Mal was positives über SUS

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Mal was positives über SUS

Beitragvon Colono » Di 17. Sep 2013, 14:19

Vor ein paar Monaten durfte ich als Acompanhante in der Enfermeria eines SUS Krankenhaus übernachten. Nicht wegen fehlender Krankenversicherung meines Parts, sondern im Notfall sofort greifbarer Spezialisten und Gerätschaften.

Bevor ich das Hospital betrat war mir anfangs recht mulmig zu Mute. Man liest ja hier im Forum und sonstigen Medien zum Teil auch wahre Schauergeschichten über Brasiliens Gesundheitssystem. Das formt schon mal auch eigene Vorurteile.

Nun wo waren denn die vielen Betten auf den Korridoren auf einmal geblieben? Wo waren denn die Blutspritzer und Spinnweben an den Wänden? Wo waren denn die Menschentrauben bei der Aufnahme?

Fehlanzeige.

Neu renoviert und im Gegenteil das Personal war motivierter als ich es von sonstwoher kenne. Sogar ein zusätzlich Frühstück war für mich am nächsten Tag drin.

IMG_20130523_123634.jpg


Ich würde sagen, im Krankheitsfall gerne wieder. =D>

http://www.hospitalmarieta.com.br/

Ich meine daß es nicht unbedingt Dilma dazu braucht ein menschenwürdiges Behandlungszentrum aufzuziehen. Sondern den Willen der Bevölkerung so etwas zu bekommen und zu erhalten.
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Brazil53 » Di 17. Sep 2013, 15:08

ich kenne einige Krankenhäuser in Rio de Janeiro. Hat irgendjemand gesagt, dass in allen Krankenhäusern unbeschreibliche Zustände herrschen?
Im Normalfall ist alles im grünen Bereich. Ob dort auch SUS-Patienten behandelt werden das weiß ich nicht.
Was unter aller Sau ist, sind die Wartezeiten der Labore. Da kann schon mal das Ergebnis einer Röntgenaufnahme 4 Wochen dauern. (Auch für Privatpatienten) Es ist alles möglich...

Ich würde dir empfehlen, dich einmal in einen der großen Unfallaufnahmen, wie zum Beispiel das städtische Krankenhaus Miguel Couto, umzusehen.
Die Wahrscheinlichkeit als Unfallopfer dort zu landen ist sehr groß.

Ich war dort, weil ich eine Notfall betreute. Ja dort werden die Menschen an der Tür von einem muskulösen Türsteher aussortiert. Er entscheidet wer schnell dran kommt, oder wer Stunden warten muss.
In den Fluren im ersten Stock standen die Betten (mit Vorhang)auf dem Flur.
Und Unfallopfer sind manchmal blutig...
Die Ärzte dort sind gut, also da beklage ich mich nicht. Aber alles völlig unterbesetzt.
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Colono » Di 17. Sep 2013, 15:55

Brazil53 hat geschrieben:ich kenne einige Krankenhäuser in Rio de Janeiro. Hat irgendjemand gesagt, dass in allen Krankenhäusern unbeschreibliche Zustände herrschen?
Im Normalfall ist alles im grünen Bereich. Ob dort auch SUS-Patienten behandelt werden das weiß ich nicht.
Was unter aller Sau ist, sind die Wartezeiten der Labore. Da kann schon mal das Ergebnis einer Röntgenaufnahme 4 Wochen dauern. (Auch für Privatpatienten) Es ist alles möglich...

Ich würde dir empfehlen, dich einmal in einen der großen Unfallaufnahmen, wie zum Beispiel das städtische Krankenhaus Miguel Couto, umzusehen.
Die Wahrscheinlichkeit als Unfallopfer dort zu landen ist sehr groß.

Ich war dort, weil ich eine Notfall betreute. Ja dort werden die Menschen an der Tür von einem muskulösen Türsteher aussortiert. Er entscheidet wer schnell dran kommt, oder wer Stunden warten muss.
In den Fluren im ersten Stock standen die Betten (mit Vorhang)auf dem Flur.
Und Unfallopfer sind manchmal blutig...
[-X ........ein menschenwürdiges Behandlungszentrum aufzuziehen. Sondern den Willen der Bevölkerung so etwas zu bekommen und zu erhalten. Sowie für andere Lebenslagen
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Brazil53 » Di 17. Sep 2013, 17:13

[-X ........ein menschenwürdiges Behandlungszentrum aufzuziehen. Sondern den Willen der Bevölkerung so etwas zu bekommen und zu erhalten. Sowie für andere Lebenslagen


Wie meinen der Herr? Ich kann deinen Worten nicht folgen. Häääää?
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Regina15 » Di 17. Sep 2013, 18:32

Colono hat geschrieben:..ein menschenwürdiges Behandlungszentrum aufzuziehen. Sondern den Willen der Bevölkerung so etwas zu bekommen und zu erhalten. Sowie für andere Lebenslagen

Verstehe ich nicht ??????????????????????????????????????????????????????
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Colono » Di 17. Sep 2013, 18:50

Colono hat geschrieben:Ich meine daß es nicht unbedingt Dilma dazu braucht ein menschenwürdiges Behandlungszentrum aufzuziehen. Sondern den Willen der Bevölkerung so etwas zu bekommen und zu erhalten.


Ich habe mein eigendes Zitat etwas aus dem Zusammenhang gerissen, sorry.
Meinte damit daß nicht gleich nach der obersten Bundespolitk geschrien wird wenn etwas nicht stimmt.
Wenn man hier öfters mitliest, da ist schon ein bisschen aufällig das Brasiliens Miserie, Schwerstkriminalität und Unglücke oft aus der von Brasil53 zitierten Region kommen. Wer ist dafür verantwortlich? Die Politik sicher nicht insgesamt. [-X
Daß es anders geht sieht man an meinem Beispiel.
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Berlincopa » Di 17. Sep 2013, 20:40

Gibt es bei SUS eigentlich ein Quotierungssystem nach Alter?
Meine 70-jaehrige Schwiegermutter wurde jetzt fuer eine Knieoperation (weiß nicht ob es sich um künstliches Kniegelenk oder andere komplizierte OP handelt) auf eine Warteliste gesetzt. Ohne jegliche Gewaehr sagte man ihr, dass sie mit einer Wartezeit von mind. 3 Jahren, eher 5 Jahren aufwaerts rechnen sollte. Eine privat abzurechnende OP wäre zeitnah möglich, der KV liegt bei ca. 30 T Reais.
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Brazil53 » Di 17. Sep 2013, 20:45

Colono, ich verstehe immer noch nicht, wie der Wille der Bevölkerung bessere Krankenhäuser bauen soll? Hääää?
Noch einmal, ich war in einigen Krankenhäusern in Rio und Arztpraxen.
Ob die auch SUS-Patienten haben weiß ich nicht.

Was ich gesehen habe war sauber und ansehnlich. Entsprechen also in etwas deinem Foto.

Ich habe nur ein Unfallkrankenhaus beschrieben, dort war es allerdings grausig für einen zartbeseitigten Deutschen wie mich.
Das "Miguel Couto" kann man öfters in den Fernsehsendungen sehen, wenn nach Unfällen oder Schießereien dort die Opfer angeliefert werden.
Und ich habe die Schlange von Menschen gesehen mit normalen Brüchen, Verbrennungen oder offenen Wunden usw. die mussten Stundenlang warten oder mussten wieder nach Hause.

Nach dieser Erfahrung, habe ich mir eine Liste mit einigen Krankenhäusern gemacht, die mir angenehm waren und die eine Unfallaufnahme haben.
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Colono » Di 17. Sep 2013, 21:09

Brazil53 hat geschrieben:Colono, ich verstehe immer noch nicht, wie der Wille der Bevölkerung bessere Krankenhäuser bauen soll? Hääää?
Nach dieser Erfahrung, habe ich mir eine Liste mit einigen Krankenhäusern gemacht, die mir angenehm waren und die eine Unfallaufnahme haben.

Vieleicht sollte die Cariocas mal den Unfallkliniken weniger Arbeit machen. Da würde das Ganze eine Nummer kleiner ausfallen. Mitarbeiter des Hospitals gehören ja auch zur Bevölkerung und könnten mithelfen daß neu angeschafte Gerätschaften nicht gleich wieder verkommen. Auch deinen Türsteher könnte ich mir im Hospital meines Beispiels nur schwer vorstellen. [-X

Lass uns mal an deiner Liste teilhaben.
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Re: Mal was positives über SUS

Beitragvon Colono » Di 17. Sep 2013, 21:30

Berlincopa hat geschrieben:Gibt es bei SUS eigentlich ein Quotierungssystem nach Alter?
Meine 70-jaehrige Schwiegermutter wurde jetzt fuer eine Knieoperation (weiß nicht ob es sich um künstliches Kniegelenk oder andere komplizierte OP handelt) auf eine Warteliste gesetzt. Ohne jegliche Gewaehr sagte man ihr, dass sie mit einer Wartezeit von mind. 3 Jahren, eher 5 Jahren aufwaerts rechnen sollte. Eine privat abzurechnende OP wäre zeitnah möglich, der KV liegt bei ca. 30 T Reais.

Jeder im CRM zugelassene Ortopäde könnte die Operation für deine SM vornehmen und über SUS abrechnen. Bei uns erhalten SUS Patienten in den öffentlichen KH in Sachen Bettenbelegung Vorrang gegenüber denen mit Plano. Hat mir der behandelnde Arzt so erklärt. Ich denke es liegt am Arzt deiner Schwiegermutter um einen Klinikaufenthalt möglichst zeitnah auszuhandeln.
Vieleicht wäre eine Privatsprechstunde möglich um dann über SUS zu operieren. Ich selber habe unfallbedingt jede Menge Pircing in den Knochen. Hätte ich bei Bedarf auch sofort unmittelbar vom SUS erhalten.
Wie gesagt existieren jedoch regionelle Unterschiede.
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