Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Freedie » Di 21. Jan 2014, 19:37

Frankfurter hat geschrieben:Eigentlich eine gute Idee. Für mich würde sich nur die Frage der Nachhaltigkeit dieses Modells stellen. Denn aus eigener Erfahrung ( hatte vor 12 Jahren auch ein on-line shop laufen ) sind die großen Fische im Teich die Futterneider – sprich es ist evtl. eine Frage der Zeit, wie lange und ob Dein Modell Bestand hat.


Naja.. es läuft jetzt seit 14 Jahren mit leicht steigender Tendenz - in miesen Jahren wie 2013 wenigstens
gleichbleibend. Mit einem vor 3 Monaten gegründeten Ebay-Shop für StarWars-Figuren wäre mir das auch zu heiss.
Aber klar... auf irgendwelche Errungenschaften sollte man sich in einer schnelllebigen Geschäftswelt keinesfalls
ausruhen. Wie man so schön sagt : "Sicher ist: Dass nichts sicher ist"

Frankfurter hat geschrieben:Unter Deiner Firma wird die Rechnung gestellt ? Und welche Steuernummer hast Du im Impressum ? Ohne deutsche Steuernummer fehlt beim Käufer vielleicht dann doch das Vertrauen zum Kauf .


Das ist natürlich ein echt problematischer Punkt. Wenn da z.B. im Impressum steht:

Firma XY Ltda.
Avenida D, Casa 34
Fortaleza-CE
Brasil

Ja... dann wird mir als deutscher Online-Käufer schon echt schlecht. Mir vergeht teilweise schon
die Lust am Online-Kauf wenn ich in einem Impressum lese "UG haftungsbeschränkt" oder "Ltd."
(selbst bei Firmensitz in DE) Nee, da haste recht : Vertrauen schafft der Firmensitz ausserhalb
der EU keineswegs.
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Max Moritz » Di 21. Jan 2014, 20:14

Zu der Geschaeftsidee kann ich nichts sagen,koennte nach laengerer Anlaufphase klappen.Das Fortaleza als Standort in Frage kommt ist bei dem Geschaeftsmodell wahrscheinlich unwichtig.Aber diese Perle Cearas glaenzt schon lange nicht mehr.Ich kenne Fortaleza seit 1987 und habe den Aufstieg (als Resident) und Abstieg miterlebt.Heute ist Forta eine Retortenstadt mit enorm hoher Kriminalitaet und null Feeling.Forta heute nein danke, da gibts bessere Ecken.
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Limao » Di 21. Jan 2014, 20:29

Freedie hat geschrieben:Ja... dann wird mir als deutscher Online-Käufer schon echt schlecht. Mir vergeht teilweise schon
die Lust am Online-Kauf wenn ich in einem Impressum lese "UG haftungsbeschränkt" oder "Ltd."
(selbst bei Firmensitz in DE) Nee, da haste recht : Vertrauen schafft der Firmensitz ausserhalb
der EU keineswegs.


Oi Freedie, weist du eigentlich wie viele sich mit kleinem bis nicht ganz so kleinem Vermögen in Deutschland schon mit einer Beteiligung in Form einer GmbH & Co KG oder noch schlimmer GbR, es soll auch Ags geben u.a. in den Sand gesetzt haben. Jahrelang nie ein Risiko eingegangen, dann das Ersparte in eine Beteiligung angelegt, dann Kapital weg /geschrumpft, Nachschussverpflichtung, Kapitalerhöhung etc, mitunter sogar für die Erben. Air Berlin, Alba etc, ganz viele renommierte Gesellschaften arbeiten mit einer ltd. auf irgendeiner Insel. Da ist so ein "kleiner" Onlinekauf von mir aus auch bei Amazonien & Co eher unspektakulär. Aber wie gesagt du brauchst einen Firmensitz in Deutschland. Mit einer GmbH lässt sich vieles einfacher einrichten, gibt auch professionelle Adressen für sowas (visitenkartenfähig), da geht sogar jemand ans Telefon. GmbH UG läuft auch nach gesetzlichen Spielregeln, obwohl mir immer noch nicht ganz klar ist, wozu man so ein Konstrukt braucht, da man die (halbe) Einlage ja einen Tag später wieder rausnehmen kann?.
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Limao » Di 21. Jan 2014, 21:23

Frankfurter hat geschrieben:In Brasilien bist Du mit Deinem gesamten Welteinkommen steuerpflichtig :cry:


Mal eine dumme Frage: wenn man sich als resident monatlich sagen wir mal seine Miete vom ausländischen Konto zieht oder überwiesen bekommt, muss man das dann auch versteuern?
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Freedie » Di 21. Jan 2014, 21:57

Max Moritz hat geschrieben:Zu der Geschaeftsidee kann ich nichts sagen,koennte nach laengerer Anlaufphase klappen.Das Fortaleza als Standort in Frage kommt ist bei dem Geschaeftsmodell wahrscheinlich unwichtig.Aber diese Perle Cearas glaenzt schon lange nicht mehr.Ich kenne Fortaleza seit 1987 und habe den Aufstieg (als Resident) und Abstieg miterlebt.Heute ist Forta eine Retortenstadt mit enorm hoher Kriminalitaet und null Feeling.Forta heute nein danke, da gibts bessere Ecken.


Keine Frage, was Fortaleza anbelangt.. da bin ich ganz bei Dir. Und Fortaleza im direkten Vergleich mit
z.B. Salvador de Bahia.. Da wirds eng für Forta. Aaaber : Meine Frau kommt aus Forta, hat Ihre Familie
dort und ich habe aktuell mehr Freunde und Bekannte dort als in meinem Heimatort in DE.

Daher fiel die Wahl auf die "Perle Cearas" :wink: (und nicht auch zuletzt wegen dem Wetter)
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Freedie » Di 21. Jan 2014, 22:07

Limao hat geschrieben:Oi Freedie, weist du eigentlich wie viele sich mit kleinem bis nicht ganz so kleinem Vermögen in Deutschland schon mit einer Beteiligung in Form einer GmbH & Co KG oder noch schlimmer GbR, es soll auch Ags geben u.a. in den Sand gesetzt haben. Jahrelang nie ein Risiko eingegangen, dann das Ersparte in eine Beteiligung angelegt, dann Kapital weg /geschrumpft, Nachschussverpflichtung, Kapitalerhöhung etc, mitunter sogar für die Erben. Air Berlin, Alba etc, ganz viele renommierte Gesellschaften arbeiten mit einer ltd. auf irgendeiner Insel. Da ist so ein "kleiner" Onlinekauf von mir aus auch bei Amazonien & Co eher unspektakulär. Aber wie gesagt du brauchst einen Firmensitz in Deutschland. Mit einer GmbH lässt sich vieles einfacher einrichten, gibt auch professionelle Adressen für sowas (visitenkartenfähig), da geht sogar jemand ans Telefon.


Das mag sicher gängige Praxis sein. Aber... dennoch verursachte eine UG oder Ltd. mit Sicherheit kein
Vertrauen gegenüber Endkunden oder Geschäftspartnern.

Limao hat geschrieben:GmbH UG läuft auch nach gesetzlichen Spielregeln, obwohl mir immer noch nicht ganz klar ist, wozu man so ein Konstrukt braucht, da man die (halbe) Einlage ja einen Tag später wieder rausnehmen kann?.


Ganz einfach: Weil die Haftungssumme minimal 1 schlapper Euro ist. Hervorragend geeignet um zu bescheissen.
(Nicht, daß ich jetzt behaupten will, Inhaber von UGs oder Ltds bescheissen generell... Nein, aber alle die
bescheissen WOLLEN, haben eine UG oder Ltd.)
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Trem Mineiro » Di 21. Jan 2014, 22:45

Limao hat geschrieben:Mal eine dumme Frage: wenn man sich als resident monatlich sagen wir mal seine Miete vom ausländischen Konto zieht oder überwiesen bekommt, muss man das dann auch versteuern?


Was du von deinem ausländischen Konto ziehst ist egal. Wenn du ehrlich bist must du aber die gesamte Mieteinnahme in Deutschland hier in Brasilien versteuern. Was du da evtl. gegen die Doppelbesteuerung machen kannst, sagt dir ein Steuerberater.
Mein Kapitaleinkünfte versteuere ich nur in Brasilien, in D bin ich nicht steuerpflichtig und auch bei der Bank vom Steuerabzug freigestellt.

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 21. Jan 2014, 23:16

Freedie hat geschrieben:Moin oder besser Boa noite,

Der Titel mag sich zunächst etwas "schräg" anhören und bedarf sicherlich näherer Erklärung.
Gleich vorweg : Ich bin stocknüchtern und habe mit in letzter Zeit keine ernsthaften
Hirnschäden zugezogen. :wink:

Es handelt sich um eine Idee, welche ich in nicht allzu ferner Zukunft umsetzen möchte und
dazu einerseits einige Fragen hätte und mich anderseits über Meinungen, Bedenken, Kritik etc.
sehr freuen würde.

Also : Ich bin seit ca. 14 Jahren selbständig im Versandhandel tätig. Firma schreibt schwarze
Zahlen, man wird davon sicherlich kein Millionär aber es lässt sich einigermaßen gut davon leben.

Soweit ja nicht spektakulär....

Jetzt möchte ich inkl. Firma nach Brasil umziehen (und da bleiben) Hier alles versilbern,
den Rest in einen Container, Briefmarke rauf und "Goodbye Deutschland" Als Ziel habe ich mir den
"ungeschliffenen Diamanten" des Nordostens... quasi die "Perle Cearas".. nämlich "Fortaleza"
auf den Zettel geschrieben (wahrscheinlich schlagen jetzt schon die Ersten die Hände über dem
Kopf zusammen ) :mrgreen: :mrgreen:

Gut, eine Firma in Brasil zu gründen, da zu wohnen (bin mit einer Brasilanerin verheiratet)
dürfte jetzt nicht so der Hype sein... das wäre auch nicht so das Thema.

Wie soll das jetzt gehen mit dem "arbeiten in Deutschland" ?

Wie bereits eingangs erwähnt bin ich im Online-Handel tätig. In den letzten 2 Jahren hat der
Anteil an "Drop-Shipment-Aufträgen"* beträchtlich zugenommen.

* "Drop-Shipment" Erklärung für diejenigen, denen der Begriff fremd ist :

a.) Kunde bestellt online im Shop.
b.) Rechnung wird bei uns fakturiert und als PDF an den Hersteller der Ware per Mail verschickt.
b.) Ware wird dort gepackt, die zuvor per Mail verschickte PDF-Rechnung wird dort ausgedruckt und
zusammen mit der Ware an den Kunden geschickt.
c.) Kunde erhält die Ware, als hätten wir diese selbst verschickt.


Mittlerweile wickeln wir lediglich die Aufträge über dieses Verfahren ab, bei denen Ware nicht
oder in ausreichender Stückzahl am Lager ist. Grundsätzlich könnte man aber ALLE Aufträge über
dieses Verfahren abwickeln. Dazu wollen wir dieses Jahr auch übergehen, da es natürlich den
Vorteil gegenüber dem Finanzamt bringt, dass man in der Lagerbewertung ausgesprochen schlank
dasteht.

Für diese Art der Geschäftstätigkeit ist lediglich ein minderbemittelter Internet-Zugang
erforderlich - das kann in Deutschland sein, in Tasmanien oder auch in Fortaleza.

Lange Rede - kurzer Sinn: Die Geschäftstätigkeit und die Ware bewegt sich in Deutschland
und innherhalb der EU - der Erlös stünde dann mit der "europäischen Kaufkraft" in Brasil zur
Verfügung. (Daher der Titel dieses Beitrags)


Was haltet ihr davon (zumindest von der Grundidee) ? Guter Ansatz oder völliger Blödsinn ?

LG
Freedie


Wenn ich davon ausgehe, dass dein Internet-Geschäft jetzt schon gut läuft und du dieses Geschäft verstehst, dann ist das die beste Idee, die ich bisher hier im Forum gehört habe.
Deine (zukünftigen) Fehler können nur sein: Kostenintensive Umzugskosten die nicht sein müssten, zu hohe Kosten bei der Beschaffung von Wohnraum, überhöhter Lebensstandard, mangelhafte Internetverbindungen die anfangs zu Problemen und Reklamationen führen könnten und eine brasilianische Frau die dich finanziell ausbeutet und nicht zum gemeinsamen Erfolg geneigt ist. Wenn du alles im Griff hast, dann wird es sehr gut für dich laufen. Viel Erfolg
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon Freedie » Do 14. Jul 2016, 16:02

Das Thema ist nun schon über 2 Jahre alt, aber noch nicht vom Tisch.

Daher ein aktuelles Update:

Ich habe mich nun entschlossen, das Ding mit dem eingangs beschrieben
Geschäftskonzept im nächsten Jahr durchzuziehen.

Ärgerlich: Ich hatte im September 2015 bereits einen
Käufer für mein Haus, konnte das Ganze aber aufgrund kurzfristiger
Ortsunabkömmlichkeit nicht realisieren.

"REALisieren" ist dabei ein gutes Stichwort.

Zu dem Zeitpunkt stand der Real auf 4,74. Haus ist nun verkauft und der
Kurs sagt heute 3,58.
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Re: Leben in Brasil & arbeiten in Deutschland ?

Beitragvon amazonasklaus » Do 14. Jul 2016, 22:57

Ich habe das ursprüngliche Vorhaben gerade erst gelesen. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht die Ware in das Eigentum Deiner Firma über, bevor sie vom Lieferanten verschickt wird, selbst wenn die Ware nicht physisch über Brasilien geschleift wird. Wichtig, dass Du dir einen guten Steuerberater suchst, der Dir sagen kann, was steuerlich und buchungstechnisch alles zu beachten ist.
"Em Portugal, de onde eu acabei de vir, o desemprego beira 20%, ou seja, um em cada quatro portugueses estão desempregados." -- Dilma Rousseff
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