Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon ana_klaus » Di 3. Feb 2009, 11:21

ganz einfach die Hemmschwelle sinkt. Wenn die Grossen rauben, dann machen wir es halt mit unseren Mitteln.

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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon dimaew » Di 3. Feb 2009, 13:21

Das sehe ich etwas anders:

Zum einen: Die "Grossen", die ständig im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen sind zunächst die Politiker und Wirtschaftsführer. Beispiele: Collor de Melo, Zumwinckel und wie sie alle heissen.
Die haben ungeniert in die Kassen gegriffen.

Zum anderen: "Die Banken" haben sich nicht rechtswidrig verhalten. Sie - das heisst die verantwortlichen Personen - haben investiert und diese Investition ist schief gegangen. Daran können sich die, die hier in Rede stehen, nämlich die armen Schlucker, die sich ihren Unterhalt nicht durch geregelte Arbeit verdienen wollen oder können, kaum ein Beispiel nehmen. Zu investieren haben die nämlich nichts.

Die Hemmschwelle, die Du meinst, ist schon längst gesunken oder vielleicht auch gar nicht mehr vorhanden. Aber nicht wegen der jetzt aktuellen Finanzkrise sondern wegen der Unfähigkeit derjenigen, die Vorbild für die Mehrheit der Bevölkerung sein sollten, die Finger bei sich zu behalten.
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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon donesteban » Di 3. Feb 2009, 14:21

dimaew hat geschrieben:Zum anderen: "Die Banken" haben sich nicht rechtswidrig verhalten. Sie - das heisst die verantwortlichen Personen - haben investiert und diese Investition ist schief gegangen.
dimaew, aus Juristensicht ist das in der Mehrzahl der Fälle korrekt. Du musst Dich in deiner Funktion als Jurist an das geltende Recht halten und hast über Jahre gelernt, Recht und Gerechtigkeit auseinanderzuhalten. Der "normale" Bürger macht das nicht. Er empfindet Dinge als gerecht oder ungerecht. Die Ungerechten sind die Verbrecher, egal was das geltende Recht dazu sagt. Und ich glaube viele, ja sehr viel in DE projizieren genau dies auf die Bankenwelt. Ackermänner und Konsorten gelten da am Stammtisch als "Verbrecher" und "Betrüger". Warum dann nicht selber was Kleines abzocken, wenn die Großen es vormachen...

Das ist sicherlich nur einer der Gründe für den "moralischen Verfall des Abendlandes". Man könnte abstrahieren und sich fragen ob unser kapitalistisches, demokratisches System dafür verantwortlich ist, ob es an unserem darwinistischen Weltbild liegt oder ob Gründe dafür gar im Wesen der Menscheit zu suchen sind und die Entwicklung quasi vorgezeichnet ist. Aber Du weiß selber, macht hier keinen Sinn und auch anderswo haben kluge Köpfe noch keine Antwort gefunden. :-)
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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon ana_klaus » Di 3. Feb 2009, 14:25

@dimaew

gut gesehen. Es ist wie bei der Erziehung der Kinder, das gute Beispiel ist der halbe Weg zu einem lebenstüchtigen Menschen.

Nur wo sind diese ? Positionen ausnutzen ohne Skrupel, zocken in der Erkenntnis, dass man persönlich keinen Schaden nimmt, mit dem Vermögen Anderer zu spielen. Heute sind wir Opfer unser eigenen Brut, weil wir es versäumt haben zu lehren, dass Vermögen eine schöne Sache ist, die Zwischenmenschlichkeit allerdings nicht ins Abseits geraten darf.

Warte ab. Wenn uns nicht gelingt den schlafenden Riesen Afrika zu beruhigen, wird sich die Lage weltweit verschärfen.

So zu tun, als wenn den Brasilianern Diebstahl und Gewalt im Blut liegt, ist eine simple Betrachtungsweise.

Mein Schwager arbeitet für die Regierung in Pernambuco. Er ist zuständig für die Resozialierung von Gefangenen. Nur ein
Beispiel. Ein Gefängnis in Recife hat eine Kapazität von 8.000 Personen, belegt allerdings mit weit über 14.000 Insassen.

Die Regierung gibt Unmengen aus, um diese Menschen in Brot und Arbeit zu bringen. Die Zukunftsprognosen sind gut. Viele
erkennen, dass sie ihr Leben ändern müssen. Tage nach der Entlassung kommt die Ernüchterung, keine Chance auf einen job und das traurige Spiel beginnt von Neuem.

Was glaubst Du, was würde in D. passieren, wenn es hier kein Hartz 4 oder sonstige Absicherungen geben würde.

Der Mensch braucht eine Perspektive, ansonsten mutiert er zum Raubtier.

Beispiele sind reichlich vorhanden.

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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon dimaew » Di 3. Feb 2009, 16:47

@Klaus: Genau!
Ich habe vor vielen Jahren im Studium mit Interesse die Diskussionen um "generalpräventive" Strafen gehört. Darunter versteht man im Stafrecht Strafen, die nicht nur gegen den konkreten Täter wirken, sondern abschrecken sollen. Die Todesstrafe wird unter diesem Aspekt beispielsweise immer diskutiert und die grosse Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig, dass sie nahezu gar keine abschreckende Wirkung hat.
Insgesamt wirken Strafen und Verbote dann abschreckend, wenn der potentielle Täter eine Wahl hat, die Straftat zu begehen oder es bleiben zu lassen. Damit meine ich jetzt nicht, dass der Täter eine Straftat begehen musste, dann wäre er ja schuldlos (Notwehr zum Beispiel). Es kommt auf die subjektive Sicht an: Klaue ich jetzt das Brot und habe was zu beissen oder hungere ich, bis mir jemand was gibt? Natürlich ist das Beispiel überzogen, aber vielfach laufen im Kopf der Täter solche "Entschuldigungsszenarien" ab.

Die Gesellschaft (ein grosses Wort, aber hier wohl passend) hat versagt, indem sie zunächst Situationen zulässt, in denen es überhaupt Täter gibt, die so denken. Sie versagt aber auch, indem sie den Kindern und Jugendlichen kein Beispiel gibt, dass sie eben ab und zu warten müssen. Insoweit hast Du Recht und auch donesteban. Wenn die "Grossen", seien es nun Politiker, Wirtschaftsbosse oder Bänker, sich nehmen, was sie bekommen können (oft mit der "inneren" Entschuldigung: Wenn ich die Gelegenheit nicht nutze, nutzt sie ein anderer), warum sollen es die "Kleinen" dann nicht auch. "Fällt doch gar nicht auf, wenn ich den Hammer mitnehme", denkt sich der Handwerkergeselle. "Fällt doch gar nicht auf", denkt sich die Hausfrau, wenn das Päckchen Brühwürfel zufällig in die Einkaufstasche fällt. "Fällt doch gar nicht auf", denkt sich der Computerhacker, der nur die Beträge hinter dem KOmma von fremden Konten auf seines umbucht. Und je grösser die "Masse" wird, von der abgezwackt wird, desto grösser ist das bisschen, das "doch gar nicht auffällt".

Hier läuft etwas schief! Und das ganze hat überhaupt nichts mit Brasilien oder Deutschland oder China oder Nigeria zu tun. "Fällt doch gar nicht auf", haben sich die Ukrainer gedacht, als sie einfach die Gasmenge, die zur Durchflussmessung benötigt wurde, ein wenig erhöht und für den eigenen Bedarf abgezwackt haben.
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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon hualan » Di 3. Feb 2009, 19:17

dimaew hat geschrieben:[...] Und das ganze hat überhaupt nichts mit Brasilien [...] zu tun. [...]

So, womit denn dann?
Etwa mit dem alten Sprichwort:"Gelegenheit macht Diebe"? Oder mit der in meinen Augen sehr abgedroschenen Erklärung von der grossen Kluft zwischen Arm und Reich.

Ich lebe zwar erst 1 Jahr hier in BR, aber diese Exzessivität, mit der die Brasilianer meines Umfeldes sich gegen das Einwirken äusserer Einflüsse schützen wollen, ist mir von Anfang an ins Auge gestochen.

Ich spreche dabei gar nicht vor den Einmauerungsversuchen der Hauseigentümer und Condo-Bewohner in Rio, deren Bemühungen eher an die Ausbruchssicherungsmassnahmen von Hochsicherheittrakten erinnern, sondern an die Auffälligkeiten des Alltages, selbst in dem kleinen Umkreis, indem ich mich bewege.

In unseren Büros schliessen die brasilianischen Kollegen bspw. prinzipiell ihre Schreibtischschubladen und Schränke ab. Auf meine Frage nach dem "Warum", es gäbe ausser ein paar Kugelschreibern doch nix zu klauen, ein verlegenes Achselzucken.
Wo immer es eine Tür zum Abschliessen gibt, wird auch abgeschlossen; morgens ist es mitunter ein recht mühseeliger Weg, bis man zur Tür des eigenen Büros vorgedrungen ist.

In dem kleinen Dorf, in dem ich lebe, werden die Strandkiosk des Nachts verrrammelt und verriegelt, dass es eine wahre Lust ist. Fahrräder werden tagsüber an Zäune und Laternen mit Ketten angeschlossen, die ausreichend dimensioniert sind, Hochseeschiffe bei auffrischendem Wind ruhig am Pier zu halten.
Ich selber bin des Öfteren angesprochen worden, ob ich mich nicht fürchten würde, da der Zugang zum meinem Haus über den offenen Garten, nicht eingemauerten Garten für Jedermann möglich ist.

Da frage ich mich doch allen Ernstes: Ist das alles nur Paranoia? Oder hat es doch mit der brasilianischen Mentalität und seiner etwas gewöhnungsbedürftigen Auffassung von Mein und Dein zu tun? Was mehr oder weniger frei zugänglich ist, das darf ich mitnehmen?

Nun, vielleicht zu sehr pauschalisiert betrachtet, aber mit der reinen "Armuts-Entschuldigung" bin ich nicht zufrieden.
Ich bin in SOA vielen Menschen begegnet, auf die die Bezeichnung "arm" zutrifft, aber nirgendwo habe ich so einen Spleen gesehen, was Absicherung betrifft.
Gruß, Hualan
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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon dimaew » Di 3. Feb 2009, 23:42

hualan hat geschrieben:
dimaew hat geschrieben:[...] Und das ganze hat überhaupt nichts mit Brasilien [...] zu tun. [...]

So, womit denn dann?
Etwa mit dem alten Sprichwort:"Gelegenheit macht Diebe"? Oder mit der in meinen Augen sehr abgedroschenen Erklärung von der grossen Kluft zwischen Arm und Reich.

Ich lebe zwar erst 1 Jahr hier in BR, aber diese Exzessivität, mit der die Brasilianer meines Umfeldes sich gegen das Einwirken äusserer Einflüsse schützen wollen, ist mir von Anfang an ins Auge gestochen.
Wo hast Du denn in Deutschland gewohnt? Ich möchte mal zu Deinen Beispielen ein paar Kommentare aus den Ecken beisteuern, in denen ich wohnte.
Ich spreche dabei gar nicht vor den Einmauerungsversuchen der Hauseigentümer und Condo-Bewohner in Rio, deren Bemühungen eher an die Ausbruchssicherungsmassnahmen von Hochsicherheittrakten erinnern, sondern an die Auffälligkeiten des Alltages, selbst in dem kleinen Umkreis, indem ich mich bewege.
Typisches Strassendorf in Baden: Häuserfront (Giebelseite) zur Straße, kleine Fenster, Tor zum Hof grundsätzlich geschlossen.

In unseren Büros schliessen die brasilianischen Kollegen bspw. prinzipiell ihre Schreibtischschubladen und Schränke ab. Auf meine Frage nach dem "Warum", es gäbe ausser ein paar Kugelschreibern doch nix zu klauen, ein verlegenes Achselzucken.
Wo immer es eine Tür zum Abschliessen gibt, wird auch abgeschlossen; morgens ist es mitunter ein recht mühseeliger Weg, bis man zur Tür des eigenen Büros vorgedrungen ist.
Mein früherer Arbeitsplatz: Büros der KollegInnen, grundsätzlich alles abgeschlossen, nicht mal ein Kuli auf dem Schreibtisch, wenn man eine Notiz hinterlassen wollte. Im Neubau (in dem ich zum Glück nicht mehr arbeiten musste Durchgangssperren zwischen den Fluren mit Tür auf, eintreten, Tür zu, dann vorne Tür auf, nur mit Betriebsausweis zu betreten, der nur für den Flur gilt, Verwaltungsgebäude wohlgemerkt

In dem kleinen Dorf, in dem ich lebe, werden die Strandkiosk des Nachts verrrammelt und verriegelt, dass es eine wahre Lust ist. Fahrräder werden tagsüber an Zäune und Laternen mit Ketten angeschlossen, die ausreichend dimensioniert sind, Hochseeschiffe bei auffrischendem Wind ruhig am Pier zu halten.
Warst Du schon mal in Karlsruhe am Hauptbahnhof auf dem Fahrradprkplatz?
Ich selber bin des Öfteren angesprochen worden, ob ich mich nicht fürchten würde, da der Zugang zum meinem Haus über den offenen Garten, nicht eingemauerten Garten für Jedermann möglich ist.
Unser eigenes Haus hat einen offenen Zugang. Es war sauschwer zu vermieten, als wir nach hier gekommen sind. Die Mieter bestanden unbedingt auf zwei Meter hohem Sichtschutz.

Da frage ich mich doch allen Ernstes: Ist das alles nur Paranoia? Oder hat es doch mit der brasilianischen Mentalität und seiner etwas gewöhnungsbedürftigen Auffassung von Mein und Dein zu tun? Was mehr oder weniger frei zugänglich ist, das darf ich mitnehmen?
Das hat gar nichts mit der brasilianischen Mentalität zu tun. Mein und Dein wird auch in Deutschland manchmal nicht auseinandergehalten. Einer Freundin wurde das abgeschlossene Fahrrad aus dem Hausflur geklaut!

Nun, vielleicht zu sehr pauschalisiert betrachtet, aber mit der reinen "Armuts-Entschuldigung" bin ich nicht zufrieden.
Ich bin in SOA vielen Menschen begegnet, auf die die Bezeichnung "arm" zutrifft, aber nirgendwo habe ich so einen Spleen gesehen, was Absicherung betrifft.


Die Armut ist eine und nicht einmal die beste Entschuldigung, wo es meines Erachtens eine Entschuldigung nicht gibt. Es geht nicht um Entschuldigung, sondern es geht um die Frage, was ist die Ursache. Und da kommt Armut vielleicht in Frage, meiner persönlichen Meinung nach aber viel mehr die von einer Gesellschaft, in der sich jeder selbst der Nächste ist, Erziehung, Vorbild und fehlende Aufmerksamkeit (im Sinne von sich um jemanden kümmern)
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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon Severino » Mi 4. Feb 2009, 00:17

Für mich ist Armut NICHT die Ursache dafür, dass in Brasilien geklaut wird. Es ist vielmehr die Einstellung oder die Mentalität vieler Brasilianer. Was nicht niet- und nagelfest ist, ist früher oder später weg. Das ist hier Tatsache. Dazu ist die Bereitschaft zur Gewalt wesentlich grösser, als wir es in Europa gewohnt sind.
Gerade bei den "Armen" habe ich sehr viele Menschen kenngelernt, die grundehrlich sind und niemals stehlen würden. Aber es gibt eben viele "Taugenichtse", die in den Tag hineinleben und nicht arbeiten gehen, weil sie nie eine ordentliche Schulausbildung zustandegebracht haben und auch nicht bereit sind für die brasilianischen Hungerlöhne zu arbeiten. Da mal schnell was mitgehen lassen und dann verkaufen ist doch viel einfacher, als einen salario minimo Job anzunehmen.
In den neun Monaten in denen ich nun hier wohne sind in meiner Nachbarschaft 4 Menschen ums Leben gekommen. Einer wurde erschossen wegen einem Streit ums Autoradio. Eine Frau wurde erschlagen, weil sie fremd ging. Zwei haben sich im Suff die Schädel eingeschlagen und einer davon ist dann nicht mehr aufgestanden. Die vierte kam auf offener Strasse durch das Messer des Ex-Freunds ums Leben, am Tag als dieser aus der Haft entlassen wurde.
Einbrüche und Diebstähle gibt es fast täglich und auch ich hatte schon Besuch des Nachts im Quintal. Aber im Gegensatz zu den meisten "Macho-Brasilianern" verkrieche ich mich nicht im Schlafzimmer, wenn der Hund bellt. Aber wie gesagt, das kann durchaus gefährlich sein - doch bisher sind sie immer abgehauen.
Ich halte den brasilianischen Strassenverkehr für wesentlich gefährlicher. Aber meine Frau und die Kinder würden niemals in einem Haus ohne Mauer wohnen wollen. Die Kinder wachsen schon so auf und fühlen sich einfach nicht sicher - ohne Gitter und Mauer. Die Tochter meiner Ex hat damals in Zürich eine Woche nicht in ihrem Zimmer schlafen wollen, weil die Fenster im 1. Stock keine Gitter sondern nur Fensterläden hatten... Und in Zürich kommen in neun Monaten auch so viele Menschen ums Leben - wie hier in Anápolis. Vielleicht wären es dort mit Gittern und Mauern weniger....
paz e amor
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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon cabof » Mi 4. Feb 2009, 08:30

auch in Europa gibt es Volksstämme die nichts mit der Arbeit am Hut haben... ich sage nur Balkan und die
benehmen sich wie die Favelados.... rein in den "Supermarkt" der vermeintlich Vermögenden und mitnehmen
was zu holen ist. Das soll nicht heißen, das der Deutsche oder mittelständische Brasilianer immer unschuldig
sind, die greifen auch zu.... ein großes Problem ist ja die Beschaffungskriminalität, einfach nur den Drogen-
konsum befriedigen.... kontrollierte Abgabe in speziellen Einrichtungen, finanziert durch die Beschlagnahmung
der Schmuggelware... dann würde mittelfristig dieser Sumpf trockengelegt.
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Re: Kriminalität in Brasilien!? - Wertgegenstände, Geld etc.

Beitragvon hualan » Mi 4. Feb 2009, 10:50

dimaew hat geschrieben:[...]
Die Armut ist eine und nicht einmal die beste Entschuldigung, wo es meines Erachtens eine Entschuldigung nicht gibt.
[...]

Der Grundtenor: "Das ist doch bei "Uns" auch nicht anders..." deiner Kommentare ist aber auch keine Erklärung, geschweige dann Entschuldigung für den nicht übersehbaren Absicherungswahn der hiesigen Einwohnerschaft.
Oder möchtest du allen Ernstes das kleinbürgerliche Verhalten deines von dir angeführten Badener Dorfes mit den 3m hohen Mauern, versehen mit Alarmdraht und Starkstrom, und den bewaffneten Patrouillen im Condominium "Le Parc" in Barra de Tijuca, Rio de Janeiro, vergleichen?

Eine allgemeine Verurteilung aller 160 Mio Brasilianer aufgrund des Verhaltens eines kleinen Prozentsatzes vorzunehmen, ist nicht in meiner Absicht.

Trotzdem bin ich weiterhin der Meinung, dass es zumindest in der Gegend um Rio überdurchschnittlich viele "Ganoven" gibt.
Zumindest glaubt die einheimische Bevölkerung dieses.
Gruß, Hualan
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