Landlosen-Bewegung stürmt Parlament in Brasilia

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Beitragvon gatinho » Mi 7. Jun 2006, 20:10

Tja, vielleicht bin ich einfach zu jung und habe noch Ideale...Aber das ist ja nicht verkehrt.
@brasilblog, dich kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen, mit deiner menschenverachtenden Haltung. Sorry.
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Beitragvon thomas » Mi 7. Jun 2006, 20:18

Tja, das ist leider eine dumme Situation. Zwar historisch bedingt, aber doch nur über die Individuen selbst lösbar... und die sind meistens nicht dazu in der Lage, sondern dem Cachaca, Vandalismus, Heilsleeren* wie Pfingstkirchen oder Radikalkommunisten verfallen.

Da hilft nur Bildung.

--
* pun intended.
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Beitragvon Severino » Mi 7. Jun 2006, 21:02

Tja, vielleicht bin ich einfach zu jung und habe noch Ideale...Aber das ist ja nicht verkehrt.

Gatinho, Idealismus ist keine Entschuldigung. Es ist richtig, dass Lula damals Versprechungen gemacht hat um die Wahl zu gewinnen. Aber erstens weiss jeder Brasilianer, dass innerhalb von 4 Jahren gar nichts passiert und zweitens ist das kein Grund das Parlament zusammenzuschlagen. Glaube den Leuten, die in Brasilien leben. Ist natürlich Sozialromantik pur, wenn hier in den Nachrichten über die armen, unterdrückten Landlosen berichtet wird.
Aber überleg Mal, wieviele Europäer ausgewandert sind, wieviele ehemalige Sklaven, die damals nichts hatten heute ihre Existenz aufgebaut haben. Die Landlosen sind genauso Verbrecher, die zu faul zum arbeiten sind, wie die Favela-Drogenbosse.
Was würdest Du davon halten, wenn Leute, die in Deutschland zu faul zum arbeiten sind Berlin stürmen. Das wäre so ungefähr vergleichbar....
paz e amor
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Beitragvon dietmar » Mi 7. Jun 2006, 21:18

gatinho hat geschrieben:Tja, vielleicht bin ich einfach zu jung und habe noch Ideale...Aber das ist ja nicht verkehrt.
@brasilblog, dich kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen, mit deiner menschenverachtenden Haltung. Sorry.


Ehrlich gesagt ist mir das ziemlich egal, ob du mich Ernst nimmst oder nicht. Aber wenn immer wieder durch verbrecherische, wenn nicht terroristische Aktionen unschuldige Menschen geschädigt werden (im besten Falle nur durch materielle Zerstörung, weil sie vorher vor dem Mob geflohen sind) dann ist das nicht einfach hinzunehmen.

Ein schönes Beispiel für Deutschland: Die Vertriebenen demonstrieren und wollen in den Bundestag der Bundeskanzlerin einen Brief übergeben, werden aber nicht reingelassen. Dann fangen sie an und zerstören den kompletten Eingangsbereich + 1 oder 2 Stockwerke, bis sie schliesslich aufgehalten werden. Und danach sagst du:"Oh, die armen Vertriebenen, warum geben wir ihnen den nicht endlich das Land in Schlesien und Pommern wieder. Wir haben es ihnen genommen und nun sind sie halt sauer und da knallt es. Da dürfen wir jetzt nicht mit aller Härte des Gesetzes dagegen angehen, weil die haben ja Recht. Und wenn der deutsche Staat es doch machen würde, dann wäre das gleich Rassimus gegenüber Minderheiten, Unterdrückung, was weiss ich was.

Soweit das Beispiel. Und dann bitte ich zu beachten, dass all diejenigen NGOs und Menschenrechtsgruppen auf einmal ganz fest die Fresse halten, weils sie merken, dass die Gruppe, die sie da jahrelang unterstützt haben, halt doch nur Verbrecher und Wegelagerer und Vagabunden sind. Gegen die man zur Not mit Knüppeln vorgehen muss. Weil anderes lernen sie es halt nicht. Und ich habe das Wort Knüppel nenne, dann ist das mit Bedacht gewählt. Beim nächsten Vorfall dieser Art empfehle ich dann Fuzis.

Also, wenn du den Rechtsbruch solcher Gruppierungen in einer Demokratie duldest, dann kann ich dich persönlich nicht mehr ernst nehmen. Denn wer sich mit solchem Gesindel indentifizieren kann, oder sie sogar noch "versteht" ... der hat bestimmt auch mit der RAF keine Probleme.
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Beitragvon gatinho » Mi 7. Jun 2006, 21:43

Ich hab in keinem Satz gesagt, dass ich Gewalt toleriere. Ich persönlich lehne Gewalt total ab. Für Vandalismus habe ich auch kein Verständnis. Gewalt ist primitiv, aber genauso behandelt der Staat in meinen Augen einige Probleme-er reagiert mit primitiver Gewalt. Einfach laufen lassen und knüppeln. Das schafft nur noch mehr Hass und Gewalt auf Seiten der "Schwachen".
Sich durch ehrliche Arbeit hochzuarbeiten usw. ist gut und schön, aber das setzt voraus, dass jeder die gleichen Chancen (oder ähnliche hat). Das ist aber nicht der Fall. Das fängt schon bei den persönlichen Rechten der Menschen in Brasilien an. In meinen Augen gibt es die Rechtlosen, die ihre Rechte teilweise nicht mal kennen, geschweige denn wahrnehmen können. Dann die Klasse, in die "wir" wohl reinfallen würden, mit Rechten und Pflichten und dann Politiker und Wirtschaftsbosse, deren Verfehlungen quasi niemals Konsequenzen haben. Was ich sehe, und was in den Augen der "Verzweifelten" noch schlimmer erscheinen muss, ist, dass es keine Gerechtigkeit gibt.
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Beitragvon tobs » Mi 7. Jun 2006, 23:47

Angesichts der extremen sozialen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten ist es doch ueberhaupt kein Wunder, dass es gewaltsame Proteste gibt.
Zu diesen Vergleichen mit Deutschland kann ich nur eines sagen: Waere die soziale Lage Deutschlands aehnlich wie die in Brasilien, dann gaebe es in Berlin ganz andere Szenen als ein paar hundert Randalierer im Parlament.
Meiner Meinung nach fehlt es in Brasilien an Protestbewegungen und am fuer eine Demokratie noetigen politischen Bewusstsein. Von daher kann ich mich nicht recht ueber die Randalierer empoeren, wenngleich die Art dieses Protests mir nicht gefaellt und kontraproduktiv ist.
Mehr aergern mich aber jedenfalls die Herren Politiker, die sich monatlich mit dicken Summen korrupieren lassen, anstatt das Volk zu vertreten, und dann das undemokratische Verhalten der MLST schimpfen.
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Beitragvon dietmar » Do 8. Jun 2006, 01:34

Bitte nicht die Dinge vermischen. Wir diskutieren hier nicht über korrupte Politiker. Dafür gibt es andere Threads.

Und wenn du denkst, diese wären Auslöser der Krawalle, dann täuschst du dich. Sie mögen ein Teil der Proteste sein, aber diese Splittergruppe macht seit Jahren nur durch Gewaltaktionen von sich reden.

Das ist bei mir das gleiche wie beim Rechtsradikalismus: NULL TOLERANZ!
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Beitragvon Takeo » Do 8. Jun 2006, 01:54

brasilblog hat geschrieben:
Takeo hat geschrieben:... die Landlosen sind keine armen ausgebeuteten Landarbeiter, es sind antiimperialistische komunistische terroristen, die nichts weiter wollen, als durch Ihre Randale das Land schwächen...


so genau wollte ich es dann doch nicht schreiben, aber im Endeffekt trifft es leider zu. Die Vorgehensweise entspricht terroristischer Aktivitäten.


Stimmt Digger, ich muss mich korrigieren:

Brasilien ist kein Imperium und die Landlosen sind keine komunistischen Terroristen. Ein Imperium ist die Europäische Union, Saudi Arabien die USA oder China... Brasilien ist nur gross, doof und korrupt! Komunisten haben das Kapital von Marx gelesen und kennen Josip Stalin... die Landlosen sind zu doof um lesen und schreiben zu können, Marx oder Stalin kennen sie natürlich nicht... Terroristen laden Flugzeuge mit Semtex Plastiksprengstoff voll und pressen palestinensische Häftlinge aus dem Knast... Landlose machen mit ihren Hacken nur dusselige Randale und lasen sich dabei auch noch filmen (weil sie so doof sind)...

... also: antipseudoimperialistische pseudokomunistische analphabetische randalierende Pé rapados!
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Beitragvon Takeo » Do 8. Jun 2006, 02:06

gatinho hat geschrieben:Sich durch ehrliche Arbeit hochzuarbeiten usw. ist gut und schön, aber das setzt voraus, dass jeder die gleichen Chancen (oder ähnliche hat). Das ist aber nicht der Fall. Das fängt schon bei den persönlichen Rechten der Menschen in Brasilien an. In meinen Augen gibt es die Rechtlosen, die ihre Rechte teilweise nicht mal kennen, geschweige denn wahrnehmen können.


Papperlapapp!!! Recht nicht kennen - ich lach' mich kaputt!!! Die Einzigen Rechtlosen in Brasilien sind wir, die Mittelklasse: kein Recht vor der Justiz (im Gegensatz zu den Armen, die per se Recht kriegen) - und zu wenig Geld für Korruption!!! Und die, die Ihre Rechte nicht kennen, sind die, die lieber Novela glotzen als den täglich im Radio laufenden "horário político" zu hören, bzw. diejenigen, denen kein windiger Rechtsanwalt ins Ohr geflüstert hat, wie sie vor der Justiz die Mittelklasse ausbeuten können...
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Beitragvon Takeo » Do 8. Jun 2006, 02:16

gatinho hat geschrieben:Der Punkt ist einfach, dass es der Staat es nicht auf die Reihe kriegt, das PRoblem der historisch bedingten, ungerechten Agrarflächenverteilung in Angriff zu nehmen.
Genau, wie die Favelaproblematik. Der Staat verschließt die Augen vor den Problemen dieser Menschen...


Gleich fang' ich an zu weinen... vor soviel Naivität!!! Historisch bedingte ungerechte Agrarflächenverteilung??? Mein lieber Junge, vor 20 oder 30 jahren, musste man nur ins Mato Grosso gehen, und konnte sich für einen Appel und ein Ei das Land kaufen und abstecken, es war reiner Urwald... die Abenteurer, die es gewagt haben und KRÄFTIG investiert haben, haben alle Kaufverträge und Escritura, jetzt, wo es relativ gut geht, meldet sich plötzlich das Asopack und will auch was von dem schönen fruchtbaren Sojaland abhaben... sollen die doch nach Utah, Kansas oder Texas gehen... ma kucken, wie die Amis auf sowas reagieren!!! Das hat nichts mit ungerechter Agrarflächenverteilung zu tun, das ist Gründergeist - was, was der Bundesrepublik auch gut stehen würde!!!
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