Krankenversicherung

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Krankenversicherung

Beitragvon karlnapp » Di 7. Feb 2012, 18:20

Optimaler Tipp, Elsass! Von der Existenz einer solchen deutschen Versicherung wusste ich nichts. Möglicherweise sind wir mit dieser Würzburger Versicherung oder einer Kombination mit dieser günstiger dran. Sobald ich wieder in Deutschland bin, werde ich dieser Angelegenheit nachgehen.

Nun ein paar verdeutlichende Worte zu den SUS postos, die ein Gringo evtl. nicht aufsuchen möchte.
Gelegentlich ruft das bras. Gesundheits-Ministerium die Frauen zu prophylaktischen, gynäkologischen Reihenuntersuchungen in die postos. Die Aufgabe der posto-Psychologinnen ist dabei, die untersuchungswilligen Frauen entsprechend vorzubereiten und diese vor allem darauf hinzuweisen, zu diesem Check mit einem frisch gewaschenen Genitalbereich zu erscheinen.
Total entnervt gab ein untersuchender Gynäkologe auf, weil ......... . Die Vorbereitung wurde daraufhin wiederholt und der zuständige secretario de saude setzte den Termin neu an.

Man braucht sich in Brasilien nicht, wie in Deutschland gewohnt, rundum gegen alle Gesundheitsrisiken privat abzusichern. Das ist viel zu teuer! Die kleineren Allerwelts-Wehwehchen kann man durchaus auch im posto behandeln lassen. Oder sich regelmäßig einzunehmende, teure Pharmazeutika dort verschreiben lassen und bei der SUS-Farmazia kostenfrei beziehen. Viele Mittelklasse-Brasilianer ersparen sich auf diese Weise Kosten;
die SUS ist schließlich für alle Brasilianer kostenfrei und nicht nur für die armen.
Und wenn man nicht gerade einen posto aufsucht, wo die behandelten Ärzte mitunter entnervt aufgeben, so wird man dort auch recht gut kuriert!
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon zagaroma » Di 7. Feb 2012, 19:35

zagaRoma hat geschrieben:Nun kommen die horrenden Berichte ùber das òffentliche Gesundheitswesen meistens von der "Unterschicht", der Mittelstand hat ja fast ausnahmslos private Versicherung
... UND GEHEN DESHALB NICHT INS OEFFENTLICHE KRANKENHAUS, meinte ich damit, nicht, dass sie alle weiss wàren, ist ja Quatsch.

Wir leben hier inmitten der bas. Mittelschicht, haben einen grossen Bekanntenkreis und ich hòre oft Geschichten, dass man bei den Versicherungen erst mal 6 Monate auf die Autorisation warten muss, um eine nòtige Behandlung zu bekommen. Sie feilschen um jeden centavo, schreiben Aerzte und Kliniken und med. Bedarf vor, und ohne deren OK geht garnix. Auch bei Not- oder Unfàllen heisst es oft hinterher: Nòòòò, dies und das ist nicht in der Police enthalten, das mùssen Sie selber bezahlen.

Wie die Unterschicht behandelt wird, wissen wir von unseren empregados, die sind oft untereinander befreundet, wir kennen die Familien (wenn mal was zu streichen ist oder so wird ein primo/sobrinho gerufen), wir wissen, wo und wie sie wohnen und sie kommen zu uns, wenn sie mal Hilfe brauchen (wo wir dann tun, was wir kònnen). Viele der Menschen aus den Favelas verdienen sich ihr Geld grundehrlich und leben in der Kirchengemeinde, schicken ihre Kinder zur Schule und ihre Halbwùchsigen mit dem Onkel zur Arbeit, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen (und ja, Herr Karl, ich weiss sehr wohl, dass sich dort auch brutale und gefàhrliche Menschen rumtreiben, vor denen die anderen Angst haben).

Von denen hòren wir die "Horrorgeschichten" ùber das òffentliche Gesundheitswesen. Sie werden zwar auch alle fachgerecht behandelt, haben aber lange Wartezeiten, gehen oft umsonst hin, bekommen bestimmt keine Einzelzimmer und klagen viel.

Deshalb, nach unserer Erfahrung, die "weisse Oberschicht" wird im òffentlichen Krankenhaus bevorzugt behandelt und diese Geschichten gelten nicht fùr uns. Man kann es also durchaus ùberleben, ohne Privatversicherung hier medizinisch versorgt zu werden!
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon MESSENGER08 » Di 7. Feb 2012, 19:39

karlnapp hat geschrieben:
..... Oder sich regelmäßig einzunehmende, teure Pharmazeutika dort verschreiben lassen und bei der SUS-Farmazia kostenfrei beziehen. Viele Mittelklasse-Brasilianer ersparen sich auf diese Weise Kosten



Klar auch viele Brasis oder Oberschicht machen das so, obwohl sie es nicht nötig hätten !

Ausserdem wem es egal ist ob er dann mal 1, 2 oder 3 Wochen auf die verschriebenen Medikamente warten muss, bevor die Farmácia Popular mal wieder Bestand hat, der soll sich nicht davon abhalten lassen sich seine Medikamente dort zu beschaffen.

Viel Spass beim Warten ! Ob das der Heilung dienlich ist, ist eine andere Frage.
Denn so wie Du Dich anhörst ist dort jedes Medikament, jederzeit zu haben.

:cool:
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon frankieb66 » Di 7. Feb 2012, 19:54

zagaroma hat geschrieben:Wir leben hier inmitten der bas. Mittelschicht, haben einen grossen Bekanntenkreis und ich hòre oft Geschichten, dass man bei den Versicherungen erst mal 6 Monate auf die Autorisation warten muss, um eine nòtige Behandlung zu bekommen. Sie feilschen um jeden centavo, schreiben Aerzte und Kliniken und med. Bedarf vor, und ohne deren OK geht garnix. Auch bei Not- oder Unfàllen heisst es oft hinterher: Nòòòò, dies und das ist nicht in der Police enthalten, das mùssen Sie selber bezahlen.

Das ist doch absolut ok. Bei dt. privaten KV (und natürlich auch br.) gelten verschärfte "Aufnahmekriterien". Wer glaubt in D privat (und um diese Versicherungen geht es hier) besser behandelt zu werden, der sollte mal vergleichsweise einen Antrag im Alter von, sagen wir mal 60 Jahren stellen. Aber im Gegensatz zu D gibt es in Bra immerhin noch das SUS. In D nicht. SUS ist, und das sollten die meisten wissen, zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin ... und da könnten sich einige andere Staaten ein Beispiel dran nehmen, insbesondere diejenigen, die Kapitalisums pur ausleben, wie z.B. die USA ...
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon karlnapp » Di 7. Feb 2012, 20:03

Messenger08 hat geschrieben:Viel Spass beim Warten ! Ob das der Heilung dienlich ist, ist eine andere Frage. Denn so wie Du Dich anhörst ist dort jedes Medikament, jederzeit zu haben.
Bevor es zu spät sein sollte, wird wohl selbst der Ärmste Geld auftreiben, um die notwendigen Medikamente rechtzeitig auf dem privatem Weg zu besorgen.
Aber auch in diesem Zusammenhang gilt, je besser die Wohngegend, umso besser ist auch die SUS-Farmacia bestückt.

Meine ehrliche Absicht war lediglich, Neu-Ankömmlingen ein wenig die Furcht vor dem allseits verschrienen, üblen Ruf der postos zu nehmen! In Wahrheit sind die nämlich oftmals besser, als ihr Ruf und sie lassen die Patienten nicht in der Warteschlange sterben, sondern drinnen. So heißt es zumindest scherzhaft bei den Bediensteten des bras. öffentlichen Gesundheitswesens.
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon zagaroma » Di 7. Feb 2012, 20:10

frankieb66 hat geschrieben:
zagaroma hat geschrieben: 6 Monate auf die Autorisation warten muss

Das ist doch absolut ok.


Na wenn Du aber eine aggressiven Krebs hast oder wie eine Freundin von mir einen sehr schmerzhaften Magendurchbruch (der drehte sich durch die Bauchdecke raus), dann kannst Du keine 6 Monate (in ihrem Fall waren es sogar 9) warten!!! Dann wirklich lieber ab zum posto und Versicherung kùndigen!!!
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon frankieb66 » Di 7. Feb 2012, 20:15

zagaroma hat geschrieben:
frankieb66 hat geschrieben:
zagaroma hat geschrieben: 6 Monate auf die Autorisation warten muss

Das ist doch absolut ok.


Na wenn Du aber eine aggressiven Krebs hast oder wie eine Freundin von mir einen sehr schmerzhaften Magendurchbruch (der drehte sich durch die Bauchdecke raus), dann kannst Du keine 6 Monate (in ihrem Fall waren es sogar 9) warten!!! Dann wirklich lieber ab zum posto und Versicherung kùndigen!!!

Na, aber Vorerkrankungen wie z.B. Krebs deckt doch keine PKV ab ... und wenn doch: Bitte um Nennung dieser KV ... selbst Schwangerschft (was ja keine "Erkrankung ist") unterliegt i.d.R. einer Karenzzeit von min. 10 Monaten ....
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon karlnapp » Di 7. Feb 2012, 20:19

Ganz wichtige Eilmeldung meiner Ehefrau,
einer pensionierten Ex-Chefin eines posto de saude!


Falls ein wichtiges Medikament bei der SUS nicht zur Verfügung stehen sollte, so sind die
SUS-Ärzte berechtigt ein Rezept auszustellen, mit dem man dies in jeder Apotheke beziehen darf, die dies vorrätig hat. Für die Kosten kommt SUS auf.
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon zagaroma » Di 7. Feb 2012, 20:23

frankieb66 hat geschrieben:Na, aber Vorerkrankungen wie z.B. Krebs deckt doch keine PKV ab ... und wenn doch: Bitte um Nennung dieser KV ... selbst Schwangerschft (was ja keine "Erkrankung ist") unterliegt i.d.R. einer Karenzzeit von min. 10 Monaten ....


Ich meine natùrlich, wenn man Krebs bekommt, nachdem man die Versicherung schon jahrelang bezahlt hat.

Und 10 Monate fùr eine Schwangerschaft??? Hahahahahahahahah =D> , da hat es wohl in der Zwischenzeit eine Hausgeburt gegeben, oder wissen die Versicherungen in DE nicht, dass Babys nach 9 Monaten fàllig sind?
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon frankieb66 » Di 7. Feb 2012, 20:40

zagaroma hat geschrieben:Und 10 Monate fùr eine Schwangerschaft??? Hahahahahahahahah =D> , da hat es wohl in der Zwischenzeit eine Hausgeburt gegeben, oder wissen die Versicherungen in DE nicht, dass Babys nach 9 Monaten fàllig sind?

ja, genau deshalb liegt die Karenzzeit auch bei 10 Monaten ...
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