Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon Takeo » Fr 19. Mär 2010, 00:16

SG so wie Du im Nordosten auf der einen Seite übertreibst, tust Du es im Süden auf der anderen... es gäbe keine Mendingos, keine Kinder sind arm, folgen alle einem geregelten Tagesablauf und bettelnde Kinder gibt es auch nicht... SG, das ist auch nur die Oberfläche, du hast nicht genauer hingekuckt, denn da wo im Nordosten nicht alle sooo arm sind wie sie tun, ist der Süden jetzt auch nicht sooo gepflegt wie es auf den ersten Blick aussehen will...
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon Männlein » Fr 19. Mär 2010, 03:19

supergringo hat geschrieben:dass es sich mein Reiseführer dabei nicht nehmen ließ, mit dem ein oder anderen Exil-Hunsrücker ein Pläuschchen im Heimatdialekt zu halten.


Hallo

Dat es jo ned se glawe . Dat ihr so richtich Hunsrücker gemeid hot . So üwer de Hub un de Wonn üwer de Bupparder Hewestilzcher
Hallo Andy mach weiter es liest sich sehr gut .
Zuletzt geändert von Männlein am Fr 19. Mär 2010, 03:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon andreas37 » Fr 19. Mär 2010, 04:01

Toledo-PR????
Wohnt da nicht der Dietmar??

Andreas
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon tinto » Fr 19. Mär 2010, 06:34

andreas37 hat geschrieben:Toledo-PR????
Wohnt da nicht der Dietmar??

Andreas

Ja, und....? :mrgreen:
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon frankieb66 » Fr 19. Mär 2010, 11:34

Takeo hat geschrieben:...das ist auch nur die Oberfläche, du hast nicht genauer hingekuckt, denn da wo im Nordosten nicht alle sooo arm sind wie sie tun, ist der Süden jetzt auch nicht sooo gepflegt wie es auf den ersten Blick aussehen will...


Die "Normalität" liegt doch irgendwo zwischen den Extrema "arm" und "reich", "dreckig" und "sauber", "dumm" und "gebildet", etc. Das gilt sowohl für den Nordosten als auch für den Süden. Aber tendenziell ist es genau so, wie SG es darstellt.

Und wenn man lediglich die "Normalität" schildern würde, dann wären Reiseberichte bzw. Milieustudien, selbst wenn sie von SG stammten, stinklangweilig.

Außerdem denke ich nicht, daß SG jemals vorhatte einen objektiven Situationsbericht über ganz Brasilien zu erstellen, sondern vielmehr schildert SG seine subjektiven Eindrücke und Erlebnisse. Und das macht er -wie immer - ganz hervorragend.

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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon supergringo » Fr 19. Mär 2010, 11:58

Ich habe nicht pauschal vom "Süden" berichtet, sondern vom Westzipfel in Paraná.

Hier tragen auch manche Mütter ihre Kleinkinder auf dem Arm, die meisten kutschieren den Nachwuchs allerdings im Kinderwagen. In Salvador sieht man das ausgesprochen selten. Das liegt wohl am Straßenzustand. Im Hinterland Bahias wahrscheinlich zusätzlich am mangelnden Geld.

Ich habe auch nie behauptet, dass im Nordosten nichts anderes als Armut herrscht. Die Filiale des Lebensmittelfeinkostladens "Perini" im Stadtteil Graça bietet Frühstücks, Mittag- und Abendbuffet zu einem Preis zwischen 24 und 37 Reais, Kinder zahlen weniger. Dort sieht man keine Armut, es sei denn, man hinterfragt die familiären und finanziellen Umstände einiger Angestellter. Das von Veja und 4Rodas prämierte Restaurant "Colher de Pau" im Stadtteil Varjota in Fortaleza war stets gut besucht. Vor allem am Freitag Nachmittag trifft man auf einheimische Geschäftsleute und höhere Angestellte, die dort das Wochenende einläuten. Fast auf jedem Tisch steht (mindestens) eine Flasche Hartgetränk, überwiegend Johnnie Walker.

Eine Schlußfolgerung verstehe ich nicht. Warum sollten Familien, deren Kinder in die Schule gehen anstatt auf den Straßen rumzuhängen unbedingt reich sein? Mein Eindruck ist ein anderer. Die wenigsten Familien verfügen hier über ein überdurchschnittlich hohes geschweige denn großes Einkommen. Aber deshalb sind sie noch lange nicht arm. Vielleicht ist man in dieser Gegend einfach sparsamer? Kinder, Mädchen, Jungen „sem futuro“ muss in Toledo und Umgebung weitgehend ein Fremdwort sein.

Laute Musik aus den Vorgärten der Nachbarschaft? Fehlanzeige, spätestens um 22 Uhr ist hier Schicht. Nicht mal am Wochenende wird die (für mich manchmal fast schon beklemmende) Ruhe gestört. Und das Wochenende beginnt hier in der Samstagnacht und endet am Sonntagabend. Und geht nicht, wie in Bahia, von Donnerstag bis Mittwochfrüh.
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon mikelo » Fr 19. Mär 2010, 12:07

supergringo hat geschrieben: Und das Wochenende beginnt hier in der Samstagnacht und endet am Sonntagabend. Und geht nicht, wie in Bahia, von Donnerstag bis Mittwochfrüh.


ist doch logisch. bei uns hier gehen die menschen um 04.00 in der frueh zum arbeiten. da ist nichts mit saufen und festen unter der woche.
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon supergringo » Fr 19. Mär 2010, 12:42

Auf meinem gestrigen Morgenspaziergang ist ebenfalls sonderliches passiert. Sonderlich deshalb, weil eigentlich fast gar nichts geschah.

Während bereits spätestens um halb acht Uhr morgens das Leben im baianischen Kleinstädtchen Valença zu toben begann, ist es hier in Toledo noch um 11 Uhr Vormittags ausgesprochen gemächlich. Staus scheint es nicht zu geben. Und als Fußgänger muss man nicht auf entgegenkommende Passanten achten und ständig ausweichen.

Bei meinem kilometerlangen Fußmarsch ins Zentrum kam mir weniger als ein Dutzend Personen entgegen. In der Innenstadt war es ein wenig belebter. Ich fragte eine Frau mittleren Alters nach dem Weg. „E longe“, sagte sie – wenigstens freundlich lächelnd – beim Vorbeilaufen. Die nächste Passantin in etwa gleichem Alter würdigte mich direkt nach meiner ausgesprochen höflichen Frage keines weiteren Blickes, ging von links an mir vorbei, hob die rechte Hand, deutete nach Hinten und meinte fast schon grimmig: „Pra ca!“ Erst die Dritte, diesmal 50+ und wahrscheinlich Geschäftsinhaberin, gab eine ausführliche und halbwegs freundliche Auskunft. Wahrscheinlich sah sie, vor ihrem Laden stehend, keine Fluchtmöglichkeit.

Ich war am Nachmittag zuvor beim Friseur, hatte vor dem Ausgang gerade ausführlich geduscht, bin manikürt und pedikürt, mein Hemd war sauber und gebügelt, mein Haar duftete zwar nicht nach SEDA, dafür aber auch mein Körper nicht nach NIVEA, sondern nach wohlriechendem Mandelöl. Und – wenn auch sicher bei entsprechenden Bewertungen immer der Geschmack mitschwingt – ich bin ganz sicher nicht abstoßend hässlich.

Für die ablehnende Haltung kann es nur vier Gründe geben. Entweder lag es an meinem Schuhwerk (Hawaianos). Oder am Umstand, nicht in einem (eigenen) Auto zu sitzen. Oder an der Schlußfolgerung meiner „Gesprächspartner“, an einem Werktag um diese Uhrzeit über zu viel Freizeit zu verfügen. Am wahrscheinlichsten ist jedoch die von meinem Gastgeber benannte Erklärung: Meine Frage wurde als plumpe Anmache gewertet. Dabei waren diese blöden Kühe nicht mal besonders hübsch.

Vielleicht hatte ich das Pech, allesamt reinrassige Nachfahren deutscher Auswanderer anzusprechen. Hier gibt es einen Menschenschlag, vor allem bei den Frauen, der sofort ins Auge springt. Längliche, spitze Nasen, kantige Gesichtszüge, dünne Lippen, ein verbittert wirkender, harter Blick, dem kaum ein Lächeln abgerungen werden kann und sei man noch so charmant und höflich. Die Tendenz zur Inzucht lässt sich nicht ganz verleugnen.

Auch modisch ist man in dieser Ecke Brasiliens ein wenig hintendran. Biedere Provinz. Dass der blaue, ausgeblichene, billige Favelarock in Rio, Belo Horizonte oder Salvador nicht unbedingt ein hohes Maß an Stil bezeugt, darüber sind wir uns wohl einig. Aber er ist zumindest sexy, sofern der Trägerin nach wie vor Attribute wie schlank und knackig zugeordnet werden können.

Doch selbstverständlich finden sich hier auch genügend attraktive Frauen. In Bezug auf Antlitz, Frisur, Figur, Kleidung, Schuhwerk. Und vielleicht sogar manchmal auf Hirn. Ich betone Frauen. In Salvador muss man schon sehr gründlich nach hübschen Exemplaren suchen. Hübsche Mädchen gibt es dort dagegen ohne Ende. Ab 18+ sind sie jedoch entweder schwanger, aufgrund den Zeugungsfolgen dick geworden oder leben in Italien.
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon mikelo » Fr 19. Mär 2010, 13:08

supergringo hat geschrieben:
Bei meinem kilometerlangen Fußmarsch ins Zentrum


respekt, du hattest keine angst vor herumlungernden moerderbanden, die jeden touri ueberfallen, bettelnden kindern, entfuehrern, etc.
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Re: Kulturschock Brasilien (Toledo-PR)

Beitragvon tinto » Fr 19. Mär 2010, 17:29

mikelo hat geschrieben:
supergringo hat geschrieben:
Bei meinem kilometerlangen Fußmarsch ins Zentrum


respekt, du hattest keine angst vor herumlungernden moerderbanden, die jeden touri ueberfallen, bettelnden kindern, entfuehrern, etc.


Hallo? Er ist im Süden des Landes...!!!
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