nicht nur vom Urlaub oder kurzen Dienstreisen. Also was soll das?

Deine Frage auf meine Frage erledigt sich eigentlich, zumindest beim angesprochenen Thread, überleg mal.
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Trem Mineiro » Mo 28. Apr 2014, 19:28

Oi Colono
Ist mir zu anstrengend in deinen Beiträgen nach Substanz zu suchen.
ich hab was aus meinem Umfeld(Minas, Belo geschrieben) und glaube auch alles, was du aus deinem kleinen Paradies im Süden schreibst.

Hab zum Nordosten außer mal einem Urlaubs-bricht nichts geschrieben. Also scheib doch mal was aus deinen reichhaltigen Erfahrungen.
Nur weil ich es nicht besser weis, werde ich das sicher nicht als Schmarren abtun.

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon isis » Mo 28. Apr 2014, 21:31

Colono hat geschrieben:
man fragt sich nur warum du für deine 2 dürren Zeilen den ganzen Beitrag zitierst.

PS: kannst du mir mal verraten weshalb ich das nicht tun sollte?


Vielleicht kennst Du das nicht?
Es ist üblich, beim Zusammenleben mit anderen Menschen bestimmte Benimmregeln einzuhalten.
Das Ganze nennt sich "Etikette".

Auch im Internet sind solche Benimmregeln üblich.
Hier nennt man sie "Netiquette".

"Unter der Netiquette (auch Netikette geschrieben; ein Kofferwort aus dem englischen net für das „Netz“ und dem französischen etiquette für die „Verhaltensregeln“) versteht man das gute oder angemessene und achtende (respektvolle) Benehmen in der technischen (elektronischen) Kommunikation. Der Begriff beschrieb ursprünglich Verhaltensempfehlungen im Usenet, er wird aber mittlerweile für alle Bereiche in Datennetzen verwendet."

http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette

Und zur Netiquette gehört es, auf solche Vollzitate (Fullquote) zu verzichten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fullquote

Außerdem hat der Verzicht auf Vollzitate durchaus auch praktische Gründe:

  1. Vollzitate blähen eine Thread unnötig auf und stören den Lesefluss innerhalb Threads.
  2. Viele User verfolgen Foren auch auf mobilen Endgeräten. Der Monitor dieser Geräte ist vergleichsweise klein. Bei der Menge an Vollzitaten muss man mühsam durch einen Thread zu scrollen, nur um (irgendwann) den eigentlichen Beiträge lesen zu können.

Es wäre also schön, wenn Du (und auch viele andere) auf solche Vollzitate verzichten könntest.
Du bist sicher kein "Vollquottel", oder???
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Colono » Mo 28. Apr 2014, 23:45

Trem Mineiro hat geschrieben:ich hab was aus meinem Umfeld(Minas, Belo geschrieben) und glaube auch alles, was du aus deinem kleinen Paradies im Süden schreibst.

Gesagt getan.

Es sollte dann heissen:

Ein vernünftiger Mineiro würde sich nicht von den Ärzten des „Plantao“ des Krankenhauses, also den Ärzten, die den Regelbetrieb des Krankenhauses sicherstellen. Untersuchungen, Tagesvisiten etc.) operieren lassen. Schaut euch die mal genauer an. Jung , engagiert, fleißig, aber leider ohne Erfahrung für schwierigere Fälle. Das sind Neulinge, die für ein Bescheidenes Gehalt erst mal im Krankenhaus arbeiten und versuchen werden, so schnell wie möglich eine Praxis zu eröffnen oder eine der vielen kleinen Privat-Kliniken.


Dann klappts auch mit uns.

Grüsse aus BC,

Colono
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 30. Apr 2014, 01:18

Noch besser wäre: ein vernünftiger Mineiro, der es sich leisten kann.......würde......

Nur, wo kein Arzt da ist (in der Fläche) nützt auch der teuerste Plano saude nix, aber das ist halt ein strukturelles Problem.

Gruß
Trem Mineiro

PS: ansonsten bin ich nicht zartbesaitet, auf deine "Beleidigung" hab ich ja diplomatisch mit einer "Gegenbeleidigung" geantwortet, da konnte man schon die Ironie rauslesen.

PS: warum muss es denn immer klappen. Bei uns liegst' daran, dass wir in zwei unterschiedlichen Welten leben. Würde ich da unten bei dir leben, würde ich wahrscheinlich mit den geringeren Defiziten gut leben können und würde vielleicht nicht wieder nach D gehen. Oder ich wäre so tropikalisiert, dass ich gar nicht zurück könnte.

PS2: was macht eigentlich die Baustelle BMW, noch 6 Monate bis zum Produktionsstart im Herbst. Heute haben sie schon Reklame gemacht für ihren 3er.
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Colono » Mi 30. Apr 2014, 13:19

Trem Mineiro hat geschrieben:
PS: ansonsten bin ich nicht zartbesaitet, auf deine "Beleidigung" hab ich ja diplomatisch mit einer "Gegenbeleidigung" geantwortet, da konnte man schon die Ironie rauslesen.

PS2: was macht eigentlich die Baustelle BMW, noch 6 Monate bis zum Produktionsstart im Herbst. Heute haben sie schon Reklame gemacht für ihren 3er.


Nun Trem,
ich schreibe hier nicht um jemand zu beleidigen. Das Forum nennt sich ja schliesslich Brasilienfreunde. Wir Bayern bezeichnen oft etwas als Schmarrn, was nicht gefällt. Da ist nichts dabei. Aber das wirst du ja schon bald lernen abzukönnen, ich wollte dich da schon mal einstimmen.

Das Thema BMW und unser Geplänkel , passen eigentlich nicht besonders zum SUS-Bashing. Kurz gesagt. Es läuft alles nach Plan. Wir sind ja hier schliesslich nicht in Brasilien.:mrgreen: Gut dass du mich wieder drauf gebracht hast. So und jetzt geh ich zum Englisch pauken um mich bei denen als Hausmeister bewerben zu können.

http://anoticia.clicrbs.com.br/sc/noticia/2014/04/primeiro-carro-feito-pela-bmw-em-araquari-ficara-pronto-em-30-de-setembro-4468762.html

Greets,

Colono
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 30. Apr 2014, 16:51

Colono hat geschrieben:[. Wir Bayern bezeichnen oft etwas als Schmarrn, was nicht gefällt. Da ist nichts dabei. Aber das wirst du ja schon bald lernen abzukönnen, ich wollte dich da schon mal einstimmen.


Oi Colono
diesen Aspekt hatte ich nun wirklich nicht berücksichtigt, dafür gäbe es sogar ein Danke. Weiter im Norden hat Schmarren halt ein sehr abwertenden Charakter.

Das mit BMW beruhigt mich, das Off-Topic wird sich verzeihen lassen, der Thread mit dem Krankenhaus scheint ausgelaugt zu sein. Alles gesagt.

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 30. Apr 2014, 18:55

zagaroma hat geschrieben:
BrasilJaneiro hat geschrieben:
zagaroma hat geschrieben:Trem, die enormen Probleme mit dem plano de saude kenne ich auch von meiner Freundin, die hat grausliche Probleme mit einem Magen-Vorfall und dazu noch einen Sohn mit Herzschrittmacher.

Nee, das kann man nicht brauchen, wirklich. [-X


das ist normal. Die PKV in Brasilien muss ja ein Jahr bezahlt sein, bis sie genutzt werden kann. In Deutschland wartet man auch auf einen Termin viele Monate. Aktuell beim Augenarzt: 6 Monate!


Was meinst Du mit normal???? Sie ist seit 30 Jahren in der privaten, hochgelobten und priviligierten Versicherung für Staatsbeamte! Und in Deutschland muss man als Privatpazient überhaupt nicht warten. Du verwechselst hier alles.

Wo gibt es das denn, dass ein Arzt die Behandlung einfach ablehnen kann, wenn ihm der Fall "zu kompliziert" ist? Das ist ja vielleicht ein Armutszeugnis! Da sieht man doch gleich von weitem, was diese brasilianischen Koryphäen draufhaben, nämlich nichts.

Nee, da ist mir die SUS lieber, die fackeln nicht lange und tun, was sie zu tun haben. Bis jetzt sind mir da nur einwandfreie Ärzte begegnet und alle in einem gewissen Alter und mit Erfahrung, keine Neulinge. Und mal schnell röntgen oder einen Bluttest machen kann man gut, sofort und billig einfach mit Geld bezahlen. Ein allgemeiner Arzt nimmt hier 60 R$ für eine Visite und ein Spezialist wie Orthopäde oder Augenarzt nimmt 150. Das braucht man vielleicht zweimal im Jahr und dafür bezahle ich doch nicht tausend im Monat für eine PKV, mit der ich dann erstmal wochenlang rumstreiten muss. [-X


Du musst doch selber wissen, dass es in Brasilien keine Garantie gibt. Du bist nur der blöde Gringo, der bezahlen kann. Leider funktioniert Brasilien nur mit Korruption. Hatte eigentlich gedacht, dass Lula & Dilma es besser machen. Doch weit gefehlt. Die haben auch nur ihre Leute in diesen Mafiasumpf gesteckt. Ich hoffe, dass die Protestler weiter zunehmen und Brasilien noch eine Revolution erwischt. Hier in den Medien sind diese Leute nur Drogenhändler und Kriminelle. Schön wie man in der Demokratie mit Andersdenkenden und Benachteiligten umgeht.
Übrigens ist mir ein verweigernder Arzt lieber, als einer, der mich totpfuscht. Und als Privatpatient kommst du auch nicht immer sofort an die Reihe. Das sind nichts als linke und dumme Behauptungen. Aber interessant wie Politik und Medien das Volk im Griff haben.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Trem Mineiro » Do 1. Mai 2014, 01:50

BrasilJaneiro hat geschrieben:Du musst doch selber wissen, dass es in Brasilien keine Garantie gibt. Du bist nur der blöde Gringo, der bezahlen kann. Leider funktioniert Brasilien.........


Da muss ich dir leider Recht geben. Aber ein kleiner Trost, auch die gut zahlenden Brasilianer werden abgezockt. Ist hat ein gewinnorientiertes System, da will man verdienen.........

In D macht das der Arzt mit dem Privatpatienten doch auch und schwätzt im Behandlungen auf, die nicht nötig sind.....war jetzt irgendwo im Spiegel oder der Zeit. Kassenpatienten lassen sich nicht mehr zu gut melken.

Gruß
Trem Minerio
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon aron » Do 1. Mai 2014, 05:31

Ohne grosses 'wischi-waschi' nehme ich hier mal kurz Partei für 'Trem Mineiro' und dessen Beiträge in diesem Thread. Er spricht den Grundsatz der Problematik 'Gesundheitsversorgung' an und diesen kann ich nur bestätigen.

'Die Ausnahme bestätigt die Regel'
Man sollte sich dieser 'Schuhlweisheit' doch bitte wieder einmal etwas bewuster werden.

Fakt ist, nein, darüber kann man nicht streiten, die Gesundheitsversorgung in Brasilien ist und war schon immer grotten schlecht. Es gehen dann in der hitzköpfigen Diskusion wichtige Dinge verloren oder Nebensächlichem erhalten zuviel Gewicht.

Ja, SUS kann gut sein, muss aber nicht! An den meisten Orten ist 'SUS' schlicht nicht zum ertragen schlecht.
Wehe man hat einen Notfall! Dann, sind die Karten in aller Regel grotten Schlecht.
Und ja, ab einem gewissen Alter kriegt man entweder keinen 'Plano' mehr oder aber er ist so teuer als dass sich dieser ein auch gut situierter nicht mehr leisten kann. Und dann? :?:
->Anfangen die Bankkontos räumen und ran ans Eingemachte bis nix mehr da ist. Am Schluss ist dann der Patient auch nicht mehr da :shock:

Es verarmen viele Familien weil sie für die Rettung eines geliebten Familienmitglied alles, aber auch wirklich alles ausgeben obwohl sie Jahrzentelang einen 'Plano' hatten. :oops:

Nach meinem Gefühl stirbt man in Brasilien 10-15 Jahre vor der Zeit sprich in Europa hätte man noch einen schönen Rest an der Sonne, ...

In den letzten drei Jahren musste ich leider die Hölle auf Erden erleben. Da waren Schmerzen, just insane! Tagtäglich 3 Anfälle a ca. 1 Stunde, regelmässig einen Anfall während des Schlafes sprich ich wurde wach mit Ihnen ...
Mittel welche schnell wirken sind hier in Brasilien leider nicht oder kaum verfügbar und zudem ein vielfaches teurer als in Europa.

Ich hätte mir die Medikamente auch aus Europa schicken lassen können. Ein spezialisierter Artzt hätte mir ohne weiteres auch aus der Ferne entsprechende Rezepte ausgestellt und meine Lieben in Europa hätten es mir per Post zugestellt. Nur, leisten hätte ich sie mir nicht können. USD 3'000 pro Monat sind leider auch für mich nicht zu stemmen. Auch der beste 'Plano' in Brasilien bezahlt keine Medikamente!
Die Krankheit hat sich dann noch leicht mutiert (kann es in kürze nicht anders beschreiben) so dass ich Ende letzten Jahres ernsthaft Selbstmord angekündigt habe.

Ich habe überlebt, offensichtlich. Nur, nicht mit der Hilfe von Ärtzten sondern durch Zufall aufgrund eigener Initiative und Internet. Dank Internet weil sich seit dem Jahre 2000 eben Betroffene aus allen Länder dieser Welt austauschen und helfen können. Ohne die wäre ich schon Tot weil ich das schiere Volumen der Schmerzen nicht mehr aushalten konnte.

90% der Ärtzte haben mich nicht behandelt sondern misshandelt! Stärkste Schmerzen, auf der Stuffe 'pos operacao' also 'nach Operation' wurden oft als Simulation abgetan. Selbst gestandene Ärtzte haben mich als Drogensüchtiger verdächtigt welcher nur via SUS etwas Dope in die Vene wollte.

Es hat nix genützt den Typen zu erzählen, dass wenn ich tatsächlich nach Drogen suchen würde ich als Inhaber eines 'Plano' sicher genügend Geld hätte in Sao Paulo z.B. ein halbes Kilo Morphium zum privaten Konsum zu kaufen...
Die sind/waren einfach schlicht zu Dumm :cry: :cry: :cry:

Zurück zur Eisenbahn.
Man weiss (als Brasiliander) schon seit dutzenden von Jahren, dass die SUS einfach nur schlimm ist. Es gibt Ausnahmen, nur wie und wo? Es gibt keine eigentlichen örtliche Unterscheidungsmöglichkeiten. Im Norden ist es nicht grundsätzlich besser als im Süden oder umgekehrt. Und, ein guter Artzt operiert dich auch mit einem Küchenmesser wenn es denn darauf ankommt.

Ärtztemangel (siehe die etwa 3'000 kubnischen Ärtzte welche aus Kube importiert wurden)
Das System SUS ist Kacke weil:

1) eben, Artztemangel. Kein Artzt arbeitet gerne drausen in der Pampa wo es selbst am Wochenende nur Churasco und Bier gibt, egal wieviel sie verdienen. Dann doch lieber viel weniger verdienen, in Sao Paulo oder so.

2) die Spitäler (nein, nicht die von der SUS) vergeben KEINE 100% Stellen. Das führt dazu, dass ein 'normaler' Artzt so an die 4-5 verschiedene Arbeitsstellen hat. 20% SUS, 20% Privatklinik 1, 20% Privatklink 2, 40% eigene Praxis und so weiter und sofort.
Das führt dazu, dass man eben durchaus gute und erfahrene Ärtzte in der SUS findet. Aber in der Regel eben nur einmal. Beim nächsten mal ist dann halt ein anderer im 'plantao' und man kann seine Krankenheitsgeschichte wieder einmal von vorne runter leiern.
Lediglich hochspezialisierte Ärtzte werden im besten Fall zu 100% angestellt.

3) Abgehobene Ärtzte (siehe die ungewöhnliche soziale Struktur in Brasilien, wo haben Sie so etwas schon gesehen?)
Sobald der 08/15 Artzt einen Abschluss hat hebt er in jeder Beziehung ab. Der hat dann einfach das Gefühl er sei etwas besseres als alle anderen und wird dies auch bei jeder Gelegenheit Zeigen. Der Rest der Bevölkerung der unter seinem Bildungslevel lebt ist minderwertige !&@*$#!, er behandelt die Patienten auch so, ohne Ausnahme, Geld hin oder her.
Das erste was ein Medizin Student als erstes macht, ist, sich weisse Klamotten und Stetoskop kaufen... (man ist ja Artzt) und dann wird einfach nur noch gerotzt und gekotzt.
Ich musste meinen 'Haupt' Artzt auch schon mal daran erinnern, dass er eine Art 'Schwur' gegenüber Hypokrates (richtig?) abgelegt hat und neben allem auch hier in Brasilien eine ärtztliche Schweigepflicht herrscht.

Um es kurz zusammen zu fassen: Das Gesundheitssystem 'vorallem SUS' ist !&@*$#!, nicht unbedingt der eizelne Artzt.

Wenn man in Brasilien erfolgreich sein will dann bitte aber gleich richtige Kohle. Man muss so richtig fett Kohle verdienen, weil je mehr man hat je mehr muss man ausgeben um es überhaupt erhalten zu können.
Eine ernsthafte Erkrankung kann sie ohne weiters vorzeitig ins Grab oder ins Armenheim jagen.

Und wehe sie haben eine seltene Erkrankung, dann haben Sie wirklich die Arschkarte gezogen.
Krankenversicherungen wurden ursprünglich entwickelt um das Risiko eines Bankrott ganzer Familien zu verhindern nur musste ich in den letzten 20 Jahren erleben, dass die Betreiber langsam aber sicher sich zu gewinnorientierte Investitionsmöglichkeiten gewandelt haben. =D> =D> =D> .
Im dümmsten Fall lässt dich in Brasilien ein Artzt, ohne mit der Wimper zu zucken, bewusst verrecken.
gesehen, gehört, erlebt.

Selbst die Brasilianer haben langsam aber sicher die Schnautze voll. Sie verstehen nicht, wieso man für die 'Copa' soviel Kohle ausgibt. Copa und Olympiade, mit diesem Geld hätte man das gesamte Gesundheits- und Bildungssystem grundauf renovieren können.

Heute verstehe ich jeden und kann es auch nur empfehlen: Im Alter zurück nach Europa oder in ein anderes zivilisiertes Land. Das Risiko an einer banalen Erkrankung vorzeitig sich abmelden zu müssen ist einfach zu hoch.
Das hat für mich auch überhaupt nichts zu tun mit vonwegen Solzialschmarotzer.

In Brasilien verdient ein gestandener, spezialisierte Artzt mal eben mehr als in Europa. Wenn ein Artzt eine eigentliche Klink hat, dann regnet es Kohle gleich Eimerweise.
Ja, es ist durchaus schwer eine eigene Klinik auf die Beine zu stellen, nur dann verdienen sie in Brasilien mal ganz leicht mehr als in Europa.

Brasilien steht schon seit Jahrzenten in den Startlöcher, bleibt auch dort und wird seinen !&@*$#! auch nie hoch kriegen. Dafür müsste ein Umdenken der Elite stattfinden und dies wird niemals passieren weil ja alles so schön auf sie ausgerichtet ist.


:idea:

Daumen drücken und einfach nie ernsthaft krank werden. So kann man auch in Brasilien lächeln. Wehe wenn nicht!
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