Kontakte Gastfamilien auf dem Lande

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Kontakte Gastfamilien auf dem Lande

Beitragvon Juliano21 » Mi 1. Jun 2005, 20:18

Ich möchte im Herbst mit 2 Freunden (alle 20 Jahre alt) für ca. 3 Wochen nach Brasilien fliegen, um mir Land und Leute anzugucken!

Ich kann unsere Hilfe anbieten (z.b. bei Missionen oder so), außerdem zahlen wir natürlich für den Aufenthalt.

Als Gegenleistung wünschen wir uns, möglichst viele Leute kennen zu lernen, Kontakte knüpfen zu können etc.

Wir möchten nächstes Jahr evtl. dort studieren und so vorab das Leben dort kennen lernen.

Allerdings suchen wir eher etwas auf dem Land, vielleicht bei Bauern!

Vielen Dank,

Juliano
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 1. Jun 2005, 21:17

Hallo Juliano
Interessantes Projekt, was du da vorhast. Mal sehen was man da machen kann.
Es ist nötig die Aufgabenstellung noch ein wenig zu präzisieren. Wenn wir hier von Bauern reden, gibt es hier in Minas Gerais 2 Arten.
a) Die Fazendeiros:
Sehr große Fazendas der ehemals reichen Familien, die kilometerweit im Interior (Hinterland) auseinander liegen. Zu diesen Fazendas gehören dann kleine Dörfer, in denen die Landarbeiter wohnen. Das Dörfchen hat dann Kirche und einen Laden der gleichzeitig als Kneipe und Schule dient. Irgendwie im Umkreis von 15-20 km gibt es dann eine kleine Gemeinde/größeres Dorf.
Auf der Fazenda wohnt der Dono zeitweise mit Familie und der Verwalter. Der Dono hat aber ein Haus in der nächsten Stadt, oder egal wie weit weg, in der Hauptstadt (Belo Horizonte) In meinem Appartement-Haus in Belo Horizonte wohnen 2 solcher Fazendeiro-Familien, die Fazendas sind beide bald 200 km entfernt. Die Donos sind in der Woche 3 Tage auf den Fazendas, die restlichen Tage machen sie andere Geschäfte in Belo. Die Kinder sind natürlich auf der Schule in Belo Horizonte. Frau und Kinder gehen manchmal am Wochenende aufs die Fazenda, da leben meist noch Oma und Oma. Auf so einer Fazenda kann man bequem und kultiviert leben, allerdings ein wenig einsam. Personal ist genügend vorhanden.

b) Typ 2 , die sicherlich den größeren Anteil darstellen sind Kleinbauern, die sich zwischen die großen Fazendas gequetscht haben, meist ehemalige Tagelöhner, die irgendwie an Land gekommen sind. Die leben mehr bescheiden, aus der sicht eines deutschen Städters würde ich das vielleicht als Primitiv bezeichnen. Sanitäre Verhältnisse ehr dürftig, aber TV mit Satellitenschüssel für 6 öffentliche Programme, davon 4 kirchlich. Evtl. noch eine alte Klapperkiste (VW 411, heißt hier VW-Brasilia, um mal in die nächste Gemeine zu kommen.

Das ganze entspricht nicht dem Kriterium, viele Leute kennen zu lernen, diese Fazendas und Bauernhöfe liegen doch sehr weit verstreut, zufahrt nur über Erdstraßen, bei schlechtem Wetter (Sommer) Pick-up oder sonstiges Allrad-Fahrzeug hilfreich, besser noch ein Pferd.

Das gibt mal so die Verhältnisse in auf dem Lande in Minas wieder. Allerdings bin ich im Interior auch nur Tourist und da bekommt man nicht immer einen umfassenden Eindruck.Von meinen Besuchen im Süden Brasilien würde ich dort andere Verhältnisse erwarten. Ist vielleicht mal eine Frage an CC. Wenn Aufnahme, dann wohl auf mehr Einzelpersonen, eine Gruppe würde die Leute sicherlich überstrapazieren. Und natürlich spricht im Interior kaum jemand Englisch. Ich habe selbst mit meinem Portugiesisch mal Schwierigkeiten, wenn die Leute schlecht, oder ihren Dialekt sprechen.

Ich habe nicht ganz verstanden, was ihr mit Hilfe bei Missionen meint.

Vielleicht könnt ihr anhand des vorstehenden mal eure Pläne ein wenig präzisieren oder anpassen . Ich persönlich würde wohl kaum als Hilfs-Landarbeiter bei einem einfachen Bauern unterkommen.

Freue mich auf eure Antwort, aber auch auf die Meinungen meiner Forumskollegen, wer wohnt denn von euch auf dem Lande „Oi Fazendeiro“

Gruß

Manfred

PS: wenn hr bei eurem Wunsch nach "Ferien auf dem Bauernhof" bleibt, würde ich mal meine beiden Fazendeiros fragen, ob und zu welchen Konditionen sowas möglich ist.
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konkreter

Beitragvon Juliano21 » Do 2. Jun 2005, 11:08

Hi, danke für eure umfangreichen und sehr hilfreichen Antworten!!!!

Wir machen im Moment alle unseren Zivildienst, deswegen können wir nur im "Urlaub" hinfliegen. Danach, ab Sommer 2006, wollen wir dort studieren, arbeiten... Dieser erste Besuch soll nur dazu dienen, den Entschluss zu festigen!

Mit der Mission meinte ich folgendes: Vielleicht gibt es deutsche, kirchliche Projekte auf dem Land, die wir 3 Wochen unterstützen könnten! Wir könnten als Hilfslehrer auftreten, als Arbeiter, oder als Trainer... Dort könnten wir alles gut kennen lernen und würden das Projekt mit einer kleinen Spende gleichzeitig unterstützen!

Auf so einer großen Farm könnte ich mir das Leben für ein paar Wochen schon vorstellen, aber da bleibt das Problem, dass wir zu dritt sind..

Ist das konkreter?
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Beitragvon belinda » Do 2. Jun 2005, 12:30

...
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belinda.
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Bauernhof

Beitragvon Barriga verde » Do 2. Jun 2005, 12:45

Hallo Juliano,

heißt du wirklich Juliano? Das ist ja ein typischer brasilianischer Namen :)

Ich wohne im Interior (Lande), in Santa Catarina. Große europäischer Einfluss (deutsche, italianer, holländer, etc.), deswegen kann ich auch ein bisschen Deutsch schreiben und sprechen :-) Meine Vorfahren kommen aus Österreich und das alte Böhmen 8) Viele Einwanderer haben die Sprache und die Traditionen weitergegeben.

Ich und mein Schwager betreiben ein familiares Bauernhof, mit ca. 30 Hektar. Die größten Einnahmen kommen von der Produktion von Gemüse, aber auch von Milch (ca. 120 Liter/Tag) und Maispflanzung.

Das Gemüse wir dann 2x pro Woche in der Stadt verkauft. Zur Zeit wird ein Projekt erstellt, zusammen mit der Uni, wo eine Feira de Produtos Coloniais organiziert wird (wo alle Bauern ihre Produkte verkaufen können).

Das Dorf wo wir sind ist Treze Tílias (Dreizehn Linden), von Tiroler in 1933 kolonisiert. 20 Km von Joaçaba entfernt, 40 Km von Videira.

Am Wochenende ist meisten etwas los. Von Tanzbälle bis zu Beach-Volleyball-Spiele.

Die meisten Bauernfamilien sind nicht reich. Sie haben genug zum Leben, einen Traktor, ein Auto, ein kleiner Lkw.

Wenn es dir interessiert, können wir gerne einen Platz schaffen, auch für 3 Leute (wenn ihr keine Angst habt, in Etagenbett zu schlafen :lol: ). Melde dich.

Ansonsten wünsche ich euch viel Erfolg bei eurem Vorhaben.

Viele Grüße
Barriga verde
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Beitragvon Juliano21 » Do 2. Jun 2005, 14:22

Hallo Barriga verde!

Nein, ich heiße Julian... aber meine Freunde nennen mich seit Jahren so, weil ich ein wenig südländisch aussehe und eher südländisch als deutsch denke!

Dein Angebot hört sich sehr verlockend an! Natürlich haben wir kein Problem mit Etagenbetten, wir sind junge Männer, die wohl was aushalten! Auch könnten wir uns sicher schnell an das Essen etc. gewöhnen, wir werden schon nicht zu hohe Ansprüche haben!

Was würdet ihr denn als finanzielle Gegenleistung von uns erwarten, wenn wir 2-3 Wochen herkämen? Wir sind alle nur normale Schüler, deswegen müssen auch wir ein wenig darauf gucken. Haben halt den großen Traum, in einem der schönsten Länder der Erde zu studieren! :-)

Gibt es bei euch denn auch Leute in unserem Alter (21), mit denen wir uns anfreunden können? So wie es sich anhört, wird es keine sprachlichen Probleme geben oder? Wenn dort wenigstens ein paar Menschen Englisch oder Deutsch können. Wir lernen ja gerade ein wenig Portugiesich!

Vielen Dank, ich hoffe auf eine Antwort!

Dein Julian
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Re: konkreter

Beitragvon Lemi » Do 2. Jun 2005, 14:38

Juliano21 hat geschrieben:Mit der Mission meinte ich folgendes: Vielleicht gibt es deutsche, kirchliche Projekte auf dem Land, die wir 3 Wochen unterstützen könnten! Wir könnten als Hilfslehrer auftreten, als Arbeiter, oder als Trainer... Dort könnten wir alles gut kennen lernen und würden das Projekt mit einer kleinen Spende gleichzeitig unterstützen!


Hi Juliano,

naja, ein Hilfsprojekt könnte ich dir ja anbieten, allerdings in der Stadt und dazu noch mitten in einer Favela (weil man dort eben gerade Hilfe braucht). Details und Fotos siehst du weiter oben im Forum unter "Vorstellung des Projekts GAC".

Dort könnt ihr gerne arbeiten. Wir sind gerade am Geldsammeln für ein paar gebrauchte PC´s. Anschliessend wäre es gut, wenn wir einen Lehrer auftreiben könnten, der den Jungs und Mädels die ersten Schritte im Umgang mit dem PC beibringt.

Ausserdem will ich eine Ecke mit ein paar Geräten meines kleinen Fitnessstudios bei den "Grossen Jungs" einrichten. Auch hierfür wäre eine fachkundige Anleitung von Nöten, um Verletzungen zu vermeiden, z.B. Aufwärmübungen und ein paar grundlegende Trainingsmethoden. Nix sofisticated.

Allgemeine Arbeiten wie mauern, malen und klemptnern sind auch immer mal von Nöten. Allround-Leute sind also gefragt.

So ganz nebenbei lernt ihr auch gleich noch portugiesisch (die Erzieherinnen sind alle gut ausgebildet) und Kontakte sind im Projekt und in der Favela recht schnell geknüpft.

Wenn ihr nicht gerade ängstlich veranlagt seid oder die Augen vor Armut verschliesst, wäre dies eine ganz gute Option. Über die Unterbringung können wir auch noch reden. Ein Zimmer steht bei mir immer frei, vor allem wenn es dem Projekt dient. Ein paar Freunde mit freien Zimmern hab ich auch noch.
Zuletzt geändert von Lemi am Do 2. Jun 2005, 18:25, insgesamt 1-mal geändert.
Man sieht sich,
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Brasilien-Aufenthalt

Beitragvon Barriga verde » Do 2. Jun 2005, 17:55

Oi Juliano,

ich denke dass bei dem Projekt von Lemi könnt ihr sicherlich mehr von Brasilien mitbekommen, da ihr mitten in den brasilianischen Leben seid. Hier im Süden ist es mehr europäisch geprägt, so dass ihr teilweise sich nicht in Brasilien wiederkennen können.

Finanzielle Gegenleistungen würden wir keine erwarten. Mit Essen und Schlafen braucht ihr sich keine Gedanken machen, in Brasilien ist die Verwandschaft normalerweise groß und man hat immer genug Platz, dass die auch übernachten können. Nur wenn ihr was extra machen wollt, also Besuch zu Unis, Wasserfälle, Disco, da kann ich dann nichts garantieren dass es kostenlos bleibt :lol: Also vielleicht beim Treibstoff mithelfen.

Kontakte können wir gerne herstellen. Z.B. dieses Projekt-Team von der Uni, die uns dabei unterstützen, diesen Markt für Bauern-Produkte zu organizieren. Es sind alle zwischen 20 und 25 Jahre, ein paar können Englisch.

Was wollt ihr eigentlich studieren? Landwirtschaft? Habt ihr in Deutschland auch Kontakte zu Bauernhöfe, oder noch besser, kommt ihr aus diesen?

Wir können vielleicht weiter per PN schreiben.

Viele Grüße
Barriga verde
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Beitragvon tinto » Do 2. Jun 2005, 18:14

Na, wunderbar, welche und wieviele Optionen es in diesem Forum gibt...!!! :lol:

Vielleicht könnte man die Angebote ja miteinander verbinden und zeitmäßig aufteilen??? :!: :idea: :wink:
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Schöne Grüße,
tinto
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Beitragvon belinda » Do 2. Jun 2005, 19:51

...
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