Leben in Blumenau, etc.

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Leben in Blumenau, etc.

Beitragvon ssd1611 » Di 12. Dez 2006, 08:54

Wie steht Ihr als deutschsprachige Kollegen und Kolleginnen zu brasilianischen Städten wie Blumenau, Joinville, etc.? Meine kleine Familie (Frau, Kind und ich) versuchen abzuwägen, ob diese Städte eventuell attraktiv sind könnten, um uns in 3-4 Jahren dort niederzulassen.

Scheinbar scheint Blumenau eine tiefe Kriminalitätsrate zu haben, eine geringe Analphabetenquote, relative gute Schulen (sogar öffentliche) und ein hohes Pro-Kopf-Einkommen (ca. 12'000 USD p.a.).

Ausserdem wäre es für unseren Sohn vorteilhaft, weiterhin bis zu einem gewissen Grad mit der deutschen Sprache konfrontiert zu werden.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Severino » Fr 15. Dez 2006, 13:57

Für mich wäre das nichts. Ist mir viel zu südlich und ich finde es auch nicht richtig brasilianisch.
Ein Bild bekommst Du aber am Besten, wenn Du Mal selbst dorthin fährst, den jeder hat ja andere Vorstellungen von schön....
paz e amor
Severino
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Beitragvon Marco H » Do 29. Mär 2007, 16:15

Genau da gehe ich in ca. 1/4 bis 1/2 Jahr hin. Und zwar für immer. Diese Gegend ist nach meiner Mienung ideal für jemanden, der Angst vor einem "Kulturschock" hat. Ich gehe da hin, weil die Familie meiner Frau dort wohnt und weil mein Arbeitgeber pleite ist. Wirklich schöne Gegend und nicht weit bis zum Strand. Allerdings finde ich, daß die Kinder den Deutschbonus kaum zu spüren bekommen werden, weil gleichaltrige fast kein Deutsch mehr sprechen. Seit 3 Jahren bin ich jedes Jahr über Weihnachten für einen Monat dort.

Viele Grüße

Marco
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Beitragvon O_Periquito » Sa 31. Mär 2007, 01:13

oi ssd 1611

wir sind vor 10 jahren nach brasilien ausgewandert und hatten uns ganz gezielt blumenau ausgesucht und nie bereut uns hier niedergelassen zu haben.
wir haben uns hier eine sehr stabile existenz aufgebaut und nicht die absicht aus dieser ecke wieder wegzuziehen.
die stadt ist sehr sauber und die kriminalität ist hier nicht so hoch wie in anderen teilen brasilien. was aber nicht heissen soll das es in dieser ecke keine kriminalität gibt.
es wird hier noch sehr viel deutsch gesprochen. wenn deine kinder in eine schule sollen wo noch viel deutsch gesprochen wird wirst du dir hier wohl eine privatschule oder eine von den katholoischen schulen suchen müssen.
wir hatten es schon das bis zu 75% unserer angestellten deutsch gesprochen haben.
wir finden es nicht unangenehm wenn es hier nicht richtig brasilianisch ist, wobei mich hier viele dinge schon genug nerven kosten, ganz speziell was pünktlichkeit und zuverlässigkeit betrifft. wie mag es wohl dann in einer firma zugehen wo es richtig brasilianisch zugeht. :shock:
zumal auch noch hinzu kommt das man hier nicht so viele lieb gewordene gewohnheiten aufgeben brauch. man bekommt hier viele sorten brot( roggen - misch - vollkornbrot usw.) viele deutsche sorten wurst und was sicher wichtig ist, du hast ein deutsches konsulat in blumenau.
zig deutschsprachige anwält und darunter auch ganz renomierte die in deutschland an unis vorlesungen halten.
die medizinische betreuung ist hier exzellent und nicht nur wenn du eine private krankenversicherung hast.
ich habe noch nicht gehört das ein armer mensch sterben musste weil ihn hier kein krankenhaus aufgenommen hat.
was natürlich richtig ist, das das leben in blumenau nicht so ganz billig ist. deine lebenshaltunskosten hier sind sicher höher als in vielen anderen teilen brasiliens, das betrifft auch die löhne der angestellten.
aber aus unserer sicht: unsere entscheidung nach blumenau zu ziehen war in privater sowie geschäftlicher hinsicht die einzig richtige entscheidung.

gruss O_Periquito
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Beitragvon Marco H » Sa 31. Mär 2007, 14:03

... o periquito

Und du hast das Erdinger Weißbier vergessen. Für mich als Bayer sehr wichtig :-)
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Blumenau kennenlernen

Beitragvon ssd1611 » Di 10. Apr 2007, 08:46

Im Dezember dieses Jahres wird meine Familie (Frau, Kind und ich selber) nach Blumenau reisen, um uns diese Stadt mal anzuschauen. Ich bin sehr gespannt, wie uns dieser Ort gefallen wird. Wir werden uns die Stadt anschauen, 1-2 Schulen besuchen, durch Quartiere gehen/fahren, die Lebenshaltungskosten "analysieren, usw, eben alles, um eine Entscheidung fallen zu können, ob die Stadt uns zusagt. Ich halte Euch auf dem laufenden.
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certo

Beitragvon enyone » Mi 11. Apr 2007, 19:28

Severino hat geschrieben:Für mich wäre das nichts. Ist mir viel zu südlich und ich finde es auch nicht richtig brasilianisch.
Ein Bild bekommst Du aber am Besten, wenn Du Mal selbst dorthin fährst, den jeder hat ja andere Vorstellungen von schön....


sehe ich genauso,
ausserdem bin ich aber wohl zu jung um diese "deutsche " Umgebung in Brasilien zu brauchen bzw. solch ein Ziel als das Optimale für einen Auswanderer anzusehen. :roll:

Und,
ich bin froh nach 5 Jahren Arbeitstätigkeit in Bayern dort weg zu sein.
Nichts für Ungut, aber Bayern ist nicht der Nabel der Welt und was wäre wenn weitaus größere Nationen als Deutschland solche " Kolonien" in Brasilien gründen würden?
Ich verstehe es jedenfalls nicht wie man sich für Brasilien und auch gleichfalls wieder nicht, lieber Deutschland in Brasilien begeistern kann, sorry. :o
“The journey of a thousand miles begins with one step.” - Lao-Tsze
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Re: certo

Beitragvon dietmar » Mi 11. Apr 2007, 21:23

enyone hat geschrieben:Ich verstehe es jedenfalls nicht wie man sich für Brasilien und auch gleichfalls wieder nicht, lieber Deutschland in Brasilien begeistern kann, sorry. :o


Nun, Brasilien ist nun einmal ein 99.9%iges Einwanderungsland. Was ist denn Brasilianisch? Samba, Carnaval und Copacabana? Sertão? Pantanal? Die endlosen Feijao-Felder in Paraná? Dörfer am Amazonas, die nur per Boot zu erreichen sind? Die "moderne" Hauptstadt? Cambolé in Salvador? Die Dünen bei Natal?

Ich denke, jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Brasilien. Ich bin z.B. bin nur zufällig hier, weil das Schicksal mich hierher verschlagen hat. Für mich war es am Anfang einfach Brasilien - einfach mein Brasilien.

Vor max. 60 Jahren wurde z.B. meine Region besiedelt, und zwar zu 95% von Einwanderern der zweiten oder dritten Generation, vornehmlich deutscher und italienischer Herkunft (kamen aus SC & RS) "hoch" in den Westen. Da gabs nur Urwald. Und was sie dann an Pionierarbeit geleistet haben, sieht man heute in einer sehr guten Infrastruktur, Ordnung, Sauberkeit, etc. Heute leben hier rund 1.000.000 Menschen.

Es ist nach Klischeevorstellungen bestimmt nicht brasilianisch genug. Aber es ist Brasilien. Mit Deutschland hat das sehr wenig zu tun, ausser man betrachtet die Einstellung der Menschen. Dann trifft man aber auf ein Vorkriegsdeutschland, wo "Disziplin, Zucht und Ordnung" (um es mal überspitzt auszudrücken) noch Bestandteil der Erziehung waren. Natürlich ist es auch hier aufgeweicht und hat sich mit äusseren Einflüssen vermischt, aber eine gewisse Bodenständigkeit ist geblieben. Das dort auch deutsche Traditionen gepflegt werden, die es in Deutschland schon seit Jahrzehnten aus Mangel an Nachwuchs nicht mehr gibt, ziehe ich noch nicht einmal in meine Bewertung mit ein.

Und in jeder Region ist das Leben anders: Wenn ein Geschäft keinen Umsatz machen will, legt es eine Sambaplatte auf, dann kommt garantiert keiner. Wenn ein Capoeira-Lehrer gesucht wird, dann fährt jemand nach Rio oder noch besser gleich nach Salvador um einen zu finden und mitzubringen. Grüne Kokusnüsse gibt es vielleicht fünfmal im Jahr, und nur dann, wenn in anderen Teilen des Landes anscheinend ein Überschuss besteht und man sie billigst einkaufen kann. 2 Monate im Jahr sinken die Temperaturen nachts bis zum Gefrierpunkt. Weihnachten 2004 hatte ich am 1. Feiertag morgens um 7 Uhr knappe 11 Grad. Das Meer ist rund 700 Kilometer weit weg. Hier verrecken die Fernseher nicht nach ein paar Jahren wegen der Marisa (heisst doch so, oder???) Und Cachaça wird hier meist pur gesoffen, wer macht sich schon eine Caipirinha?

Das klingt alles nicht brasilianisch. Ist es aber. Und ich behaupte mal, jede Region hat so ihre Eigenarten. Wenn ich in Recife Gaúchomusik auflege, werden sie mich vermutlich durch die Stadt prügeln.

Das Image Brasiliens im Ausland wird seit Jahrzehnten auf den Tourismus fixiert und stellt eben ein völlig falsches Bild da. Da gibt es Rio, die Wasserfälle, der Amazonas und das Pantanal. Daneben die langen Strände für "Turistas" :D Als Auswanderer kann man natürlich diese Klischees finden und dort sesshaft werden, sollte aber bedenken, dass grosse Teile Brasiliens halt komplett anders sind.

Es sind andere Menschen, andere Gebräuche, andere Kulturen - aber es ist Brasilien! Und vereinen kann man sie sowieso nur mit einer einzigen Sache: Einem Sieg der Seleção .....

Somit muss sich doch jeder einzelne die Frage stellen: "Was erwarte ich von meinem Brasilien?" Und kann sich dann eine Region suchen, die dies enthält. Vielleicht ziehe ich selbst noch weiter in den Süden, dann aber auch nur wegen einer deutschen Schule für unsere Tochter. Oder ich ziehe in den Norden, weil mir die Spiessigkeit der Leute hier nach und nach vielleicht auf den Sack geht.

Aber wo ich auch hingehe, es wird immer Brasilien sein. Auch diese Kolonien sind Brasilien. Anders als z.B. die Mennoniten-Kolonien in Paraguay wo die Menschen immer in den Trachten ihrer Vorfahren rumlaufen, selbst bei einem Besuch in der Hauptstadt Asunción. Sie werden sich nie als Paraguayer fühlen. Fremde Einflüsse gibt es kaum, sie degenerieren langsam weil hier nur Cousins ihre Cousinen heiraten usw.

Das habe ich in Brasilien noch nicht erlebt und auch noch nicht gehört. Ich weiss nicht, wie es in Tirol, Pommerode oder Novo Friburgo ist (Blumenau erscheint mir schon zu gross dafür), aber die nun heranwachsende vierte Generation scheint sich 100%ig mit Brasilien zu identifizieren. Nur die Werte, die sie von Eltern und Grosseltern mit auf den Weg bekommen haben, sind halt andere wie in anderen Regionen.

Aber mit Deutschland hat das kaum noch was zu tun. Es wirkt vielleicht so, ist es aber nicht.
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Re: certo

Beitragvon enyone » Mi 11. Apr 2007, 21:49

brasilblog hat geschrieben:
enyone hat geschrieben:Ich verstehe es jedenfalls nicht wie man sich für Brasilien und auch gleichfalls wieder nicht, lieber Deutschland in Brasilien begeistern kann, sorry. :o


Nun, Brasilien ist nun einmal ein 99.9%iges Einwanderungsland. Was ist denn Brasilianisch? Samba, Carnaval und Copacabana? Sertão? Pantanal? Die endlosen Feijao-Felder in Paraná? Dörfer am Amazonas, die nur per Boot zu erreichen sind? Die "moderne" Hauptstadt? Cambolé in Salvador? Die Dünen bei Natal?

Ich denke, jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Brasilien. Ich bin z.B. bin nur zufällig hier, weil das Schicksal mich hierher verschlagen hat. Für mich war es am Anfang einfach Brasilien - einfach mein Brasilien.

Vor max. 60 Jahren wurde z.B. meine Region besiedelt, und zwar zu 95% von Einwanderern der zweiten oder dritten Generation, vornehmlich deutscher und italienischer Herkunft (kamen aus SC & RS) "hoch" in den Westen. Da gabs nur Urwald. Und was sie dann an Pionierarbeit geleistet haben, sieht man heute in einer sehr guten Infrastruktur, Ordnung, Sauberkeit, etc. Heute leben hier rund 1.000.000 Menschen.

Es ist nach Klischeevorstellungen bestimmt nicht brasilianisch genug. Aber es ist Brasilien. Mit Deutschland hat das sehr wenig zu tun, ausser man betrachtet die Einstellung der Menschen. Dann trifft man aber auf ein Vorkriegsdeutschland, wo "Disziplin, Zucht und Ordnung" (um es mal überspitzt auszudrücken) noch Bestandteil der Erziehung waren. Natürlich ist es auch hier aufgeweicht und hat sich mit äusseren Einflüssen vermischt, aber eine gewisse Bodenständigkeit ist geblieben. Das dort auch deutsche Traditionen gepflegt werden, die es in Deutschland schon seit Jahrzehnten aus Mangel an Nachwuchs nicht mehr gibt, ziehe ich noch nicht einmal in meine Bewertung mit ein.

Und in jeder Region ist das Leben anders: Wenn ein Geschäft keinen Umsatz machen will, legt es eine Sambaplatte auf, dann kommt garantiert keiner. Wenn ein Capoeira-Lehrer gesucht wird, dann fährt jemand nach Rio oder noch besser gleich nach Salvador um einen zu finden und mitzubringen. Grüne Kokusnüsse gibt es vielleicht fünfmal im Jahr, und nur dann, wenn in anderen Teilen des Landes anscheinend ein Überschuss besteht und man sie billigst einkaufen kann. 2 Monate im Jahr sinken die Temperaturen nachts bis zum Gefrierpunkt. Weihnachten 2004 hatte ich am 1. Feiertag morgens um 7 Uhr knappe 11 Grad. Das Meer ist rund 700 Kilometer weit weg. Hier verrecken die Fernseher nicht nach ein paar Jahren wegen der Marisa (heisst doch so, oder???) Und Cachaça wird hier meist pur gesoffen, wer macht sich schon eine Caipirinha?

Das klingt alles nicht brasilianisch. Ist es aber. Und ich behaupte mal, jede Region hat so ihre Eigenarten. Wenn ich in Recife Gaúchomusik auflege, werden sie mich vermutlich durch die Stadt prügeln.

Das Image Brasiliens im Ausland wird seit Jahrzehnten auf den Tourismus fixiert und stellt eben ein völlig falsches Bild da. Da gibt es Rio, die Wasserfälle, der Amazonas und das Pantanal. Daneben die langen Strände für "Turistas" :D Als Auswanderer kann man natürlich diese Klischees finden und dort sesshaft werden, sollte aber bedenken, dass grosse Teile Brasiliens halt komplett anders sind.

Es sind andere Menschen, andere Gebräuche, andere Kulturen - aber es ist Brasilien! Und vereinen kann man sie sowieso nur mit einer einzigen Sache: Einem Sieg der Seleção .....

Somit muss sich doch jeder einzelne die Frage stellen: "Was erwarte ich von meinem Brasilien?" Und kann sich dann eine Region suchen, die dies enthält. Vielleicht ziehe ich selbst noch weiter in den Süden, dann aber auch nur wegen einer deutschen Schule für unsere Tochter. Oder ich ziehe in den Norden, weil mir die Spiessigkeit der Leute hier nach und nach vielleicht auf den Sack geht.

Aber wo ich auch hingehe, es wird immer Brasilien sein. Auch diese Kolonien sind Brasilien. Anders als z.B. die Mennoniten-Kolonien in Paraguay wo die Menschen immer in den Trachten ihrer Vorfahren rumlaufen, selbst bei einem Besuch in der Hauptstadt Asunción. Sie werden sich nie als Paraguayer fühlen. Fremde Einflüsse gibt es kaum, sie degenerieren langsam weil hier nur Cousins ihre Cousinen heiraten usw.

Das habe ich in Brasilien noch nicht erlebt und auch noch nicht gehört. Ich weiss nicht, wie es in Tirol, Pommerode oder Novo Friburgo ist (Blumenau erscheint mir schon zu gross dafür), aber die nun heranwachsende vierte Generation scheint sich 100%ig mit Brasilien zu identifizieren. Nur die Werte, die sie von Eltern und Grosseltern mit auf den Weg bekommen haben, sind halt andere wie in anderen Regionen.

Aber mit Deutschland hat das kaum noch was zu tun. Es wirkt vielleicht so, ist es aber nicht.


Danke für die ausführliche Erklärung!

Speziell in dem Punkt: ."Das Image Brasiliens im Ausland wird seit Jahrzehnten auf den Tourismus fixiert und stellt eben ein völlig falsches Bild da. Da gibt es Rio, die Wasserfälle, der Amazonas und das Pantanal. Daneben die langen Strände für "Turistas" Als Auswanderer kann man natürlich diese Klischees finden und dort sesshaft werden, sollte aber bedenken, dass grosse Teile Brasiliens halt komplett anders sind. ".. stimme ich dir vollends zu. ( Da mich eher das wahre und vielfältigere Brasilien mehr berührt hat in den letzten Jahren und ich fast immer als Backpacker durchs Land gezogen bin hatte ich schon geplant im Bereich AdventureTravel für Brasilien einzusteigen und mich auch etwas dafür einbringen wollte genau dies zu vermitteln und zu zeigen :wink: )

Zu Tirol, Pommerode oder Novo Friburgo kann ich auch nichts sagen da ich diese Orte ebenso wie Blumenau mied bisher aus "momentaner Unwichtigkeit für einen Besuch".
Der Süden gefällt mir sehr, das möchte ich gleich klarstellen.
Ich verstehe auch warum Deutsche und Italiener sich schnell da wohlfühlten.
Auch fand ich es ehrlich gesagt mal ganz angenehm als Backpacker etwas weniger auf Sicherheit achten zu müssen ( zw. SC und Bahia z.B. liegen Welten was das angeht) und man konnte mal noch etwas mehr den Kopf mit anderen Eindrücken und Wahrnehmungen füllen.
Und,
ja auch ich denke darüber nach in ein paar Jahren meinen festen Sitz ( was ist das eigentlich, wenn man seit 15 Jahren von Job zu Job zieht :roll: ?) im Süden zu suchen und da zu leben.
Allerdings habe ich da wohl mein Paradis schon gefunden :wink: und es liegt keine 700km vom Atlantik weg, eher nur <1km :wink:

Im großen und ganzen hast du aber recht was "jedem sein Brasilien" betrifft!

Abracos,
Enrico
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Re: Leben in Blumenau, etc.

Beitragvon BrasilJaneiro » So 20. Mai 2007, 16:13

Wenn du noch nie längere Zeit im Ausland warst und beruflich, als Rentner oder Selbstständiger dich dort niederlassen willst, dann gehe lieber nach Blumenau. Dort wirst du dich besser einleben können. Ebenso wenn du oder deine Familie Probleme mit der Hitze hat.
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