Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Itacare » Do 8. Okt 2015, 11:27

Deutschland ist so garstig und undiplomatisch, dass es nur zum beliebtesten Land der Welt reicht.
Da müssen wir noch gewaltig an uns arbeiten.
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Ralfou » Do 8. Okt 2015, 12:46

Nanana, wo bleibt denn jetzt Eure Kritikfähigkeit ;-).

Deutsche sind sehr direkt, was nicht nur in Brasilien, sondern auch in anderen Ländern wie Frankreich (das kann ich beurteilen, weil ich da 3 Jahre lang gelebt habe) oft als unhöflich, anstößig und verletzend empfunden wird. Man muss so nicht auftreten, um Erfolg zu haben. In anderen Ländern funktioniert es nun mal anders. Was wie und wo besser funktioniert sei dahingestellt, das kann niemand hier tatsächlich beurteilen. Aber wer sich schon in einem fremden Land aufhält, sollte es sich zur Tugend machen, sich den örtlichen Gegebenheiten anzupassen und das beste draus zu machen. Das ist nicht immer einfach. Und was man selber für freundlich hält, muss mein Gegenüber noch lange nicht genauso empfinden. Ich finde, wer mit dem brasilianischen Wesen nicht zurecht kommt, hat in dem Land einfach nichts zu suchen. Gilt für Touristen, Expats und halt auch für Unternehmen. Mit der Brechstange geht es jedenfalls nicht.

Ich mag den diplomatischen Weg tatsächlich lieber, Dinge durch die Blume zu sagen. Das ist nicht einfach, aber sozial verträglicher und höflicher. Das dann gleich verallgemeinernd mit Ignoranz gleichzusetzen ist typisch deutsch - weil wir die Diplomatie eben nicht gut können, ich will das gar nicht kritisieren und mich davon ausschließen. Und es ist immer einfacher, Kritikfähigkeit bei anderen einzuklagen, anstatt sie selbst zu liefern. Das merkt man bei vielen Diskussionen im Forum. Insofern sollten da die wenigsten den ersten Stein werfen.
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Itacare » Do 8. Okt 2015, 15:02

Oi Ralfou,

wenn ich anderen Beiträgen hier im Forum so entnehme, wie brasilianische Vorgesetzte mit ihren Untergebenen umspringen, liest sich das aber ganz anders!

Und, soll ich sinngemäß jemandem, der nach dem Weg fragt, sagen dass ich es nicht weiß, oder ihn auf den falschen Weg schicken, nur um nicht unhöflich zu sein?

In Nordeuropa ist eine Rechnung in der Regel eine Rechnung, je weiter südlich der Alpen ist es mehr so eine Art Preisvorschlag oder Verhandlungsbasis. Aber die kommen prima miteinander aus, bescheißt doch jeder so die anderen wie er selbst beschissen wird.
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Ruprecht » Do 8. Okt 2015, 15:06

Ich habe jetzt auch den Artikel ueber den "jeito" gelesen. Also, der Autor kann gut und unterhaltsam schreiben, und fuer eine tiefer gehende Betrachtung war natuerlich kein Platz. Was ich ueberhaupt nicht verstehe, ist die Bemerkung des Professors, man solle sich nach einem Gefallen nicht bedanken. Ist das in Rio so? Bei uns in Bahia jedenfalls nicht! Hier wird - Ausnahmen und Ruepel gibt es immer und ueberall - extrem darauf Wert gelegt, sich immer zu bedanken, selbst fuer Kleinigkeiten.
Der jeito ist ja wirklich nicht so einfach zu fassen. Eigentlich ist das Beispiel mit der Saftbar nicht so geeignet, weil der jeito sich ja dadurch auszeichnet, sich mit enfwaffnendem Charme an Vorschriften und Hindernissen vorbeizumogeln. Und die Methode in der Bar war ja eher der Vorschlaghammer. Manchmal dient der jeito aber auch nur zur Kontaktaufnahme - ein vermeintlicher Fehler oder faux pas, und schon ist man im Gespraech...
Ich will auch noch etwas zur "Diplomatie" sagen. Was mir hier aufgefallen ist - und mich oft an den Rand der Verzweiflung gebracht hat - ist, das "Rechthaben" einfach voellig out ist. Und das ist fuer unsere "deutschen Mentalitaeten" oft ein harter Brocken. Du kannst zehnmal vollkomen im Recht sein, wenn du darauf insistiert, stoesst du auf Unverstaendnis und Ablehnung. Du erreichst nur etwas, wenn du dich zuruecknimmst, dem anderen moeglicher Weise erstmal Recht gibst und dann -mit jeito - versuchst, vielleicht doch noch das zu erreichen, was du willst... Eine gute Schule, sein Ego ein bisschen zurueckzunehmen...
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon frankieb66 » Do 8. Okt 2015, 16:12

Ola Itacare,
Itacare hat geschrieben:Und, soll ich sinngemäß jemandem, der nach dem Weg fragt, sagen dass ich es nicht weiß, oder ihn auf den falschen Weg schicken, nur um nicht unhöflich zu sein?

das ist aber "typisch" fuer Brasilien (meiner Erfahrung nach allerdings im Sueden weniger stark ausgepraegt als z.B. in Rio (Nordosten kenne ich so gut)) und habe das selbst schon ein paar mal "getestet" (in meinen Anfangszeiten bin ich natuerlich auch oefter auf die Falschinformationen reingefallen :mrgreen: ), z.B. machte ich mir gelegentlich den Spass als ich mit Einheimischen unterwegs war (sagen wir, der oder die hiess "Ze Fulano") und fragte Passanten "onde fica a Rua Ze Fulano" (die es natuerlich nicht gibt, zumindest nicht dort wo ich fragte) ... und ganz ehrlich, es war immer so dass die 1. gefragte Person antwortete "hummm, acho nao sei, vou pensar ...", danach wurden andere Passanten "hinzugezogen" ... und prompt gab es dann Antworten aehnlich "acho que fica 2 blocos daqui ..." und prompt stimmten die anderen in den Chor der Ahnungslosen ein und "ah, agora lembro, fica ali mesmo ..." ....

Itacare hat geschrieben:In Nordeuropa ist eine Rechnung in der Regel eine Rechnung, je weiter südlich der Alpen ist es mehr so eine Art Preisvorschlag oder Verhandlungsbasis. Aber die kommen prima miteinander aus, bescheißt doch jeder so die anderen wie er selbst beschissen wird.

:D :D :D :D

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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Colono » Do 8. Okt 2015, 17:59

Ruprecht hat geschrieben: Was ich ueberhaupt nicht verstehe, ist die Bemerkung des Professors, man solle sich nach einem Gefallen nicht bedanken. Ist das in Rio so? Bei uns in Bahia jedenfalls nicht! Hier wird - Ausnahmen und Ruepel gibt es immer und ueberall - extrem darauf Wert gelegt, sich immer zu bedanken, selbst fuer Kleinigkeiten.

Wie in Gesamtbrasilien, gibt es besonders bei uns im Sueden an jeder Ecke Leute welche durch Gesten oder Kompetenz bei Dienstleistungen recht freundlich und hoeflich auftreten. Das hat mich mich schon bei meinem ersten Aufenthalt recht positiv ueberrascht.
Oft wirst du an einem Schalter bei Behoerden, im Restaurant oder im Geschaeft freundlich angelaechelt und behandelt. Das hat jetzt nichts mit dem Gringobonus zu tun. Bei mir in der Gegend faellt unsereins nicht besonders auf so lange man nicht zuviel sagt. Es erwartet hier fast keiner ein Muito Obrigado als Gegenleistung. Wenn man es trotzdem sagt, blicken die Leute ueberrascht zu einem auf und machen ein erfreutes Gesicht. :D
Es gibt oftmals Situationen in Brasilien die uns Deutsche zur Weissglut bringen wenn etwas lange dauert. Der durchschnits-Brasilianer steckt das gelassen weg. Keep Calm, calma. Jeder moechte seine gute Kinderstube vorzeigen. Wenn man sich beschwert wird man allzuleicht als Querulant bzw. Baraceiro angesehen.
so wie wir Deutsche von Auslaendern forderen sich an die Gepflogenheiten unseres Landes anzupassen, sollten wir das in Brasilien ebenfalls tun. Hin und wieder schaeme ich mich selber wenn ich einem Touristen aus versehen eine Ampel zuwenig in der Wegbeschreibung mit gab. :oops:
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Trem Mineiro » Do 8. Okt 2015, 18:02

Ralfou hat geschrieben: Nanana, wo bleibt denn jetzt Eure Kritikfähigkeit ;-).

Wo ist die uns denn abhanden gekommen, wirk üben doch Kritik. Du meinst wahrscheinlich die Leidensfähigkeit, blöde Kritik zu ertragen.

Ralfou hat geschrieben: Deutsche sind sehr direkt, was nicht nur in Brasilien, sondern auch in anderen Ländern wie Frankreich (das kann ich beurteilen, weil ich da 3 Jahre lang gelebt habe) oft als unhöflich, anstößig und verletzend empfunden wird. Und was man selber.

Warum soll die deutsche Direktheit ein Nachteil sein, zumindest spart man Zeit. Nicht alles was Deutsch ist ist negativ. Was du da in Frankreich praktiziert hast, muss was anderes gewesen sein, dass man das als unhöflich, anstößig und verletzend empfunden hat, dazu sollte man von ein paar Deutschen, die sich nicht benehmen können, nicht auf ein ganzes Volk schimpfen. Tun die Franzosen auch nicht. Ich habe länger in Frankreich gelebt und gearbeitet und habe ehr das das Gefühl gehabt, die Deutschen sind wohl gelitten.
Und auch Brasilianer fanden meine Direktheit auf der Technischen Seite ganz angenehm, man muss ja nicht übertreiben.

Ralfou hat geschrieben: Was man selber für freundlich hält, muss mein Gegenüber noch lange nicht genauso empfinden.

Und wonach soll man sich da richten, nach irgendeinem Welt-Durchschnittsgeschmack. Das ist was für Leute, die selber nicht merken was sie machen, ich merke das schon, auch wenn ich Scheißex gebaut habe. [/quote]

Ralfou hat geschrieben: Ich finde, wer mit dem brasilianischen Wesen nicht zurecht kommt, hat in dem Land einfach nichts zu suchen. Gilt für Touristen, Expats und halt auch für Unternehmen.

Und warum machst du den Brasilianer zum Maß aller Dinge, was zeichnet die so gegenüber Eskimos oder Chinesen aus. Ich musste in meiner Zeit, in der ich beruflich durch die ganze Welt gereist bin mit so vielen Leuten, oft auch privat auskommen und hab das geschafft. Und ich meine, dass Brasilianer da schon je nach Gesellschaftsschicht eine besondere Art darstellen.
Wer nicht mit Brasilianern klarkommt, braucht sich da keine Gedanken zu machen. Wer mit Brasilianer klarkommen muss (z.B. als Expat auf Baustellen) ist schon vom Schicksal bestraft und verdient eine Extra-Prämie.
Ich bin ja so ein Expat, in erster Linie hab ich mit dem Vertrieb zu tun und hab ganz normal gemerkt, dass es solche und solche Brasilianer gibt (wie auch Deutsche). Das Verallgemeinern ist da nicht so mein Fall. Und irgendwie hab ich mich durch die komplizierte Mentalität der Brasilianer durchgemogelt, was bei der oberen Mittellschicht, die meist meine Gesprächspartner waren, halbwegs gelungen ist. Chinesen oder Koreaner sind da viel komplizierter, weil sie meist nicht fair sind (oder sein wollen)
Wo beziehst du dein Urteil über deutsche Unternehmen im Ausland her? Bist du Repräsentant oder Opfer oder schließt du das aus der aktuellen VW-Affäre. Und Unternehmen, die in Brasilien nicht klar kommen, ziehen sich zurück. Da ist es lächerlich, das du denen sagen willst, dass sie in Brasilien nichts zu suchen haben.

Ralfou hat geschrieben: Ich mag den diplomatischen Weg tatsächlich lieber, Dinge durch die Blume zu sagen. Das ist nicht einfach, aber sozial verträglicher und höflicher. Das dann gleich verallgemeinernd mit Ignoranz gleichzusetzen ist typisch deutsch - weil wir die Diplomatie eben nicht gut können, ich will das gar nicht kritisieren und mich davon ausschließen. Und es ist immer einfacher, Kritikfähigkeit bei anderen einzuklagen, anstatt sie selbst zu liefern. Das merkt man bei vielen Diskussionen im Forum. Insofern sollten da die wenigsten den ersten Stein werfen.


Da hast du aber jetzt den großen Rundumschlag getan, auch das Forum und die bösen User bekommen da ihr Fett weg. So pauschal? Trau dich doch zu sagen, wen du meinst.
Ich glaube, die meisten Menschen mögen den diplomatischen Weg, nicht nur du. Den Deutschen (typisch)oder den Foristen gleich Ignoranz oder fehlende Diplomatie vorzuwerfen ist völlig unbegründet. Ich weis nicht wo du das hernimmst.
Bei fast allen Beispielen hier kommt doch die Sorge um Brasilien und ein gewisses Verständnis für brasilianische Situation und Eigenheiten zum Ausdruck.

Und das mit dem ersten Stein werfen hast du irgendwo abgeschrieben, großes Theater.

Den Beitrag vom Strandreporter finde ich vollkommen daneben und auch in seinen Schlüsse realitätsfremd.
Wenn der Service schlecht ist, nimmt der Brasilianer das auch zur Kenntnis und meckert. Wenn er allerdings nur den Kellner als Ansprechpartner hat, weiß er, dass es nichts nützt, da dieser in der Regel nicht verantwortlich ist und nur zustimmend die Schulter zucken wird. Ist der Chef da, bekommt dieser schon die Kritik zu hören, nur ist der nie da oder lässt sich verleugnen.
Geht es um das Verhalten des Angestellten und man beschwert sich direkt beim Chef wird der Angestellt meist vor allen Ohren gemaßregelt (auch wenn er nix dazu kann) Und spurt er nicht, wird auf die Schlange vor der Hintertür hingewiesen, die seinen Job haben wollen.
So geht es auch in mittleren und großen Firmen zu, da herrscht oft noch der Kasernenhof-Ton. Das sind ja keine unpersönlichen Kapitalgesellschaften sondern sehr oft steht da der Chef und Eigentümer einer großen Firma dahinter und der entscheidet wie ein kleiner Gott. Das kann man mit D und dem Betriebsrat nicht vergleichen.
Ds Problem der Kritik in Brasilien ist, dass es schwer ist, sie an der richtigen Stelle loszuwerden. Mehr Kritik würde vieles in Brasilien ändern. Leider hat der brasilianische Unternehmer mehr den schnellen Real im Auge und nicht die langfristige Kundenbindung. Auch in der Politik hapert mit der Kritik. Ich hab aber das gefühl, dass viele Brasilianer gar keine Veränderungen wollen.

Ansonsten gilt für einen Gast, dass er sich höflichst anpassen sollte, aber es gibt auch Grenzen, die man halt ausloten sollte, auch in Brasilien. Und wem es dort nicht gefällt, kommt halt nicht wieder, es gibt noch andere schöne Ziele auf der Welt :D .

Gruß
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das mit dem "nach dem Weg fragen" ist eine oft gemachte Erfahrung in Minas. Du fragt 3 Leute nach der Entfernung (30 km) zu einem Ziel und bekommst vier Antworten: 5 km, 20km, 35 km und ein mineirisches "a li"
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Itacare » Do 8. Okt 2015, 21:24

Man kann 20 x was geduldig erklären und sich die Gegenargumente anhören. Wenn es dann keinen logischen Ausweg mehr gibt, heißt es, ja das macht ihr in Deutschland vielleicht so, aber Brasilien ist eben anders, basta.
Was schert es mich, wenn ich dort in Urlaub bin, lachen, saufen, fressen, oberflächlicher smalltalk, keinen beleidigen, wozu denn, wenn es ans Eingemachte geht, steigen die bei den meisten Themen sowieso aus.
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Colono » Do 8. Okt 2015, 21:48

frankieb66 hat geschrieben:
Itacare hat geschrieben:Und, soll ich sinngemäß jemandem, der nach dem Weg fragt, sagen dass ich es nicht weiß, oder ihn auf den falschen Weg schicken, nur um nicht unhöflich zu sein?

das ist aber "typisch" fuer Brasilien (meiner Erfahrung nach allerdings im Sueden weniger stark ausgepraegt als z.B. in Rio (Nordosten kenne ich so gut)) und habe das selbst schon ein paar mal "getestet"

Dazu fällt mir noch was ein. Ich glaub ich habs schon mal erzählt Frank.

Im Rahmen unseres Umzugs haben wir uns mit unserer Elch-Klasse nebst Anhänger (die Karre machte damals noch mehr her) zum Pelourinho verfahren. Als ich einen Taxifahrer nach dem Weg zur BR fragte, meinte er wir sollen ihm einfach nachfahren. Er hat uns damals gekonnt durch Salvador gelotst. Als ich dann am Ausgang der Stadt was fūr den Sprit beisteuern wollte, das hatte er abgelehnt. "Não precisa, boa viagem".
- Brasilianer nennen das Gentileza, Liebenswūrdigkeit.
Der Ausdruck im Deutschen mit der Zeit abhanden gekommen.

LG
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Re: Kolumne "Strandreporter" in der Zeit

Beitragvon Itacare » Do 8. Okt 2015, 22:02

Colono hat geschrieben:... Als ich einen Taxifahrer nach dem Weg zur BR fragte, meinte er wir sollen ihm einfach nachfahren. Er hat uns damals gekonnt durch Salvador gelotst. Als ich dann am Ausgang der Stadt was fūr den Sprit beisteuern wollte, das hatte er abgelehnt. "Não precisa, boa viagem".


Das gleiche habe ich in Kuala Lumpur erlebt. Mit dem Unterschied, dass unser Lotse einen Roller fuhr und ein sehr heftiger Platzregen runterkam. Der fuhr unbeirrbar weiter.
Aber selbst auch schon hier mit 2 Engländern praktiziert, die ihr Hotel nicht mehr fanden. Waren aber einfachere Bedingungen, ich fuhr keinen Roller. :mrgreen:
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