Mal wieder: Auswandern

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon donesteban » Fr 25. Jan 2008, 15:30

Gudrun hat geschrieben:... Zu der Frage, warum wir auswandern wollen:
Ganz einfach, mir geht der Subventionsdschungel in der EU auf die Nerven, wenn ich auf meinem Grund Hafer anbauen möchte, will ich das tun und nicht 1000 Formulare ausfüllen und hoffen, dass dies auch genehmigt wird; wenn ich im Jahr 150.000 kg Milch produzieren kann aber nur 100.000 kg abliefern darf, bin ich in meiner unternehmerischen Handlung eingeschränkt habe aber das volle Unternehmensrisiko.
Wir wollen ohne Subventionen erzeugen, können aber nicht das tun was wir wollen. So einfach ist das. ...
Gudrun, ich bin zwar nicht von Fach, verstehe aber Deinen Frust sehr gut. Geht mir mit einer kleinen GmbH ähnlich. Hier gibt es zwar keine EU-Gängeleien, dafür aber andere "bürokratische" Hürden. Die kleinste Kleinigkeit kann hier zu einer Ämter-Odyssee werden.

Jeder muss für sich entscheiden, warum er auswandern möchte. Ich tendiere aber zu folgender Sichtweise. Ein schlechtes Argument ist Unzufriedenheit/Unzulänglichkeiten im Heimatland. Ein gutes Argument ist starkes Interesse oder gar Sympathie zum Zielland. Ist man dann sogar bereit Einschränkungen auf sich zu nehmen, dann hat man gute Chancen, dass es klappt. Vielleicht findet man sogar ein objektiv besseres Leben und macht sogar mehr Kohle als zuhause. Ist dann ein Glücksfall.

Mal ein Beispiel mit umgekehrten Vorzeichen: Ich kenne viele unzufriedene Brasilianer(innen) in DE und ein paar zufriedene. Die unzufriedenen kamen entweder um der ökonomischen Armut zu entkommen oder aus Liebe zu einem/einer Deutschen (vielleicht auch nur "amor real", will ich nicht beurteilen). Die wenigen zufriedenen kamen aus Interesse und wollten genau unsere Lebensart erleben. Die genießen die Sicherheit, unser reglementiertes Leben, die "Korrektheit" oder die Kultur der "alten Welt".

Ich hoffe es schreiben noch viele vom Fach. Ist es wirklich so kompliziert, einen Landwirtschaftlichen Betrieb zu führen? Gibt es viele bürokratische Hindernisse? Ist es realistisch, ohne langjährige Brasilienerfahrung so was aufzuziehen? Vielleicht ist die Landwirtschaft ja eine Ausnahme und alles ist gar nicht so kompliziert.

Mein Motto: No Risk no Fun. Also schon OK einen mutigen Schritt zu wagen. Nur sorgfältig abwägen, ob der auch wirklich Fun bedeuten kann. Nur um der EU zu entkommen...ich weiß nicht. Ihr müsst Brasilien erst kennen lernen. Egal wie, aber das muss vorher passieren.
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Macumba » Fr 25. Jan 2008, 15:56

Wer auch immer hat geschrieben:*Presseartikel gelöscht, da a) vollständig - b) ohne Quellenangabe/Link*


1) Frage zu a)
Wird den geneigten Lesern hier nicht (mehr) zugemutet, vollständige Artikel zu lesen?

2) Kommentar zu b)
Nicht jeder dpa-Artikel ist frei im Internet verfügbar. Löschung aber vermutlich schon alleine deswegen korrekt.

3) @Gudrun:
Ich meinte etwas von Rinderzucht gelesen zu haben...mein Fehler.
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Gudrun » Fr 25. Jan 2008, 17:05

Ich hoffe es schreiben noch viele vom Fach. Ist es wirklich so kompliziert, einen Landwirtschaftlichen Betrieb zu führen? Gibt es viele bürokratische Hindernisse? Ist es realistisch, ohne langjährige Brasilienerfahrung so was aufzuziehen? Vielleicht ist die Landwirtschaft ja eine Ausnahme und alles ist gar nicht so kompliziert.

Mein Motto: No Risk no Fun. Also schon OK einen mutigen Schritt zu wagen. Nur sorgfältig abwägen, ob der auch wirklich Fun bedeuten kann. Nur um der EU zu entkommen...ich weiß nicht. Ihr müsst Brasilien erst kennen lernen. Egal wie, aber das muss vorher passieren.



Ich hoffe auch dass ein paar "Landwirte" schreiben. Einen Landwirtschaftlichen Betrieb zu führen ist nicht schwerer als ein EDV-Programm zu schreiben. Man muss nur vom Fach sein.
In Deutschland ist es unter Umständen nicht schwer (wenn man viele Anträge ausfüllen möchte), hier leben die meisten Bauern nur von den Subventionen - dies stört mich persönlich - .
Ich will nicht abhängig von irgendwelchen Subventionen sein, die werden nämlich gestrichen, gekürzt oder was Brüssel sonst noch alles an Schwachsinn einfällt.

Nur damit keine Missverständiss aufkommen, wir sind nicht frustriert und leben auch ganz gerne in Deutschland - vor allem mein Mann - Landwirte sind nun mal sehr bodenständig.
Ich habe auch noch einen tollen und recht gut bezahlten Job.

Wir möchten einfach in ein Land, in dem man Idee verwirklichen kann, etwas experimentieren kann und nicht für jede Kleinigkeit eine Genehmigung braucht.

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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon donesteban » Fr 25. Jan 2008, 19:24

Gudrun hat geschrieben:... Wir möchten einfach in ein Land, in dem man Idee verwirklichen kann, etwas experimentieren kann und nicht für jede Kleinigkeit eine Genehmigung braucht. ...
Also Leute. Ist Brasilien so ein Land? Ich bin mir unschlüssig. Vielleicht im Bereich Landwirtschaft?
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Boli » Fr 25. Jan 2008, 20:20

@ Gudrun

vielleicht wenn Du ein paar spezielle Webseiten besuchst und die "Experten" dort nachfragst, du bekommst bessere Antworten.

in Deutsch:
http://www.terra-brasil.eu/LANDWIRTSCHA ... chaft.html

in Port.:
http://www.cnpgl.embrapa.br

:lol:
Vermeintlich Glück ist sich Dinge zu kaufen die man nicht braucht, von einem Geld das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken die man nicht mag
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon dietmar » Fr 25. Jan 2008, 20:42

Macumba hat geschrieben:
Wer auch immer hat geschrieben:*Presseartikel gelöscht, da a) vollständig - b) ohne Quellenangabe/Link*


1) Frage zu a)
Wird den geneigten Lesern hier nicht (mehr) zugemutet, vollständige Artikel zu lesen?

2) Kommentar zu b)
Nicht jeder dpa-Artikel ist frei im Internet verfügbar. Löschung aber vermutlich schon alleine deswegen korrekt.



siehe entsprechende, am 22. August 2007 publizierte Regelung: posten-von-links-und-presseartikeln-t8535.html
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon roberto743 » Sa 26. Jan 2008, 01:22

Gudrun hat geschrieben:Das Vermögen, das investiert werden soll liegt bei max. 500.000,00 Euro -


Wenn man schon 500.000 Euro hat, sollte man sich davon keine "Arbeit" kaufen! [-X
Man lebt von den Zinsen. Die muß man auch nicht jeden Tag um 5 Uhr morgens melken :wink:
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Jacare » Mo 28. Jan 2008, 12:52

Oi !
Ich habe selbst mal mit dem Gedanken gespielt eine Farm in BR aufzuziehen. Nur nach einigen schrägen Erlebnissen in BR bin ich davon abgekommen. Eine kleine Farm zur Eigenversorgung ist völlig ok. Aber im harten brasilianischen Agrarbusiness gibt´s zu viele Unbekannte. Z.B. Vitamin B, die längeren Transportwege (Kosten), usw. und natürlich das Klima das sich von Region zu Region immer mehr verschiebt. Erstens warum sich das bei 500 Mille EK antun und zweitens werden wir alle nicht jünger. :wink: Nichts für ungut !

Gruss
Jacare
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon thomas » Sa 2. Feb 2008, 00:24

Rinderzucht ist in Minas Gerais gross. Schau Dir doch mal ein paar Fazendas hier an:

http://fazonline.com.br/asp/fazendas_novas.asp

(Dann auf MG klicken, um die Angebote für Minas Gerais aufzurufen)

500k€ sind jedenfalls nicht viel Geld für brasilianische Farmen.
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon udessa » Mo 11. Aug 2008, 10:20

Hallo Gudrun

Ich habe Deine Nachrichten, deinen Aufruf gelesen. Ich fand ihn sehr interressant und muß mich eurer Einstellung zu Deutschland anschließen.
Ich bin zwar nicht vom Fach und kein Landwirt, aber vielleicht kann ich Dir helfen.

Wir sind im Januar 2008 aus Deutschland ausgewandert. Mein Mann und ich. Also sind unsere Erfahrungen ganz frisch.

Seid Ihr festgelegt nach Brasilien auszuwandern?

Wir sind nach Paraguay ausgewandert und haben es bis jetzt nicht bereut.

Du schreibst:
Wir möchten einfach in ein Land, in dem man Idee verwirklichen kann, etwas experimentieren kann und nicht für jede Kleinigkeit eine Genehmigung braucht.

Alles das kann Euch Paraguay bieten. Du kannst hier bauen wie Du willst, kannst eure Rinderzucht aufbauen, man kann von 1 Hektar Land bis 250 oder 500 Hektar Land kaufen und soviele Tiere, wie man nur will. Wenn man selbstständig ist muß man nur 10 % Steuern zahlen.
Man kann hier noch günstig Land kaufen und Häuser im Vergleich zu DE.
Die Lebenshaltungskosten sind hier okay.
Man geht hier nicht nur arbeiten, um alles bezahlen zu können.
Die Paraguayer sind sehr nette und hilfsbereite Menschen und man lebt hier nach dem Motto "Manjana manjana". Morgen, morgen.

Habe Euch mal was kopiert.
Die Rinderzucht zählt zu den Hauptzweigen der paraguayischen Landwirtschaft, besonders auch durch die seit Jahren anhaltende hohe Nachfrage nach südamerikanischem Rindfleisch (in 2006 Exportvolumen 700.000.000 US$).
In den vergangenen 20 Jahren gab es jedoch kein Produktionsjahr, in welchem kein Gewinn erwirtschaftet, oder gar ein Minus-Ergebnis eingefahren wurde.

Vielleicht ist das was für Euch! :cool: :)
Ich würde mich freuen, wenn Du mir antwortest unter g-udessa@web.de.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Paraguay
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