Lebenshaltungskosten

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Do 20. Jan 2005, 14:36

nur damit ihr mal eine Idee habt, was ein Professor mit Promotion an der USP verdient. Das ist in etwa das gleiche, was an den Bundesuniversitäten gezahlt wird und liegt so zwischen 3.500 und 4.500 R$, also deutlich unter 1.500 Euro. Einige haben noch ein zusätzliches Forschungsstipendium von CNPq, das ist aber eine Minderheit. Und bei diesem gehalt haben die Dozenten einen Exklusivvertrag mit der Uni, d.h. sie dürfen kein anderes Arbeitsverhältnis mit geregelten Einkünften haben.

Gruß

H-J
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon helveticus » Do 20. Jan 2005, 15:02

so jetzt muss ich auch noch meinen Senf dazu geben...

Also ist natuerlich schon toll, wenn man, wie Peter gechrieben hat, mit 6000 Reais seine Kosten decken kann. Aber jetzt mal ehrlich, habt Ihr in Europa auch immer im besten Quartier gewohnt? Hattet Ihr auch 5 Tage die Woche eine Putze angestellt? Jedes Wochenende in einem Hotel verbracht? Also ich bezweifle das doch sehr...

Ich bin gerade in der "Orientierungsphase" und da kommt man auch mit wenig aus, ohne dass ich wirklich auf viel verzichten muesste.

Unsere Kosten (2 Personen) belaufen sich klar unter 2000 Reais pro Monat, ohne Miete da wir Wohneigentum haben (Wert 73,000 Reais, Bairro Belem, 6. Stock, bewacht, 2 Swimming Pool) Taxen bezahlen wir 300, fuer oeffentlichen Verkehr gehen 200 drauf, Telefon/Handy und Internet belaufen sich auf 180, Strom und Gas 100, Supermarkt 600, Ausgang 200, Krankenversicherung 150 (nur fuer mich).

Gruss aus SP

Raphael
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Meine Angaben

Beitragvon seitenwandkletterer » Do 20. Jan 2005, 17:50

Meine Angaben haben sich bzgl. der Miete auf den Stadtteil "Rio Pequeno" bzw. "Butantã" bezogen. Dass man mehr zahlt, wenn man in Morumbi oder Jardins wohnt ist klar. Nur die Mietangaben (+ Condominimo) haben dich eben direkt darauf bezogen.
Ich bin weiterhin der Meinung, dass man mit 2500 R$ pro Monat als Paar in SP leben kann. Dann gibt es aber keine Extravaganzen (d.h. keinen Heimflug oder jedes Wochenende Ausflüge) Ich werde in Sampa höchstwahrscheinlich mit einem Stipendium der FAPESP leben (c.f. http://www.fapesp.br ) und das reicht ganz sicher für zwei.

...SWK!
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Do 20. Jan 2005, 17:55

Hallo SWK,

du Glücklicher. FAPESP schwimmt in der Kohle. Die FAPEMIG hier in Minas hat fasr gar nichts. In solchen Momenten möchte ich immer nach SP, was ich ansonsten eigentlich nicht besonders mag.

Gruß

H-J
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Beitragvon Bagi » Fr 21. Jan 2005, 18:09

Selbstverständlich ist es möglich mit weit weniger als 5000R$ in São Paulo zu leben. Als Beweis gibt es ja Millionen von Paulistas.

Dass es einem nach São Paulo verschlägt hat wahrscheinlich nur ein oder zwei Gründe: der Arbeitsplatz und/oder der Lebenspartner.
Derjenige, der die Brasilienromantik sucht lässt sich irgendwo im Norden des Landes am Strand nieder und eröffnet dort eine Pousada, Restaurant, etc. Materielle Werte sind dort für ihn zweitrangig. Das momentane Glücklichsein steht an erster Stelle.

Wer in Deutschland ein durchschnittliches Leben führt muss in SP mit 2500R$ nicht nur einen Gang zurückschalten sondern gleich mehrere.
Sind wir doch mal ehrlich, der Normal- und Besserverdiener kann sich in Deutschland schon einiges leisten. Sicherlich kann man auf viele Dinge verzichten, aber diese Defizite müssen irgendwie ausgeglichen werde.
Mein Maßstab ist immer der, was ich in Deutschland habe bzw. haben könnte. Mein Beruf und meine Arbeit sind mir wichtig. Aber es ist nicht alles und schon gar nicht das Wichtigste. Das größte für mich ist meine Familie und auch die Freizeitgestaltung hat einen hohen Stellenwert. Nein, ich wohne nicht in São Paulo, damit ich am Wochenende meine Zeit in irgendwelchen Shoppings totschlage oder in irgendwelchen verwahrlosten Parks herumspaziere. Ich wäre auch nie bereit in São Paulo in einer Wohnung zu wohnen, die in Deutschland einer Sozialwohnung entspricht.

Meine Familie und ich führen deshalb ein Leben, wie wir es auch in Deutschland haben könnten.
Meine Frau geht zweimal pro Woche in die Jazzgymnastik; ich ins Fitnessstudio. Die Jungs gehen in den Schwimmunterricht und zum Fußballspielen. Außerdem gehe ich auch mal ganz gerne mit ein paar Kumpels ein Bierchen trinken. Am Wochenende gehen wir an den Strand, oder wir fahren zum Paragleiten. Das ganze wird dann mit einem Picknick verbunden. Meine Frau liest dann meistens ein Buch und die Jungs machen die Gegend mir dem Fahrrad unsicher.


Ich kann es nicht nachvollziehen, dass wenn jemand in Deutschland sein relativ gutes Einkommen hat, dass er nach São Paulo kommt und nur Abstriche macht. In diesem Fall würde ich in Deutschland bleiben und ein- oder zweimal im Jahr nach Brasilien in den Urlaub gehen.

Ach ja richtig, es gibt natürlich ein paar Dinge die wir hier in Brasilien haben und in Deutschland als Luxus bezeichnet werden. Zum Beispiel eine Faxineira oder ein Ferienhaus …
Bis dann
Bagi
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Beitragvon helveticus » Fr 21. Jan 2005, 19:12

Mir ging es auch mehr darum zu zeigen, dass es nicht gleich von Anfang an Jardins sein muss und dass es zwischen den wirklich guten Ecken und Favelas keine Alternativen gibt. Aber ganz klar, da stimme ich mit Bagi 100% ueberein, dass mindestens mittelfristig der Standart schon europaeisches Niveau haben sollte. So lebenswert ist es in SP wirklich nicht.

Wir haben das Glueck, dass wir die Wochenenden haeufig in Sítios oder irgendwelchen Ferienhaeusern der Familie verbringen koennen, sonst waere mir wohl die Decke schon laengst auf den Kopf gefallen...

Gruss,
Raphael
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Beitragvon Floriano » Fr 21. Jan 2005, 20:58

Peter,

prinzipiell hast Du Recht, ja und nein.

Ein Einkommen equivalent zu dem in Deutschland werde ich in Brasilien als Angestellter mit einem bras. Arbeitsvertrag wohl nie bekommen (können), möchte ich aber auch gar nicht. Ich ziehe es vor, eine Zeitlang ein paar Abstriche zu machen und dafür "meinen eigenen Weg" (Achtung, in Anführungsstrichen) gehen zu können.

Worin ich nicht mit Dir übereinstimme, sind die zwei Gründe nach SP zu ziehen. Bekannterweise war es bei mir ja meine Frau, die ausschlaggebend war, allerdings mag ich die Stadt und ihr vielfältiges Kulturangebot auch sehr gerne - immer unter der Voraussetzung, dass ich minimal alle zwei Wochen an den Strand kann (etwas, das ich in Deutschland nicht hätte, denn wie Du ja schon geschrieben hast, ist ein Ferienhaus dort echter Luxus).

Ich denke, die Frage nach der idealen Bleibe muss eh jeder für sich entscheiden - eine schöne Wohnung in guter Lage ist eine gute Voraussetzung, um sparsam zu leben, denn auch zuhause ist es dann ja auszuhalten.... (und nochmal zu den Abstrichen: liegt es daran, dass ich momentan sowieso jeden Abend halbtot ins Bett falle, dass mir im Moment nichts fehlt?)

Florian
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Auswandern/Lebensunterhalt/Kosten

Beitragvon caruso » Mi 4. Mai 2005, 10:06

Hallo alle zusammen,

trage mich auch mit dem Gedanken in unbestimmter Zeit nach Brasilien zu gehen und sauge zur Zeit alle Informationen auf die ich kriegen kann, um das ganze in Ruhe und Vernunft anzugehen.
Habe mit grossem Interesse Eure Berichte über das leidige Thema Geld verfolgt. Ich finde, es ist was das betrifft, auch nicht anders als in D.
Wir übriggebliebenen hier in D, haben glaube ich nur das Problem, das wenn wir das gleiche an Luxus wollen was Ihr in Brasilien habt, ist es fast nicht zu bezahlen.(Putzfrau ,Gärtner Security,Haus/WHG mit 150qm oder mehr,Pool,Fitness,ect.) HALLO,Ich glaube Ihr ward schon lange nicht mehr hier in D.
Seit der Euro Einführung gehts hier richtig zur Sache.Alleine wenn du mit deiner Fam. Essen gehst und die Rechnung kommt, bekommst du Tränen in die Augen. Alles, ist in der Summe der Dinge auf Dauer nicht mehr finanzierbar.Ausser du verdienst mehr oder machst Abstriche.Aber das wisst Ihr ja alle.
Wenn ich in B ein Haus kaufe, sagen wir mal in Buzios,(Beispiel ist jetzt vielleicht schlecht weil Ihr ja von SP geredet habt) liege ich laut meinen Informationen zw.5000 und 25000 Euro je nach Ausstattung.
So, fällt die Miete schon mal weg.
Dann brauche ich eine Person, die sich um alles ein bisschen kümmert ,wenn ich nicht da bin= ca.100-150 Euro pro Monat.
Essen, Trinken, Ausgehen,ect. je nach Aufwand ca.500-800 Euro.
Also komme ich auf rund 1000 Euro im Monat pro Person.
Das ist bis jetzt mein Wissenstand, aber ich lasse mich gerne von Euch die es ja besser wissen müssen, aufklären.!
Übrigens Bagi,ich finde,das du deinen Beschreibungen nach ein gutes Leben hast für das du in Deutschland das 3-4 fache an Geld brauchst wie in Brasil. Deswegen denke ich, das man das schlecht vergleichen kann.
Aber so ähnlich würde ich es mir auch einrichten und da denke ich, komme ich mit 1000 Euro/pM wohl hin oder?


Liebe Grüsse
Caruso
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Beitragvon Ursinho » Mi 4. Mai 2005, 12:32

Oi caruso!

Du darfst nicht den Fehler machen, Euro und Real zu vergleichen. Zu sehr schwankten die Kurse in den letzten Jahren. Klar, im Augenblick sieht es natuerlich recht gut aus. Obwohl, der Euro stand auch schon hoeher.
Wenn Du vom heutigen Stand ausgehst hast Du mit 1000Euro=ca! 3300 $R ein prima Leben.
Stelly sich die Frage, ob Du in Zukunft
a) vom Euro Geld hier Leben willst, oder
b) $R hier verdienen willst.

zu a) siehe oben
zu b) finde erstmal nen Job hier der Dir 3300$R Netto bringt. Gut ausgebildete Brasilianer gibt es hier. Die warten nicht unbedingt auf den Studierten aus der tollen ersten Welt. Zu Dienstleistungen gibt es ja schon nen Thread. Die 5millionste Pousada? Warum nicht, wenn Du weisst, wie man sich von der Konkurrenz absetzen kann...

Lass dich aber nicht entmutigen. Lerne Portugiesisch und mach Dir ein Bild von dem Land hier vor Ort.

Boa sorte
Ursinho

P.S.>ich weiss ja nicht, wie vollstaendig Deine Ausgabenliste ist. Hast Du auch Auto, Krankenversicherung, laufende Kosten fuer die Immobilie plus XXX $R fuer die taegliche Abzocke (Strassenmaut, Parkplatz...) eingeplant?
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