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Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon tartaruga » Mi 28. Feb 2007, 00:18

Hallo Brasilia,
ich bin vor 4 Jahren nach Brasilien, ohne Sprachkenntniss, ohne blassen Schimmer von der Tourismussbranche, habe mir eine Pousada gekauft und einfach losgelegt. Behoerdengaenge stets mit Geduld und Freundlichkeit erledigt. Keine groesseren Probleme gehabt. Hatte und habe auch keinen Anwalt. Wenns schwierig wird erledigt das mein Contador. Viel und hart gearbeitet. Heute laueft die Pousada nahezu von allein. Selbst in der Hauptsaison habe ich viel Zeit mich um meine kleine Tochter und um meine Freunde zu kuemmern. Geld um gut zu leben kommt genug rein.
Der Wert der Pousada hat sich vervierfacht. Reich werde ich sicher nie.
Ausser ich verkaufe. Aber das kommt zur Zeit nicht in Frage. Sicherlich habe ich einfach nur unverdient viel Glueck gehabt. Da jedoch so oft nur von Problemen zu lesen ist, sollte auch einmal etwas positives zu berichten sein. Sicherlich werden die meisten scheitern, aber was ist ein Traum noch wert den man zulange trauemt ? Ich war in Deutschland totunglueklich, depresiv und selbstmordgefaerdet. Heute bin einfach nur gluecklich.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Severino » Do 1. Mär 2007, 16:38

Gratuliere Tartaruga.
Freut mich, dass es für Dich geklappt hat. Jedoch sollte jeder wissen, dass Deine Geschichte eher die Ausnahme ist.
Ausschlaggebend für den Erfolg einer neuen Pousada ist zunächst die Lage. Dann die Verbindungen, die man zum Tourismus aufbauen kann oder schon hat und schlussendlich ein grosser Arbeitseifer. Millionär wird man auch nicht. Aber es geht. Da stimmst Du mir sicher zu.
Oft kommen jedoch frustrierte Aussteiger nach Brasilien, die vom Land keine Ahnung haben. Dann vertrauen sie auf Landsmänner, die ja schon alles kennen. Das geht dann eben meist in die Hose....
Aber ich bin davon überzeugt, dass genau dieses "Unvorbereitet sein" gepaart mit dem Druck etwas erreichen zu müssen einen wesentlichen Anteil daran haben, dass es klappt. Viele schaffen das nämlich nicht und fangen an zu jammern.....
Gratuliere natürlich auch Roman3 und wünsche weiterhin viel Erfolg.
Achja: Danke für einen positiven Beitrag. Die waren in letzter Zeit ja wirklich selten....
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Beitragvon Lemi » Do 1. Mär 2007, 17:08

Severino hat geschrieben:Gratuliere Tartaruga.
Freut mich, dass es für Dich geklappt hat. Jedoch sollte jeder wissen, dass Deine Geschichte eher die Ausnahme ist.


Also ich kenne sehr viele Deutsche, die hier in Brasilien Fuss gefasst haben und denen es gut geht. Die "Versager" sind meiner Meinung nach eher die Ausnahme.

Es geht auch den Wenigsten darum, hier ne Million zu scheffeln. Einfach nur normal arbeiten gehen und am Monatsende soviel Geld verdient haben, dass man die Familie ernähren, auch mal in den Urlaub fahren und vielleicht auch noch ein paar Reais zurücklegen kann ... das ist doch schon ok.

Ob man das als Angestellter oder Selbstständiger macht, ist gewiss ein Unterschied, da ein Selbstständiger sein Kapitaleinsatz riskiert. Ein Angestellter kann aber in Brasilien auch von einem Tag auf den anderen auf der Strasse sitzen und bekommt nix vom Staat. Der "worst case" ist also fast identisch. Aber wie schon gesagt, tritt der nicht automatisch bei jedem auch ein. Ich kenne keine Statistiken, aber glaube gesehen zu haben, dass es die meisten Deutschen hier schaffen (indem sie fleissig "schaffen" :idea: )
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Beitragvon Severino » Do 1. Mär 2007, 17:25

Oi Lemi,

ich bezog das nicht auf Deutsche, sondern auf die Pousada-Betreiber (bezüglich der erfolgreichen Ausnahme). Dass Du die "Gescheiterten" gar nicht kennen kannst ist ja klar. Wenn die gescheitert sind, dann gehen sie nämlich ins Hartz 4 Land zurück...
Nein, im Ernst: Fahr Mal von Rio nach Recife der Küste lang und mach eine Strichliste von stillgelegten Pousadas, die von verträumten Aussteigern gebaut wurden. Das meinte ich.
Trotzdem hat ein Deutscher sicher die besseren Chancen, als ein Brasilianer, der so eine Pousada aufmachen würde. Denn von all den Brasilianern, die ich kenne (mal vorrausgesetzt sie könnten das auch finanzieren), würde vermutlich keiner das schaffen, was roman3 und tartaruga gemacht haben. Es fehlt schlichtwegs am Fleiss. Dazu kommt die jahrelange Erfahrung des "es geht schon irgendwie" und "für heute habe ich ja genug". Das steht bei sowas halt im Weg....
Und was anderes hast Du noch wirklich gut formuliert:
Einfach nur normal arbeiten gehen und am Monatsende soviel Geld verdient haben, dass man die Familie ernähren, auch mal in den Urlaub fahren und vielleicht auch noch ein paar Reais zurücklegen kann ... das ist doch schon ok.
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Beitragvon mikelo » Do 1. Mär 2007, 17:32

Zitat:
Einfach nur normal arbeiten gehen und am Monatsende soviel Geld verdient haben, dass man die Familie ernähren, auch mal in den Urlaub fahren und vielleicht auch noch ein paar Reais zurücklegen kann ... das ist doch schon ok.



genau das ist es, deswegen bin ich hier---und bleibe es auch.
den es gibt nichts schoeneres
Zuletzt geändert von mikelo am Do 1. Mär 2007, 17:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Lemi » Do 1. Mär 2007, 17:33

Severino hat geschrieben:Oi Lemi,

ich bezog das nicht auf Deutsche, sondern auf die Pousada-Betreiber (bezüglich der erfolgreichen Ausnahme). Dass Du die "Gescheiterten" gar nicht kennen kannst ist ja klar. Wenn die gescheitert sind, dann gehen sie nämlich ins Hartz 4 Land zurück...


Naja klang halt so, als ob es um deutsche Aussteiger ginge ...

Severino hat geschrieben:Nein, im Ernst: Fahr Mal von Rio nach Recife der Küste lang und mach eine Strichliste von stillgelegten Pousadas, die von verträumten Aussteigern gebaut wurden. Das meinte ich.


Den grössten Teil der Küste kenne ich ganz gut. Soviele stillgelegte ?Pousadas sind mir da nicht aufgefallen. Natürlich machen viele Pousadas in der Nebensaison zu, aber die meinst du sicher nicht.

Severino hat geschrieben:Es fehlt schlichtwegs am Fleiss. Dazu kommt die jahrelange Erfahrung des "es geht schon irgendwie" und "für heute habe ich ja genug". Das steht bei sowas halt im Weg....


Ja genau. Das meinte ich auch damit als ich schrieb, dass es nur die schaffen, die "schaffen". :wink:
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Beitragvon Tudacudaduda » Do 1. Mär 2007, 18:16

Seebaer hat geschrieben:... aber es wird halt immer gemeckert, dass ist das grosse Problem in Deutschland.


Und zwar von solchen Leuten wie dem Initiatoren des Threads. Er meckert über die Meckerer in Deutschland und schreibt im nächsten Satz, daß er noch stundenlang über Deutschland weitermeckern könnte. :lol: Sein Problem ist aber: Vor sich selbst kann er schlecht fliehen.
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Beitragvon Lemi » Do 1. Mär 2007, 18:41

Seebaer hat geschrieben:... aber es wird halt immer gemeckert, dass ist das grosse Problem in Deutschland.


Meckern muss nicht unbedingt als schlechte Eigenschaft gesehen werden. Meckern heisst eigentlich nichts anderes als Kritisieren und wer nicht kritisiert, ist m.E. ignorant, unwissend oder wiegt sich in Selbstzufriedenheit. Alles keine besonders netten Eigenschaften, oder?
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Brasi

Beitragvon vicios-brasileiros » Fr 2. Mär 2007, 10:42

Lemi hat geschrieben:
Severino hat geschrieben:Gratuliere Tartaruga.
Freut mich, dass es für Dich geklappt hat. Jedoch sollte jeder wissen, dass Deine Geschichte eher die Ausnahme ist.


Also ich kenne sehr viele Deutsche, die hier in Brasilien Fuss gefasst haben und denen es gut geht. Die "Versager" sind meiner Meinung nach eher die Ausnahme.

Es geht auch den Wenigsten darum, hier ne Million zu scheffeln. Einfach nur normal arbeiten gehen und am Monatsende soviel Geld verdient haben, dass man die Familie ernähren, auch mal in den Urlaub fahren und vielleicht auch noch ein paar Reais zurücklegen kann ... das ist doch schon ok.

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geb dir jetzt mal einfach 1000% recht. Wenn man das schafft hat man das Gleiche wie hier in Deutschland.

Gruß
VB
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Beitragvon Severino » Fr 2. Mär 2007, 11:39

geb dir jetzt mal einfach 1000% recht. Wenn man das schafft hat man das Gleiche wie hier in Deutschland.

Nein, das finde ich nicht. Ein Leben als Angestellter in Brasilien ist wesentlich härter, als in Deutschland. Dazu kommt kaum brauchbare Altersvorsorge bzw. akzeptables Gesundheitssystem. Auch 6 Wochen bezahlte Ferien ist in Brasilien wohl nicht machbar. Dazu kommt der gewaltige Zeitaufwand, den die Dinge des Alltags schon verlangen.
Wer sich jedoch eine Selbstständige Existenz in Brasilien aufbaut, für den ist es das Gleiche wie überall auf der Welt. Harte Arbeit. Da Europäer aber nicht gleich bei jedem Problemchen aufgeben, haben sie eben quasi kulturbedingt recht gute Chancen das auch zu schaffen. Vor allzu hohen Erwartungen an die Schnelligkeit oder bezüglich der Verdienstmöglichkeiten sei aber ausdrücklich gewarnt.
Gefährlich wird es aber eben oft für die Aussteiger mit der rosaroten Brille. Da geht es nicht mehr ohne Glück.
Bleibt als wesentlicher Unterschied wohl doch wieder nur das Wetter. Und das spricht ja eindeutig für Brasilien.
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