Landlosen-Bewegung stürmt Parlament in Brasilia

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Landlosen-Bewegung stürmt Parlament in Brasilia

Beitragvon mikelo » Mi 7. Jun 2006, 04:15

In der brasilianische Hauptstadt Brasilia haben mehrere hundert landlose Bauern das Parlament gestürmt. Es habe sich zunächst um eine "friedliche Bewegung" gehandelt, sagte ein Vertreter der Landlosen, Bruno Maranhao, am Dienstag. [sda] - "Aber die Polizei hat uns angegriffen, wir mussten reagieren." Wie ein Verantwortlicher der Sicherheitskräfte im Parlament sagte, wurden 23 Einsatzkräfte verletzt. Einer von ihnen erlitt demnach Schädeltrauma und wurde ins Spital gebracht.

Das brasilianische Fernsehen übertrug die Ausschreitungen live im Fernsehen; die Bauern schlugen die Fensterscheiben des Parlamentsgebäudes mit Steinen und Stöcken ein und drangen bis zum Plenarsaal vor, in dem die Abgeordneten tagten.

Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, zogen sich die Landlosen nach etwa einer Stunde wieder zurück. Das Abgeordnetenhaus hatte demnach klargestellt, dass es nicht verhandeln würde, solange das Gebäude besetzt werde.

Der Vertreter der "Bewegung zur Befreiung der landlosen Bauern" (MLST) sagte, die Demonstranten hätten den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern friedlich einen Brief übergeben wollen, in dem sie eine Landwirtschaftsreform fordern. In Brasilien gibt es rund 4,6 Millionen Landlosenfamilien; etwa 26000 Landbesitzern gehören 46 Prozent der brasilianischen Grundstücke. :(
o sol nasce pra todos; a sombra pra quem merece.

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Beitragvon brasilmen » Mi 7. Jun 2006, 05:42

MLST invade Congresso e entra em choque com seguranças da Câmara

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BRASÍLIA (Reuters) - Um grupo de integrantes do Movimento de Libertação dos Sem Terra (MLST), dissidência radical do MST, invadiu nesta terça-feira o Salão Verde da Câmara dos Deputados em enfrentamento com seguranças da Casa.

Os manifestantes invadiram as dependências da Câmara depois de virarem um automóvel Uno no estacionamento do anexo 2, quebrando a porta de vidro do prédio e destruindo vários equipamentos, entre eles postos informatizados de atendimento ao público.

A segurança da Câmara informou que havia 20 feridos até pouco antes das 16 horas.

O MLST, cujo líder Bruno Maranhão é membro da Executiva Nacional do PT, reivindica a revogação de uma medida provisória que determina que toda propriedade ocupada fica impedida de ser vistoriada com fins de reforma agrária. O presidente da Casa, Aldo Rebelo (PCdoB-SP), recebeu Maranhão após os incidentes.

O número de manifestantes variava de 100, segundo a segurança da Câmara, a 1.300, de acordo com líderes do movimento, aí incluídos os manifestantes que não chegaram a entrar no Congresso.

(Por Natuza Nery)
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Gruss brasilmen Thomas
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Beitragvon dietmar » Mi 7. Jun 2006, 14:08

Habe gestern kurz das brasilianische TV mitgeschnitten ... Hier ein kleines Video der Randalierer.

http://brasilienmagazin.net/2006/06/06/kei ... -landlose/
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Re: Landlosen-Bewegung stürmt Parlament in Brasilia

Beitragvon Takeo » Mi 7. Jun 2006, 15:34

mikelo hat geschrieben: In Brasilien gibt es rund 4,6 Millionen Landlosenfamilien; etwa 26000 Landbesitzern gehören 46 Prozent der brasilianischen Grundstücke. :(


Ich bin auch landlos... ich besitze kein Land, gehe ich deshalb randalieren??? Nein, ich bin nicht dreist, ich besitze Moral und Ethik, ich habe Kultur, ich bin nicht Asozial, ich bin kein Randalierer!
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Beitragvon dietmar » Mi 7. Jun 2006, 16:07

So sehe ich das auch, Takeo ...

Und keine Toleranz gegenüber Randalierern. Das assoziale Pack sieht sich auch noch im Recht .... dürfen wir jetzt alle danach handeln?

Segundo Valmir Macedo, um dos líderes do MLST, o movimento pretendia entrar pacificamente no local, mas foi impedido. "Não tivemos outra alternativa a não ser entrar deste modo", disse ele. Quelle: terra.com.br

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Update 07-06-06 / 17.40 h MESZ - Neue Infos:

http://brasilienmagazin.net/2006/06/07/upd ... -brasilia/

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Beitragvon gatinho » Mi 7. Jun 2006, 16:53

Der Punkt ist einfach, dass es der Staat es nicht auf die Reihe kriegt, das PRoblem der historisch bedingten, ungerechten Agrarflächenverteilung in Angriff zu nehmen.
Genau, wie die Favelaproblematik. Der Staat verschließt die Augen vor den Problemen dieser Menschen.
Kein Wunder dass es dann irgendwann knallt. Und wenn's soweit ist, werden Polizisten/Soldaten zur "Lösung" des Problems hingeschickt. In den Medien wird das dann noch so dargestellt, das ein hartes und immer härteres Vorgehen der Staatsgewalt unumgänglich ist. Anstatt die Probleme bei den Ursachen anzugehen.
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Beitragvon dietmar » Mi 7. Jun 2006, 18:18

Ach Agrarreform, was soll der Humbug. Schenk denen Land, sie lassen es verkommen, weil die Maschinen fehlen. Gib ihnen Maschinen, sie machen sie kaputt. Bring Entwicklungshelfer, bau eine Plantage auf, lass sie alleine wirtschaften: In 2 Jahren sind sie Pleite. Siehe Bolivien, siehe Paraguay. Denkt allen ernstes jemand, die hier sind besser? Hier gibt es nichts zu regeln. Oder es ist endloses Geld reinpumpen ohne Sinn und Zweck. Weil es Indianer sind. Weil die nix schaffen wollen. Weils immer so war.

Die Polizei/Militär wird dorthin geschickt, wo der Pöbel/Mob meint, Anarchie spielen zu müssen. Und dort muss der Staat das Niederknüppeln. Mit aller Härte. Wenn ich mir jetzt wieder vorstelle, was 500 Verhaftungen den Staat kosten ... alles Geldverschwendung.

Die diese Aufarbeitung der Vergangenheit hängt sowieso allen bis sonstwohin. Was erzähle ich denn den Leuten hier in meiner Region, die aus Platzgründen von SC oder RS hier hoch kamen und vor 50 Jahren ein Stück Urwald gekauft haben. Denen hat man auch nix geschenkt und sieh dich mal hier um was sie daraus gemacht haben.

Meines Erachtens wird eh weltweit viel zu wenig geknüppelt. Die Polizei geht gegen Demonstranten immer viel zu diplomatisch / deeskalierend vor.

Ich sass mal in Asunción im Bus und wir wurden vom Mob aufgehalten, der gegen eine Pippi-Fahrpreiserhöhung demonstriert hat. Um mich herum flogen nur die Scheiben durch die Gegend. Irgendwann kam die Polizei und hat die Sache beendet. Hat aber auch erstmal mit Wattebällchen geschmissen. Hätten direkt richtig draufhauen sollen. Busse kaputt, unschuldige Insassen verletzt, für 10cent mehr die Fahrkarte. Niemand ersetzt einem den Schaden.

Daher kein Mitleid. Man sieht doch schon in der Berichterstattung das sie ihre eigenen Kinder vorgeschickt haben. Feige, faule Schweine sind das. Da soll mir keiner mit Verständnis für die kommen.

Ich bin übrigens für Arbeitslager. Nicht Gefängnisse. Nee, die sollen im tiefsten Amazonas schuften. Strassen bauen mit ihren eigenen blossen Händen. Damit die mal lernen was Arbeit ist und vielleicht einen gewissen Respekt vor dem Eigentum anderer erlangen.

Früher hätte man sie an die Wand gestellt. Militärdiktaturen hatten nämlich auch ihre gute Seiten.
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Beitragvon Severino » Mi 7. Jun 2006, 18:55

Damit die mal lernen was Arbeit ist und vielleicht einen gewissen Respekt vor dem Eigentum anderer erlangen.

Aber sich mit der eigenen Arbeit was aufbauen ist doch viel zu anstrengend. Einem anderen was wegzunehmen ist doch viel einfacher, oder nach dem Staat schreien....
Sicher gibt es Ungerechtigkeiten auf der Welt. Aber dafür muss ich mich um so mehr anstrengen. Das ist meine Meinung. Irgendwo alles kaputtmachen hilft keinem. Da muss ich halt Mal morgens früher aufstehen und die Finger vom Cachaca lassen, damit ich es zu was bringe und nicht nach meinem Recht auf das Land schreien, dass ich ja dann eh verkommen lassen würde, weil ich zu besoffen und faul bin, um was daraus zu machen.
paz e amor
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Beitragvon Takeo » Mi 7. Jun 2006, 19:03

brasilblog hat geschrieben:Ach Agrarreform, was soll der Humbug. Schenk denen Land, sie lassen es verkommen, weil die Maschinen fehlen. Gib ihnen Maschinen, sie machen sie kaputt. Bring Entwicklungshelfer, bau eine Plantage auf, lass sie alleine wirtschaften: In 2 Jahren sind sie Pleite.


... und machen was weis ich wen dafür verantwortlich, nur nicht sich selbst!!!

Hört doch endlich mit Eurem bescheuerten Verständniss für diese dusseligen Landlosen auf - Ihr habt einfach keine Ahnung!!! Wie fändet Ihr es, wenn irgenwelche Analphabeten aus irgerndeinem Ostblockland den Bundestag demolieren würden... oder das Max Planck Institut für Züchtungsforschung... oder Lastwagen auf der A8 von München nach Nürnberg plündern und verbrennen würden???

Überhaupt Euer "Verständnis": Wegen diesen sog. Menschenrechten von Aussen hält auch die PCC Fraktion das gesamte Land vom Knast aus in Schach und Atem, anstatt (wie es sich gehört) an Stahlkugeln und Orangefarbenen Overalls hinter einer dicken Glasscheibe mit Nicht-Häftlingen telefonieren zu dürfen...

Diese Menschenrechtsgesülz oder Agrarreformgesülz ist absoluter Blödsinn. Die PCC besteht nicht aus edlen Schriftstellenr, die sich gegen das System auflehenen, es sind übelste Verbrecher, Mörder, Drogenhändler... die Landlosen sind keine armen ausgebeuteten Landarbeiter, es sind antiimperialistische komunistische terroristen, die nichts weiter wollen, als durch Ihre Randale das Land schwächen...
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Beitragvon dietmar » Mi 7. Jun 2006, 20:03

Takeo hat geschrieben:... die Landlosen sind keine armen ausgebeuteten Landarbeiter, es sind antiimperialistische komunistische terroristen, die nichts weiter wollen, als durch Ihre Randale das Land schwächen...


so genau wollte ich es dann doch nicht schreiben, aber im Endeffekt trifft es leider zu. Die Vorgehensweise entspricht terroristischer Aktivitäten.
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