Kein Bett für Notfallpatienten?

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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon uwbran » Do 16. Jun 2016, 18:33

Ich habe seit einigen Jahren eine Brasilianerin als Freundin. Bin jedes jahr für mehrere Monate dort. Z.zt bin ich in Deutschland. Meine Freundin hatte in meiner Abwesenheit einen Unfall im Haus und muss nun den Utero entfernt bekommen. Die OP soll rund 12 reais kosten. 1500 Euro haben wir auf die schnelle zusammengelegt. Fehlen ca 1800 Euro. Die Chirurgen weigern sich meine Freundin zu operieren wenn die volle Summe nicht bezahlt wird. Mittlerweile hat sich der Zustand meiner Freundin rapide verschlechtert. Starke Blutungen und schmerzen. Kann mir jemand Rat geben. Es eilt sehr. Ich bin momentan nicht in der Lage den Rest auf die schnelle aufzutreiben. Meine Frau kommt aus Ilheus in baia. Die können einen Menschen doch die Chirurgie nicht verweigern oder was ist in brasilien los? Danke im vorraus für jeden Ratschlag. Bitte es eilt!!!
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon cabof » Fr 17. Jun 2016, 07:48

Hallo und willkommen im Forum. Eine sehr traurige Geschichte und Angelegenheit was Deinen Post angeht, hoffe Du findest Hilfe.Zeigt einmal mehr wie es um die Belange in Brasilien steht. Ein Menschenleben zählt DORT überhaupt nicht, ohne Geld kannst Du nur Dein Glück bei der SUS versuchen, staatliche Medizinversorgung, Geld auftreiben nur im privaten Umfeld. Die Brasilien-Kenner in den Foren sind (leider) gebrannte Kinder was Finanzen in Brasilien angeht - da werden Geschichten erfunden, nur um dem Gringo das Geld aus den Rippen zu leiern. Mag in Deinem Falle anders sein - wenn Dir sehr viel an dem Fall gelegen ist, bitte einen Privatkreidit bei der Bank aufnehmen - das Geld sollte schon direkt ans Krankenhaus überwiesen werden... sonst ist was faul an der Sache. Viel Glück und berichte uns mal. Alles Gute.
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon angrense » Fr 17. Jun 2016, 21:44

bei SUS mußt deine freundin nix bezahlen! sie muß allerdings auf einen termin beim chirurgen warten und ja, dass dürfen die! ich finde die geschichte trotzdem komisch, da eigentlich in einem öffentlichen krankenhaus (SUS) innerhalb von höchstens einer woche operiert wird oder zumindest ein termin da ist! also vorsichtig mit deinem geld, denn die staatliche krankenversorgung ist kostenlos! :idea:
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon O_Periquito » Sa 18. Jun 2016, 10:25

@uwbran
bei sus braucht sie kein geld, und wenn es lebensnotwendig ist wird bei sus auch gleich operiert. du solltest etwas vorsichtig sein mit deinem geld. hast du keinen vertauten der das alles für dich einmal überprüfen kann. ist schon etwas sltsam die geschichte deiner freundin. das muss schon ein schlimmer unfall gewesen sein wenn der uterus entfernt werden soll. bei so einem unfall hätte sie bestimmt ins krankenhaus gemusst.
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon angrense » Sa 18. Jun 2016, 11:57

dem staate BA wird es auch finanziell nicht wirklich gut gehen und da werden auch keine gelder da sein um die ärzte zu bezahlen. also mit sofort operieren ist wahrscheinlich nix! :idea:
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Elsass » Sa 18. Jun 2016, 23:29

Wenn der häusliche "Unfall" ein illegaler Schwangerschaftsabbruch war, macht kein Arzt bei der SUS auch nur einen Finger krumm. Privat kostet das dann auch locker das doppelte.
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Colono » Sa 18. Jun 2016, 23:58

Elsass hat geschrieben:Wenn der häusliche "Unfall" ein illegaler Schwangerschaftsabbruch war, macht kein Arzt bei der SUS auch nur einen Finger krumm. Privat kostet das dann auch locker das doppelte.
Bemvindo ao país do futuro. :twisted:


Die Ärzte werden sie bestimmt nicht krepieren lassen. Sie würden sich sonst wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar machen. Was passieren kann, dass der Arzt den illegalen Aborto der Staatsanwaltschaft meldet. Gesetzt dem Fall die gute Dame ist nicht vorbestraft. so kann diese dann eine Bewärungsvereinbarung unterschreiben, einen Salario bezahlen und die Sache ist gegessen.
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon angrense » So 19. Jun 2016, 01:55

Colono hat geschrieben:Die Ärzte werden sie bestimmt nicht krepieren lassen. Sie würden sich sonst wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar machen..


wo lebst du? in brasilien? hört sich eher nach deutscher gesetzesgebung an! wahrscheinlich gibt es sowas nur in SC und RS! inocente sabe de nada! #-o
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon zagaroma » So 19. Jun 2016, 04:33

Also jetzt mal ernsthaft, ein häuslicher Unfall soll bei Deiner Freundin den Uterus verletzt haben? Wie soll das denn gehen? Überleg mal, der einzige Zugang ist durch die Vagina, ist sie vielleicht auf einen Besenstiel gefallen, der dann.....Du hast schon verstanden. Absurd. Die Gebärmutter ist so ziemlich das innerste Organ einer Frau. Davor liegen noch all die Därme. Und auch von hinten ist sie bestens geschützt von den Pobacken und den Nieren. Nee, selbst wenn sie sich eine laufende Kettensäge in den Bauch gerammt haben sollte, hätte sie erstmal andere Probleme als den Uterus (Darmsalat). Logisch wäre wirklich nur ein schiefgegangener Schwangerschaftsabbruch, aber das würde sie Dir als Freund natürlich nicht sagen wollen. Damit hättest Du sicher ein Problem.

Und meine Vorredner haben völlig recht, die öffentliche Gesundheitsversorgung ist gratis, da muss man keine Chirurgen bezahlen. 12.000 R$ ist der Preis einer Privatklinik, und zwar für einen nicht besonders aufwendigen oder langwierigen Eingriff, aber muss das sein?

Das Mädchen erzählt Dir Romane, meiner Meinung nach! :^o
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Re: Kein Bett für Notfallpatienten?

Beitragvon Colono » So 19. Jun 2016, 09:27

angrense hat geschrieben:wo lebst du? in brasilien? hört sich eher nach deutscher gesetzesgebung an! wahrscheinlich gibt es sowas nur in SC und RS! inocente sabe de nada! #-o

Jawohl ich lebe in Brasilien.
Auch wenn es euch Daheimgebliebenen anders dargestellt wird, es gibt in Brasilien eine vollkommen klare Gesetzgebung welche oft zu Gunsten des Einzelnen bzw. des Schwächeren ausgelegt ist.
In diesem Fall guckst du hier:

o hospital, ainda que sem a contrapartida pecuniária, não poderá recusar atendimento sob o risco de tal negativa representar crime de omissão de socorro, pelo qual, a princípio, responderia o diretor técnico da instituição.


http://www.revistahospitaisbrasil.com.br/blogs/juridico/responsabilidade-do-pronto-atendimento-e-pronto-socorro/

Anscheinend wir das in entsprechender Form in Deutschland nicht mehr praktiziert. Man hat ja jetzt Krankenversicherungspflicht. Wer nicht versichert ist, ist selber schuld. -Und alle nicken mit dem Kopf.
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