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 Betreff des Beitrags: Lula ohne Kinderstube
BeitragVerfasst: 28 Nov 2004 21:30 
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Registriert: 28 Nov 2004 12:33
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Hallo Leute,

ich habe gerade einen lustigen Artikel gelesen. Der Ministerpräsident von Brasilien hat scheinbar noch nicht gelernt, dass man seinen Müll nicht einfach auf den Boden wirft :-)
Wo bleibt da die Vorbildrolle.

Lest selbst:

"Mas é curioso ler estas palavras numa semana em que os jornais falam do mais recente papel de Lula na vida pública. Ou eja, o papel que ele atirou no chão em Tucuruí, depois de desembrulhar e comer um bombom de cupuaçu em plena solenidade da inauguração de três turbinas que só vão funcionar daqui a um mês. Diante de uma cena como aquela, é possível, até provável que Mainardi, alérgico a tudo o que é tipicamente brasileiro, recomendasse a Lula que, para dar bom exemplo, da próxima vez jogue o bombom de cupuaçu inteiro, e não só o papel. Receberia sem dúvida protestos de leitores ofendidos. E trocaria os insultos de praxe com a opinião pública. Mas pelo menos teria tratado com respeito a língua portuguesa e, por tabela, a opinião pública. Ele nunca diria que, no caso, Lula tinha sido “politicamente incorreto”, como fez “O Globo”, ou cometido uma “gafe”, como saiu na “Folha de S. Paulo”.

Nos dois casos, houve malversação de cortesia. Gafe é um nome que se dá a indiscrições involunárias e gestos impensados. Os repórteres são testemunhas de que Lula pensou muito em Tucuruí, antes de se livrar do tal invólucro. Segundo a própria “Folha”, antes de deixar cair o papel, que jogou "discretamente atrás da cadeira em que estava sentado”, ele “segurou o papel com a mão esquerda. Depois, passou para a mão direita. Em seguida, pôs o braço atrás da cadeira ocupada pelo governador do Pará, Simão Jatene, e jogou o papel fora, disfarçadamente”. Isso pode ser tudo, menos gafe."

Den ganzen Artikel gibt's auf der besten brasilianischen News-Seite:
http://nominimo.ibest.com.br/notitia/se ... tType=html


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 Betreff des Beitrags: Re: Lula ohne Kinderstube
BeitragVerfasst: 29 Nov 2004 08:53 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
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vasco hat geschrieben:
......... Lula na vida pública. Ou seja, o papel que ele atirou no chão em Tucuruí, depois de desembrulhar e comer um bombom de cupuaçu em plena solenidade da inauguração de três turbinas que só vão funcionar daqui a um mês.


Lemis Interpretation: (Ein Schelm, wer böses dabei denkt)

Lula fährt zu einer feierlichen Inbetriebnahme von 3 Turbinen. Im gleichen Satz steht aber, dass die Turbinen erst in 1 Monat in Betrieb gehen.

Schlussfolgerung: Das Bonbon-Papier, was Lula so leichtsinnig in der Nähe der Turbinen auf den Boden warf, hat schweren wirtschaftlichen Schaden verursacht, in dem es sich kurz darauf (Wind !) in den Turbinen verfing ....... festklebte ......... eine Überlast verursachte ............... Stillstand. :idea:



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 26 Apr 2005 10:13 
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Mal wieder eine total bekloppte Erklärung Lulas für das hohe Zinsniveau in Brasilien. Das viele Brasilianer lahmarschig sind (inklusive er selber) mag ja sein, aber was bitte hat das mit den Bankzinsen zu tun. Ist doch in Brasilien sowieso alles kartellisiert. Man kann doch auch nicht wegen jedem Viertel Prozent Zins die Bank wechseln, zumal man ja bei jeder Kontobewegung noch Steuern bezahlen muss ........... übrigens auch so eine medida "provisória", die nie wieder abgeschafft wird .............


Lula culpa classe média pelos juros dos bancos


O presidente Luiz Inácio Lula da Silva disse hoje que a classe média alimenta a alta de juros dos bancos pelo comodismo de não fazer a transferência para um banco mais "barato". "Às vezes, um cara está num bar tomando um chopp e xinga o banco, os juros, e no dia seguinte é incapaz de levantar o traseiro e fazer a transferência para um banco mais barato. É o comodismo", disse.



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BeitragVerfasst: 26 Apr 2005 10:51 
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Das hat er sich bestimmt noch vom letzten economic briefing gemerkt.

Aber es gibt nichts zu jammern.. es hätte auch viel schlimmer kommen können unter Lula.

t.


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BeitragVerfasst: 28 Apr 2005 10:35 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
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Oi Thomas,

die Wirtschafts- und Finanzexperten Brasiliens sind da nicht ganz deiner Meinung.

Habe gestern erst wieder eine Spezialsendung zum Thema Bankzinsen gesehen. Da wurde auch Lulas Spruch durchgekaut und als absolut sinnlos dargestellt. Es geht hier um halbe oder Viertel Prozente bei Zinssätzen von 10-12% im Moment. Deswegen wird niemand seine Bankreferenzen und v.a. seine schwer erarbeitete Kreditwürdigkeit (Konto / Kreditkarte) über den Haufen schmeissen.

Seit Anfang der Woche lese ich in den News:

Steigende Zinsen
Steigende Arbeitslosigkeit
Steigende Inflation


Lula hat Glück, dass der Export im Moment so flutscht, sonst sähe er nämlich sehr alt aus mit seiner Politik des "Zuschauens und Nichtstuns".



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 28 Apr 2005 10:56 
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Brasilien gehts nun mal schlecht und das wird sich auch nicht in einer Legislaturperiode ändern. Aber von dort wo Brasilien jetzt steht, gibt es auch noch viel Raum nach unten.

Verglichen mit dem 2002 im Raum stehenden Szenario, dass Brasilien einen auf Argentinien macht, sieht es doch gut aus!

Meine Erwartungshaltung war wirklich: der zieht es links an Castro, Chavez und Müntefering vorbei und rammt das Schiff auf die Klippen.

Stattdessen hat er im großen und ganzen solide Politik gemacht und einige gute Projekte durch den Kongress bekommen. Wenn man bedenkt, welche institutionellen Rahmenbedingungen für die Politik in Brasilien herrschen (Zersplitterung Kongress, Stimmenkauf, vested interests).

t.


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BeitragVerfasst: 28 Apr 2005 11:24 
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thomas hat geschrieben:
Brasilien gehts nun mal schlecht und das wird sich auch nicht in einer Legislaturperiode ändern. Aber von dort wo Brasilien jetzt steht, gibt es auch noch viel Raum nach unten.

Verglichen mit dem 2002 im Raum stehenden Szenario, dass Brasilien einen auf Argentinien macht, sieht es doch gut aus!

Meine Erwartungshaltung war wirklich: der zieht es links an Castro, Chavez und Müntefering vorbei und rammt das Schiff auf die Klippen.

Stattdessen hat er im großen und ganzen solide Politik gemacht und einige gute Projekte durch den Kongress bekommen. Wenn man bedenkt, welche institutionellen Rahmenbedingungen für die Politik in Brasilien herrschen (Zersplitterung Kongress, Stimmenkauf, vested interests).

t.


Warte mal ab, was da noch kommt. Das Wahljahr steht vor der Tür, und damit kann noch so einiges auf Brasilien zukommen.
In meinen Augen ist die Situation für Brasilien im Moment recht gefährlich. Alle Zeichen (Inflation, Zinsen, Arbeitslosigkeit etc.) zeigen auf eine kommende Konjunkturdelle hin. Wehe, wenn diese Delle in den Wahlkampf fällt...

Viele Grüße

Moranguinho


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BeitragVerfasst: 28 Apr 2005 11:46 
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Hihihihihi ....... ich dachte schon, dass ich der einzige hier bin, der ein gespaltetenes Verhältnis zur brasilianischen Politik hat.

(Ist aber diesmal kein Kindheitstrauma)

Thomas, das Szenario, welches du beschreibst, war das Horrorszenario als klar war, dass Lula an die Macht kommt. Ein "worst case" wurde gestrickt. Der hiess dann "Arg-silien". Die Folgen dieser Spekulationen kennen wir.

Da wir es in Brasilien im Prinzip ja mit einer Demokratie zu tun haben, sollte man aber auch damals schon davon ausgehen, dass es keine "Ein-Mann-Politik" geben würde, sondern dass das Schiff von einer Mannschaft gelenkt werden würde. Die Mannschaft Lulas wurde übrigens bei Ernennung gar nicht mal so sehr kritisiert.

Auch Lula selber ist bis heute nur eine Marionette. Er selber entscheidet m.E. gar nichts. Seine Berater greifen ihm da wohl kräftig unter die Arme, was auch gut so für Brasilien ist (leicht ironisch gemeint :lol: ).

Unter den gegebenen Bedingungen kann man natürlich unter Präsident Lula leben. Trotzdem meine ich, dass er nichts besonders Förderliches für das Land tut.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 28 Apr 2005 13:44 
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Hallo,

ich hatte zu meiner Schulzeit das zweifelhafte Vergnügen, mich an Altgriechisch zu versuchen. Dort durfte ich u.a. lernen, dass die Demokratie nicht die beste aller Regierungsformen ist, im Allgemeinen aber das geringste Übel darstellt.

Politiker die etwas fürs Volk tun? Gibt es in meinen Augen weder in Deutschland, noch in Brasilien. In Deutschland (in BR weiß ich das nicht) sind nur ca. 1-2% der Bürger in Parteien engagiert, d.h. es geht im politischen Prozess überhaupt nicht darum, das beste für das Volk zu erreichen, sondern nur darum, das beste für die Partei zu erreichen. Dies ist der Wahlsieg, und dafür braucht man nun mal nicht die Zustimmung des Volks, sondern nur die Zustimmung eine gewissen Prozentsatzes desselben.

Viele Grüße

Moranguinho


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BeitragVerfasst: 28 Apr 2005 13:54 
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Oi Erdbeerchen,

jetzt wirst du bestimmt gleiche eine von unseren beiden "Forums-Politikern" auf den Deckel kriegen ! :mrgreen:

Wir haben nämlich 2 Parteivorsitzende unter uns - auch noch von 2 oppositionellen Parteien.

Ich sags gleich: Ich bin parteilos .................. aber nicht ganz ohne Meinung.

Das Wort Demokratie habe ich auch nur mit einem gewissen Beigeschmack in den Mund genommen. Wenn ich sehe, was der Präsident und seine Gefolgen hier für MP´s (medidas provisórias) ohne parlamentarische Abstimmung auf den Weg schicken, die dann jahrelang ihre Gültigkeit behalten, frage ich mich, ob das noch als demokratisch einzuordnen ist.

Andererseits kriegt das Parlament hier auch keine Beschlüsse in einem annehmbaren Zeitfenster auf die Reihe.

Muss wohl auch damit zusammenhängen, dass die Politiker hier jede Woche das Parteibuch wechseln ........



Man sieht sich,
Lemi

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