Kulturschock

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Kulturschock

Beitragvon Bernado » So 28. Jan 2007, 20:57

Liebe Ausgewanderten,

wer kann den Tips geben gegen den Kulturschock?

Kurze Erklärung aus wikipedia.de:"Am Anfang steht die Euphorie mit der Freude auf das Neue, dann folgt die Phase der Missverständnisse und Kollisionen, in der man die Regeln der bislang fremden Kultur nicht erkennt und häufiger ins Fettnäpfchen tritt."

Gut man passt sich später an und übernimmt die Eigenheiten der anderen Kultur. Aber wie überwindet man die depressiven Phasen? Die Rückschläge?
Was kann einem noch so alles passieren?

Grüsse Bernd
"In Mallorca trifft man mehr Deutsche als in Berlin."
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Beitragvon Daniele » So 28. Jan 2007, 22:38

Verbringe so viel Zeit wie möglich mit den Einheimischen. Aber Du wirst sehen, Du wirst nie ganz den Kulturschock überwinden. In uns Europäer fliess ein anderes Blut.Ich bin schon so lange hier, und wird tagtäglich wieder überrascht und muss mich wundern. In depressiven Zeiten überlege warum bist Du hier,warum bist Du in dieses Land gereist? Und dann kommen viele positive Gründe zum Vorschein. Und das Land wirst Du lieben.
Gruss
Daniele
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Beitragvon Lemi » Mo 29. Jan 2007, 00:02

Das Problem ist nicht der Kulturschock an sich, sondern der Schock mit Menschen, die keinerlei Kultur haben ...

Mit Normalbürgern kann man sich in jedem Land arrangieren. :idea:
Man sieht sich,
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Beitragvon Bernado » Mo 29. Jan 2007, 01:10

Lemi hat geschrieben:Das Problem ist nicht der Kulturschock an sich, sondern der Schock mit Menschen, die keinerlei Kultur haben ...

Mit Normalbürgern kann man sich in jedem Land arrangieren. :idea:


Immer in den Großstädten habe ich das Gefühl, viele Leute hätten keine Kultur und mir wachsen dann immer wieder Augen auf dem Hinterkopf.

In einem Reiseführer habe ich gelesen, wurde glaube ich bei Amazon von SG mit gut bewertet, dass man in einem Kulturschock alles am Land kritisiert. Das Essen ist Mist, die wollen nur das Bargeld und keine Leistung erbringen, überall nur Palmen usw. Schön finde ich den Ansatz von Daniele dürbernachzudenken, warum bin ich hier.

Noch eine Woche und ich schreibe dann meinen ersten Reisebericht. Ich muss unbedingt Sonne und vor allem Wärme tanken. ;-)

Grüsse
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Beitragvon O_Periquito » Mo 29. Jan 2007, 10:35

oi bernardo
unseren ersten kulturschock hatten wir schon am esten tag unserer ankunft vor 10jahren in são paulo. wir blieben bei freunden 4tage ehe wir weiterreissten. zum frühstück gab es keine fruhstücksteller, das brot wurde nur auf dem tisch geschmiert und die esskultur war auch nicht die beste.

unser erster grillabend mit freunden hier in unserer ecke. leere dosen, essensreste, knochen usw. flog alles über die schulter auf den boden, wir waren wirklich geschockt.

ganz schlimm ist heute noch für uns und die permanente lügerei. hat jemand etwas falsch oder kaputt gemacht, es wird nicht die wahrheit gesagt, das ist ganz schlimm. die permanente unpünktlichkeit bringt mich heute noch zur raserei. das ganz wenige firmenbezogen denken, kein zugehörigkeitsgefühl zur firma geschweige denn verantwortungsbewusstsein.
und das schlimmste ist das für die zustände und missstände hier die ausländer verantwortlich gemacht werden. wenn wir gezählt hätten wie oft wir das hier schon gehört haben, einfach gruslig.
musst mal einen der die zweite stufe hier hat nach den math. reihen fragen, das kleine 1x1 beherrschen nicht viele. bei vielen die die zweite stufe haben mangelt es an elementaren wissen, aber sie haben unerhöertes selbstbewusstsein.
aber das land hat auch seine schönen seiten. wenn du mit den menschen hier privat verkehrst sind sie sehr liebenswert, aber auch nicht alle.
geschäftlich ist das dann schon wieder anders.
hier hast du noch mehr geschäftliche entfaltungsmöglichkeiten als in D. mach hier deinen job den du hast gut, dann fällst du auf die beine und hast dein gutes auskommen.
wünsche dir noch eine schöne reise.
lg periquito
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Beitragvon Boli » Mo 29. Jan 2007, 11:21

Warum bin ich überhaupt hier?

Die Frage stelle ich mich tagtäglich. Seit 20 Jahre!
In den ersten 10 Jahren war die Liebe :herz2: , die Neugier auf ein anderes Land o--o , die Lust auf Neues zu erfahren.
So ein Land! :dland: Alles super! :ola:



In den letzten 10 Jahren nur noch die Liebe :herz:
So ein Wetter! :grgr: :titanic: So ein Volk! :tuer:



Obwohl ich hier mich sehr integriert fühle, ich gehöre hier nicht her. Aber die Angst zurück zu gehen und dort mich nicht wohl zu fühlen ist auch da. Vielleicht dieser Brasilien, den ich vermisse, existiert nur noch in meinem Kopf.

Wenn meine Mama von den Familie-Problemen erzählt - oh, Weh! - bin ich froh hier zu sein. Weit weg! In Brasilien, jeder weiss das, die ganze Verwandschaft gehört zur Familie. Und deren Problemen auch mit dazu!
Wie sagen die Brasilianer? Família só é bom em álbum de fotografia!!! L:-

Noch schlimmer wäre wenn mein Mann hier alles zurück läßt und sich in Brasilien nicht anpasst.
Ich war viel junger als ich hier gelandet bin, aber wenn man Mitte 50 ist, ist viel schwerer.
Ausserdem, er ist ein „typisch Deutscher": er nimmt seine Arbeit zu sehr ernst, er ist wenig tolerant mit Faulheit, Unpünktlichkeit und andere „Kleinigkeit“, wie die Brasilianern sagen.
Der Ärger wäre schon programmiert! :diskus:

In deutschen Fernseher laufen z. Z. Programme über Auswanderer die zurück kehren. Oh, Weh! Ich kriege schon Angst!

Wir könnte ein neues Thread öffnen mit dem Titel: „Wenn ich könnte, würde SOFORT zurück gehen“. Vielleicht könnten wir verschiedene Meinungen lesen.
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Beitragvon Bernado » Mo 29. Jan 2007, 20:43

O_Periquito hat geschrieben:.
musst mal einen der die zweite stufe hier hat nach den math. reihen fragen, das kleine 1x1 beherrschen nicht viele. bei vielen die die zweite stufe haben mangelt es an elementaren wissen, aber sie haben unerhöertes selbstbewusstsein.


Oi Periquito,
ich kann dir nur zustimmen, wenn die Leute nur !&@*$#! im Kopf haben, haben sie ein Selbstbewusstsein das an Größenwahnsinn erinnert, dass ist in D nicht anders.

O_Periquito hat geschrieben:ganz schlimm ist heute noch für uns und die permanente lügerei.


Lügen ist anstrengender als die Wahrheit zu sagen. Habe als Kind in den Mülleimer gepinkelt, bloss nicht zugeben, dass die Toilette während der Grillparty ständig besetzt war. :-D Passierte in Brasilien.

O_Periquito hat geschrieben:die permanente unpünktlichkeit bringt mich heute noch zur raserei.


Das glaube ich gerne. Mein Boss stand schon auf der Matte wegen 2 Minuten wegen Verspätung, aber die Winterverhältnisse kann man nicht vorraussehen.
Ich musste mich auch beruhigen bei einer Brasilianerin und 2 Stunden Verspätung. :-D Der Bus kam so Spät. Mir war schon klar, dass das Aussehen wichtig ist.

O_Periquito hat geschrieben:hier hast du noch mehr geschäftliche entfaltungsmöglichkeiten als in D. mach hier deinen job den du hast gut, dann fällst du auf die beine und hast dein gutes auskommen.


Naja, ich versuche eigentlich nur der Bettlägrigkeit zu entgehen. Geschäftlich könnte ich mir vostellen einen Kiosk zu führen, hauptsache eine Aufgabe, um Gewinn geht es mir grossartig nicht.

Boli hat geschrieben:In deutschen Fernseher laufen z. Z. Programme über Auswanderer die zurück kehren. Oh, Weh! Ich kriege schon Angst!


Wenn in Deutschland durschnittlich 22 Grad sind könnte ich mir schon vorstellen zurückzukehren, aber bis dahin haben sich meine Knochen aufgelöst.

Boli hat geschrieben:Ausserdem, er ist ein „typisch Deutscher": er nimmt seine Arbeit zu sehr ernst, er ist wenig tolerant mit Faulheit, Unpünktlichkeit und andere „Kleinigkeit“, wie die Brasilianern sagen.


Den Deutschen sagt man gerne nach, sie leben um zu arbeiten. Boli, ich hatte lange lange Zeit den selben Standpunkt wie dein Mann, aber wenn das Leben schmerzhaft wird, beginnt man seinen Standpunkt zu überdenken. Meine Frau hat was Zeit gebraucht, mir beizubringen das Arbeit und Geld nicht das Wichtigste ist, sondern Gesundheit und Liebe.

Grüsse an alle Bernd
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Beitragvon Boli » Di 30. Jan 2007, 00:57

Bernado hat geschrieben:
Boli hat geschrieben:Ausserdem, er ist ein „typisch Deutscher": er nimmt seine Arbeit zu sehr ernst, er ist wenig tolerant mit Faulheit, Unpünktlichkeit und andere „Kleinigkeit“, wie die Brasilianern sagen.


Den Deutschen sagt man gerne nach, sie leben um zu arbeiten. Boli, ich hatte lange lange Zeit den selben Standpunkt wie dein Mann, aber wenn das Leben schmerzhaft wird, beginnt man seinen Standpunkt zu überdenken. Meine Frau hat was Zeit gebraucht, mir beizubringen das Arbeit und Geld nicht das Wichtigste ist, sondern Gesundheit und Liebe.
Grüsse an alle Bernd


Ich würde nicht sagen, dass das Geld eine zu wichtig Rolle spielt, so ist es nicht! Aber diese Mentalität, dass alles (fast) perfekt sein muss... das macht das Leben schwer.
Aber so sind die Deutsche und wenn sie nicht so wären, wäre Deutschland nicht so entwickelt, nicht so modern, fast, aber nur fast, perfekt.
Trotzdem will ich zurück nach Brasilien :bgrcry: :bgrcry: :bgrcry:
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