kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Aktuelle Tendenzen und Prognosen der brasilianischen Regierungspolitik und Wirtschaftsentwicklung / Daten und Fakten aus der mehr als 500-jährigen Geschichte Brasiliens

kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon amarelina » Fr 18. Jul 2008, 18:23

der fünfzehn jährige junge war auf dem weg in ein dorf nahe der Guinea-Küste, als sich ihm zwei sklavenjäger von hinten näherten, ihn niederschlugen und fesselten, dann hoben sie ihn brutal hoch und vor entsetzen blieb dem jungen der schrei in der kehle stecken. die beiden männer waren weiss wie geister und einer von ihnen hatte durchsichtige augen. sie nahmen ihn mit und warfen ihn zu den vielen anderen gefangenen in die kerker in der nähe des hafens, von wo die vollgeladenen schiffe am nächsten tag auslaufen sollten.
der junge erinnerte sich nicht mehr an viele einzelheiten, aber an die dunkelheit in dem riesigen schiffsbauch, der gestank der zusammengepferchten leiber, ihr stöhnen und weinen und das ewige auf und ab der wellen, die die schwimmende hölle immer weiter weg von allem ihm bekannten trugen. jeden tag wurden viele tote körper über die reling geworfen, manche stürzten sich selber in das kalte graue wasser und rissen ihren angeketteten mitgefangenen mit sich.


Die ersten Sklaven, die die Portugiesen vermutlich um 1531 nach Brasilien brachten, kamen laut dem baianischen Historiker Luis Viana Filho im 16. Jahrhundert von der Guinea-Küste. Im 17. Jahrhundert folgten Menschen aus Angola und Kongo. Im 18. Jahrhundert holte man die Sklaven von der Mina-Küste (die Küste des heutigen Ghana) und später vom Golf von Benin. Im 19. Jahrhundert vermutlich aus Westafrika.
Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprache, Kultur und Traditionen wurden nach Brasilien gebracht. Wohlweislich verkauften die Händler ihre Ware Sklaven derselben Herkunft an verschiedene Sklavenherren, um zum vornherein Rebellionen vorzubeugen und ihren Widerstand zu brechen.
Eine grosse ethnische Gruppe stellten die Yoruba, ein Volk mit einer hochentwickelten Kultur verteilt auf die westafrikanischen Länder Nigeria, Ghana, Togo, Benin und andere.
Ihre Religion ist bis heute Hauptbestandteil der im ganzen Nord- und Südamerikanischen Raum verbreiteten religiösen Traditionen wie Macumba, Umbanda, Candomblé, Voodoo, Santería. Andere Bräuche und Traditionen wie Stocktänze und den berühmten Capoeira sind aus der heutigen brasilianischen Gesellschaft gar nicht mehr wegzudenken.

eines morgens, nach vielen elenden wochen reisezeit wurde der junge mit den anderen gefangenen zusammen auf das deck der galeere getrieben. die geistermänner gingen herum, brüllten unverständliche worte, schlugen mit peitschen, befühlten ihre muskeln und schauten in ihre münder. die fazendaherren denen sie zugeschlagen wurden, gaben ihnen allen einen neuen namen.
aber er hatte doch schon einen namen. der name den ihm seine mutter gegeben hatte. sie war eine angesehene frau in dem dorf, wo er geboren war. die hüterin der wege. auf der wange trug sie die tief eingeschnittenen, für jedermann ersichtlichen zeichen ihres berufsstandes. er war kurz davor gewesen mit grossen Festlichkeiten in die männergesellschaft aufgenommen zu werden und war ein guter und ausdauernder läufer, genauso wie viele aus seiner weitverzweigten familie.
er durfte seinen namen nicht vergessen und nicht die namen seiner eltern, sonst wären sie ausgelöscht und er somit auch. ihre leiden und ihr schmerz um den verlust ihres ältesten sohnes wären vergebens gewesen. sein leises schluchzen ging fast unmerklich in eine melodie über, die er bei seiner mutter gehört hatte, wenn sie abends feuer machte und speisen zubereitete. er durfte seinen namen nicht vergessen.


Es wird geschätzt, dass zwischen neun und zwölf Millionen Afrikaner in die Neue Welt verschleppt wurden. Zum überwiegenden Teil Männer, die die Portugiesen dringend für die Arbeit auf ihren Zuckerplantagen brauchten. Aber ganz sicher waren es viel mehr, weil auf den unmenschlichen Transporten viele Gefangenen starben oder kollektiven Selbstmord verübten.
Alle Versuche der Portugiesen die eingeborenen Indios für die harte Arbeit auf den Zucker- und später Tabakplantagen im Hinterland von Salvador zu zwingen, scheiterten. Sie starben ganz einfach viel zu schnell an Erschöpfung und an den vielen neuen Krankheiten, die die Eroberer ins Land gebracht hatten.
Salvador de Bahia war viele Jahre der wichtigste Sklavenumschlagplatz. Beim heutigen Solar da Unhão kamen die Schiffe an und ihre menschliche Fracht wurde dort gelöscht. Heute finden in den dicken Mauern Capoeira- und Kunstveranstaltungen statt.
Auf dem Praça da Sé in der Oberstadt von Salvador sind noch die Reste der unterirdischen Kerker sehen, wo die Sklavengefängnisse waren. Bei der Renovierung des Platzes vor einigen Jahren wurden Erinnerungstafeln angebracht.
Pelourinho heisst die Prangersäule, an der die Sklaven früher ausgepeitscht und gefoltert wurden. Die steinerne Säule steht heute nahe der berühmten Kirche mit der blauen Fassade, Nossa Senhora do Rosário dos Pretos. Die Kirche wurde 1710 nur für die Sklaven erbaut und Weissen war lange Zeit der Zutritt verboten.
igreja rosário dos pretos.JPG


die tage zogen sich endlos dahin mit harter arbeit von frümorgens bis abends in die dunkelheit. der junge, der jetzt den namen João trug, hatte bald entdeckt, dass es in dem hüttendorf nahe der fazenda, menschen mit unterschiedlichsten fähigkeiten und berufen gab. der eine vielleicht, wusste wie man aus pflanzenteilen seile und schnüre flocht und palmstrohbündel für die dächer band. ein anderer kannte die bäume des waldes und wusste welches holz gut gewachsen und termitensicher für den bau der hütten war. wieder andere kannten die heilkräuter und wussten rat bei verletzungen und krankheiten.
wenn João im leichten nebel des frühen morgens auf die tabakpflanzungen seines fazendaherrn trottete sah er manchmal am wegrand eine ihm bekannte blume. er pflückte sie und grub seine nase in den duft, der ihn an seine verlorene heimat erinnerte und sie flüsterte ihm zu: erinnere dich an deinen namen, sonst war alles vergebens.
lange nach feierabend in der dunkelheit, wenn im nahen wald die nachttiere ihre geräusche machten und sich die sklaven auf dem platz vor ihren hütten trafen, gingen gerüchte um, von männern die sich nicht länger knechten lassen wollten und ins unzugängliche hinterland von Bahia und Recife geflüchtet waren. sie verteidigten ihre Quilombos mit waffen und ihren kampfkünsten. doch die sklavenhalter hatten aufseher mit abgerichteten hunden mit deren hilfe die flüchtlinge wieder eingefangen wurden. zurück auf der fazenda wurde ihnen ein F für fugitivo auf die wange gebrannt.


Schon bald nachdem die afrikanischen Sklaven ins Land gekommen waren, entstanden die ersten Quilombos. Nicht alle wollten sich widerstandlos in die Knechtschaft ergeben. Die grössten und berühmtesten Quilombos, sind sicher die von Palmares mit ihrem wichtigsten Anführer Zumbi, der heute einer der Helden des brasilianischen movimento negro ist. Sein Todestag, der 20. November wird jedes Jahr als Dia da Consciência Negra, gefeiert.
Während der holländischen Besatzungszeit (1630-1654) wurden Truppen, zum grossen Teil bestehend aus kriminellen Weissen, Indios und befreiten Sklaven zusammen gestellt, um gegen diesen Staat im Staat zu kämpfen. Aber die Palmarinos waren äusserst geschickte Guerilla-kämpfer. Sie verteidigten jahrzehntelang die militärische Zerstörung der Quilombos erfolgreich.
Der Ausbruch des portugiesisch-holländischen Krieges 1624 begünstigte die Flucht ins Hinterland von Bahia und Recife. Dort entstanden immer mehr und immer grössere Refugien der geflüchteten Sklaven. Die Quilombos waren gut organisiert und hatten Entscheidungsträger an ihrer Spitze. Sie bebauten ihre Felder mit Mais, Bohnen, Maniok und Zuckerrohr, jagten und fischten. Ein von den Fazendabesitzern eingeschleuster Spion soll bei seiner Rückkehr gesagt haben: „Tudo era de todos e nada de ninguém.“

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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon poersi » Fr 18. Jul 2008, 19:08

Du hast es gemacht, Amarelina. Super- mach weiter. Ist toll zu lesen.
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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon amarelina » Mo 21. Jul 2008, 06:35

Teil II

João war ein stiller mann, der so unauffällig wie möglich sein leben leben und sein winziges stückchen land, das er zugeteilt bekommen hatte, in seiner knappen freizeit beackern wollte. er hatte sich eine frau genommen und sich einer der vielen von den sklavenherren geduldeten bruderschaften angeschlossen, wo er schutz und raum und trost fand bei den gottheiten aus seiner fernen heimat. João würde seinen kindern von seinem land erzählen, seine erinnerungen würden sich mit der zeit verwischen, aber er würde nie den namen vergessen, den ihm seine mutter gab.
dique do tororó 4.jpg
dique do tororó 4.jpg (77.18 KiB) 1100-mal betrachtet

Dique do Tororó, der künstliche See mitten in Salvador im Stadtteil Graça mit seinen sechs, vier Meter grossen, nachts beleuchteten Götterfiguren.
Auf diesem See wird jedes Jahr um Ostern herum auf drei schwimmenden Bühnen die Leidensgeschichte von Jesus Christus aufgeführt und auf riesige Leinwände übertragen. Man muss nicht religiös sein, um das Spektakel sehenswert zu finden, der Eintritt ist für jedermann frei.
oxumaré no dique.jpg
oxumaré no dique.jpg (63.05 KiB) 1098-mal betrachtet

Oxumaré ist der Gott des Regenbogens. Sechs Monate im Jahr ist er ein Mann und sechs Monate im Jahr eine schöne Frau. Sein Symbol ist die Schlange. Dienstag ist sein Tag, seine Farben sind Grün und Gelb.
Die afrikanischen Gottheiten sind die Hüter der menschlichen Existenz. In Brasilien werden heute nur noch um die 20 Götter verehrt, viele sind in Vergessenheit geraten.

Die Fazendaherren und die katholische Kirche glaubten, es ginge in diesen Bruderschaften hauptsächlich um die katholische Erziehung und die Integration in die europäische Zivilisation. In Wahrheit waren diese Bruderschaften eine starke Gemeinschaft von Männer- oder Frauenbünden derselben Ethnie, um ihre Sprachen zu sprechen, ihre Musik und ihre Tänze auszuüben und ihre Lieder zu singen. Kurz sich ihrer Identität als Volk mit einer eigenen hochentwickeltern Kultur zu erinnern und ihre Bräuche und Riten zu festigen und sich Freiräume im Alltag zu erobern. Sie organisierten Feste und Umzüge, Nachbarschaftshilfe bei Unfällen oder im Alter, sie halfen bei Genehmigungen für den Kleinhandel mit Erzeugnissen aus Ackerbau, Viehzucht und Fischfang.
Noch weit bis in die 40er Jahre unter Präsident Getúlio Vargas waren Kulthandlungen verboten, die casas, also Tempel des Candomblé brauchten eine polizeiliche Genehmigung, um ihre Rituale durchführen zu dürfen. Der älteste Tempel in Salvador ist die casa branca, gegründet von drei Schwarzen, der Ethnie der Nagô in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die casa branca wurde 1982 als erster Terreiro von der Stadtverwaltung geschützt.
Es gibt heute in Salvador (wieder) tausende Terreiros, Kultstätten des Candomblé. Sie werden hauptsächlich von den überaus respektierten und geachteten Frauen, den Mãe de Santos, geführt und verwaltet. Die Mãe de Santos verstehen sich auch als Beraterinnen in schwierigen Lebenslagen und bei wichtigen Entscheidungen, sie sind Streitschlichterinnen und sie geniessen einen hohen sozialen Status.
Wer mit offenen Augen durch die Strassen von Salvador geht, kann hier und da an einer Kreuzung oder am Strassenrand versteckt unter einem Busch eine Schale mit etwas Reis oder Quiabogemüse entdecken. Traditionelle Speisen für die Götter. Eine weisse Fahne auf einem Hausdach oder weisse Tauben, die in ein Haus ein- und ausfliegen bedeutet in der Regel, dass sich dort ein Terreiro befindet.
Es ist beeindruckend wie sich über die Jahrhunderte hinweg und auch in den Jahren der Verfolgung und der Lächerlichkeit preisgegebenen afrikanischen Bräuche und Traditionen so lebendig erhalten haben. Aufgrund der besonderen Situation im Nordosten des Landes sicher intensiver als im Süden und Südosten, aber auch dort bestimmt spürbar und auffindbar für Leute, die sich ehrlich dafür interessieren.
Die Afrobrasilianer haben ihr Wissen lange versteckt gehalten und tun es noch. Ihr Misstrauen gegenüber Weissen war nicht ohne Grund und auch heute noch kann keiner, der nicht ausdrücklich eingeladen wurde, einfach so in ein Terreiro marschieren. Auch wenn Touristen an einer Candomblé-Zeremonie als Gäste teilnehmen dürfen, wird verlangt, dass sie sich an gewisse Regeln halten. Weisse Bekleidung, respektvolles Verhalten und vielerorts darf nicht fotografiert werden.
Einer der bekanntesten und vielleicht der erste weisse Eingeweihte war Pierre Verger 1902-1996. Eine eindrückliche permanente Fotoausstellung befindet sich in der Galerie Pierre Verger, in der öffentlichen Bibliothek im Stadtteil Barris von Salvador.

Im Stadtteil Liberdade, einem der „schwärzesten“ Viertel von Salvador entstand in den 1970er Jahren der erste Bloco Afro, Ilê Aiyê und nahm am Karneval teil. Diesem Bloco wurde Rassismus vorgeworfen, weil nur Schwarze aufgenommen wurden. Vovô, einer der Gründer des Bloco Ilê Aiyê sagte dazu: „Die Weissen wollen nicht zu uns, um sich einzugliedern. Sie würden nie in einem Bloco mitmachen, der wenig Erfolg hat. Sie wollen in einem Bloco sein, der im Fernsehen erscheint.“ (Zitat aus: Anders reisen rororo 1992)

Eine Welle eines neuen starken Selbstbewusstsein der Schwarzen und ihren afrikanischen Wurzeln hatte begonnen und ihr Vorbild war die Black Power-Bewegung in den USA. Die Modeströmungen der Hippiejahre, Afro-frisuren, Schlaghosen, Plateausohlen, waren die äusseren sichtbaren Zeichen einer erstarkenden Rückbesinnung auf die reiche Kultur ihrer afrikanischen Ahnen.
Der sicher weltweit berühmteste Bloco Afro ist Olodum, gegründet 1979. Der Name stammt aus der Yoruba-Sprache und gemeint ist Olodumaré, der höchste der Yoruba Gottheiten. Andere bekannte Blocos sind Timbalada, gegründet von Carlinhos Brown, Malê Debalê vom Stadtteil Itapoan, Ara Ketu und viele mehr. Alle diese Blocos Afro sind auch sozial, kulturell sehr engagiert und beweisen einen grossen Idealismus. Unzählige Kinder aus den unteren sozialen Schichten werden unterrichtet in Tanz, Theater, Rhythmus, Capoeira.
Jeder Tourist, der im Mercado Modelo ein Souvenir kaufen möchte, hat die Möglichkeit eines der vielen Projekte zu unterstützen, in dem er ein Produkt aus einer der Werkstätten von Olodum kauft oder am Largo de Pelourinho in der Boutique von Olodum, wo ebenfalls unzählige Dinge wie T-Shirt, Taschen, Hüte, Schuhe usw verkauft werden.

zum schluss dieser ganz sicher sehr unvollständigen zusammenfassung der afro-brasilianischen kultur, noch einige persönliche gedanken.
mich hat von anfang an Salvador, die „schwärzeste“ stadt von Brasilien fasziniert, weil ich mich von dieser kultur, wo die grenzen sich verwischen, angezogen fühlte. gerade diese einzigartige mischung aus diesen drei so völlig verschiedenen Kulturen, der afrikanischen, der indianischen und der europäischen macht diese stadt und den unbestreitbaren einfluss in die brasilianische gesellschaft so einmalig.
nie habe ich etwas schöneres gesehen, als eine Baiana in ihren riesigen reifröcken, weiss wie schnee, die geheimisvollen holzfiguren, die böse geister abwehren sollen. die majestätischen Königsstühle mit geschnitzten löwenfüssen. wände von oben bis unten tapeziert mit kunstvollen holzpaneelen, die ganze Geschichten erzählen. wackelige barracas mit hunderterlei rindenstücke, kräuterbündel und blätter, gegen jede erdenkliche krankheit des körpers und der seele. aber dann auch wieder unvermittelt an einer kreuzung oder in einem durchgang von strasse zu strasse, eine fensternische mit kitschig gold- und silberfarben bemalten katholischen heiligenfiguren, liebevoll gepflegt und sauber gehalten.
nie habe ich etwas schöneres gesehen, als eine bateria von jugendlichen trommlern im Pelourinho, wie sie angeführt von ihrem dirigenten die kompliziertesten rhythmen trommeln, jeder einzelne von ihnen ein künstler. das ist pure lebensfreude, pure positive energie.
axé eben!


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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon 1708 » Mo 21. Jul 2008, 19:45

SEHR SEHR SCHÖN!!! DANKE
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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon dietmar » Mo 21. Jul 2008, 22:39

Amarelina, ich finde es es total klasse. Ich hoffe mal, da kommen 2 Dutzend Teile vom jeweils der bereits veröffenntlichten Länge bei raus ... es mal ausführlich zu lesen und nicht nur immer die gleichen dreizeiligen Zusammenfassungen vorgesetzt zu bekommen, macht eindeutig Lust auf mehr - auf viel mehr ....
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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon amarelina » Di 24. Feb 2009, 09:24

bei der beschreibung dieser kleinen auswahl von den paar wichtigsten afrobrasilianischen gottheiten habe ich bewusst auf die sinkretisierung verzichtet. heutzutage brauchen sich die afrobrasilianischen götter nicht mehr hinter christlichen heiligenfiguren zu verstecken.

aus technischen gründen, besteht der beitrag aus 3 teilen


exú.JPG


Exú: er ist der hüter der tempel, der häuser, der städte und ihrer bewohner
begrüssung: Laroê Exú
seine namen sind Exú-Elegba, Exú-Alaketo
sein tag ist der Dienstag
seine farben sind rot schwarz
er herrscht über die männlichkeit und sein werkzeug ist der dreizack

logunede.JPG


Logunede: er ist der herrscher der Wälder, eine hälfte des jahres ist er ein mann und eine hälfte des jahres eine frau
er ist der sohn von Oxóssi und Oxum
begrüssung: Lossi, Lossi, Logun
seine namen sind Logun, Congobila
seine tage sind Samstag und Donnerstag
seine farben sind türkis und gelb
er herrscht über die wälder und die wasserfälle
sein metall ist das Messing, er trägt den spiegel, die kugel und den pfeil

naná.JPG


Nanã: sie ist die hüterin des lebens und des todes
begrüssung: Saluba
ihre namen sind Nanã Burucu
ihr tag ist der Samstag
ihre farbe ist lila
sie herrscht über die wasser der sümpfe

obá.JPG


Obá: die Kriegerkönigin
begrüssung: Obá Xirê
ihr name ist Obá
ihr tag ist der Samstag
sie herrscht über die wasserfälle, ihr metall ist kupfer
ihre werkzeuge sind der speer und der schild

ogum.JPG


Ogum: der gott des krieges und der wege
begrüssung: Ogunyiê
seine namen sind Gun, Sumbo, Mutacalombo
sein tag ist der Dienstag
seine farbe ist dunkelblau
er herrscht über den krieg und die wege, sein metall ist eisen
sein werkzeug ist das eisenschwert
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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon amarelina » Di 24. Feb 2009, 09:33

omulú.JPG



Omulú: er ist der führer des todes und der herr über das erdinnere
begrüssung: Atôtô
seine namen sind Obaluaiê, Xampanã
sein tag ist der Montag
sein farben sind weiss, schwarz und rot
er herrscht über gesundheit und krankheit

ossain.JPG


Ossain: er ist der herr über die magischen quellen
begrüssung: Eu Eô
seine namen sind Ossanha, Ossanhê, Catende
sein tag ist der Samstag
seine farbe ist grün
er herrscht über die kräuter und die medizin
sein werkzeug sind sieben eisenstangen mit einer taube in der mitte

oxalá-oxaguian.JPG


Oxala – Oxaguian: der grosse gott des himmels, seine persönlichkeit ist tolerant und ausgewogen
begrüssung: Epa Baba Exe ê
sein name ist Oxaguian
sein tag ist der Freitag
sein farbe ist weiss
er herrscht über das universum und seine metalle sind Zinn, Silber und Platin
sein werkzeug ist das schwert

oxóssi.JPG


Oxóssi: der könig der wälder und herr über tiere und pflanzen
begrüssung: Okê, Arô
seine namen sind Ibualamo, Gogobira
sein tag ist der Donnerstag
sein farben sind grün und blau
er herrscht über die wälder und die jagd und sein metall ist das Messing
sein werkzeuge sind pfeil und bogen

oxum.JPG


Oxum: meerjungfrau und mutter des reichtums und der liebe
begrüssung: Ora Yeyê
ihre namen sind Aziri, Iyalode
ihr tag ist der Samstag
ihre farbe ist goldgelb
sie herrscht über die wasser der flüsse und ihr metall ist das Messing
ihr werkzeug ist der speer
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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon amarelina » Di 24. Feb 2009, 09:42

oxumaré.JPG


Oxumaré: er ist der herr der bewegung und verkünder des regens
begrüssung: Arro Bo Boi
seine namen sind N'Tyana, Dambalah
sein tag ist der Dienstag
seine farben sind die farben des regenbogens
er herrscht über den regenbogen und die schlange
sein werkzeug ist eine eisenschlange

xangõ.JPG


Xangõ: er ist der herr der gerechtigkeit, der blitze und des donners
begrüssung: Kawo, Kabiesilé
seine namen sind Sogbo, Kibuco
sein tag ist der Mittwoch
seine farben sind rot und weiss
er herrscht über das feuer und die gerechtigkeit
sein werkzeug ist die doppelaxt

yansã.JPG


Yansã: sie ist die göttin der winde und der stürme, sie ist impulsiv und kriegerisch und sie ist auch die göttin der abenteuer und der leidenschaft
begrüssung: Eparrei, Yansã
ihre namen sind Oiá Yansã, Matamba
ihr tag ist der Mittwoch
ihre farben sind rot und schwarz
sie herrscht über regen, winde und stürme und ihr metall ist Kupfer
ihr werkzeug ist der dolch

yemanjá.JPG


Yemanjá: die grosse mutter des wassers und der mehrheit der götter und die hüterin der heimstätten
begrüssung: Odoiyá
ihre namen sind Dandalunda, Pandá
ihr tag ist der Samstag
ihre farben sind weiss und hellblau
sie herrscht über die meere und das fischereiwesen, ihr metall ist das Silber
sie trägt einen silbernen fächer

die bilder stammen alle von postkarten von http://www.paubrasilis.com

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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon Sambi » Di 24. Feb 2009, 10:07

Liebe Amarelina,
es ist immer wieder wundervoll von Dir zu lesen!!!
Vielen Dank =D> =D> =D>
Liebe Grüße
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Re: kleiner überblick über die afrobras. geschichte Teil I

Beitragvon ManausTip » Di 24. Feb 2009, 12:31

Para bems. echt Klasse dein Beitrag. Das ist das Forum so wie ich es mir wünsche und nicht die Schlammschlacht von den letzten Tagen. =D> =D> =D> .
Mit Leuten wie dir würde es nur Spaß machen jeden Tag hineinzuschauen.
Mach weiter so
www.pousada-manaus.de
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