Quelle: Netzeitung
Tote bei Krawallen in Rio de Janeiro
Etwa drei Wochen nach einer Anschlagsserie der Drogenmafia hat es in Rio de Janeiro neue Unruhen gegeben. Mindestens drei mutmaßliche Rauschgifthändler seien in einem Elendsviertel im Norden der Stadt von der Polizei erschossen worden, berichteten brasilianische Medien.
Hunderte Bewohner des Slums Morro da Mangueira seien daraufhin auf die Straßen gegangen, um gegen die Polizeigewalt zu protestieren, hieß es. Dabei seien mindestens drei Busse in Brand gesetzt worden.
Sprecher der Demonstranten sagten, vier unschuldige Slumbewohner, darunter ein Kind, seien von der Polizei getötet worden. Dagegen gab Polizeisprecher Ricardo Oliveira an, die Polizisten hätten drei Verbrecher erschossen.
Die Unruhen ereigneten sich drei Tage vor dem Gipfel des südamerikanischen Handelsverbandes Mercosur in Rio am kommenden Freitag und wenige Tage vor dem Beginn des Einsatzes der Militärsondereinheit "Kraft für die Nationale Sicherheit" (FSN).
Die Entsendung der Eliteeinheit ist eine Reaktion auf die jüngste Terrorwelle in der Zuckerhut-Metropole. Bei einer Attentatsserie der Drogenmafia waren Ende des vergangenen Jahres mindestens 18 Menschen getötet worden.
Anfang dieses Jahres wurde ein Kleinbus mit Touristen aus Deutschland, Österreich und Kroatien auf dem Weg vom Flughafen ins Hotel von maskierten und schwer bewaffneten Männern überfallen.
