Severino hat geschrieben:
Jaja, das Wohl des Kindes.... da haben wir ja nun den Punkt.
@justusgermanicum
Ich gebe Dir Recht, dass Recht und Gerechtigkeit zwei völlig verschiedene Dinge sind. Aber Du setzt hier am falschen Punkt an. Die Politik macht die Gesetze. Die Justiz setzt sie um (wenn auch mit etwas Handlungsspielraum). Und die Politik macht ja das Volk, nämlich jeder einzelne Wähler (und auch Nichtwähler). Gerade in der Schweiz mit der direkten Demokratie gibt es ja viele Möglichkeiten auf die Politik und auf die Gesetze Einfluss zu nehmen. Brasilien hat die Wahlpflicht. Also etwas ganz anderes. Trotzdem kommen nun beide Länder zu dem Schluss, dass das Kind zur Mutter soll.
Weisst Du, was mich an der ganzen Geschichte stört. Das Kind ist ja gar nicht beim Vater, sondern bei einer Gastfamilie. Auch wenn das Kind in der Schweiz bleiben will. Da stimmt doch was nicht. Auch wenn das Kind in der Schweiz eine "bessere" Zukunft haben sollte. Wer kann denn das beurteilen. Sollen jetzt alle brasilianischen Kinder in die Schweiz kommen? Die afrikanischen gleich auch? Was ist mit den deutschen?
Wer sagt denn, dass ein Leben in einer reichen Industrienation mehr wert ist, als in armen Verhältnissen in einem Schwellenland? Aha, es geht also um die Kohle. Wie immer. Aber haben die Väter nicht gerade nach ihrem Recht auf Kinder geschrieen oder geht es doch nur um die Angst vor Unterhaltszahlungen??
Vielleicht sollte man ein Gesetz erfinden, dass Eltern dazu verpflichtet zusammenzubleiben bis die Kinder volljährig sind?? Oder Scheidungskinder einfach keinem Elternteil geben sondern in ein Waisenhaus??
Auf jeden Fall wäre das wohl gerechter für die Eltern. Es geht nämlich nicht um das Wohl des Kindes, sondern um die Macht und das Geld. Ätsch, Du hast das Kind nicht gekriegt und darfst daher auch noch zahlen. Und weil ich ja nicht arbeiten kann und aufs Kind aufpassen muss, darfst Du für mich gleich noch was drauflegen....
Es geht also nicht um das RECHT des Kindes sondern die Kinder werden missbraucht. Von den eigenen Eltern. Nur Salomon hatte dagegen bisher einen Lösungsansatz.....
@severino
Kann den Ausführungen nicht ganz folgen; wer sagt, das Kind soll zur Mutter? Dass es hier um (finanz.) Interessen beider Elternteile geht, darin stimme ich voll zu; dass diese diametral sind, ist wahrscheinlich. Wenn ich der Vater wäre, hätte ich versucht, die Mutter mit einem vernünftigen Agreement für den eigenen Plan zu gewinnen. Zum Beispiel ihr mit Unterhaltszahlungen in ihrer Heimat das Leben finanzieren, und die Tochter, welche offensichtlich in CH bleiben möchte, separat zu fördern.
Ich glaube nicht, dass dies etwas zu tun hat mit guten Zukunfts-Bedingungen hier, und schlechteren dort; man kann sicher in jedem Land der Welt erfolgreich werden, oder eben auch nicht.
Was nach meiner Meinung aber vor allem zählt ist dass das Mädchen hier in CH verwurzelt ist, da es fast ausschliesslich hier lebte, und dadurch diese Mentalität erwarb. Möglicherweise ist ein Leben in einer für das Mädchen völlig fremden Umgebung ein "Horror"; sozusagen ein "umgekehrter Kulturschock". Ausserdem hat es in diesem Alter schon eine ziemlich gefestigte Meinung; diese ist gemäss der UN Kinderrechtsresolution massgebend dafür, was es tun sollte, und was eben nicht.
Wie du übrigens völlig richtig bemerkst, stehen Machkämpfe auf dem Rücken des Kindes im Vordergrund. Das darf nicht sein; in vielen andern europäischen Ländern werden geschiedene Eltern vom Staat verpflichtet, für das Kindeswohl einzutreten. Wenn die Mutter nicht will, bekommt es der Vater zugesprochen und umgekehrt. Es gab vor ca. fünf Jahren in Bayern einen vielbeachteten Gerichtsentscheid, darin wurde der Mutter unter Androhung einer Busse von 50 000,00 Euro, oder 2 Jahren Gefängnis untersagt, weiter das Kind den Vater zu entfremden. Jedes Kind hat Anspruch aus Vater und Mutter! Mit den bekannten Ausnahmen; nicht bei Gewalttätigkeit der Mutter oder des Vaters usw.
Früher, als es noch keinen grossen Wohlstand gab, blieb vielen Eltern gar nichts anderes übrig als zusammen zu bleiben; ich denke das ist aber bestimmt nicht der richtige Weg.