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BeitragVerfasst: 31 Jan 2005 11:15 
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Hallo Belinda,

ich stimme dir voll zu, die staatlichen Schulen in Deutschland halte ich nicht gerade für empfehlenswert. Gerade in Grundschulen in Ballungsräumen muß man mit den unmöglichsten Dingen rechnen. Zum einen kann es sein, dass über 30 % der Kinder nicht richtig Deutsch können und dadurch die ganze Klasse ausbremsen. Dann gibt es heutzutage neben autoritärer und anti-autoritärer verstärkt "gar keine" Erziehung. Die Eltern rechnen irgendwie damit, dass die Kinder mit sich selbst klarkommen oder die Lehrer die Erziehung übernehmen. Das alles ist nicht gerade das beste Umfeld, wo man seine Kinder hinschicken möchte (das wird bei euch im ländlichen Raum vielleicht noch besser sein).

Nicht alle Privatschulen sind so teuer wie dein Beispiel, da es sich hierbei ja um ein Internat handelt. Internate dienen doch eher dazu die Kinder reicher Familien wohlbehütet unterzubringen... (zumindest stehen sie in diesem Ruf).

Man kriegt natürlich einen staatlichen Zuschuß (über die Steuererklärung), wenn man seine Kinder in eine Privatschule schickt- -schließlich spart der Staat dadurch ja Geld. Ab etwa 500 Euro monatlich (abzüglich des staatl. Zuschusses) ist man bei einer guten Privatschule dabei.


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BeitragVerfasst: 31 Jan 2005 17:26 
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...



belinda.


Zuletzt geändert von belinda am 07 Sep 2007 07:16, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 31 Jan 2005 19:29 
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"Aber ob es denn nun eine solche Schule sein muss? Der Ruf dieser Schule ist nicht gerade der Beste, dann kann man doch gleich sein Kind auf einer öffentlichen Schule lassen. "

Ich war auch immer dieser meinung. doch unsere kleine wird im august eingeschult und nun musste ich hören das die staatliche schule(CH) in den ersten drei Primarjahren keine noten mehr vergibt. also doch irgendwo eine angleichung an die Waldorf-oder wie sie hier bei uns heisst rudolfsteinerschule.

Ich weiss immer noch nicht was ich davon halten soll.


anderseits ist auch eine bezahlte privatschule in BR und ein abschluss an einer uni noch kein garant für einen arbeitsplatz in Brasilien.

aber auch hier bei uns in der ch ist es für die jugendlichen immer schwieriger einen arbeitsplatz zu finden.



schreibfehler im nick sind bewusst und beabsichtigt.


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BeitragVerfasst: 31 Jan 2005 21:59 
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Oi Gente

Natürlich ist eine Ausbildung an einer Privatschule keine Garantie für einen tollen Arbeitsplatz, wobei wir ja nicht wissen, was unsere Kinder (allgemein gemeint) später unter "toll" sich vorstellen. Grade hier in Brasil braucht man dazu sicherlich auch Beziehungen. Es gibt einfach zu wenig qualifizierte Jobs für zu viele gut ausgebildete Jugendliche. Handel und Industrie wachsen einfach nicht so schnell wie die Bevölkerung.

Aber eins ist klar, wenn ich heute nicht schon das maximale versuche, die Startschancen unserer Kinder zu verbessern, dann gibt später gar keine Chance. Und dazu gehören in Brasilien leider nun mal die Privatschulen.

Gruß

Manfred


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BeitragVerfasst: 31 Jan 2005 22:31 
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Bei allen schulpolitischen Problemen die es in Deutschland gibt, ich halte die Schulausbildung dort nach wie vor als sehr gut und ist nicht mal ansatzweise mit der brasilianischen zu vergleichen.

Die PISA-Studie zeigt zwar nur ein mittelmäßiges Abschneiden von Deutschland, aber dieses wird von den Analysten nur mit Einschränkungen bejaht. Fakt ist, dass Deutschland gegenüber den anderen Ländern eine extrem hohe Anzahl von ausländischen Schülern aufweist, die leider in keiner Weise aufgrund Sprachproblemen dem Unterricht folgen können.

Dass immer mehr Eltern ihre Kinder auf das Gymnasium schicken wollen ist eine logische Konsequenz unserer Leistungsgesellschaft. Früher war es noch möglich als Arbeiter eine Familie zu ernähren und sich sein eigenes Häuschen zu finanzieren. Welcher Fabrikarbeiter kann das heute überhaupt noch? Infolgedessen werden die Gymnasien "überschwemmt" und der ehemals elitäre Gymnasialabschluss ist in der Zwischenzeit schon fast Grundvoraussetzung für viele Berufsausbildungen, welche man früher mit dem Haupt- oder Realschulabschluss erlernte.

Dass eine Klassenstärke von 35 Schülern (wie Belinda schreibt) alles andere als optimal sein kann ist unbestritten, aber wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke war das Normalität und ich behaupte, dass ich die Schule deswegen nicht dümmer verlassen habe. Dass Problem ist doch, dass die Lehrer heute einen ganz anderen Schlag von Generation zu unterrichten hat. Es hört sich altmodisch an und ich mag es eigentlich gar nicht von den guten alten Zeiten zu schwärmen, aber zu meiner Schulzeit gab es zum Beispiel noch ein bisschen Respekt vor den Lehrern. Heute haben die Lehrer oftmals einen Haufen unerzogene, hyperaktive Rotzlöffel vor sich und sollten, wenn es nach den Eltern ginge, die erzieherischen Defizite die sie selbst verbockt haben, wieder ausgleichen. Das kann natürlich nicht sein.

Aber nochmals zu der Qualität der deutschen Schulen. Wenn man das vielgefächerte Angebot betrachtet, welches eigentlich von allen Schulen angeboten wird, muss man sagen, dass es da doch nichts zum aussetzten gibt. Zusätzlich zum Lehrplan gibt es AGs für Computer, Umweltschutz, zusätzliche Fremdsprachen, etc. Alles von hervorragend ausgebildeten Lehrern unterrichtet. Das sind für brasilianische staatliche Schulen Traumverhältnisse.
In diesem Zusammenhang fällt mir Gerade mein Neffe aus Deutschland ein. 13 Jahre alt und geht auf die Realschule. Hängt den ganzen Tag am Computer und am Fernsehen und zieht höchstenfalls hin und wieder mit seinen Freunden um die Häuser. Das war’s aber dann schon. Von der Schule hält er, wie die meisten in seinem Alter, eigentlich gar nicht. An seiner Schule wurde auf freiwilliger Basis Französisch- und Spanischunterricht angeboten. Aus Faulheit und Bequemheit der Schüler wurde das Programm dann wieder gestrichen, da niemand bereit war zusätzlich zwei Stunden in der Schule zu bleiben. (Zitat: "Ich bin doch nicht blöd…")

Wie Anfangs schon gesagt, halte ich die Schulbildung in Deutschland noch immer für eine sehr gute und solide Grundlage für den weiteren beruflichen Werdegang.
Betuchte Eltern mit falschem Ehrgeiz, die sehen dass ihr Sprössling doch nicht die Begabung für höhere Bildung hat (es aber nicht eingestehen wollen), schicken ihn dann auf eine private Schule. Dort wird dann mit sehr viel Druck und Disziplin, welche vorher nicht vorhanden waren und mit einem monatlichen Schulgeld der erwünschte Abschluss erreicht.


@Belinda:
Ja, auch in Brasilien gibt es Waldorfschulen (zumindest in São Paulo)

@patecuco: Ich habe gerade mal gegooglet und es sieht so aus: in Brasilien nahmen 229 Schulen aus fünf verschiedenen Regionen teil. Des Weiteren wurde zwischen städtischen und ländlichen Regionen unterschieden und natürlich auch zwischen privaten und staatlichen Schulen.
Die Resultate der Studie kannst Du eventuell hier erfahren: http://www.inep.gov.br/internacional/pisa/



Bis dann
Bagi


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BeitragVerfasst: 01 Feb 2005 04:22 
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Bagi hat geschrieben:
Vielleicht hört sich das Wort "Privatschule" für deutsche Ohren nach Elite, Luxus, usw. an.
Ist es aber nicht. Wir bezahlen die Schulgebühr für eine Schule, die sich in nichts von einer normalen Schule in Deutschland unterscheidet.


Alle Schulen privatisieren!

Ich denke da in erster Linie an Deutschland. Ich war selbst lange genug an einer staatlichen Schule (angeblich eine der Besten in meinem Bundesland) um beurteilen zu koennen, was fuer Saftlaeden das sind. Ich kenne auch die andere Seite in Form einer Waldorfschule. Ich persoenlich halte nicht viel von Waldorfschulen, Unterrichsausfall hat es dort aber nicht gegeben, von den motivierteren Lehrern mal ganz zu Schweigen. Auch andere Privatschulen, wie z.B. katholisch gefuehrte Schulen in Deutschland, haben einen sehr guten Ruf. Es muss also nicht das Internat fuer die verwoehnten Kiddies sein, die im Porsche vorfahren. Doch wie finanzieren? Lasst den Staat die Grundausbildung (ohne Uni) nach wie vor finanzieren. Er soll Bildungsgutscheine austeilen, die an einer Privatschule
eingeloest werden koennen. Die Schule muss dabei ein gewisses Niveau garantieren, welches in zentralen Jahrganspruefungen kontrolliert wird. Dann wird sich zeigen, was sich auf dem Markt durchsetzt. Ob katholische Internate, Waldorfschulen, strenge Schulen mit Schuluniform, Ganztagsschulen, oder eben die Saftlaeden, die von Alt68er gefuehrt werden.

Gruss Yens


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BeitragVerfasst: 01 Feb 2005 06:06 
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Oi Belinda,

Deine Informationen stimmen nicht ganz, denn Noten werden "nur" bis zur einschliesslich neunten Klasse nicht vergeben - anschliessend gibt es in der 10. und 11. Klasse ein kombiniertes Text-Noten-Zeugnis (also beides drauf), in der 12. und 13. Klasse gibt es beide Systeme getrennt voneinander.

Dass der Ruf der Waldorfschulen nicht der allerbeste ist, stimmt so auch nicht - es variiert wie überall recht stark. So hat zum Beispiel in Hamburg die Schule in Bergstedt einen recht schlechten Ruf, die Schulen in Blankenese und Farmsen jedoch einen hervorragenden - und es gibt Waldorfschulen in Deutschland, deren Ruf noch weit darüber hinausgehen.

Die anthroposophisch geprägte Universität Witten-Herdecke gehört übrigens zu den besten Unis in Deutschland - nicht umsonst wird sie häufig genannt, wenn es um "Elite-Unis" in Deutschland geht (und das ohne saftige Studiengebühren, wie sie andere Privat-Unis verlangen)...

Ich habe mehr als nur einmal erlebt, dass in Bewerbungsgesprächen durchaus offen und interessiert nachgefragt wurde, da einige vermittelte Dinge in den Waldorfschulen im Berufsleben durchaus Vorteile mit sich bringen (nicht alles ist Gold, aber es ist schon einiges). Insbesondere wurde häufig vermutet(?), dass das Sozialverhalten weit besser ausgebildet ist als bei Staatsschülern, ebenso Eigenschaften wie abstraktes Denken und Phantasie. Wo klare Defizite vorhanden waren, dass war die Ausbildung in Informationstechnik, Computer waren ein ziemliches Fremdwort (zumindest zu meiner Schulzeit, deren Abschluss ja aber auch schon mehr als 10 Jahre zurück liegt).

Dieses nur, um mal mit ein paar alten und schon etwas länger überholten Vorurteilen aufzuräumen.

So, ich gehe jetzt mit meiner Geburtstagsfrau zu Bett...

Florian


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BeitragVerfasst: 01 Feb 2005 09:24 
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Hallo Belinda,

als ich selbst in der Schule war, hat man natürlich Witze über die Waldorfschule gemacht, "Baumschule", etc. :-)
Außerdem waren die Waldorfschüler, die man kennengelernt hat, auch "anders".

Mittlerweile sehe ich das natürlich aus einer anderen Perspektive. Freunde von mir schicken ihre Kinder dorthin und sie scheinen sich in der Tat anders - offener - zu entwickeln. Das liegt wohl zum einen an den Lehrern, andererseits auch daran, dass es dort wohl nicht zu viele "Rabauken" gibt (und natürlich "soziale Randgruppen" oder wie man so schön sagt "bildungsferne Schichten" ihre Kinder nicht dorthin schicken).

Was mir an der Waldorfschule noch nicht klar ist, sind die Berufsaussichten. Wie sind die Chancen, dass man eine Lehrstelle kriegt ? Zumindest beim Uni-Zugang sollte es ja keine "Diskriminierung" geben können.


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BeitragVerfasst: 01 Feb 2005 09:35 
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vasco hat geschrieben:
Hallo Belinda,

als ich selbst in der Schule war, hat man natürlich Witze über die Waldorfschule gemacht, "Baumschule", etc. :-)
Außerdem waren die Waldorfschüler, die man kennengelernt hat, auch "anders".

Mittlerweile sehe ich das natürlich aus einer anderen Perspektive. Freunde von mir schicken ihre Kinder dorthin und sie scheinen sich in der Tat anders - offener - zu entwickeln. Das liegt wohl zum einen an den Lehrern, andererseits auch daran, dass es dort wohl nicht zu viele "Rabauken" gibt (und natürlich "soziale Randgruppen" oder wie man so schön sagt "bildungsferne Schichten" ihre Kinder nicht dorthin schicken).

Was mir an der Waldorfschule noch nicht klar ist, sind die Berufsaussichten. Wie sind die Chancen, dass man eine Lehrstelle kriegt ? Zumindest beim Uni-Zugang sollte es ja keine "Diskriminierung" geben können.


Habe auch unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Auf der einen Seite haben wir damals immer nette und offene Menschen von der Walldorfschule kennengelernt, auf der anderen Seite kamen sie uns häufig zu sensibel vor. Das bezieht sich jetzt aber nur auf eine Walldorfschule, die bei uns in der Nähe war. Diese Schule hatte ihren Ruf als "Weicheier-Züchtung". Einige kamen im Erwachsenenalter mit der "grausamen Umwelt" nicht klar, was zu Depressionen führte.
Ich hoffe aber, dass diese Walldorf-Schule wohl eine Ausnahme war.


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BeitragVerfasst: 01 Feb 2005 09:58 
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Hallo Zambo,

dazu fällt mir auch ein Beispiel ein: Bei mir auf's Gymnasium ist in der 7. Klasse ein Waldorfschüler gewechselt, er war am Anfang ganz "normal".
Nach wenigen Monaten hat's ihn gepackt, er hat kurz darauf angefangen zu rauchen, saufen, war ein halbes jahr später Punk, ist mehrfach sitzen geblieben, auf die Realschule gewechselt und hat nach Abschluß eine Maurerlehre gemacht.

Bei ihm habe ich mir auch gedacht, dass die Realität außerhab der wohlbehüteten Waldorfschule zu viel für ihn war.


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