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BeitragVerfasst: 30 Jun 2005 18:24 
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Registriert: 09 Dez 2004 21:36
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Lemi hat geschrieben:
wir hatten Kokablätter dabei ...... immer eine Handvoll griffbereit unter der Mütze. Entweder haben wir sie roh gekaut oder während des Biwaks zu Tee weiterverarbeitet.


sag mal lemi, hast du da nicht was vergessen bzw. dem interessierten
leser vorenthalten oder hat dich dein einheimischer führer nicht richtig
aufgeklärt. die kokablätter PUR zu kauen bringt recht wenig, es sei
denn du hast den gesammten mützeninhalt nach art der boviden in
eins vertilgt. du brauchst ASCHE dazu oder - sofern dir deine zähne
lieber grün als schwarz sind - einen verpressten, gleichwertigen zusatz,
den dir der einheimische koksbauer gleich mitverkaufen sollte. sonst
popt es nicht richtig. :D
beliebt als mittel gegen die leiden in den anden ist auch ein anderes
mittelchen, genauer eine flüssigkeit, hergestellt aus wasserlilien oder
-hyazinthen (?), und verabreicht mittels ablutschen einer pipette im 120
sekunden takt. das zeug geht aber voll auf die zähne und ist der intelligenz
auch nicht unbedingt förderlich, aber verschaft kurzzeit diese lamaeigene
gleichmut... :shock:

zum thema höhenkrankheit in la paz nach einflug: ich hatte da mal das
interessante -glücklicherweise nur kurzzeitige - phänomen der akuten
sichtfeldverengung, eine art röhenblick, vieleicht auf 40-50°
eingeschränkt. interessant auch die reaktionen des verdauungstraktes,
ca. 48 stunden beeindruckendes furzen, wie seinerzeit in dem luis de
funes-film mit den kohlbauern... :lol: na ja, die indios sind ja an allerlei
gewöhnt...


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BeitragVerfasst: 30 Jun 2005 19:40 
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Beiträge: 1509
:D

Klingt wie eine Reise, die man unbedingt machen sollte..


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BeitragVerfasst: 22 Aug 2005 23:08 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
Beiträge: 2016
Die Busfahrt nach Puno - der Stadt, die direkt am Titicaca-See liegt - hatte ich mir recht locker vorgestellt. Wir sollten irgendwann gegen 3 Uhr nachmittags dort ankommen. Nun hatte es aber gerade geregnet und die Piste war recht schlammig. Kein Grund für den Busfahrer, die Geschwindigkeit anzupassen ......... und wie es kommen musste, landeten wir im Strassengraben. Der Aufschlag war allerdings weich, so dass niemand zu Schaden kam. Der Busfahrer war auch recht behände und verknotete sofort ein Abschleppseil an der Stossstange seines Busses und begann, den vorbefahrenden Bussen und LKW´s zuzuwinken. Die aber wollten partout nicht anhalten. Nach 2 Stunden machte ich mir Gedanken über die sehr eingeschränkten Übernachtsmöglichkeiten in der sumpfigen Umgebung des Busses. Eine weitere Stunde verging und es passierte nichts. Erst als dann ein Bus der gleichen Busgesellschaft - es war der nächste fahrplanmässige Bus nach Puno - vorbeikam, blitzte ein Hoffnungsschimmer in mir auf. Und tatsächlich: er hielt an !

Die eigentliche Herauziehaktion war in 2 Minuten erledigt. Ich frag mich bis heute, wovor die anderen Busfahrer und LKW´s eigentlich Angst hatten !? Irgendwann abends kamen wir in Puno an. Ich fragte sofort am Busbahnhof, wo die nächstgelegene Pension sei, da ich nicht im Dunkeln durch die Gassen Punos irren wollte. Ich hatte schon genug schlechte Erfahrung mit dem Diebstahl meines Rucksacks am hellerlichten Tag in La Paz gemacht ......... :?

Da war sie dann auch wieder ........ die 3 Dollar-Pension. Ein Zimmer, ein Bett und ein Waschbecken. Das musste reichen. Auf jeden Fall war es nicht einsam in der Pension, denn eine Fussballmanschaft hatte dort auch Quartier bezogen. Anscheinend hatte sie gerade die peruanische Meisterschaft gewonnen, denn sie lärmten und feierten die ganze Nacht hindurch ................

Ok. Genug des Klagens. Es gibt auch gutes zu berichten. Mal abgesehen vom Plaza del Armas, den wohl jedes mittelgrosse Dorf in Peru besitzt, gibt es den Titicaca-See, der höchste schiffbare See der Welt (ca. 3800m ü.M). Man geht ganz einfach früh beizeiten - so zwischen 7 und 8 Uhr - zum Bootsanleger und steigt auf eines der Boote. Alle Boote fahren über den Titicaca-See und man kann zwischen 2 Routen wählen. Entweder zu den schwimmenden Inseln der Uro-Indianer oder zu den strickenden Männern auf der Insel Taquile oder eine Kombi-Tour aus beiden Inseln.

Ich entschied mich für Letzteres, da bei Inseln dringend vom SA-Handbook empfohlen wurden. Das Phänomen der schwimmenden Inseln fand ich ja noch ganz interessant, da man tatsächlich problemlos mitten im See auf Schilfgeflecht herumlaufen konnte, ohne abzusaufen. Ein merkwürdiges Gefühl, dass nur durch den modrigen Gestank des Schilfs beeinträchtigt wurde. Ansonsten war die halbe Stunde Aufenthalt eher eine Belastung, da die eifrigen Verkäufer jeden Touristen auf Schritt und Tritt verfolgten. Ich verzog mich schnell in eine Ecke und beobachte das Treiben von weiten. Der absolut Hit war die "Rundtour" mit einem Schilfboot, was die Uro´s den Touris anboten. Dabei machte der Bootsführer eine Dreiecksfahrt: ca. 5m vom Ufer weg - 5m quer - und 5m wieder zurück. Das war es dann. Und als hätten wir nicht schon lange genug auf einem Boot gesessen, machten die Touris diesen Gag natürlich mit. Bezahlen mussten sie natürlich auch dafür. Zum Glück erinnere ich mich nicht mehr an den Preis, aber wahrscheinlich würde ich heute noch im Nachhinein einen Schreck bekommen.

Weiter gings zu den strickenden Männern. Diese lebten auf einer "richtigen" Insel, d.h. mit felsenartigem Gestein als Untergrund. Lustig war es dort allemal, denn alle paar Meter kam einem ein Mann mit Stricknadeln und einem Wollkneul entgegen. Und wenn gerade mal keiner kam, sassen sie in kleinen Grüppchen am Wegesrand und ............ strickten. Hauptprodukte waren Mützen, Handschuhe und Schals.

Besonders schön war der Ausblick von einem Berg im Mittelpunkt der Insel. Von dort aus sah man - ihr werdet es nicht glauben - die Copacabana !!!! So nämlich nennt sich ein Wallfahrtsort am Ufer der bolivianschen Seite des Sees. Die Stadt, so schien es aus der Ferne, besteht aus lauter weissgestrichenen Bauten. Irgendwie erinnerte mich der Stil an die maurischen Häuser in Marokko.

Vorläufig war ich aber noch irgendwo mitten in den Anden und so sollte das auch noch eine Weile bleiben ............

Fortsetzung folgt.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 25 Aug 2005 20:40 
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Registriert: 09 Dez 2004 21:36
Beiträge: 265
Damit die anthropologogischen Ausführungen vom Gringotrail nicht zu
trocken daherkommen, habe ich passendes Bildmaterial aus meinem
Reise-Poesiealbum aufbereitet ...die dem Kenner die wahren Strapazen
solcher Touren verdeutlichen mögen ... :D


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BeitragVerfasst: 25 Aug 2005 20:47 
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Registriert: 09 Dez 2004 21:36
Beiträge: 265
buh
(mein gott, werter mod, das hier natürlich bitte auch entfernen..
ohne bildchen ist das überflüssig wie eine ... blinddarm (nix kropf).
danke.


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BeitragVerfasst: 29 Jan 2007 15:45 
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Registriert: 07 Jan 2007 12:43
Beiträge: 26
Wohnort: Hamburg
Lemi@Wir haben den gleichen Trip 96 gemacht.War wirklich schön.Höhenprobleme hatte Ich keine.Meine Frau aber als Raucher hatte schon erhebliche Probleme.Coca Blätter habe Ich immer noch ein Paar.Wir hatten damals erhebliche Probleme nach Brasilien zurückzukehren.Wir hatten unsere Impfpässe nicht mit.Hatte uns keiner gesagt. :evil: .Wir hatten ein Jahr zuvor eine Gelbfieber Impfung gemacht,aber eben keinen Nachweiß mit.Da wollte uns Varig nicht an Bord lassen.Musten ein paar Dollar springen lassen um einen neuen Impfpass mit passenden Datum zu bekommen.Das war das erste mal das Ich Koruption gut fand.
Hauke


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