Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon tinto » So 12. Dez 2010, 11:31

An anderer Stelle hatte ich schon darauf verwiesen, dass Hotelbetten in guten Häusern mittlerweile zu den teuersten weltweit gehören.

Das hat sicher auch damit zu tun, dass sich auch Brasilianer immer mehr leisten können. Und die Wirtschaft boomt. Das sieht man ja auch an den Immobilienpreisen.

So wundert es nicht, dass Brasilien auch zu den Ländern gehört, in dem sich die allgemeinen Lebenshaltungskosten so verteuert haben, dass sie in den Städten (weiterhin und mit steigender Tendenz) mittlerweile deutlicher denn je oberhalb des deutschen Niveaus bewegen. das sollte jeder Auswanderungswillige bedenken, der davon träumt, von seiner schmalen deutschen Rente in Brasilien seinen Lebensabend zu verbringen.

Die Studie berücksichtigt hierbei Kosten wie:
Nahrung: Lebensmittel, Milchprodukte, Fleisch und Fisch, Obst und Gemüse
Grundbedarf: Getränke und Tabak, diverse Waren, Dienstleistungen
Allgemeines: Kleidung, Elektrogeräte, laufende Kfz-Kosten, auswärtiges Essen



Platz Stadt Land --------------------- Platz Stadt Land
1 Tokio Japan ----------------------- 20 Abuja Nigeria
2 Luanda Angola --------------------- 21 Jerusalem Israel
3 Nagoya Japan --------------------- 22 Seoul Südkorea
4 Yokohama Japan ------------------ 23 Canberra Australien
5 Kobe Japan ----------------------- 24 Paris Frankreich
6 Oslo Norwegen -------------------- 25 Sydney Australien
7 Zürich Schweiz -------------------- 26 Sao Paulo Brasilien
8 Genf Schweiz ---------------------- 27 Stockholm Schweden
9 Stavanger Norwegen---------------- 28 Manhattan (New York) USA
10 Bern Schweiz --------------------- 29 Baku Aserbaidschan
11 Basel Schweiz -------------------- 30 Brasilia Brasilien
12 Kopenhagen Dänemark ---------- (…)
13 Kinshasa Kongo------------------ 40 Berlin Deutschland
14 Moskau Russland ---------------- 57 München Deutschland
15 Helsinki Finnland ---------------- 69 Düsseldorf Deutschland
16 Caracas Venezuela --------------- 75 Stuttgart Deutschland
17 Libreville Gabun --------------- -- 79 Frankfurt Deutschland
18 Tel Aviv Israel ------------------- 88 Hamburg Deutschland
19 Rio de Janeiro Brasilien--------- 95 Bonn Deutschland



Die vollständige Pressemitteilung findet sich unter:

http://www.eca-international.com/news/p ... ases/7284/
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Schöne Grüße,
tinto
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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon frankieb66 » So 12. Dez 2010, 12:26

Tinto,

was Du schreibst stimmt schon, aber in dem Artikel steht u.a. auch:
Das geht aus der neuesten Lebenshaltungskostenstudie des Personalberatungsunternehmens ECA International hervor. Die Studie untersucht und vergleicht die Lebenshaltungskosten für Manager an 400 Standorten in der ganzen Welt.

Die wenigsten Brasilianer und auch die wenigsten Deutschen sind "Manager" (was auch immer das ist, wahrscheinlich sind damit die gemeint, die mindestens Business-Class fliegen und in den 5*-Hotels absteigen). Daher betrifft diese Studie nicht unbedingt die "Normalbürger".

Aber es ist richtig: Brasilien ist schon seit langem kein Billigland mehr, und zwar ganz unabhängig vom Immobilienboom in den Metropolen. Die Preise für Produkte des täglichen Bedarfs sind - abgesehen vielleicht von arroz und feijao - jenseits von gut und böse. Ich bin zwar kein Statistiker, kenne aber beide "Welten" aus der Praxis, daher möchte ich mal behaupten, dass Brasilien bezogen auf das Einkommen mind. 2x so teuer ist wie D. Man kann das natürlich "kompensieren", indem man favela-like haust, aber wer will das schon?

Es gibt nach wie vor natürlich Sozialromantiker die meinen, Brasilien wäre ein tropisches Paradies und ein idealer Ort um seine (Früh-)Rente dort zu "aufzuwerten". Ich kann davon nur abraten, denn ich habe schon viele Existenzen von Träumern scheitern sehen in Brasilien. Geld wächst auch in Brasilien nicht auf den Bäumen, sondern wird auch dort hart erarbeitet (manchmal vielleicht nicht so effektiv wie in D, aber das ist eine andere Geschichte ...). Gut, man kann seine Ansprüche natürlich soweit runterschrauben, dass man mit nur einer shorts und einem Paar chinelos auskommt, das geht in D natürlich nicht, weil es hier auch mal kalt wird. Und die Mär vom schönen Leben in der Hängematte, willigen Mulatas auf dem Schoß der gringos, bzw. knackigen Capoeiranubiern für die gringas, existieren allenfalls in der Fantasie.

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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon moni2510 » So 12. Dez 2010, 12:53

Ich stimme zu, die Lebenshaltung in Brasilien, gerade hier in Rio ist sehr teuer, wenn man den etwa gleichen Standard wie Deutschland haben will. Wenn ich das dann mit einem durchschnittlichem Gehalt (oder was ich denke, was ein durchschnittliches Cariocagehalt ist) vergleiche, dann geben die Leute hier sicher einen höheren Prozentsatz gemessen am Einkommen für Lebensmittel des täglichen Bedarfs aus, von Mietpreisen ganz zu schweigen.

Allerdings beschreibt der Artikel das Expat-Leben, welches in meinen Augen eh jenseits von gut und böse ist. In Unternehmen, in dem ich arbeite, gibts auch aus den genannten Gründen keine Expats mehr. Wer ins Ausland möchte, der arbeitet im Ausland zu lokalen Konditionen und bestreitet davon seinen kompletten Lebensunterhalt. Habe ich mittlerweilen auch bei vielen anderen Firmen gesehen.
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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon frankieb66 » So 12. Dez 2010, 13:10

moni2510 hat geschrieben:Ich stimme zu, die Lebenshaltung in Brasilien, gerade hier in Rio ist sehr teuer, wenn man den etwa gleichen Standard wie Deutschland haben will.

Agua com gaz, 1,5 Liter á 0,19 EUR ~= 0,42 R$. Was kostet das Equivalent am Zuckerhut?
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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon moni2510 » So 12. Dez 2010, 13:19

frankieb66 hat geschrieben:
moni2510 hat geschrieben:Ich stimme zu, die Lebenshaltung in Brasilien, gerade hier in Rio ist sehr teuer, wenn man den etwa gleichen Standard wie Deutschland haben will.

Agua com gaz, 1,5 Liter á 0,19 EUR ~= 0,42 R$. Was kostet das Equivalent am Zuckerhut?


Zona Sul (zugegeben teurer Supermercado) 1,5l á 1,99R$ bis 2,69R$... vom importieren Perrier wollen hier nicht reden, das liegt so bei 8R$ :shock:

Deshalb die 20l Flasche ohne Kohlensäure für 9,50R$ incl Lieferung, auch wenns mir schwerfällt mich vom geliebten Wasser mit Blubb zu verabschieden.
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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon frankieb66 » So 12. Dez 2010, 13:28

moni2510 hat geschrieben:Deshalb die 20l Flasche ohne Kohlensäure für 9,50R$ incl Lieferung, auch wenns mir schwerfällt mich vom geliebten Wasser mit Blubb zu verabschieden.

Ja gibt's denn bei euch kein "Sprudelgerät"?

Sowas z.B.:

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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon Takeo » So 12. Dez 2010, 15:26

frankieb66 hat geschrieben:Und die Mär vom schönen Leben in der Hängematte, willigen Mulatas auf dem Schoß der gringos, bzw. knackigen Capoeiranubiern für die gringas, existieren allenfalls in der Fantasie.


...zumal die Mulatas nur dann willig sind, wenn der Geldbeutel auch was her gibt... und ich spreche nicht von Nutten, sondern von Frauen allgemein... welche Frau will sich schon mit einem in der Hängematte liegenden Nichtsnutz abgeben... man will als Frau, wie als relativ normaler Mensch auch, ausgehen, Disco, Kino, Schopping, etc... das Leben in Chinellos und Hängematte kann ganz schnell ziemlich langweilig werden... und Brasilien kostet Geld, viel Geld... das fängt schon mit den Pedágios an... und viel Konsumschnickschnak, der in Europa wirklich nur ein 'Appel und ein Ei' kostet, geht hier richtig ins Geld... Reisen, Klamotten, Fast-Food... kostet alles Geld... Brasilien ist geil, aber nur, wenn man nicht ständig den Centavo umdrehen muss... und ja, jetzt kommt es wieder 'Fast-Food' ich doch nicht... aber man will ja eventuell auch mal ins Shoppingcenter und dort nicht nur 'comida mineria' essen (kostet übrigens auch wieder echtes Geld!), und ja, man will auch nicht ständig "echte brasilianische Kultur"... und dann hat man vieleicht auch Kinder, und manchmal will man sich nur als normaler Mensch, im normalen oberflächlichen Konsum treiben lassen... mit allem was da als normaler Mensch dazugehört und das kostet ALLES Geld in Brasilien!!! ALLES!!! Man muss nämlich auch bedenken, dass von 200 Millionen Brasilianern nich 200 Millionen am Strand oder der Favela leben... Brasilien ist teuer, und wenn man als Normalbürger am brasilianischen Normalleben teilhaben will muss man tiefer in die Tasche greifen als in Europa!
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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon frankieb66 » So 12. Dez 2010, 15:52

Takeo hat geschrieben:
frankieb66 hat geschrieben:Und die Mär vom schönen Leben in der Hängematte, willigen Mulatas auf dem Schoß der gringos, bzw. knackigen Capoeiranubiern für die gringas, existieren allenfalls in der Fantasie.
Takeo hat geschrieben:...zumal die Mulatas nur dann willig sind, wenn der Geldbeutel auch was her gibt... und ich spreche nicht von Nutten,...
Ich wollte das Wort "Nutten" nur nicht benutzen. Kenner der Brasilienszene werden durchaus verstanden haben was ich ausdrücken wollte.
Takeo hat geschrieben:... Brasilien ist teuer, und wenn man als Normalbürger am brasilianischen Normalleben teilhaben will muss man tiefer in die Tasche greifen als in Europa!
Hab ich was anderes geschrieben ?;)!

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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon ptrludwig » So 12. Dez 2010, 18:02

Ich höre immer Rio und SP und das typisch deutsche Gejammer wie teuer Brasilien ist. Ich kenne einen deutschen Rentner der vor 4 Jahren hierher gekommen ist. Hat sich ein Haus gebaut, Geld war gespart, hat eine Frau mit Tochter geheiratet und noch einen Sohn gezeugt. Ja und alle leben von seiner Rente inklusive eine Hausangestellte. Der Mann hat knapp 1000 € Rente, ob er die Familie damit auch in Deutschland ernähren könnte? Nur er lebt nicht in Rio oder SP. Ich würde in Deutschland auch nicht auf die Idee kommen als Rentner nach zB. München zu ziehen.
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Re: Lebenhaltungskosten: Brasilien immer teurer....?!

Beitragvon cabof » So 12. Dez 2010, 18:37

Endlich mal wieder was Handfestes in der Diskussion, mußte ein paar Danke loswerden und hoffe, die Träumer ziehen sich die Berichte mal rein bevor sie hier im Forum mit hochtrabenden
Plänen aufkreuzen. Auch ich wäre heute in der Lage meinen Vorruhestand in Brasilien zu geniessen aber bei den Lebenshaltunskosten ist mir der Spaß vergangen (zumal ich nicht auswandern
würde und somit meine Kosten auch noch in DE habe). Dachte ich auch mal, Hängematte am Strand usw. - das geht im Urlaub für ein paar Tage, Morena, Cerveja - da muß man schon ein
besonderer Spezie sein, der das über lange Zeit durchziehen kann. Der Preisvergleich DE / BR hinkt, muß hinken denn jeder hat andere Ansprüche. Meine Kleine hatte mal wieder Urlaub in DE
gemacht, FEWO für 25 Euros, mit allem drin - sauber, tip-top, das würde man in BR nicht finden sagt sie..... Konsumgüter sind in jedem Falle bei uns preiswerter und beim Chinesen haben wir
für 6 Euros/pP all you can eat gegessen... wenn man es richtig anstellt ist der DE Urlaub günstig. Manchmal schreibt sie wie sie mal wieder schnell im Shopping einen Lunch gekauft hat und
dann Saudade nach einem Imbiß, Döner etc. hat, da würde ihr der Bissen nicht im Halse steckenbleiben.
Anm.: das hier mit dem Mineralwasser ist ja der Hammer.... nehme aber auch an, das die Billigbiere in DE auch unschlagbar im Preis sind.
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