brasilblog hat geschrieben:
das klingt alles sehr überzeugend. aber stimmt es auch? mit sicherheit sind einige fakten die nackte realität. andere wiederum sehe ich als überzogen an. da liegt die wahrheit irgendwo in der mitte.
gut, die warheit liegt bekanntlich immer irgentwo

in der Mitte.
mit meinem Lob bezog ich mich auf die Gesammtaussage des Interviews.
brasilblog hat geschrieben:
ai hat meines erachtens immer so ein schwarz-weiss schema (und das im doppeldeutigen sinne). natürlich müssen sie pointen setzen, sonst würde niemand darüber diskutieren. nur manchmal ist es halt doch nicht sooooo schlimm, wie ai es schreibt.
das das Interview ai geführt hat halte ich für belanglos, wichtig sind hier doch die Aussagen des Herrn Krischke, oder?
brasilblog hat geschrieben:
Beispiel Indianer: Ich habe selbst damals darüber geschrieben. Sie wurden von ihrem "angestammten Land" vertrieben. Moralisch gesehen ist das korrekt. Juristisch gesehen ist es falsch. Es ist offiziell auf die Firma eingetragen. Ich glaube der Streit geht 30 Jahre oder so. Es hört sich aber im Interview so an, als ob sie dort gelebt hätten und die Polizei hätte sie vertrieben, um endlich anpflanzen zu können. Sie kamen eben nach zig Jahren, haben es besetzt und wurden vertrieben. Und zwar weil sie sich um eine gerichtliche Aufforderung nicht geschert haben. Akzeptieren sie die Gesetze des Landes in dem sie leben? Anscheinend nicht. Es ist also sehr schwierig zu beurteilen, was richtig und was falsch ist. Aber es wird seitens der ai sehr einseitig dargestellt. Natürlich mache ich den gleichen Vorwurf der Gegenseite. Wie gesagt, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.
im Prinzip hast du recht, aus der sicht des Staates. Das Problem aber ist das doch die Indianer zuerst hier waren. Die einzig wahren Brasilianer sind sie. Dann kamen die Europäer hier her, töteten 90%(mal so als Zahl genannt) von ihnen und nahmen ihnen IHR land weg. Nun sollen sie sich mit mikrigen Reservaten zufrieden geben, die es ihnen unmöglich macht auf ihre weise zu leben und ihre Kultur zu bewahren.
Aber ich muss auch zugeben in dem Fall fehlt mir das richtige hintergrundwissen, obwohl das hier ganz in meiner Nähe ist.
brasilblog hat geschrieben:
Beispiel Bolsa Familia: Eine Familie (Ehepaar, drei Kinder) bekommt die maximalsumme von 90 R$, und deswegen hören viele auf zu arbeiten? Um sich nun auszuruhen, weil das ja fürs leben reicht? Wers glaubt wird selig. ist meiner meinung nach auch übertrieben. besser wäre gewesen, er hätte gesagt, es ist ein tropfen auf den heissen stein und hilft den armen eigentlich nicht wirklich. die ehrlichen arbeiter, die die kohle kassieren, haben mehr bürokratie zu bewältigen, bis sie mal eingetragen sind, dass sie vor lauter schlangestehen eigentlich gar keine zeit mehr haben zum arbeiten. (ok, jetzt übertreibe ich ein bisschen, sorry, aber die richtung stimmt). Die Menschen sind doch froh, wenn sie neben ihrem mickrigen Lohn noch ein paar Reais extra haben. Meines Erachtens beleidigt er damit die schwer arbeitende und arme Bevölkerung, nur um der Politik eine reinzudrücken. Unglaublich!!!!
bei dem Satz mit dem aufhören zu abeiten habe ich natürlich auch gestutzt.
Aber man muss auch bedenken dass er einer internationalen Organisation ein Interview gibt.
Aber die Kernaussage ist doch vollkommen richtig!!
Ich fand deine Kritik, auch wenn brechtigt, überzogen, denn es handelt sich nicht um einen wissenschaftlichen Vortrag.
brasilblog hat geschrieben:
Zitat:
Während der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985) verhalf er zahlreichen Oppositionellen aus Nachbarländern zur Flucht ins sichere Ausland.
Ok, vielleicht bin ich auch einfach zu doof. Aber den Satz kapier ich gar nicht. Vielleicht kann mir das jemand erklären.
nun gut, es war warscheinlich unmöglich direkt aus Brasilien zu flüchten, so mussten sie den Umweg über die Nachbarländer nehmen, welche natürlich nicht sicheres Ausland waren.
Aber ist natürlich sehr blöde formuliert und ich musste auch erstmal überlegen.
Diese Zusatzinformation interessiert doch garnicht, so währe es dann verständlich: "Während der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985) verhalf er zahlreichen Oppositionellen zur Flucht ins sichere Ausland."