Klassenkampf zwischen chata und den anderen....

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Zu welcher Schicht zählst Du Dich:

Unterste Schicht (400 Euros oder weniger pro Monat)
3
9%
Untere Schicht (1400 Euros oder weniger pro Monat)
5
16%
Untere Mittelschicht (2600 Euros oderweniger pro Monat)
9
28%
Obere Mittelschicht (4000 Euros oder weniger pro Monat)
6
19%
Oberschicht (7000 Euros oder weniger pro Monat)
4
13%
Oberste Schicht: Mehr als 7000 Euros pro Monat
5
16%
 
Abstimmungen insgesamt : 32

Klassenkampf zwischen chata und den anderen....

Beitragvon tinto » Sa 17. Sep 2005, 11:21

Ihr habt's ja gelesen: An anderer Stelle im Forum ist der Klassenkampf ausgebrochen. Reich&Arm, salarios&Faxis, Glamour, Botschaftsempfänge&Favelas....

Da war dann Lemi's Frage: zu welcher Klasse gehöre ich eigentlich? Schaun wir mal: Eine neue Umfrage muss her.!

Alle Angeben: Nettogehalt einer Person. Also das verfügbare Einkommen nach Steuern und Abzug von Sozialversicherung und Krankenversicherung für Privatversicherte. Verheiratete oder Lebenspartner nehmen ihr jeweiliges Gehalt allein oder adieren es zusammen und teilen durch zwei.

Die Umfrage soll für Brasilien und Deutschland gleichermaßen gelten, daher wird man in Deutschland etwas höher anzusetzen haben, in brasilien etwas niediger, wenn man bedenkt, was man jeweils dort mit der Kohle anfangen kann. Aber nehmt das einfach mal als Mittelwerte.

Also ich hab die unterste Klasse mal auf unter 400 Euros gesetzt, dass ist hier in Deutschland auch eine Lohngröße, nämlich die der Minijobber. Ist mir auch bewusst, dass ALG II-Empfänger in der Regel über dieser Größe leben, aber zumindest in Brasilien gibt es nicht wenige, die auch projeziert auf unsere Verhältnisse auskommen müssen, sogar in Deutschland soll es welche geben, die wirklich nicht mehr zum Leben gebrauchen.

Untere Schicht ist mit unter 1400 Euros gesetzt, wohlwissend, dass man sich damit in Brasilien schon zur Mittelschicht zählt, nach Wünschen der linkspartei sollte das in Deutschland mal der gesetzliche Mindestlohn werden. Studenten, Verkäufer, Friseure und andere haben aber schon heute viel weniger in der Tasche.

Untere Mittelschicht bis 2600 Euros. Die Beamten (z.B.Polizisten, der mittlere und vielfach der gehobene Dienst), im öffentlichen Dienst angestellte bis zum Tarif 2b finden sich ebenso hier wie viele Facharbeiter und kaufmännische Angestellte. In Brasilien zählen sich die Leute mit solchen Einkommen selbst schon zur Oberschicht. In der freien Wirtschaft und in Ministerien leitetende Angestellte, Beamte und Professoren, die Mehrheit der Selständigen mittelständischer Betriebe gehört hierher.

Obere Mittelschicht bis 4000 Euros. In Deutschland Angestellte der mittleren Führungsebene, Beamte des höheren Dienstes (ab A13, z.B Leiter der Arbeitsagentur Münster), viele Handwerker, Selbständige. In Brasilien: Direktoren, Geschäftsführer, mitlere Angestellte ausländischer Firmen (Entsandte).

Oberschicht bis 7000 Euros. In Deutschland Bundestagsabgeordnete, leitende Angestellte, Spitzenbeamte (ziemlich selten, ab B3, z.B. Abteilungsleiter in Behörden mit mehr als 2000 Mitarbeitern), einige Handwerker, viele Selbständige, Geschäftsführer kleinerer Unternehmen. In Brasilien: Minister, Geschäftsführer, unternehmer, Angestellte ausländischer Unternehmen (Entsandte), Manager



Oberste Schicht: alles darüber. In Deutschland: Bundeskanzler, Minister, Beamte ab B6 (Staatssekretäre, Bürgermeister in Großstädten), Manager und Geschäftsführer sowie Abteilungsleiter in der Privatwirtschaft, Unternehmer, in Brasilien ebenso.
Zuletzt geändert von tinto am Sa 17. Sep 2005, 14:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon thomas » Sa 17. Sep 2005, 12:31

In Deutschland gehört man mit 7000 Euros netto weder zur Oberschicht noch zur obersten Schicht..
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Beitragvon tinto » Sa 17. Sep 2005, 13:11

thomas hat geschrieben:In Deutschland gehört man mit 7000 Euros netto weder zur Oberschicht noch zur obersten Schicht..

Doch. Jetzt schon.
Ich hab es doch eben erklärt .

Bei dieser Umfrage hab ich die Maßstäbe gesetzt. Darüber, d.h. über die Skala brauchen wir jetzt, glaub ich, nicht weiter diskutieren.

:roll:
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Beitragvon namorado » Sa 17. Sep 2005, 15:45

Naja, ich bezweifle ob man eine Schichtzugehörigkeit ausschließlich am Einkommen festmachen kann. Es kommt doch auch und vor allem auf den sozialen Umgang an und in welchen Kreisen du dich bewegst.
Es kann jemand zur intellektuellen Elite und Bildungsoberschicht gehören, sich dabei aber finanziell nicht auf dem höchsten Level bewegen; in manchen Jobs wird eben einfach nicht viel verdient ("brotlose Kunst") :wink: Ist ja auf der anderen Seite auch Luxus und eine Art Lebensqualität, es sich leisten zu können, einen Job auszuüben, der einem Spaß macht oder den man aus Überzeugung tut.

Oder wie sieht es aus, wenn jemand aus reichem Elternhaus kommt, sich nie mit Geldproblemen rumzuschlagen hatte und es relativ nebensächlich ist, was er verdient, da er z.B. nie Miete zahlen wird. Rutscht der dann von der Oberschicht in die Unterschicht, weil das monatliche Einkommen nicht stimmt?
Auf der anderen Seite gibts Leute, die haben Geld wie Heu, die ich aber ihrer Schichtzugehörigkeit, d.h. ihrem sozialen Umgang und Lebensstil zu urteilen eher der Unterschicht zuordnen würde. Kenne auch so Fälle, da hatte z.B. der Opa nen Bauernhof mit vielen Wiesen und Feldern, die dann plötzlich Bauland wurden. Einfach glückliche Umstände gepaart mit ein bisschen Bauernschläue...

Und: wovon der eine Miete zahlen und eine Familie (Kinder!!!) ernähren muss, dass kann für einen anderen Taschengeld sein, das er einfach zur freien Verfügung hat. Ist also alles relativ.

@ Tinto: Klar, du hast die "Kriterien" eben für deine Umfrage so definiert; ich wollte eben nur drauf hinweisen, dass es schwierig ist, Menschen in "Schichten" einzuordnen und das dann auch noch vom monatlichen Einkommen abhängig zu machen.

Ate logo, o namorado.
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Beitragvon Trem Mineiro » Sa 17. Sep 2005, 16:32

Oi Tinto
Ich glaube auch, die Klassifikationen sind nicht so frei wählbar. Besonders, da du auch noch einen Maßstab für B und D abwenden willst.

Für mich gibt es nur 2 Klassen/Schichten
Die abhängig Beschäftigten und die Besitzenden. Die einen riskieren auch bei 5.000 € morgen alles zu verlieren und nach einem Jahr bei Harz 4 zu sein. Und die anderen habens eben und fallen immer wieder ins weiche Bett.

Die Gruppe dazwischen, die Leitenden, die Wurstbudenbesitzer etc. fallen in der Summe nicht ins Gewicht. Also nur 2 Einteilungen, und dabei gehöre ich dann zu den Abhängigen.

Gruß

Manfred
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Beitragvon thomas » Sa 17. Sep 2005, 23:59

@CC:
Ja-- auch wir als Admins haben keine Seiten, auf denen wir die Stimmen genauer einsehen können.


Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines deutschen Arbeiters im produzierenden Gewerbe im Jahr 2004 lag bei 2.507 €.

Angestellte bei 3.384 €.
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Beitragvon Moranguinho » So 18. Sep 2005, 08:03

thomas hat geschrieben:@CC:
Ja-- auch wir als Admins haben keine Seiten, auf denen wir die Stimmen genauer einsehen können.


Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines deutschen Arbeiters im produzierenden Gewerbe im Jahr 2004 lag bei 2.507 €.

Angestellte bei 3.384 €.


Enthält dieser Verdienst schon staatliche Transferleistungen, wie z.B. Kindergeld? Häufig sind diese Zahlen nicht sauber getrennt.

Viele Grüße

Moranguinho
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Beitragvon Jorginho » So 18. Sep 2005, 08:27

Ich finde diese Klasseneinteilung auch etwas merkwürdig. Das Bruttogrundgehalt eines unverheirateten, kinderlosen Universitätsprofessors der höchsten Besoldungsgruppe W3 beträgt übrigens durchschnittlich 4.522 Euro*, netto bleiben ihm davon etwas weniger als 2.600 und er würde damit laut Tinto zur unteren Mittelschicht gehören. Das kann ja wohl nicht sein, oder?


* Stand 2002, vielleicht ist es jetzt etwas mehr
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Beitragvon tinto » So 18. Sep 2005, 11:27

Jorginho hat geschrieben:Ich finde diese Klasseneinteilung auch etwas merkwürdig. Das Bruttogrundgehalt eines unverheirateten, kinderlosen Universitätsprofessors der höchsten Besoldungsgruppe W3 beträgt übrigens durchschnittlich 4.522 Euro*, netto bleiben ihm davon etwas weniger als 2.600 und er würde damit laut Tinto zur unteren Mittelschicht gehören. Das kann ja wohl nicht sein, oder?


* Stand 2002, vielleicht ist es jetzt etwas mehr


du kennst ja thomas Einwurf, dass man mit 7000 Euros weder zur Oberschicht noch zur obersten Schicht gehört.

Die höchste Besoldungsgruppe des Professors ist C4 und beträgt etwas mehr als 6000 Euros. Die meisten professoren bekommen freilich weniger, der Durchsnittsprof etwa 5500,- Euros. Wegen der geringeren Sozialabgaben, er spart vor allem die Arbeitslosenversicherung und die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (nicht aber die Krankenversicherung, die auch er privat zur Hälfte trägt), hat er netto mehr als 3000,- Euros und ist in der oberen Mittelklasse, und ist da im Mittelfeld. (W3 ist die zweite Liga, denn höherwertige Tätigkeiten sind im öffentlichen Dienst mittlerweile herabgestuft-armes Deutschland eben. Die W-Besoldung ist neu und für die Mehrheit deutscher Professoren noch nicht Realität(bald schon), aber auch deren Netto liegt wegen der Sozialabgaben ganz kanpp über 2600,- euros)

Aber Du hast recht: merkwürdig ist, wei schlecht in Deutschland Beamte, Richter und Wissenschftler mit Professorenrang mittlerweile bezahlt werden. Das ist amtlich und öffentlich: Bundesbeosldungsgesetz, Anlage I-IV, zum nachlesen, dass keine Führungskraft, kein Manager in der Wirtschaft für den Lohn arbeitet, den diese Berufsgruppen hinnehmen müssen.
Zuletzt geändert von tinto am Mo 19. Sep 2005, 09:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Jorginho » So 18. Sep 2005, 12:17

Habe gerade eben etwas aktuellere Zahlen der Bruttogrundgehälter gefunden:

Neue Besoldungsgruppen (Stand 08/2004):

W1 Juniorprof. 3.405,34 €
W2 Univ.-Prof. 3.890,03 €
W3 Univ.-Prof. 4.723,61 €

W1= Juniorprofessur / W2= ehemalige C2 und C3 / W3= ehemalige C4
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