Landlosen-Bewegung stürmt Parlament in Brasilia

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Beitragvon Ursinho » Do 8. Jun 2006, 02:36

Oi!

Was mit dem Land passieren wird, wenn man es einfach irgendwelchen Fachfremden in die Hand drückt, lässt sich gut am Westjordanland sehen. Einst blühende Felder verkommen und verdorren. Denn das Gut säht sich nicht von alleine, das Wasser kommt nicht vom Himmel und die Ernte muss eingefahren werden. Das haben sich die Araber wohl anders (einfacher) vorgestellt. Die Herren Landlosen wahrscheinlich auch. Vamos ver...

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Beitragvon Gast » Do 8. Jun 2006, 05:59

die ich hier lesen kann. Dietmar und Takeo haben meiner Meinung nach grundsätzlich Recht, wenn auch teilweise etwas drastisch ausgedrückt - aber dafür kommt die Botschaft eindeutig.
Ich kann mich dem in vielem anschließen.
Sicherlich sind Grundideen der Landlosen zu verstehen, leider ist der gewählte Weg diese zu erreichen oftmals falsch, ebenso falsch wie auf der Gegenseite das Verhalten der reichen Landbesitzer und ihrer Söldnertruppen. Der Staat Brasilien ist komplett überfordert, kann diese Problematik weder intellektuell noch anderswie lösen.
Grundsätzlich bin ich auch gegen Gewalt - manchmal geht es nur nicht anders, das ist leider die Wirklichkeit.
Wenn ich auf der Gegenseite keine Gesprächsbereitschaft habe, dort ein Stadium der Lust an Zerstörung ( so kommt es mir manchmal vor, egal ob Brasilien, Wendland oder Berlin Kreuzberg ) erreicht ist - dann hilft leider nur noch Gegengewalt.
Wer das nicht verstehen kann , hat noch nie intensiv an einer solchen eskalierenden Demo teilgenommen, in keinem der beiden Lager - und sollte dann seine Theorien von Deeskalation und Kommunikation mal überdenken.
Stellt Euch doch nur mal vor es kommen ein paar Leute auf Euer Grundstück, bauen dort ein paar Zeltplanen auf, lärmen, schreien, kacken in den Garten, beschimpfen Dich als Kapitalistensau - wie wäre denn da Eure Reaktion ......??
Ich würde , vorausgesetzt die Polizei hilft nicht und das ist ja gerade in Brasilien häufig so , mein Hab und Gut und das Leben von mir und meiner Familie verteidigen - ist doch klar oder !?
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Beitragvon Brummelbärchen » Do 8. Jun 2006, 06:07

Seit Jahrzehnten weiss man, dass Landreformen zwar vielerorts notwendig sind, sie aber auf der ganzen Welt nichts bringen, wenn nicht gleichzeitig massiv in die Ausbildung der Kleinbauern investiert sind. Nur ist diese Tatsache leider noch nicht bis zu allen Politikern und schon gar nicht zu den Landlosen durchgedrungen.

Zweitens kann mit nicht-industrieller Landwirtschaft fast auf der ganzen Welt kein Geld mehr verdient werden. Im besten Fall reicht es für's Essen der eigenen Familie. Ausnahme: man findet ein Nische. Dies bedingt allerdings Kenntnisse über die Märkte... damit wären wir wieder beim Thema Ausbildung. Und Nischen können per Definition nicht von einer Mehrheit besetzt werden.

Drittens scheint die Landlosenbewegung in BR in erster Linie eine Ansammlung von kriminellen Mitläufern zu sein (Ausnahmen bestätigendie Regel), die aus dem Hintergrund sehr professionell gelenkt werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es in der Landfrage nicht trotzdem Handlungsbedarf besteht. Wenn ich Kommentare von Brasilianern höre, denke ich sie machen es sich ein bisschen sehr einfach, wenn sie die Landfrage mit Hinweis auf die kriminiellen Banden für irrelevant bzw. lediglich für einie polizeiliche Herausforderung halten.

BB'
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Beitragvon thomas » Do 8. Jun 2006, 18:27

Takeo hat geschrieben:Gleich fang' ich an zu weinen... vor soviel Naivität!!! Historisch bedingte ungerechte Agrarflächenverteilung??? Mein lieber Junge, vor 20 oder 30 jahren, musste man nur ins Mato Grosso gehen, und konnte sich für einen Appel und ein Ei das Land kaufen und abstecken, es war reiner Urwald... die Abenteurer, die es gewagt haben und KRÄFTIG investiert haben, haben alle Kaufverträge und Escritura, jetzt, wo es relativ gut geht, meldet sich plötzlich das Asopack und will auch was von dem schönen fruchtbaren Sojaland abhaben... sollen die doch nach Utah, Kansas oder Texas gehen... ma kucken, wie die Amis auf sowas reagieren!!! Das hat nichts mit ungerechter Agrarflächenverteilung zu tun, das ist Gründergeist - was, was der Bundesrepublik auch gut stehen würde!!!


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