Kosten für Privatschule

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Kosten für Privatschule

Beitragvon Lemi » So 30. Jan 2005, 13:49

Hi Papas und Mamas,

wenn ihr nach Brasilien umsiedelt und schulpflichtige Kinder habt, werdet ihr sie aufgrund des schlechten Standards der staatlichen Schulen sicherlich auf eine Privatschule schicken.

Privatschulen gibt es in allen Preisklassen. Es geht wohl so ab 100 R$ pro Monat los und endet bei ca. 1500 R$ / Monat. Wahrscheinlich gibt es auch noch teurere Schulen.

Da übermorgen das Schuljahr beginnt, müssen vorher die von der Schule überreichten Listen für Schulmaterial, Schulbücher und Uniform abgearbeitet werden, konkret heisst das: Einkaufen gehen !

Nach ein paar Kostenvoranschlägen von verschiedenen Schreibwarenläden in Belo Horizonte kommen wir auf folgende Gesamtkosten für ein Kind, welches in die 1. Klasse kommt:

Bücher (7 Stück): ca. 300 R$
Schreibwaren: ca. 300 R$
Uniform: ca. 100 R$

Da ich 2 Kinder habe, werde ich also erstmal locker 1400 R$ los.

Hinzu kommt dann eine monatliche Rate fürs Schulgeld von 300 R$ pro Kind + Transport zur Schule für ca. 100 R$ pro Kind.

Überschlagsmässig ergeben sich also fixe Jahreskosten von ca. 6000 R$ pro Kind !

Wenn man daran denkt, dass der "Segundo Grau" erst nach 11 Jahren beendet ist - und wie in meinem Fall alles mit 2 multiplizieren muss - kommt einem die Gesamtsumme von ca. 150.000 R$ für die Ausbildung der Kinder schwindelerregend hoch vor. Und da ist noch nicht einmal Inflation eingerechnet. Ausserdem werden die Bücher mit zunehmenden Alter der Kinder nicht nur mehr, sondern auch teurer. :bgrcry:

Ich will hier nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich ausheulen will. Eher das Gegenteil - es soll eine Vorwarnung an die Leute sein, die vorhaben auszuwandern und nicht so richtig wissen, welche Kosten in Sachen Schulausbildung der Kinder auf sie zukommen.
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Beitragvon Bagi » So 30. Jan 2005, 20:11

Da es meiner Frau und mir sehr wichtig ist, dass unsere Kinder auch in Deutsch unterrichtet werden, bezahlen wir pro Kind knapp 1.300 R$ pro Monat. Dazu kommen dann noch die diversen Nebenkosten wie Lehrmaterial, Bus, Ausflüge, etc.
Da kommt im Laufe eines Jahres gleich mal ein Sümmchen zusammen was dem Preis eines Kleinwagens entspricht.

Sollten die Jungs irgendwann mal noch ein Studium anstreben, wird dies auch nicht ganz billig …

Im Zusammenhang mit der Pisa-Studie (bei der auch Brasilien teilnimmt), zeigte sich übrigens, dass nicht alle privaten Schulen eine bessere Qualität haben als die staatlichen.
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Beitragvon Lemi » So 30. Jan 2005, 21:05

Oi Bagi,

Sinn und Zweck der guten bis sehr guten Grundschulausbildung soll sein, dass die Kinder es irgendwann einmal auf eine staatliche Uni schaffen, die ja dann kostenlos sein wird.

Ganz im Gegensatz zu den staatlichen Schulen bieten die staatlichen Unis dann auch noch ein Ausbildung bzw. Abschluss, der allgemein in Brasilien höher eingestuft wird als der einer Privat-Uni - sprich: bessere Jobaussichten und besseres Gehalt möglich !

Im Idealfall gehen die Kinder auf eine deutsche Uni. Dafür lege ich den Grundstein, in dem ich ihnen selber deutsch beibringe, was bisher sehr gut klappt, obwohl die Voraussetzungen nicht ideal sind (Leben in Brasilien und täglich bis 18 Uhr auf Arbeit - also wenig Kontakt). Natürlich will ich das den Kindern nicht aufzwingen, was aber anscheinend nicht nötig sein wird, da sie beide "Deutschland-Fans" sind. Zumindest die Grosse würde sofort nach Deutschland zurückgehen wollen.

Da es in Belo Horizonte keine deutsche Schule gibt, spare ich mir das viele Geld. :haha: Ich hatte mich aber mal vor ca. 1 Jahr an der deutschen Schule in Rio erkundigt, wo man mir sagte, dass die Monatsrate bei ca. 500 R$ liegen würde ......... die Bundesregierung hilft da etwas aus. 8)
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Beitragvon belinda » So 30. Jan 2005, 21:24

...
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Beitragvon Lemi » So 30. Jan 2005, 22:02

Hi Belinda,

also dein Angebot in allen Ehren, aber so leicht ist das wohl nicht realisierbar (wenn es es wäre, wäre ich und Gleice wohl sofort Feuer und Flamme!).

Zu deiner Recherche:

Ich glaube gut und gerne, dass Privatschulen in Deutschland so teuer sind, halte sie aber - im Gegensatz zu Brasilien - für vollkommen unnötig. Ihre Kundschaft dürfte sich wohl auf weniger als 1% der schulpflichtigen Kinder beschränken - ganz anders als in Brasilien (jetzt müsste ich mal recherchieren!), wo m.E. die Verteilung zwischen staatlich und privat ungefähr 50:50 sein dürfte.

Hier ist die Regel: Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf eine Privatschule, um ihnen nicht von Anfang an alle Chancen auf einen einträglichen Job zu nehmen. Familien geben da schnell mal 50% ihres Einkommens aus !

Für Absolventen einer staatlichen Schule bleiben leider nicht viel mehr als die Salario-Minimo-Jobs - zumindest wenn man nach dem 1. Grau aufhört, was eigentlich das Normale ist.

Europäische und brasilianische Privat-Schulen basieren nicht auf der gleichen Logik. Währenddessen es in Europa Ziel ist, dort eine Elite heranzuziehen, ist sie in Brasilien eher die Basis an einen 1000R$-Job heranzukommen (mit der Option Karriere zu machen).
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Beitragvon Bagi » So 30. Jan 2005, 22:13

Oi Lemi,

ich stimme grundsätzlich mit Dir überein. Nur eines ist klar, der Besuch einer privaten Schule ist noch lange nicht der Garant für den Zugang einer staatl. Universität und wäre für mich eine Spekulation.

Auf der Schule unserer Kinder wird nicht nur die deutsche Sprache gelehrt, sondern auch Geschichte, Kultur, etc. Außerdem ist es sehr positiv, dass die Schulfreunde nicht nur Brasilianer sind, sondern aus allen Herren Länder kommen.

Somit können wir davon ausgehen, dass sich unsere Kinder mit ihrer Schulbildung hoffentlich jederzeit in Deutschland integrieren könnten und keinerlei Nachteile hätten.
Wie ich schon in bei einem anderen Thema geschrieben habe, ist der Segundo Grau für eine deutsche Hochschulzulassung nicht ausreichend.

Ich kenne genügend deutsche Einwanderer hier in Brasilien, deren Kinder so gut wie kein deutsch sprechen und aufgrund mangelnder Ausbildung nie den Lebensstandart ihrer Eltern weiterführen können. Man kann sich ausrechnen, was die zweite Generation für einen Lebensstandart haben wird.

Selbstverständlich könnten wir unsere Kinder auf eine andere kostengünstigere Schule schicken und das Geld sparen, aber ich sehe diese Schule nicht als Luxus oder Geldverschwendung, sondern als eine Investition für unsere Kinder.
Ob es die Kinder uns irgendwann danken werden steht auf einem anderen Blatt geschrieben, aber zuminderst werden sie uns nie vorwerfen können, dass sie in Brasilien nicht dieselben Chancen gehabt hätten als in Deutschland.
Bis dann
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Beitragvon Bagi » So 30. Jan 2005, 22:21

Vielleicht hört sich das Wort "Privatschule" für deutsche Ohren nach Elite, Luxus, usw. an.
Ist es aber nicht. Wir bezahlen die Schulgebühr für eine Schule, die sich in nichts von einer normalen Schule in Deutschland unterscheidet.
Bis dann
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Beitragvon Lemi » So 30. Jan 2005, 22:51

Oi Bagi,

ich glaube, wir verstehen uns ganz gut. Ich gehe zumindest zu 100% konform mit dem, was du schreibst.

Dass es bei uns keine deutsche Schule gibt, kann man natürlich niemandem vorwerfen ....... ganz im Gegenteil ....... man muss das Beste daraus machen. Im übrigen wurde die Schule, auf die wir die Kinder schicken (Colégio Arnaldo Jannsen), von einem Deutschen gegründet und wird auch immer noch von einem seiner Nachfahren geführt. Leider war dies nicht genügend Anlass, um auch deutsch zu unterrichten. Es gibt aber zumindest eine umfangreiche deutsche Bibliothek in der Schule.

Übrigens: Deutsche Kultur versuche ich meinen Kindern natürlich auch etwas zu vermitteln. Das geht bei den häuslichen Gewohnheiten los und hört bei den jährlichen D-Besuchen, die meist über 1-2 Monate (bei den Kindern) gehen, auf. Mit der deutschen Geschichte wirds schon etwas schwieriger.

Jetzt könnt ihr mal laut lachen: Als wir dieses Jahr in Berchtesgaden waren und vor einem Trachtenladen standen, fiel uns nichts besseres ein, als unserer Tochter ein Dirndl und dem Sohnemann eine Lederhose zu kaufen (Papa trug als Stift auch mehrere ....) . Beide Kinder waren stolz wie Oscar !
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Beitragvon patecuco » Mo 31. Jan 2005, 10:44

Der Anlass die Kinder auf eine Privatschule in Deutschland zu schicken kann auch ein ganz anderer sein.

Waehrend meiner Schulzeit in den 70ern wurden manche Soehnchen auf ein Internat geschickt, weil sie die normale Schule nicht schaften. Damit sie nicht ohne Schulabschluss dastehen, hat Mami/Papi die einfachste Moeglichkeit gewaehlt. Damals waren die Internate in Hessen sozusagen mit Abitur-Garantie. Eine Ex Freundin meines Bruders ist Lehrerin auf einer Privatschule und bestaetigte mir dies kuerzlich, auch dort waren 50% nur deshalb, da sie es in der normalen Schule nicht gerafft hatten.

@Bagi

BR hat schon wieder ganz schlecht bei PISA abgeschnitten. Was fuer Schulen nahmen dort teil ? Ausser den oeffentlichen auch private ? Gibts auch so ne Einzel-Bewertung im Internet ?
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Beitragvon belinda » Mo 31. Jan 2005, 11:01

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