Kommentar auf Backpacker-Thread

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Gast » Do 10. Nov 2005, 22:13

Tja, jetzt habe mir das alles durchgelesen und darüber nachgedacht.

Jetzt werden die alten Kamellen hervorgeholt, kluge Leute zitiert, Meinungen ausgetauscht.

Die Frage reduziert sich langsam auf:

Wo soll ich leben? (wenn ich schon Auswahl habe) - Deutschland oder Brasilien?

Die einen sagen, es ist deine moralische Verpflichtung, wenn du die Möglichkeit hast in Deutschland zu leben, auch in Deutschland zu leben!

Keiner scheint daran zu denken, dass Jasmin z.B. nur existiert, weil ich eben ausgewandert bin. Und zwar nach Paraguay, weil ich beschlossen habe, in Südamerika zu leben. das Schicksal, das mir meine Frau vermittelt hat, hat uns auch eine Tochter geschenkt. Und das Schicksal wollte, dass wir es jetzt einmal für kurze Zeit (2 Monate) etwas schlechter hatten und das die Zukunft offen ist. Ich denke immer, das Schicksal schreibt einem nicht vor, was man zu tun hat. Es bestimmt es.

Und ganz offen, ich habe nicht um Tips gebeten, oder um Arbeit gebettelt, ich habe einfach eine Situation beschrieben. Und nun versucht sich die Diskussion im allgemeinen in eine Ecke zu drängen, in die sie vermutlich gar nicht rein will.

Am besten gefallen mir die Beiträge, wo man mir Erfolg wünscht. Ich will nämlich nicht Recht oder Unrecht bekommen .... ich will nur anderen meine Erlebnisse mitteilen .... mein Erfahrungen vermitteln und meine Gedanken ausbreiten. Ich will niemanden damit angreifen, verärgern oder gar verprellen. Ich erhoffe mir dadurch einen Informationsaustausch.

Wisst ihr, ich habe per PN Geld angeboten bekommen, Jobs, Hilfe in Deutschland, (wo ich, wenn ich jetzt sofort rüberfliege wohnen könnte), Tips für den Alltag ... und was mich am meisten freut: Mut und Glück-Wünsche zugesprochen bekommen.

Vielleicht versteht man mich nicht richtig, aber ich habe diesen Thread nicht geschrieben, damit man mich überzeugt, irgendetwas anders zu machen.

Und könnte ich diesen Weg noch einmal genauso gehen .... ich würde es wieder tun .... nur eine Minute später, und ich hätte meine Frau nie kennengelernt. Und das Restaurant, wo ich sie beim Herausgehen getroffen habe, habe ich am selben Tag empfohlen bekommen, von einem Deutschen, wo neben ihm mit meinem Auto an einer Kreuzung in Asunción gestanden habe, und ich habe ihn erst viele Monate später wieder gesehen.

Zufall? Schicksal? Bestimmung?
Ich kann das nicht alles verleugnen ... und darum werde ich meinen Weg gehen ... wie das Schicksal es will ...

Schau`n mer mal!

Dietmar
Zuletzt geändert von Gast am Do 10. Nov 2005, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Takeo » Do 10. Nov 2005, 22:17

Timm hat geschrieben:Deutschland und Erfolg ??? Wovon träumt ihr eigentlich ? Ich sehe nur die absolute Unfähigkeit den drohenden Untergang abzuwenden, sonst nix !
(...)
Ich wäre auch lieber heute als morgen weg aus dem öden D´land, aber nicht ohne brauchbare Perspektive.


Der Erfolg eines jeden Bürgers fängt zunächst bei einem selber an... und wo hat er mehr Chancen als in der (noch) reichen Bundesrepublik??

Um aus Deutschland zu verschwinden, braucht man zunächst erst mal eine Perspektive in Deutschland... wer in Deutchland schon keine hat, findet sie erst recht nicht woanders...

Digdigger wird es schaffen, weil er genau das hat: einen Traum, eine Vision... und damit eine Perspektive!
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Beitragvon Bagi » Do 10. Nov 2005, 22:30

Takeo hat geschrieben:...Um aus Deutschland zu verschwinden, braucht man zunächst erst mal eine Perspektive in Deutschland... wer in Deutchland schon keine hat, findet sie erst recht nicht woanders...

Die Perspektivlosigkeit in Deutschland ist doch mit einer der Gründe für Dietmar nicht nach Deutschland zu gehen. Oder nicht?
Bis dann
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Beitragvon Gast » Do 10. Nov 2005, 22:42

Bagi hat geschrieben:Die Perspektivlosigkeit in Deutschland ist doch mit einer der Gründe für Dietmar nicht nach Deutschland zu gehen. Oder nicht?


Oh, nein, das würde ich so nicht sagen.

Ich habe in Deutschland Perspektiven. Doch eben auch hier. Mir hat das Lebensgefühl (sehr schwer zu beschreiben), in Deutschland nicht gefallen. Ok, egal welches Beispiel ich jetzt anfügen würde, irgendjemand würde sagen: Gibt es doch hier auch!

Schickt mich nach China, und in 2 Jahren habe ich einen sicheren Job. Aber eben erst in 2 Jahren .... Und hier in BRA bin ich noch auf dem Weg .... Gerade heute, liebe Bagi, habe ich ein Gespräch mit einem Arzeneimittelfabrikaten geführt. Er vertreibt seine Produkte in Lateinamerika. desweiteren nach Indien, China, Portugal, in die Türkei und nach Deutschland. Er will unbedingt mehr Unterlagen von mir, weil ich halt ziemlich gut Deutsch ( :shock: ), Spanisch und Englisch spreche. mal sehen was dabei rauskommt .... Termin ist für Anfang Dezember vereinbart worden ....

Nocheinmal ganz Deutlich:

An dem Tag, an dem die finanzielle Krise der letzten 2 Monate beendet war, und ich einen (zwar befristeten) Job hatte, und das tiefe Wellental durchschritten war, habe ich unter dem Einfluss einer ganzen Flasche Cachaça gegen Mitternacht den Artikel geschrieben. Er ist wahr und er bleibt war. Er war für mich nur ein Ventil, mit dieser Vegangenheit abzuschliessen, bzw. sie einmalig zu verarbeiten und nun geradeaus in eine positive Zukunft zu blicken.

Denoch tausche ich mich gerne mit euch aus und geniesse wirklich diese Diskussion. Habe das nur noch einmal als Feststellung niederschreiben müssen. Keiner braucht Mitleid zu haben, niemand muss mich überzeugen, ich habe schon immer meinen eigenen Kopf durchgesetzt. :D :D :D :D
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Beitragvon lol » Do 10. Nov 2005, 22:46

harte kost hier....

wenn man das so liest scheint eine spezielle eigenschaft wirklich typisch
deutsch zu sein. das permanente reflektieren und abhängig machen
der eigenen lebensumstände am land (und den umständen), der dazu
gehörige nationalismus und dieser traurige, tragische, märtyrerhafte,
anklagende und hoffnungslose unterton dabei.

ich fühl mich eigentlich ganz wohl hier in d. und in brasilien auch.
mein leben oder meine lebensumstände auf das land schieben in
dem ich lebe? nö. das gibt nur den groben rahmen, was ich daraus
mache liegt doch ganz überwiegend bei mir und den meinen. :D


ps: für dich digdigger ungefragt zwei ratschläge - und nimm das nicht
als beleidigung, störversuch, unverschämtheit oder so. 1. aktzeptiere,
dass dein frau und dein kleine tochter sicherlich nicht sterben wollen
für dich und 2. sobald du wieder zu geld gekommen bist - was spätestens
nach dem ableben deines vaters der fall sein wird - such mal
psychologische hilfe auf. es gibt phasen, da steht man sich selbst im
weg, profis könne das meist schnell lösen.
pps: noch mal für digdigger: und nimm deine tochter aus dem avantar,
sie kann nun wirklich gar nichts dafür.
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Beitragvon Gast » Do 10. Nov 2005, 23:18

lol hat geschrieben:ps: für dich digdigger ungefragt zwei ratschläge - und nimm das nicht als beleidigung, störversuch, unverschämtheit oder so.

1. aktzeptiere, dass dein frau und dein kleine tochter sicherlich nicht sterben wollen für dich und

2. sobald du wieder zu geld gekommen bist - was spätestens
nach dem ableben deines vaters der fall sein wird - such mal
psychologische hilfe auf. es gibt phasen, da steht man sich selbst im
weg, profis könne das meist schnell lösen.

pps: noch mal für digdigger: und nimm deine tochter aus dem avantar,
sie kann nun wirklich gar nichts dafür.



Nee, lol, du hast Glück. Ich werde es nicht als Beleidigung oder ähnliches auffassen. Ich frage mich allerdings, wie jemand, dessen Auffassungsgabe konträr zur Entwicklung seiner eigenen Intelligenz korreliert, zu solchen Aussagen fähig ist.

Ich finde es überaus bewundernswert, wie du mich und meine Familie charakterisierst.

zu 1. Habe ich das je behauptet? Bringe ich sie echt irgendwie in Lebensgefahr? Will ich das überhaupt?

zu 2. Mmh, an meinen Vater habe ich ja noch gar nicht gedacht. Und wenn Mama stirbt, gibt es dann nichts? Wie kommst du darauf? Wo stehe ich mir im Weg? Weil ich das tue, was ich für richtig halte? Weil ich aufrichtig gegenüber euch und mir selbst bin? Weil ich nicht mir und erst recht nicht anderen ständig etwas vorlüge? Weil ich trotz allen Schwierigkeiten noch in den Spiegel sehen kann?

zu PPS.: Ich bin stolz auf meine Tochter. Und dies ist eines ihrer Lieblingsfotos. Sie freut sich jedesmal wenn sie es sieht. Warum soll ich es herausnehmen?

Es gäbe noch viel zu sagen, aber ich hätte gerne voher meine Fragen beantwortet. Und zwar von dir, lol.

Dietmar
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Beitragvon Bagi » Do 10. Nov 2005, 23:38

Leistungsdruck, Ellenbogengesellschaft, sinkende Wertvorstellungen, fehlende Menschlichkeit, kinderfeindliches Land, etc. ... das habe ich als Perspektivlosigkeit interpretiert. :oops: :lol:
Bis dann
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Beitragvon Gast » Fr 11. Nov 2005, 00:18

@Bagi

Und in diesem Sinne gebe ich dir vollkommen Recht!

LG, Dietmar
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Beitragvon neginho » Fr 11. Nov 2005, 09:14

@diddigger: arbeitest du jezt doch für abeteuer&CO?



gruss neginho
schreibfehler im nick sind bewusst und beabsichtigt.
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Beitragvon Timm » Fr 11. Nov 2005, 10:48

Hier in diesem Artikel ist sehr schön beschrieben wie sich auch mir der Unterschied D - BR darstellt: http://blog.handelsblatt.de/sao-paulo-b ... g.php?id=4

Darin deutet sich einer der Unterschiede individualistischer zu kollektivistischer Gesellschaft par excellance an. Aber darauf weiter einzugehen hätte hier wohl keinen Sinn. Wozu auch.

Es ist nur immer wieder beeindruckend was Deutsche so alles auf sich nehmen wenn sie ins Ausland abhaun, auf der Suche danach was ihnen hierzulande zum Glück fehlt. Aber wehe man nennt die Dinge mal beim Namen, das geht dann doch zu weit.

Für mich selber käme das nicht in Frage, in Brasilien zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen. Weg aus D´land gerne, aber Brasilien hat´s doch nicht gebracht, mal sehen ob sich nicht noch was anderes findet.

Digdigger, dir bleibt nur zu wünschen daß du die Kurve hinbekommst und sich dein Mut irgendwann mal gelohnt hat. Und die Welt geht nicht unter auch wenn ihr ein paar Jahre D´land einbaut. Bliebe dabei zu hoffen daß deine Frau nicht zu bequem ist deutsch zu lernen und sich hier ins Schneckenhaus zurückzieht. Deine Tochter würde bestimmt davon profitieren.

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