Kosten für die Faxineira in Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon donesteban » Sa 20. Dez 2008, 20:29

Jetzt muss ich Dir aber widersprechen, esteban38. Abzocke ist was anderes. Jetzt weiß er ja Bescheid, kennt die Preise für Haushaltshilfen die kein Deutsch sprechen, weiß sogar was die Agentur verdient. Also nun ist es eine Entscheidung nach freien Stücken und hat nichts mit Abzocke zu tun. Er kann den Service annehmen oder ablehnen.

Wir haben hier mal wieder keinen Fall der so oft zitierten brasilianischen Abzocke. Das ist ein ganz normales Geschäft. Daher glauben viele, dass in Brasilien alles Abzocke sei, und bekommen ein falschen Bild. Das gibt es hier selbstverständlich auch, aber in weitaus geringerem Maß als viele glauben. Zuviel wird gleich zur Gringo-Abzocke gerechnet. Es sind nunmal eben nur Deutsche, die eine deutschsprechende Haushaltshilfe brauchen.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon dietmar » Sa 20. Dez 2008, 20:45

Zudem er ja auch nicht den ganzen Steuerkram erledigen muss, vermutlich am Ende sie einfach wieder "abgeben" kann, keine Abfindung zahlen muss, etc. Er ist nicht der Arbeitgeber, etc. Ich kann mich erinnern, da hat ein Freund 12.50 DM bekommen bei einer Zeitarbeitsfirma und der Auftraggeber hat 40 oder 50 abgedrückt.

Zudem sollte man auch bedenken: wenn sie tatsächlich kontinuierlich seit "Jahrzehnten" dort arbeitet, wächst auch ihr Gehaltsanspruch. Wir haben hier im Forum auch Leute, die kennen langjährige Krankenschwestern mit über 2K. Ihre Kollegin, die fast dasselbe macht, aber erst dieses Jahr angefangen hat, bekommt 1,5-2 SM. Und bei meiner Frau in der Produktion ist es identisch. Sie verdient 550 R$, ihre Kollegin direkt neben ihr (100% identische Tätigkeit) bekommt 1.200 ... sie ist eben schon lange dabei ... Mit Abzocke hat das gar nix zu tun.

Aber vielleicht sollte er sich ja eine über die SINE suchen, ihr 1 SM zahlen, den Steuerkram machen, ihr Deutsch beibringen oder selbst rasant Portugiesisch lernen (braucht er hinterher ja mit Sicherheit vor Gericht) und sich am Ende noch beklauen lassen. Wenns mir nicht weh tun würde, dann würde ich das auch zahlen. Der Schaden könnte am Ende grösser sein als das zwischenzeitlich eingesparte Geld.

Und bitte: Nur weil 95% UNTERBEZAHLT werden, sind die restlichen 5% ABZOCKE? Achja, wir sind ja im dritte Welt Land Brasilien, da muss alles billig sein. Dass man für 44 Stunden/Woche den Dreck anderer Leute wegzumachen nach irgendwann 3 Jahrzehnten 500 Euro verdient - und das vermutlich sogar noch hochoffiziell mit CTPS und dabei brav monatlich seine Steuern und Rentenbeiträge zahlt - das ist ja obszön. Gehört verboten!
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon ana_klaus » Sa 20. Dez 2008, 20:56

@ donesteban
@ admin

Ihr habt die Diskussion in die richtige Bahn gebracht

Danke
klaus
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon esteban38 » Sa 20. Dez 2008, 22:52

donesteban hat geschrieben:Jetzt muss ich Dir aber widersprechen, esteban38. Abzocke ist was anderes. Jetzt weiß er ja Bescheid, kennt die Preise für Haushaltshilfen die kein Deutsch sprechen, weiß sogar was die Agentur verdient. Also nun ist es eine Entscheidung nach freien Stücken und hat nichts mit Abzocke zu tun. Er kann den Service annehmen oder ablehnen.


Die Tatsachen in diesem Fall : Die Firma hat dem User Christian B. eine Putzfrau zu 2500 Reais zu vermitteln versucht, ein Betrag, der um ein vielfaches über dem normal üblichen Entgelt einer Putzfrau liegt. Da komm ich um den Begriff Abzocke nicht herum. Hätte der User Christian B. sich hier oder anderswo nicht erkundigt, wäre er nie drauf gekommen, dass dieses Gehalt selbst für eine deutsch sprechende und langjährige Putzfrau ungewöhnlich ist und hätte seine Entscheidung, wie Du das richtig darstellst , gar nicht richtig abwägen können.

@ admin

ich hoffe, Du unterstellst das nicht generell, dass Putzfrauen mit einem SM stehlen würden, denn das würde ich dann wirklich diskriminierend und falsch finden.

Im übrigen betrachte ich Brasilien nicht als dritt Welt-Land, sondern als Schwellenland. Zur Frage der Entlöhnung gönne ich jedem/r Brasilianer/in ein Salär, dass jeder/m so viel Notwendigkeiten/Träume wie nur irgendwie möglich realisieren lässt. Traurigerweise ist das kein Wunschkonzert, sondern ist das leider den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage unterworfen und obwohl wir wohl beide da uns erheblich mehr in die Lohntüten der Menschen wünschen würden (ich geh mal davon aus, dass Du das auch so siehst) sieht die Realität leider noch völlig anders aus. Möchte auch mal von Deiner Frau wissen, wie sie es denn so sieht, wenn ihre Kollegin für die gleiche Arbeit mehr als das Doppelte kriegt und ob sie nicht denkt, wär doch gerechter wenn ihrem Salär auch mal n bisschen Rückenwind zufallen würd.

Deinen wohl satirischen Absatz mit den 500 Euro kann ich nur so kommentieren, dass ichs jeder Frau , welche diesen Job in Brasilien macht herzlichst gönnen würde 500 Euro und noch viel mehr zu verdienen. Dass dies nicht der Realität auf dem Putzstellenmarkt entspricht wissen wir auch beide.
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon dietmar » Sa 20. Dez 2008, 23:59

esteban38 hat geschrieben:ich hoffe, Du unterstellst das nicht generell, dass Putzfrauen mit einem SM stehlen würden, denn das würde ich dann wirklich diskriminierend und falsch finden.


Nein, natürlich nicht (mal wieder traurig, dass man dies explizit durchkauen muss). Aber die Chance ist wohl ungleich grösser, wenn man sich auf der Strasse eine Putzfrau sucht. Wo der Arbeitgeber (in diesem Fall der Threaderöffner) vermutlich noch nicht mal weiss, was Führungszeugnis auf Portugiesisch heisst, welche Formen es davon gibt und wie wo was.

esteban38 hat geschrieben:Möchte auch mal von Deiner Frau wissen, wie sie es denn so sieht, wenn ihre Kollegin für die gleiche Arbeit mehr als das Doppelte kriegt und ob sie nicht denkt, wär doch gerechter wenn ihrem Salär auch mal n bisschen Rückenwind zufallen würd.


Ganz klar findet sie sich unterbezahlt. Aber ihre Kollegin wird ihrer Meinung ebenfalls unterbezahlt (Zitat meiner Frau: "sehr wenig für die Zeit, die sie dort schon arbeitet") ... da konnte ich also keinen Neid heraushören, vielmehr Respekt, diese monotone Arbeit an einer Produktionslinie so lange durchzuhalten.

esteban38 hat geschrieben:Deinen wohl satirischen Absatz mit den 500 Euro kann ich nur so kommentieren, dass ichs jeder Frau , welche diesen Job in Brasilien macht herzlichst gönnen würde 500 Euro und noch viel mehr zu verdienen. Dass dies nicht der Realität auf dem Putzstellenmarkt entspricht wissen wir auch beide.


Leider - und es ist auf viele weitere Bereiche anwendbar. Solange es aber Menschen gibt, die die Not anderer ausnutzen und sie für 200 R$ illegal beschäftigen (50 R$ werden noch abgezogen für das Klappbett in der Besenkammer) wird sich da auch wenig ändern. Und das ist die wahre Abzocke und sie kommt Millionen mal häufiger vor als der von dir als Abzocke genannte Fall! Man kann nämlich nicht nur Geld anderere Leute abzocken sondern auch Arbeitsleitung - das nennt man auch Ausbeutung! Da konnte ich allerdings keinen Kommentar von dir lesen, war ja aber auch nicht das Grundthema des Threads, nicht wahr? :?
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon esteban38 » So 21. Dez 2008, 00:47

Admin hat geschrieben: Man kann nämlich nicht nur Geld anderere Leute abzocken sondern auch Arbeitsleitung - das nennt man auch Ausbeutung! Da konnte ich allerdings keinen Kommentar von dir lesen, war ja aber auch nicht das Grundthema des Threads, nicht wahr? :?


Habe den Thread in der Tat nicht so verstanden, über Ausbeutung von Arbeitskräften und Mindestlöhne zu schreiben. Allerdings will ich mich dem Thema nicht verwehren, denn ich halte das sehr wichtig für Brasilien. Denke schon, dass es gerade für Brasilien Sinn macht, einen Minimallohn festzulegen. Allerdings stelle ich leider fest, dass selbst der noch regelmässig untergraben wird und hier viel im argen liegt. Habe hier diverseste Gespräche mit empregadas darüber geführt und muss gestehen, dass mich diese Unterhaltungen sehr beschäftigt haben. Ich persönlich halte die Entlöhnung in der Form eines SM für die Dienste einer Putzfrau für ethisch nicht vertretbar. Allerdings muss ich ehrlicherweise auch zugeben, dass zu einer objektiven Betrachtung auch die finanziellen Verhältnisse des Arbeitsgebers/innen berücksichtigt werden sollen und ob man das will oder nicht, ob einem das nun sympathisch ist oder nicht auch die Frage der Alternativen für die jeweiligen Arbeitnehmer/innen. Hier steckt imo ein riesiges Dilemma, denn genau dieser Umstand öffnet Tür und Tor für Ausbeutung und lässt mich sprach- und irgendwo auch machtlos zurück. Wollte man dieses Problem wirklich ernsthaft lösen wollte, bräuchte es einen ganzen Massnahmenkatalog, denn die Gründe für das Desaster scheinen mir fundamental zu sein, und nicht in 1-2 falschen Verordnungen und Gesetzen begründet.
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon renata » So 21. Dez 2008, 06:18

Ist das etwa ein Scherz???? Jeder der in Brasilien lebt weiß doch dass eine Putze nicht soviel kostet! Mann fragt doch bei der Nachbarschaft wer Putzen kann und niemals bei einer Leiharbeiterfirma, so was machen nur reiche Leute.
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon Christian B. » So 21. Dez 2008, 16:50

Wer für 2 Jahre für seinen Arbeitgeber nach Brasilien geht, informiert sich im Vorfeld nur wenig um unwichtige Dinge wie Wohnungsmiete, Hausangestellte und Schulgeld.
Wenn ich jetzt schreibe, dass ich mehr als 5.500R$ im Monat für Schule und Kindergarten bezahle, wird sich schon jemand im Forum finden der schreibt, dass es auch gute Schulen und Kindergärten gibt, die umsonst sind.

Christian
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon esteban38 » So 21. Dez 2008, 17:05

Christian B. hat geschrieben:Wer für 2 Jahre für seinen Arbeitgeber nach Brasilien geht, informiert sich im Vorfeld nur wenig um unwichtige Dinge wie Wohnungsmiete, Hausangestellte und Schulgeld.
Wenn ich jetzt schreibe, dass ich mehr als 5.500R$ im Monat für Schule und Kindergarten bezahle, wird sich schon jemand im Forum finden der schreibt, dass es auch gute Schulen und Kindergärten gibt, die umsonst sind.

Die Angestellte wurde von unserer Firma empfohle. Sie arbeitet schon seit fast 30!! Jahren ausschliesslich für die deutschen Kollegen die vor mir temporär in Brasilien waren. Sie hat sehr gute Deutschkenntnisse, was für uns ein sehr großer Vorteil ist, da wir kein portugiesisch sprechen und die Sprache in den 2 Jahren auch eher schlecht lernen werden.

Christian


Hm Portugiesisch könnt ihr nicht und Du gehst davon aus, dass Ihr die Sprache auch schlecht lernen werdet. Wohnungsmiete, Hausangestellte und Schuldgeld nennst Du unwichtige Dinge.

Nun, jedem das Seine. Ich finds schade, denn gerade die Sprachkenntnisse würde ich schon wichtig finden. Du verpasst dadurch eine Menge. Mal sehen, ob Du das nach Deinem 2-jährigen Aufenthalt auch noch alles so siehst.
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Re: Kosten für die Faxineira in Brasilien

Beitragvon patecuco » So 21. Dez 2008, 18:09

esteban38 hat geschrieben:
Christian B. hat geschrieben:Wer für 2 Jahre für seinen Arbeitgeber nach Brasilien geht, ....
Die Angestellte wurde von unserer Firma empfohlen. Sie hat sehr gute Deutschkenntnisse, was für uns ein sehr großer Vorteil ist, da wir kein portugiesisch sprechen und die Sprache in den 2 Jahren auch eher schlecht lernen werden.
Christian

Nun, jedem das Seine. Ich finds schade,


Esteban die leben nicht in Brasilien sondern im Raumschiff.

Ein Freund meiner Eltern ging in den 70ern fuer eine dt. Firma nach Sao Paulo. Waehrend er ruck zuck fliessend portugiesisch sprach, konnte seine Frau nach 5 Jahren noch nichts, hatte eine empregada die Englisch sprach und bewegte sich nur in den Kreisen wo Deutsch und Englisch gesprochen wurde. Wem sowas gefaellt. Als techn. Direktor hatte er auch genug Kohle dieses Leben in der Parallelwelt zu finanzieren.
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