Land mit Zukunft?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Land mit Zukunft?

Beitragvon Hóspede » Mi 15. Feb 2012, 11:31

Hallo liebe Brasilienfreunde,

ich habe schon so manche Beiträge mit Interesse gelesen und lange überlegt, ob ich auch mal "mitmische", da viele Personen ja ähnliche Fragen haben wie ich. Dennoch hoffe ich natürlich, dass einige Zeit und Lust haben, sich auch meinen Fragen zu widmen. Also los gehts!

Ich war selbst schon einmal in Brasilien und habe dort für 6 Monate gelebt. Davon war ich 3 Monate in Florianópolis und 3 Monate in Curitiba - ich habe dort studiert und auch ein Praktikum gemacht. Doch ich bin nicht der Meinung, dass ich schon genug weiß und das wahre Leben dort kennengelernt habe.

Wie sollte es auch anders kommen, habe ich dort auch meinen Freund getroffen und seitdem sind wir zusammen. Ich stelle jetzt hier keine Frage nach Möglichkeiten des Zusammenseins durch Heirat - nein! Egal, ob Deutscher oder Brasilianer, ich heirate so schnell keinen ;) Aber sollte dies langfristig funktionieren, muss natürlich einer von beiden eine Entscheidung treffen. Nun habe ich aber das Gefühl, dass die Brasilianer, denen es dort gut geht (das gibt es ja auch), das Land eher nicht verlassen wollen. Mein Freund kommt aus einer guten Familie; studiert Ingenieurbau und hat auch seine Karrierepläne. Momentan ist er bei mir in Deutschland und lernt erst einmal nur Deutsch an der VHS. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass Deutschland ihn außerordentlich überzeugt. Der Einzelne hier ist einfach zu chato, wenn ihr versteht. Weiterhin glaubt er auch, dass er in Brasilien mehr Geld verdienen kann, als hier. Ist dem denn so? Ich meine, ist es denn nicht vielmehr so, dass die Mehrheit nicht sonderlich viel verdient? Oder meint er die Spitzenverdiener, zu denen er mal gehören möchte? Sicherlich haben schlaue und gut ausgebildete Brasilianer so ihre Möglichkeiten, oder? Gilt dies denn für gut ausgebildete Europäer auch?

Ich denke auch darüber nach, im Sommer wieder rüber zu fliegen und noch einmal ein Praktikum zu machen. Arbeit suchen ist denke ich, sowohl in Deutschland als auch in Brasilien nicht immer einfach, aber machbar. Ich habe auch ein Sprachzertifikat gemacht (CELPE-Bras) und hoffe, dass dies berücksichtigt wird.

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie ist das wahre Arbeitsleben in Brasilien im Vergleich zu Deutschland? Ach ja, ich weiß nicht, ob es einen Unterschied macht, aber ich spreche generell mehr vom Süden hier. Ich habe also eher nicht vor, im Norden zu wohnen oder zu leben. Hauptsächlich reizen mich Santa Catarina, Paraná oder Rio Grande do Sul.

Ich glaube manchmal, dass Brasilien noch viel erreichen kann und noch mehr wachsen kann. Natürlich ist Deutschland ein sicheres und starkes Land, aber auch hier gibt es Dinge, die unschön sind (wenn auch beide Länder nicht verglichen werden sollten). Mir fehlt oft die Lebensfreude. Wie dem auch sei:

Ich freue mich über Antworten!!!!!!!

Lieben Gruß
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon cabof » Fr 17. Feb 2012, 20:18

Hallo und herzlich Willkommen im Forum.

Das sieht im Ansatz nicht gut aus, der Freund (ich nehme an Du bis ein Mädel) kann sich mit DE nicht anfreunden, er hat aufgrund
seiner Ausbildung und einer gutsituierten Familie mit Sicherheit die besseren Chancen in Brasilien, gute Kräfte verdienen dort auch
gut.

Wenn Du die Möglichkeit hast, nochmals ein Praktikum zu machen, nutze diese, schau Dich im Arbeitsleben um, schaue mal genauer auf
Deinen Freund und Familie und lasse alles auf Dich einwirken.

Grundsätzlich hast Du nur die Möglichkeit in Brasilien zu leben und zu arbeiten, wenn Du dort verheiratet bist - alle anderen
Möglichkeiten, die es gibt, dürften in Deinem Falle nicht greifen.

Ich wünsche Dir viel Glück in Deinen Entscheidungen.
Cabof
Du hast keine Chance - aber nutze sie
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon amazonasklaus » Fr 17. Feb 2012, 20:57

Dort, wo es Wachstum gibt, bieten sich immere bessere Chancen als dort, wo Stagnation herrscht. Schon aufgrund der demographischen Entwicklung und der noch vergleichsweise niedrigen Wirtschaftsleistung pro Einwohner dürfte Brasilien auf absehbare Zeit höheres Wachstum sehen als Europa.

Dass Dein Freund in Brasilien mehr verdienen kann als in Deutschland, glaube ich ohne weiteres. Die Gehälter für hochqualifizierte Jobs unterscheiden sich nicht großartig in beiden Ländern und in Deutschland fehlen im die Netzwerke und Sprachkenntnisse, die er in Brasilien hat und für einen richtig guten Job benötigt.

Somit spricht vieles für Brasilien, aber den Punkt mit der angeblich fehlenden Lebensfreude in Deutschland kann man nicht gelten lassen. Lebensfreude ist etwas, was aus einem selbst kommt. Wer sie in Deutschland vermisst, wird sie auch woanders nicht finden oder er lügt sich selbst in die Tasche.
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon zagaroma » Fr 17. Feb 2012, 21:15

Mittel- und Oberschicht in Brasilien? Ueberhaupt kein Problem, bei guter Ausbildung an gut bezahlte Jobs zu kommen.

Das ist hier jetzt wie in Deutschland in den '80ern, als man von der Universiàt gleich weggeheuert wurde von den wachsenden Firmen.

Jetzt kommen sicher bald wieder die Unker vom Forum und erzàhlen Dir, wie gefàhrlich, hoffnungslos und deprimierend es hier ist, aber lass' Dich nicht verunsichern, schlecht geht es nur der Unterschicht (noch).

Klar, noch ein Praktikum wàre doch toll, und das Leben der Familie Deines Freundes vor Ort kennenlernen.

Und ich finde auch, dass hier mehr Lebensfreude herrscht als in DE. In der Hipszene der grossen Stàdte ist es ja keine Kunst, unterhaltsam zu leben, aber in den Stàdtchen und Kaffs der Provinz? Also die sind hier sicher lebendiger!
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon Takeo » Fr 17. Feb 2012, 21:32

zagaroma hat geschrieben:Jetzt kommen sicher bald wieder die Unker vom Forum und erzàhlen Dir, wie gefàhrlich, hoffnungslos und deprimierend es hier ist, aber lass' Dich nicht verunsichern, schlecht geht es nur der Unterschicht (noch).


Ja, das sind dann Jene, die glauben dass Bahia oder sonstige Strandnegerstaaten gleich dem Süden seien, wer aber genau aufgepasst hat, sieht dass die TE von Curitiba und Floripa gesprochen hat. Ein himmelweiter Unterschied. Egal, ich dachte früher immer dass der Süden kalt und grau ist... weit gefehlt!!!

PS.: war letzte Woche in Porto Alegre und an der Grenze in und um Uruguay: 38ºC im Schatten... wer hätte das vom Süden erwartet??? überhaupt ist der Süden sehr viel gepflegter und aufgeräumter, allerdings auch kompetitiver: hier genügt es nicht, nur etwas mehr als Kokosnüsse verkaufen zu können um den Reibach zu machen!
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon karlnapp » Fr 17. Feb 2012, 21:34

zagaroma hat geschrieben:Mittel- und Oberschicht in Brasilien? Ueberhaupt kein Problem, bei guter Ausbildung an gut bezahlte Jobs zu kommen.

Insbesondere werden hier oftmals die Stellen per "concurso" ausgeschrieben. Erreicht man bei einem solchen eine Spitzenposition unter den Mitbewerbern, so hat man die Stelle sicher!

Bei den Auswahlverfahren in Deutschland ist längst nicht gesagt, dass der Höchstqualifizierte auch den Job erhält.
zagaroma hat geschrieben:Jetzt kommen sicher bald wieder die Unker vom Forum und erzàhlen Dir, wie gefàhrlich, hoffnungslos und deprimierend es hier ist, aber lass' Dich nicht verunsichern, schlecht geht es nur der Unterschicht (noch).

Was soll der Quatsch ???
So wie die Themenstarterin ihren Verlobten schildert,
wird der sie schon von dem "Gesochs" fernhalten,
wie in Brasilien üblich!
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon zagaroma » Sa 18. Feb 2012, 00:10

karlnapp hat geschrieben:
zagaroma hat geschrieben:Mittel- und Oberschicht in Brasilien? Ueberhaupt kein Problem, bei guter Ausbildung an gut bezahlte Jobs zu kommen.

Insbesondere werden hier oftmals die Stellen per "concurso" ausgeschrieben. Erreicht man bei einem solchen eine Spitzenposition unter den Mitbewerbern, so hat man die Stelle sicher!


Oder Papa ist im Jacht- oder Golfclub oder bei den Rotaries, und schwupps wird der Filius bestens untergebracht. Klar will der nicht nach Deutschland, warum sollte er.
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon karlnapp » Sa 18. Feb 2012, 02:11

zagaroma hat geschrieben:Oder Papa ist im Jacht- oder Golfclub oder bei den Rotaries

Sollte man meinen!

Gilt aber wenn, eher bei Stellen in der Privat-Wirtschaft oder für Pöstchen in der Politik,
weil der bras. Pöbel immer die gleichen Familien wählt.
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon Takeo » Sa 18. Feb 2012, 03:18

... Eure Argumente sind an der Realität vorbei klischesiert? Seit Ihr Beamte im Ruhestand???
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Re: Land mit Zukunft?

Beitragvon karlnapp » Sa 18. Feb 2012, 06:44

Takeeo hat geschrieben:... Eure Argumente sind an der Realität vorbei klischee-siert? Seid Ihr Beamte im Ruhestand???

Dann will ich ausnahmsweise mal mit einigen Beispielen aus der Realität antworten,von denen ich noch einige mehr liefern könnte, auch auf das Risiko hin, dass diese sogar dem „Admin“ nicht gefallen könnten (der sich ja so hübsch bei dem Takeo bedankt hat):

Opa:
Kleiner Buchhalter bei Mannesmann-Demag in BH (verstorben 1983)
Oma:
Ehemalige Nonne (verstorben 2001)
11 Kinder
von denen 8 einen Universitätsabschluss erlangt haben

jüngster Sohn
Studium Arbeits-Psychologie,
concurso bei Stahlwerk in Ouro Branco MG bestanden,
nach einigen Jahren wg. Stahlkrise entlassen,
danach selbständig
dessen Ehefrau
ebenfalls Studium Arbeits-Psychologie,
concurso bei Stahlwerk in Ouro Branco MG bestanden,
nach einigen Jahren wg. Stahlkrise entlassen,
danach zusammen mit Ehemann selbständig
1.-ter Enkel
Nach Jura-Studium concurso bei der banco central bestanden
2.-ter Enkel
Nach dem Studium von Hotel- und Tourismus-Management
Stelle in Neuseeland gefunden
3.ter Enkel
Nach dem Studium der Medienwirtschaft,
vor ein paar Tagen concurso bei Petrobras, als Bester bestanden

zweitjüngster Sohn
Mit 14 Jahren in die Militärakademie aufgenommen,
beim Militär Studium als Bau-Ingenieur abgeschlossen,
Aufstieg zum General und Militär-Attaché in einem Nachbarland Brasiliens
dessen Ehefrau
Zunächst selbständige Zahnärztin
dann concurso für Staatsdienst bestanden
deren einziger Sohn
Bei der Aufnahmeprüfung zu einer militärischen Laufbahn durchgefallen

Ansonsten haben fast alle weiteren Söhne, Töchter und Enkelkinder hohe oder mittlere Positionen in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst per concurso erreicht.
Mir wäre nicht ein Fall bekannt, wo die Eltern auf andere Weise nachhelfen konnten.
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