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Es gibt so eine tolle Statistik, die jeden Monat veröffentlicht wird. Sie zeigt den Beliebheitsgrad (???) des Präsidenten an. Dieses Monat ist er wieder mal gestiegen (warum, weiss nur Gott). Auf 41%. Ob das gut oder schlecht ist, hängt immer davon ab, welchen Knopf der Nachrichtensprecher, der die Meldung gerade im Fernsehen verkündet, bei der Wahl gedrückt hat. Für die Globo-News ist alles immer positiv zu werten, was Lula von sich gibt, Boris hingegen wettert jeden Tag aufs Neue gegen die PT & Genossen los.
Soviel zum globalen Geschehen in Brasilien und Bewertungen von statistischen Erhebungen. Lemi hat sich gestern mal wieder etwas im Hinterland umgehört ...............
Ich besuchte einen Ort namens Timoteo, eine Kleinstadt im Herzen von Minas Gerais. Sie liegt im Vale do Aço (Stahltal) und wird seit der letzten Wahl von einem PT-Bürgermeister regiert.
Wenn man durch das Städtchen fährt bemerkt man keine Unterschiede zu früher. Wenn man mit den Leuten spricht schon. Ein paar Hilfsprojekte sind in aller Munde.
Hélvio, mein Ansprechpartner vor Ort, berichtete mir was los ist.
Er selber arbeitet ehrenamtlich in der Direktion eines Kindergartens für unterernährte Babys, alles neben seinem Job. Von seinem Gehalt zwackt er jeden Monat 50 R$ für die Kinder ab. Wichtiger aber ist, Werbung für sein Projekt zu machen und Spenden zu sammeln.
Seine 2 Partner im Projekt sind Kinderärzte und machen alle Untersuchungen der Kinder kostenlos. Ausserdem besorgen sie reichlich Gratis-Proben von Medikamenten, die sie direkt an den Kindergarten weiterleiten.
Trotzdem kann sich der Kindergarten nicht mehr über Wasser halten, seitdem die neue PT-Regierung die Förderung des Kindergartens mit monatlich 3000 R$ gestrichen hat. Einfach so - Geld weg ! Und die Kinder ?
Einer der Ärzte erwägte (wohl aus Verzweiflung) den Kindergarten zu schliessen. Helvio meinte "nein, dann können wir gleich den Leichenwagen für die 40 Kinder bestellen. Die verhungern innerhalb vom einer Woche."
Mittlerweile wurde eine Lösung gefunden, ohne PT versteht sich. Es wurde eine Privatinitiative gegründet, die ein neues Heim für die 40 Kinder errichtet und unterhält. Es wurde ein 2-stöckiges Haus gebaut, was in der 1. Etage die Zimmer der Kinder, Toiletten, Behandlungszimmer, Spielecke und auch eine Küche enthält ...... die 2. Etage ist ein Festsalon.
Die Idee ist, über die Vermietung des Festsalons das Geld für die Unterhaltung des Kindergartens hereinzubekommen. Der Rest soll über Spenden kommen. Bereitschaft unter der Bevölkerung ist da. Auch deswegen, weil man kopfschüttelnd die Nachricht von der Kürzung der monatlichen Zahlungen durch die PT-Regierung zur Kenntnis genommen hat.
Da die Unterhaltung des Kindergartens nicht sehr teuer ist (3 Kinderbetreuer mit SM, 2 freiwillige Ärzte und kostenlose Medikamente) könnte die Rechnung aufgehen. Strom, Wasser und Lebensmittel müssen natürlich jeden Monat bezahlt werden. Die Miete fällt weg. Das Grundstück wurde von einem benachbarten Grossunternehmen für den guten Zweck im Wert von 1 R$ verkauft. Der im Ort ansässige Rotary-Club besorgt die Einrichtung des Kindergartens.
Alles läuft bestens. Mittlerweile wurden schon 150.000R$ gespendet und investiert. Ich habe mir die fast fertige Baustelle selber angeschaut. Wirklich beeindruckend, was 3 Leute dort auf die Beine gestellt haben und eigentlich alles nur wegen einer kurzsichtigen PT-Regierung, die sich die Sozialarbeit nicht auf die Weste geschrieben hat.
In Timoteo wählt man in Zukunft nicht mehr PT ..........
Man sieht sich, Lemi
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