Lula weiterhin Präsident

Aktuelle Tendenzen und Prognosen der brasilianischen Regierungspolitik und Wirtschaftsentwicklung / Daten und Fakten aus der mehr als 500-jährigen Geschichte Brasiliens

Lula weiterhin Präsident

Beitragvon Lemi » Mo 30. Okt 2006, 01:22

Oi gente,

ich ziehe mir gerade die Rübe vor Enttäuschung zu. Der Tintenfisch ist weitere 4 Jahre Präsident Brasiliens.

Ich kommmentiere lieber nichts, da es ziemlich drastisch und uncool ausfallen würde.

Meine (bras.) Frau hat den Ausgang der Wahl in wenigen Worten auf den Punkt gebracht:

"O atestado de burrice para o povo brasileiro!"
Man sieht sich,
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Re: Lula weiterhin Präsident

Beitragvon Claudio » Mo 30. Okt 2006, 03:37

Lemi hat geschrieben:Oi gente,

ich ziehe mir gerade die Rübe vor Enttäuschung zu. Der Tintenfisch ist weitere 4 Jahre Präsident Brasiliens.

Ich kommmentiere lieber nichts, da es ziemlich drastisch und uncool ausfallen würde.

Meine (bras.) Frau hat den Ausgang der Wahl in wenigen Worten auf den Punkt gebracht:

"O atestado de burrice para o povo brasileiro!"


naja - jetzt ists gelaufen

mal sehen wie lange er sich hält
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Beitragvon Jeitinho » Mo 30. Okt 2006, 13:56

Ich habe mit einigen Brasilianern gesprochen, die gewählt haben, meistens auch Lula. Diese dann haben auf meine Frage, warum sie diesen Lula wiedergewählt hätten, geantwortet, dass sie es wollten, dass der eingeschlagene Weg kontinuierlich weitergehen sollte.

Meine Vermutung ist einfach, dass es anscheinend einigen auch tatsächlich besser geht oder dass die Vermutung, dass der eingeschlagene Weg gut ist und man ihn nicht stoppen sollte wesentlich für die Entscheidung war (das Volk einheitlich als Dumm zu bezeichnen sollte man schon wegen Verallgemeinerung davon absehen) .........UND Alckmin steht erstmal für eine mögliche Unterbrechung dieses Weges, auch wenn man dies nicht wirklich wissen kann, denn einige Wirtschaftsexperten haben schon dargelegt, dass Alckmin die Wirtschaftspolitik nicht wirklich ändern möchte.......UND somit stellt sich schon die Frage, warum sollte man neue Experimente machen, wenn man den bisherigen Amtsinhaber schon kennt und weiß, welche Tricks er haben können, was man bei Alckmin eben (noch) nicht weiß.

AUßERDEM.......bei LULA LACHT die Bevölkerung regelmäßig und intensiv im TV, Shows..etc...........und ALCKMIN ist da nicht der REIßER......ist traurig, aber so scheint es wohl zu sein....... #-o
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Beitragvon Lemi » Mo 30. Okt 2006, 14:49

Jeitinho hat geschrieben:AUßERDEM.......bei LULA LACHT die Bevölkerung regelmäßig und intensiv im TV, Shows..etc...........und ALCKMIN ist da nicht der REIßER......ist traurig, aber so scheint es wohl zu sein....... #-o


Das ist natürlich ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Präsidenten ... :roll:

Sie lacht natürlich nicht, weil Lula so lustig ist, sondern weil er sich wieder mal lächerlich gemacht. :mrgreen:


Alckmin steht übrigens nicht für Unterbrechung. Er steht für Tatendrang und klare Vorstellungen von Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Man kann sich natürlich auch wie Lula mit den Ergebnissen des globalen Wirtschaftswachstums rühmen und einem Programm "Fome Zero", wo Milliarden Steuergelder dazu genutzt werden, um Lebensmittelmarken zu verteilen.

Übrigens wiedersprichst du dir in deiner Aussage:

"Alckmin steht erstmal für eine mögliche Unterbrechung dieses Weges, auch wenn man dies nicht wirklich wissen kann, denn einige Wirtschaftsexperten haben schon dargelegt, dass Alckmin die Wirtschaftspolitik nicht wirklich ändern möchte......."

Unterbrechung des Weges oder Nichts-ändern-wollen??? Was nun???

Die Verteilung der Wählerstimmen zeigt klar, dass der ungebildete Norden und Nordosten Lula gewählt hat und der "intelligentere" Süden und Südosten für Alckmin gestimmt haben. Muss man sowas eigentlich noch kommentieren? Ich finde deshalb den Satz mit dem "Atestado de burrice" sehr treffend. Übrigens wird damit nicht das gesamte brasilianische Volk abgeurteilt, sondern, wie die Wahl gestern zeigte, nur 60%. Im Nordosten und Norden gibt es halt mehr burros als im Süden ..... was ja nicht nur durch die Wahl, sondern auch durch die Fauna bestätigt wird ... :wink:

Meine mittellose, arbeitsunfähige Schwiegermutter wartet übrigens seit 4 Jahren auf die Bewilligung ihrer Rente. In den 4 Jahren bekam sie von der linken sozialorientierten PT-Regierung nicht einen einzigen Centavo. Sie ist theoretisch also klinisch tot. Parallel dazu bereicherten sich zahlreiche Abgeordete mit Millionenbeträgen (Stichwort: mensalao). Genau diese Leute werden jetzt 4 Jahre weiterregieren.

Fazit: Burrice mesmo.
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Beitragvon Gregor » Mo 30. Okt 2006, 15:21

Im Nordosten und Norden gibt es halt mehr burros als im Süden ..... was ja nicht nur durch die Wahl, sondern auch durch die Fauna bestätigt wird.


Und erst das ungebildete Pack in Rio und Minas Gerais:

http://g1.globo.com/Noticias/Eleicoes20 ... 94,00.html

Bei aller Kritik an der Regierung Lulas sollte diese „Option für die Armen" und deren Urteil darüber ernst genommen werden. Dem elitären Alckmin, einem Anhänger von Opus Dei, nehmen die meisten Armen seine Versprechungen nicht ab. Lula verkörpert durch seine persönliche Geschichte und seine Regierungzeit sicher kein konsistentes „linkes Projekt", aber immerhin doch eine glaubwürdige Option für mehr Gerechtigkeit.

Thomas Fatheuer
Büro Brasilien der Heinrich-Böll-Stiftung



Schön formuliert.
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Beitragvon Takeo » Mo 30. Okt 2006, 15:46

Ich sehe es so:

Entweder bricht Brasilien jetzt zusammen, dann weiss hoffentlich jeder letzte Nordestino, dass das der PT zuzuschreiben ist,
Oder es geht weiterhin besser, dann kann es sein, dass ich in vier Jahren PT auch unterstützen würde...

Wäre jetzt Alckmin neuer President, und Brasilien würde unter den Nachwehen der jetzigen PT Regierung zusammenbrechen, würde wieder die hälfte der Bevölkerung das der neuen Alckmin Regierung zuschreiben...

Also: jetzt ist PT dran, und kein FHC mehr da, dem man etwaige Fehlplanungen zuschreiben könnte.

Nur was bleibt ist, dass der grösste Korruptionsheini mit Wiederwahl belohnt wurde - vielen Brasilianern steht heute die Enttäuschung im Gesicht geschrieben!
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Beitragvon gatinho » Mo 30. Okt 2006, 15:52

Brasilien ist das Land der Korruption und Jeitinhos, als ob es unter Alckmin anders geworden wäre :roll:
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Beitragvon Gregor » Mo 30. Okt 2006, 16:00

gatinho hat geschrieben:Brasilien ist das Land der Korruption und Jeitinhos, als ob es unter Alckmin anders geworden wäre :roll:


Natürlich wäre es anders geworden, es wäre nicht mehr so oft aufgeflogen! Der Mann weiss, was er tut.
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brasilien ändern??????????

Beitragvon niko » Mo 30. Okt 2006, 16:13

ich weiss gar nicht, was die ganze aufregung soll.

wenn die wahlen wirklich was grundlegendes ändern könnten,
währen sie doch VERBOTEN!!!
(ganz besonders in lateinamerika)
avanca brasil, fome zero , exporta brasil ,
toda crianca na escola, pais do futuro ,
é hexa ...
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Beitragvon Boli » Mo 30. Okt 2006, 17:17

Wurde nicht auch den "son of a Bush" :bomb: wieder gewählt? Warum nicht unser Lulinha? :herz2: Er ist viel, aber viel weniger gefährlich!!!:bazooka:
Welches Volk :ola: ist dummer?
Zuletzt geändert von Boli am Mo 30. Okt 2006, 17:21, insgesamt 2-mal geändert.
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