Hallo Lemi,
ich schreibe Dir mal persönlich meine Meinung - vor allem, weil ich, als ich erstmals nach Brasilien kam, als ich selbst noch sehr jung war. Ich selbst hatte gerade mal das Abitur und war junger Student, Anfang 20. Da hatte ich natürlich ganz überwiegend Schülerinnen und Studentinnen, mit denen ich zusammen war. Und ich kann seither aus Erfahrung vier Dinge sagen:
1) Diejenigen, die auf Privatschulen waren und deren Eltern seinerzeit im Durchschnitt rund 500 Dollar teilweise monatlich, mehrheitlich ("nur") pro Halbjahr bezahlen mussten, waren natürlich ganz zweifellos die gebildeteren, ganz oft auch die eingebildeteren. Und ich weiß, wovon ich rede, mit einer davon war ich fünf Jahre verlobt (nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: ich habe sie sehr geschätzt). Aber: die haben nicht immer den BlicK für das Ganze (z.B. soziale Aspekte) und nicht immer sind sie erfolgreich aufgrund des Gelernten sondern allenfalls aufgrund der Kontakte der Eltern.
2) Das oben gesagte gilt vor allem für die Großstädte, wo es für entsprechende Absolventes des Seg.Gr. auch entsprechende Jobs und vor allem Studienplätze gibt, wenn das Vestibular bestanden ist. Aber dann, wenn es an der staatlich geförderten USP keinen Studienplatz gibt, wird das Studieren an der faculdade noch teurer, und ohne Vitamin B dann einen Jao kriegen? Auch nicht einfach in Brasilien....
3) Mein Eindruck bei den Frauen mit denen ich zusammen gewesen bin, und das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen in Deutschland: Privatschule oder nicht, studiert oder nicht - ganz entscheidend ist das Elternhaus. Meine jetztige Frau, gerademal 23 Jahre alt (wir sind seit fünf Jahren zusammen) hatte nie die Gelegenheit zum Besuch einer Privatschule. Gleichwohl hat sie von ihrer Mutter so viele gute Begabungen und vor allem einen unglaublichen Ehrgeiz mitbekommen, dass sie sowohl in Brasilien als auch in Deutschland einen unerwartet guten Berufseinstieg hatte. Übrigens, ganz wichtig ist die Anerkennung des Abschlusses in Deutschland: Zuständig sind in NRW (noch) die Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln. Letztere erkennt den seg. gr. idR. als Realschulabschluss (Fachoberschulreife) an, das ist schon nicht schlecht, um eine solide Ausbildung in Deutschland machen zu können!
4) In einigen großen Städten Brasiliens gibt es deutsche Schulen, und an zwei wirklich großen mit riesigen Schülerzahlen kann man sogar das deutsche Abitur erwerben, und ich kann wirklich nur empfehlen, wer die Gelegenheit dazu hat, insbes. bei deutsch-brasilianischen Ehen und deutschen Eltern, die in Brasilien leben: Diese Schulen haben einen absolut guten Ruf, weltweit!
Colégio Humboldt, 04746 Sao Paulo
Colégio Visconde de Porto Seguro, 05659-900 São Paulo
Deutsche Schule Corcovado, 22260-000 Rio de Janeiro
Escola SuÃço-Brasileira Schweizerschule Ecole Suisse Rio de Janeiro, 1 Rio de Janeiro - Brasilien
Schweizerschule Curitiba / Colégio SuÃço-Brasileiro de Curitiba, 83323-4 Pinhais-PR
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