Mal eine indiskrete Frage

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon supergringo » Do 30. Apr 2009, 07:36

ptrludwig hat geschrieben:@supergringo hier mal meine Kostenaufstellung
Danke für die Übersicht.

Alle Achtung! Das mag für andere sarkstisch klingen, ich meine das aber ernst.

Ich würde mit BRL +/- 1.000 ganz bestimmt nicht klar kommen. Allein die Kostenstelle für (stark gedrosselten) Bier- und Zigaretenkonsum macht bei mir monatlich ~ BRL 350.

Und wenn ich so überlege, was mir an BRA gefällt, ...
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon ana_klaus » Do 30. Apr 2009, 11:38

offentsichtlich prallen hier unterschiedliche Vorstellungen von Leben aufeinander. Sicher hat jede Variante ihre Berechtigung. Der Eine ist sparsam, aus welchen Gründen auch immer, holt seine Kunden mit der Schubkarre vom Flughafen ab, der Andere stürzt sich in eine unnötige Ausgabe, um die Kunden mit einem Auto abzuholen. Der Eine bedient sich irgendwelcher Fremdenführer, der Andere kümmert sich um seine Kunden persönlich. Na klar, rwschuster ist chef eines riesigen Imperiums mit zig Aptos und einer entsprechenden Anzahl von Kunden. Respekt.
Ich dagegen bin ein Newcomer, mit 10 Jahren Br. Kenntnis, zwar mit einer Nativa verheiratet, dennoch ohne Erfahrung im Vergleich zu rwschuster. Ehrlich, auf diese zahlreichen ,von rwschuster geschilderten, Erlebnisse kann ich gut verzichten. Hochachtung bleibt vor jedem der in fremder Kultur, fremdem Umfeld eine selbständige Existenz aufbaut, mit allen Höhen und Tiefen. Um auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen, ich bleibe dabei, ein lebenswertes Leben ist mit 1.000 Reals nicht möglich.

gruss
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon supergringo » Do 30. Apr 2009, 11:49

ana_klaus hat geschrieben:ich bleibe dabei, ein lebenswertes Leben ist mit 1.000 Reals nicht möglich.
Ich bin ja (ausnahmsweise?) irgendwie auf Deiner Seite, aber diejenigen, die mit BRL 1.000 auskommen, leben eben in Brasilien und scheinbar nicht ganz unglücklich, wir aber eben nicht!! :idea:
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon ana_klaus » Do 30. Apr 2009, 11:57

ach noch ein Nachtrag

wie hoch muss das Renteneinkommen sein, um eine Permanencia zu bekommen ?

Ich bin sicher das dieser Wert ein Gradmesser ist, nur so am Rande

gruss
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon ptrludwig » Do 30. Apr 2009, 13:33

ana_klaus hat geschrieben:ach noch ein Nachtrag

wie hoch muss das Renteneinkommen sein, um eine Permanencia zu bekommen ?

Ich bin sicher das dieser Wert ein Gradmesser ist, nur so am Rande

gruss
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Wenn du dir da so sicher bist, wirst du deinen Angestellten wohl auch diesen Lohn zahlen. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum ein Ausländer mehr zum Leben brauchen soll als ein Brasilianer.
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon Tuxaua » Do 30. Apr 2009, 14:42

ptrludwig hat geschrieben:...warum ein Ausländer mehr zum Leben brauchen soll als ein Brasilianer...
Dazu müsste "der Brasilianer" erst mal definiert werden. Ich kenne auch welche, die Klaus' monatliche Ausgaben pro Woche haben :wink:

Es ist eine menschliche Eigenschaft, von sich auf Andere zu schließen.
Wenn also Klaus meint, das er mit einem Betrag x nicht gut leben kann, sei ihm diese Meinung genauso zugestanden wie Jemandem, der mit einem Zehntel davon auskommt.
Die Ansprüche an sein Leben stellt sich doch jeder selber.
Einer meint, dass er unbedingt einen Maybach und einen Hubschrauber braucht, der andere ist mit seinem rostigen Fahrrad zufrieden. Es gibt Menschen, denen das 300m²-Appartment zu klein ist, anderen genügt das Wohnklo mit Kochnische.
Der Unterschied ist der, dass sich der Anspruchsvollere entsprechend "Krumm machen" muss, sofern ihm nicht ein hinreichendes Vermögen in die Wiege gelegt wurde.
Wir haben viele gute Bekannte, Freunde und Familienmitglieder meiner Frau, welche mit weniger Geld als wir auskommen. Diese Personen deswegen zu "verachten" würde mir nicht im Traum einfallen, tauschen möchte ich allerdings auch nicht.
Wer mit seiner derzeitigen Situation zufrieden ist macht einfach so weiter wie bisher, wem der Sinn nach "Höherem" steht malocht.
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon tinto » Do 30. Apr 2009, 22:13

Ich glaub auch, dass man mit 1000 R$ auskommen kann und ganz glücklich leben kann.

Das ist dann aber eben die Rückbesinnung auf die Einfachheit des Seins, auf die Grundbedürfnisse. Für mich wär das sogar für einen Ausstieg fast eher vorstellbar, als in der (oberen) Mittelschicht mitspielen zu wollen.

Denn da muss man RWS insoweit recht geben, begibt man sich leicht in ein gnadenloses Ranking. Da beäugen die Nachbarn schon, was man sich leisten kann. Da sind Condominios kostspielig, die laufenden Kosten der Autos, die Parkgebühren z.B. in den Shoppings, die Innenaustattung der Wohnung, ab und zu Essen gehen, seiner Frau mal was bieten, etwas Schmuck vielleicht, eine Empregada und vielleicht auch nen Gärtner bezahlt man doch auch gern und vielleicht kauft man sich auch in einen Club ein. Im Club sein ist ein Statussymbol. Und für die Kinder bezahlt man Schulgeld und jede Menge für Kleidung. Da kommt einiges zusammen...

@taxaua: =D> =D>

Dazu fällt mir ein: Ein jeder stöhnt auf seinem Niveau. :wink:

Den einen sind die Kartoffelpreise zu hoch, die Schuhe mussten mal zum Schuster, man was hat der mich abgezockt, da gingen ja die Ersparnisse drauf
dem nächsten ist der Benzinpreis zu hoch und die Reperatur des Autos
und wieder dem nächsten ist der kerosinpreis und die Standgebühren seines Fliegers zu teuer und dann will die Crew auch in den Standzeiten noch Kohle haben und der Staat so viele Steuern; die Reperatur am Triebwerk des Jets hat dann auch noch 13.000 US$ gekostet, wer soll das bezahlen....?

Da fällt mir zu ein, auf meinem jüngsten Kuba-trip lag vor unserem Hotelzimmer eine Motorjacht, drei Etagen, etliche Spielzeuge oben drauf, wie Banane, Rennboot, Jetski. Nur vier Personen drauf und etliche Angestellte, die sie bedienten. Die Flagge: Luxemburg. Zu Hause hab ich gegoogelt und auf der seite von Spottern die Details erfahren. Hergestellt 2007 in Holland, verkauft nach Deutschland an einen Geschäftsmann für 17,9 Mio €. Gesehen und fotografiert in Monaco, Palma de Mallorca, Barbados, Trinidad&Tobago, Bahamas...Tja, dachte ich, was hat man wohl noch so alles, wenn man so ein Boot hat?
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon tinto » Do 30. Apr 2009, 22:57

Ah, von Cuba ist man dann hier hin gefahren, erst Key West, USA, dann hifax, Kanada. :

http://www.marinetraffic.com/ais/showal ... #top_photo

Und das Ding ist doch schon etwas älter, aber das macht es nicht weniger hübsch. Oder wie findet ihr die Fotos von Key West?

PS. Im Internet bleibt aber auch nix verborgen, was?
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon Tuxaua » Do 30. Apr 2009, 23:11

@tinto:
Der Bootseigentümer jammert bestimmt auch, wenngleich wohl nicht über die Bierpreise :mrgreen:

Fragt doch mal die Ackermänner dieser Welt, was die mit 1 Mio Jahresbonus anfangen würden!
Antwort: hmmm, nun ja, da müsste ich mich schon ganz schön einschränken...

Bevor ich nach Brasilien übergesiedelt bin habe ich mal knapp 4 Wochen Urlaub auf meinem sítio gemacht. Herrlich erholsam und unglaublich preiswert. Kein PC, kein Telefon, kein Auto, kein Strom - als Kontrast zu meinem Job ideal.
Aber: so wie damals im Urlaub würde ich mein Leben nicht ständig verbringen wollen, kommt sicher auch von der Gewohnheit. Eine "Rückentwicklung", sprich das freiwillige Zurückschrauben meiner Ansprüche an mein Leben, liegt mir nicht.
Das hat nichts mit Anpassen zu tun, welches bei der Übersiedlung von Deutschland nach Brasilien erforderlich war, jedoch, in meinem Fall, ohne "Selbstaufgabe". Früher hatte ich ein Auto mit 6 Zylindern und allem pipapo, heute gurke ich mit einem Chevrolet durch die Gegend. Früher hatte ich schnelles DSL, heute eine Gammelleitung. Das ist für mich kein Problem. Andererseits geben wir sehr wenig Geld für Schnickschnack aus. Z.B. mein Handy ist immer noch das aus D mitgebrachte, hat aber dafür credito. Das Geld investiere ich lieber in meine unmittelbare Umgebung, sprich die Kinder, unser Haus und die Altersvorsorge. Wir haben heute einen ausgewogenen Haushalt, sind zufrieden und ich habe keine Ambitionen "prestigeträchtige" Dinge anschaffen zu wollen oder zu müssen, Sozialneid liegt mir fern.
Aus meiner Sicht leben wir nicht im Luxus, aber gut, unsere monatlichen Ausgaben liegen im mittleren 4stelligen Bereich. Dafür tue ich aber auch was, nämlich arbeiten, zum Glück mit einer angemessenen Bezahlung. Hoffen wir, dass es so bleibt.
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Re: Mal eine indiskrete Frage

Beitragvon Totinho » Fr 1. Mai 2009, 00:47

ana_klaus hat geschrieben:offentsichtlich prallen hier unterschiedliche Vorstellungen von Leben aufeinander. Sicher hat jede Variante ihre Berechtigung. Der Eine ist sparsam, aus welchen Gründen auch immer, holt seine Kunden mit der Schubkarre vom Flughafen ab, der Andere stürzt sich in eine unnötige Ausgabe, um die Kunden mit einem Auto abzuholen. Der Eine bedient sich irgendwelcher Fremdenführer, der Andere kümmert sich um seine Kunden persönlich. Na klar, rwschuster ist chef eines riesigen Imperiums mit zig Aptos und einer entsprechenden Anzahl von Kunden. Respekt.
Ich dagegen bin ein Newcomer, mit 10 Jahren Br. Kenntnis, zwar mit einer Nativa verheiratet, dennoch ohne Erfahrung im Vergleich zu rwschuster. Ehrlich, auf diese zahlreichen ,von rwschuster geschilderten, Erlebnisse kann ich gut verzichten. Hochachtung bleibt vor jedem der in fremder Kultur, fremdem Umfeld eine selbständige Existenz aufbaut, mit allen Höhen und Tiefen. Um auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen, ich bleibe dabei, ein lebenswertes Leben ist mit 1.000 Reals nicht möglich.


Einen kleinen Unterschied zwischen Dir und rws gibt es schon. Rws verdient seine Kohle in Brasilien, er kommt damit aus und scheint recht zufrieden zu sein. Du dagegen bist am jammern, lebst nicht wirklich in Brasilien und verdienst Deinen Lebensunterhalt nicht hier. Wenn Du hier so einen hohen Lebenstandard anstrebst um zufrieden zu sein, dann hast Du die Latte sehr hoch gehängt. Das ohne Rückendeckung zu buckeln, ist wirklich nicht einfach. Wozu brauchst Du eigentlich 2 Autos? Einer fährt zum Brötchen holen und der andere holt Touris vom Flughafen ab? Da wäre sicher was zu sparen.
Dir würde es gut stehen, den Ball etwas flacher zu halten. Ich will mir jetzt nicht die Mühe machen, Deine Beiträge zu durchfosten und zu zitieren - da ist einiges an Überheblichkeiten zu finden. Komm mal runter von Deinem vermeintlich hohen Ross, das hat in Wirklichkeit ziemlich kurze Beine.
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