Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon M_Piccard » Di 18. Jan 2011, 16:16

Guten Tag zusammen,

folgende Situation...:

meine Freundin und ich werden vorraussichtlich im April heiraten. (falls alle Papiere zusammen sind)
Ja, wir versuchen es in D (spannend,ich weiß).
Meine Freundin wird ganz normal mit Tourivisum einreisen.
Die Papiere (alles bereits von einer in D anerkannten Übersetzerin übersetzt) reichen wir dann beim Standesamt ein. Diese sendet diese Dokumente an das OLG. Wenns von da aus das Okay gibt, dann wird der Termin festgesetzt.

Angenommen, es geht alles glatt und wir sind verheiratet, dann taucht die Frage auf, wo muss ich meine Frau versichern? Bis dato ist sie durch eine incoming-Versicherung abgesichert.
Sie arbeitet zur Zeit noch in Brasilien und hat Plano de Saude. Ich bin selbstständig und Privatversichert.

Beim Versuch Auskünfte über die Gesetzliche Krankenkasse, sowie bei der Ausländerbehörde einzuholen sind zum Haare raufen. Nirgends bekommt man eine schlüssige Auskunft.

Wer kann helfen?
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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon MESSENGER08 » Di 18. Jan 2011, 18:22

Da wirst Du Deine Frau wohl privat versichern müssen, entweder mit in Deiner KKV oder alleine. Denn die gestzlichen KKV sind nur verpflichtet jemanden aufzunehmen der in einem Beschäftigungsverhältnis ist.

Sprich solange Deine Frau keinen eigenen Job hat, keine GKV !

:roll:
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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon Westig » Di 18. Jan 2011, 18:47

MESSENGER08 hat geschrieben:Da wirst Du Deine Frau wohl privat versichern müssen, entweder mit in Deiner KKV oder alleine. Denn die gestzlichen KKV sind nur verpflichtet jemanden aufzunehmen der in einem Beschäftigungsverhältnis ist.

Sprich solange Deine Frau keinen eigenen Job hat, keine GKV !



Da wird hier in letzter Zeit und von einigen, die selten was konstruktives schreiben - auch Trolle sind dabei - über die angeblich mangelnde Qualität und den angeblich unzureichenden Informationswert dieses Forums gemäkelt.

Es soll hingegen doch auch mal gesagt sein: MESSENGER08 trägt neben einigen anderen dazu bei, dass vieles hier lesenswert ist: stets sachlich korrekte, präzise und vor allem auch hilfreiche Auskünfte für Ratsuchende.
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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon ana_klaus » Di 18. Jan 2011, 19:02

es gibt ja auch noch die Möglichkeit, da Du ja selbstständig bist, Deine Frau anzustellen mit einem geringen Gehalt, dann ist sie pflichtversichert. Das ist eine Rechenspiel.

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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon M_Piccard » Di 18. Jan 2011, 21:21

Messenger,westig, klaus,
vielen Dank für die kostruktiven Beiträge.
Habe heute erfahren, dass aus dem §5 des Sozialgesetzbuches hervorgeht, dass Personen, welche vorher nicht versichert waren, sogar angeblich in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert werden müssen. Hatte meinen Fall vorhin der IKK geschildert....
Nach deren Aussage wäre ine PKV gar nicht möglich. tztztz, jetzt gehts rund...

Inkl. Pflegeversicherung würde die freiwillige KV für meine frau dann 317,- Euro kosten.
Da lohnt eine Anstellung. Ich habe eh genug zu tun...
Die Frage ist, ob die KV das durchgehen lässt, oder ob eine Prüfung vollzogen wird.
Was meint Ihr?
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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon rave_66 » Di 18. Jan 2011, 21:24

Ihr habt 2 Möglichkeiten:
a) PKV. Preise vergleichen. Es muss nicht die gleiche PKV wie die deinige sein.
Je nach Anzahl der Vorschäden (?heisst das so bei Personen?) gibts einen Zuschlag. Wichtig sind da jedenfalls die Zähne.
Andere ehem. Krankheiten müssen mitgeteilt werden. Die PKV prüft und ermittelt den Beitrag.
Frauen sind generell teurer (ja, wie im wahren Leben).
b) GKV. Hatte mich mal erkundigt und hatte das auch irgendwo gelesen. Zur Berechnung bei Verheirateten (Frau ohne Einkommen) wird in dieser Konstellation das HALBE Einkommen des Ehegatten als Bemessungsgrundlage verwendet. Darauf den Beitragssatz von 15,5% aktuell.
Da es von nirgendwoher Zuschüse gibt, ist dies dann der Beitrag. Ist aber auf einen Höchstbetrag limitiert, sind glaub ich derzeit 575 Euro plus Pflegeversicherung. Wird aber je nach Einkommen ein teurer Spass.

Vorteile steuerlicher Art neben Steuerklasse III sind dabei die höheren Absetzmöglichkeiten. Wer viel zahlt, kann mehr absetzen.

Schreib mal später, was Du gemacht hast und wie's dann wirklich war.

VG & vielen Dank

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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon frankieb66 » Di 18. Jan 2011, 21:39

M_Piccard hat geschrieben:Messenger,westig, klaus,
vielen Dank für die kostruktiven Beiträge.
Habe heute erfahren, dass aus dem §5 des Sozialgesetzbuches hervorgeht, dass Personen, welche vorher nicht versichert waren, sogar angeblich in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert werden müssen. Hatte meinen Fall vorhin der IKK geschildert....
Nach deren Aussage wäre ine PKV gar nicht möglich. tztztz, jetzt gehts rund...

Das glaube ich nicht. Evtl. gibt es Voruntersuchungen (med.) und daraus resultierende Wartezeiten bis zum Eintritt des vollen Versicherungsschutzes. Sollte deine Frau allerdings z.B. an einer chronischen Vorerkrankung leiden, dann kann es durchaus sein, dass eine PKV die Aufnahme auch ganz verweigern kann.

Deine Frau könnte sich nicht in einer PKV versichern, wenn sie im Angestelltenverhältnis unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient. Dann könnte sie auch nicht so einfach in die GKV zurückwechseln, was wenn z.B. Kinder geplant sind, durchaus sinnvoll wäre. Aber sich freiwillig als Nicht-Angestellte bei einer PKV zu versichern ist jederzeit möglich, wenn nicht Gründe dagegen sprechen, die ich ober schon ansprach.

M_Piccard hat geschrieben:Inkl. Pflegeversicherung würde die freiwillige KV für meine frau dann 317,- Euro kosten.
Da lohnt eine Anstellung. Ich habe eh genug zu tun...
Die Frage ist, ob die KV das durchgehen lässt, oder ob eine Prüfung vollzogen wird.
Was meint Ihr?

Also möglich ist das, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Allerdings gibt es bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von nahen Familienangehörigen (darunter fällt ja auch die Ehefrau) einige Besonderheiten zu beachten*, die im Zweifelsfall auch überprüft werden. Mein Fall liegt allerdings schon einige Jahre zurück, daher weiß ich über die aktuellen Besonderheiten leider nicht konkret Bescheid. Vielleicht einfach mal bei der z.B. AOK die Anmeldeformulare für Arbeitgeber besorgen (gibts sicher auch irgendwo zum Download) und die einzelnen Punkte durchgehen. Im Zweifel dann bei der AOK nachfragen, evtl. hilft auch die IHK (wenn du dort Mitglied bist). Natürlich ist es mit der Anmeldung bei der KK nicht getan, da kommt noch das FA (Lohnsteuer), und die anderen Sozialversicherungsträger (AA, RV), evtl. Berufsgenossenschaft ...

Boa Sorte!

Frankie

* das gilt meines Wissens aber nur für Kleinbetriebe, z.B.: 2-Mann-Betrieb: Du Chef - Sie Sekretärin oder Putzfrau
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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon M_Piccard » Mi 19. Jan 2011, 00:00

Super, vielen Dank für Eure Hilfe...
Ich werde eine Möglichkeit wählen, meine Frau einzustellen.
Alles andere macht wirtschaftlich und logisch keinen Sinn.
Wenn jemand das Prozedere mit der Beschäftigung eines Familienmitgliedes vor kurzem durchlebt hat, dann würde ich mich sehr über Eure infos freuen.

gruß, MarkPiccard
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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon rave_66 » Mi 19. Jan 2011, 09:57

Noch ein Tipp:
Schau mal in einer Suchmaschine mit den Begriffen "Arbeitsvertrag mit Ehepartner".
Dort finden sich noch genügend ergänzende Informationen, was man zu beachten hat
und was eben auch nicht sein darf, so wie auch Vertragsmuster etc.

Vielleicht hilfts.

VG rave_66
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Re: Krankenversicherung nach Heirat in Deutschland

Beitragvon ana_klaus » Mi 19. Jan 2011, 12:25

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