Krankenhausbesuch

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Krankenhausbesuch

Beitragvon Stephan » Fr 24. Dez 2004, 14:02

Mein erster Krankenhaus Besuch in Brasilien als Patient und nicht als Besucher. javascript:emoticon(':?')
Confused
Am Freitag vergangener Woche wurde mein Schienbein, Wadenbein, Sprunggelenk und Innenband mit Hilfe von 7 Schrauben und 1 Blechplatte in 2 Stuendiger OP wieder zurecht gerueckt.
Da ich bis Dato fast nur schlechtes gehoert habe ueber jedwese Krankenbehandlung, habe ich mir direkt nach geglueckter OP im Aufwachraum vorgenohmen das erlebte hier zum besten zu geben.

Und so fing alles an. Nachdem ich mir dann beim Bodyboarden die Knochen ramponiert hatte. Die Bombeiros mich mit Ihrem KIA Lieferwagen zur Erstversorgung gebracht hatten und der dortige Arzt mit einem beherzten Ruck Bein und Fuss in passender Position (90° zurueck) gedreht hatte fuehlte ich mich erstmal wieder ein bisschen Schmerzfrei. Danach begann dann die eigentliche "Arbeit". Nach ein paar Anrufen meiner Frau bei der Unimed hatten wir bereits den Freigabecode fuer die OP. Jede teuere Behandlung wird in Brasilien erst freigegeben. Ohne "Code" geht noch nicht mal ein Ultraschallgeraet an. Da wir nicht ins Oertliche Krankenhaus in Itajai wollten begannen wir auf eignene faust noch Arzt und Krankenhaus zu suchen. Zuerst mal die Bekannten befragt, dann die Gelben Seiten. So kamen wir nach vielen Ratschlaegen auf das Unimed Hospital in Joinville. Nach einem Termin mit einem "privat" Sportarzt der die OP nach Besichtigung meines Fusses ausfuehren sollte folgte schon am naechsten Tag der Besuch beim Narkosearzt. Die Unimed in Santa Catarina hat ohne Probleme unserer privaten Arzt und Krankenhauswahl zugestimmt und nur die Daten zum bereits erhaltenen OP Code geandert. Im Krankenhaus selbst war man nicht eine Minute alleine. Vom Pfoertner ueber das Maedchen von der Annahme bis zur Stationsschwester. Immer war jemmand da, der gefragt hat ob alles OK ist. Auf dem Weg vom Eingang bis zum OP sind mir bestimmt 5 Putzfrauen begegnet. Dementsprechend sauber war alles. Das Krankenhaus hatte an diesem Tag 67 OP´s geplant. Ich weiss nicht ob das viel oder wenig ist. Troztdem hatte ich das Gefuehl das nur ich operiert werde.
Wie dem auch sei. Da fast nichts in Bezug auf brasilianische Versicherungen und Systeme richtig funktioniert, hat es mich um so mehr gefreut dort 110% Behandelt worden zu sein. Ich hoffe das Allen die mal in der Situation sind, sich fuer ein Krankenhaus im Sueden Brasiliens entscheiden zu muessen dieser Beitrag ein bischen weiter hilft. Auf der andern Seite verdient das Personal dort echt ein grosses Lob. Was Sie zwar so nicht direkt erreicht aber vielleicht doch neue "Kundschaft" bringt.
Wer wissen will !! Das Krankenhaus ist 3 Jahre alt und hoert auf den Namen Centro Hospitalar Unimed Joinville. Ich selber und meine Frau zahlen zusammen 260 R$ im Monat fuer einen Plano de Saude bei der Unimed.


Froehliche Weihnachten vom Litoral Catarinese.

Stephan :?
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Beitragvon patecuco » Fr 24. Dez 2004, 17:08

@Stephan

>Ich selber und meine Frau zahlen zusammen 260 R$ im Monat fuer einen >Plano de Saude bei der Unimed.

erscheint mir wenig, was ist denn da alles drin enthalten ?
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Beitragvon Mineiro_Alemão » So 26. Dez 2004, 14:53

Hallo Stephan,

interessanter Bericht, hoffe das es Dir bald bessergeht. Habe ebenfalls zusammen mit meiner Frau einen Plano de Saúde bei der UNIMED, MG

Allerdings solltest Du nicht vergessen, das Du diese wie Du es nennst 110%ige Behandlung im Krankenhaus und bei den Ärzten NUR der UNIMED zu verdanken hast. Nur wer selbstzahler ist erhält ermutlich einen noch besseren Service :!: :?:

Allerdings bedeute dies auch OHNE Plano de Saúde bist Du in Brasilien ein niemand und niemand wird Dir überhaupt eine Art von Service bieten, da bist Du nur eine Nummer die dann irgendwann nach langem warten mal drankommt.

Weiterhin gute Besserung :wink:
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Beitragvon Mineiro_Alemão » So 26. Dez 2004, 15:34

patecuco hat geschrieben:@Stephan

>Ich selber und meine Frau zahlen zusammen 260 R$ im Monat fuer einen >Plano de Saude bei der Unimed.

erscheint mir wenig, was ist denn da alles drin enthalten ?


Hallo,

ich zahle bei der UNIMED in Minas für mich und meine Frau (35+30) im Monat 280,-R$ und unsere Police deckt eigentlich alles ab, Allgemein- und Fachärzte, Zahnarzt, Laboruntersuchungen und Röntgenuntersuchungen, inkl. Vorsorgeuntersuchungen und med. Versorgung bei Schwangerschaft inkl. Geburt im Krankenhaus. Sowie Augenarzt, der musste extra in die Police mitaufgenommen werden.
Da diese aus verschiedenen Bausteinen besteht. Grundversorgung, dann extra für Zahnarzt, Augenarzt, Krankentransport per Flugzeug.... jenachdem was man eben braucht bzw. worauf man nicht verzichten will.

Die Prämie ist dann auch abhängig vom Alter der Versicherten und dem Umfang der Police. Wichtig ist auch zu wissen, das die Krankenversicherungen Medikamente NICHT übernehmen, sowie divere Zahnarztleistungen (Prothesen, evtl. hochwertige Materialien) nicht übernommen werden und dann selber bezahlt werden.

Vor Abschluss einer Police würde ich empfehlen sich bei der PROCON zu informieren, da sehr viele Anbieter auf dem Markt sind und auch viele unseriöse die bestimmte Leistungen und Behandlungen bereits im Vertrag ausschliessen wie z.B. Dengue, AIDS oder sonstige Virusinfektionen. Was lt. Gesetz NICHT erlaubt ist :!:

Also vorher gut informieren dann klappt´s auch mit der Versicherung :wink: :!:
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Re: Krankenhausbesuch

Beitragvon Careca » Mo 27. Dez 2004, 01:14

Stephan hat geschrieben:Nachdem ich mir dann beim Bodyboarden die Knochen ramponiert hatte.

Was ist denn um Gottes-Willchen "Bodyboarden"? Spielst du dabei das Brett für nen Surfer, der auf dich steht?
Klär mich bitte mal auf! Will nicht dumm sterben ...
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Mo 27. Dez 2004, 15:42

Hallo Careca,

wahrscheinlich liegt er auf dem Brett. Deshalb hat er sich ja auch seine Hinterhufe so ramponiert. Ich weiß auch nocht, wo da der Lustgewinn ist, aber mir ist Wasser eh in Form von Schnee als Untergrund für sportl. Aktivitäten lieber.
Und ansonsten hätte ich mich da lieber auf oder unter was anderes gelegt, zwecks Lustgewinn. Und dabei bricht man sich normalerweise nicht die Hinterhufe...

Gruß

H-J
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Beitragvon W124 » Do 6. Jan 2005, 19:36

Hans-Joachim Menzel hat geschrieben:Hallo Careca,

wahrscheinlich liegt er auf dem Brett. Deshalb hat er sich ja auch seine Hinterhufe so ramponiert. Ich weiß auch nocht, wo da der Lustgewinn ist, aber mir ist Wasser eh in Form von Schnee als Untergrund für sportl. Aktivitäten lieber.
Und ansonsten hätte ich mich da lieber auf oder unter was anderes gelegt, zwecks Lustgewinn. Und dabei bricht man sich normalerweise nicht die Hinterhufe...

Gruß

H-J


Mir ist ein ganz anderer untergrund ebenfalls lieber, und auch nicht ein brett, sondern allenfalls ein bett. Jedenfalls ist es auch eine sportliche aktivität, da stimme ich voll zu.
Allerdings nicht immer ungefährlich (hängt wohl vom alter ab); hatte mir zwar nix gebrochen, aber irgendeinen muskel im rücken verstaucht, so eine art extremer muskelkater. Die witze meiner frau kann sich wohl jeder vorstellen .......
abraços
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PSM = pronto socorro municipal

Beitragvon W124 » Do 6. Jan 2005, 20:15

Es fing eigentlich schon beim schliessen der haustür in D an. Das taxi wartete bereits, aber ich musste ja unbedingt noch kurz vor unserer abreise eine schon etwas überfällige salami vernichten; schließlich soll man ja nichts verderben lassen vor einer etwas längeren abwesenheit. Also nochmals zurück ins haus und die restlichen verdauungsprodukte der salami in die kloschüssel gegeben (mit dem umweg über meinen körper).

Nungut wird schon werden, los gehts.
Im flugzeug hatte ich schon ein mulmiges gefühl und bereut nicht einen sitzplatz neben dem wc gebucht zu haben.
Zwischenstop in Lisboa, leider feiertag und im centrum keine offene apotheke zu finden.
Naschön wird schon werden. Wurde es auch, auf dem flug nach Fortaleza bekam ich zu allem überfluss noch fieber. Meine frau besorgte schließlich verschiedene medikamente, die zumindest für den tag in Fortaleza wirkung zeigten.
Angekommen in Belém kamen fieber, durchfall, übelkeit und sonstwas zurück --- guter rat der schwiegermutter (man sollte nicht auf sie hören) war einen pronto socorro aufzusuchen. Hier gleich eine warnung: MACHT DAS NIEMALS !!!!
Dort angekommen, personalien aufgenommen und in den großen warte-behandlungs-operations-untersuchungs-saal gegangen.
Zumindest eine interessante erfahrung, und man bekommt so einen guten überblick der üblichen brasilianischen krankheiten und verletzungen. Faule Gliedmaßen, schuss- und stichverletzungen, naja das übliche eben. Und wegen der überbelegung findet alles im gleichen raum statt. Nur die wirklich schweren fälle werden auf dem flur behandelt.
Nach einer stunde kam doch tatsächlich jemand auf uns zu um nach dem zustand zu fragen und um eine gründliche untersuchung in form von fiebermessen und hand auf die schulter legen duchzuführen. "Wird schon werden", war die diagnose des arztes. AHA :idea:
Schließlich bekam ich noch ein kreislaufstärkendes mittel ..... und dann nix wie weg.

Später erfuhr ich vom taxifahrer, dass neulich ein deutscher tourist wegen drogenkonsums genau bei jenem PSM behandelt wurde --- nungut! Wird schon werden.
abraços
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Do 6. Jan 2005, 20:27

Hallo,

was stopfst du da auch in dich rein ?! Salami ?! Is' eh viel zu fett und das auch noch auf dem Weg nach Brasilien dem Fleisch- und Fischparadies...
Die paar Kalorien, die du für die Reise brauchst, kannst du doch auch flüssig zu dir nehmen...

Und die Moral von der Geschicht': Was uns nicht umbringt, macht uns härter!

Gruß

H-J
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Beitragvon patecuco » Fr 7. Jan 2005, 12:39

@HJM

es heisst :

o que não mata engorda
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