Mal wieder: Auswandern

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Gudrun » Do 24. Jan 2008, 23:03

Mein Mann 52 (Landwirt und Sägewerksmeister) und ich (Bilanzbuchhalter) sind am überlegen, ob wir nach Südamerika auswandern.
Unser Ziel ist es auch hier wieder ein Landwirtschaft zu betreiben. Wir wollen keine Bananen, Früchte oder Gemüse anbauen, denn davon haben wir keine Ahnung. Unsere Stärken liegen in der Rinderzucht und in der Milchwirtschaft, sowie in der Forstwirtschaft.
Nun kommen meine Fragen:
- in welcher Gegend von Brasilien kommt so etwas in Betracht?
- wie hoch sind hier die Einstiegspreise
- wie viel Land bzw. Rinder werden benötigt um wirtschaftlich davon leben zu können
- im Moment sprechen wir kein Portugisisch, aber das kann erlernt werden.
- wir wollen in keine "reine Deutsche" Umgebung
- die Idee erstmal 1 Jahr vor Ort zu leben ist nett, aber nicht realisierbar, da wir in Deutschland einen Hof betreiben
Nachtrag: Das Vermögen, das investiert werden soll liegt bei max. 500.000,00 Euro - damit müßte das Invenstorenvisum drin sein.
Wer kann hier ernsthafte Tipps geben.
Gudrun
Zuletzt geändert von Gudrun am Do 24. Jan 2008, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon dietmar » Do 24. Jan 2008, 23:11

Das erste Problem ist die Aufenthaltserlaubnis. Brasilien ist kein klassisches Einwanderungsland mehr. Suche mal hier im Forum alles zum Thema "Investorenvisum". Sollten diese Dinge geklärt sein, kann man über die Details sprechen.

Nach eurem "Profil" zu urteilen, wäre in Bezug auf die Aufenthaltsgenehmigung vielleicht eher Paraguay interessant. Aber lasst euch dort keine Gurkenplantagen von den Russen verkaufen! :wink:
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Gudrun » Do 24. Jan 2008, 23:19

Hi brasilblog,
Paraguay ist schon in der engeren Auswahl.
Uruguay ist seit 2 Jahren sehr teuer geworden und in Uruguay ist das Problem, dass die keine "mittelständischen" Farmen anbieten.
Entweder ca 50ha oder 2000ha. Das Geld für 2000ha haben wir für Uruguay nicht und 50ha sind zu klein.
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon dietmar » Do 24. Jan 2008, 23:38

Durch deinen Nachtrag ziehe ich meine Aussage zurück! :lol:

Nun kommen wir also zu den Details. :P

Rinderzucht gibt es von São Paulo, Minas Gerais über Mato Grosso do Sul, Mato Grosso, Goiás, Tocantins bis nach Pará ... bei Preisen und Einstiegsbarrieren muss ich allerdings passen. Mein Fleisch kommt aus der Kühlkammer hinter der Theke und die Milch aus dem Tetra-Pack. :cool:

Hier im Forum gibt es aber kompetente User, die sich sicher noch zu Wort melden.
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Severino » Fr 25. Jan 2008, 11:38

Kenne einen Schweizer, der in Goiás einen Milchbetrieb mit 70 Kühen hat. Der sagte mir, dass er erst ab etwa 150 Kühen in den schwarzen Zahlen wäre. Leider kann ich ihn nicht genauer fragen. Er ist gerade Mal wieder für drei Monate dort und da kann ich ihn nicht erreichen....
Ich denke aber, dass Du mit deinem Startkapital durchaus was aufbauen kannst. Ob es Milch- oder Fleischproduktion werden soll ist hier eine wichtige Frage. Ein einjähriges Rind kostet etwa 300 R$. Die Preise für Land sind sehr unterschiedlich. Das hängt davon ab, was es dort gibt: Wasser, Strom, Asphalt- bzw. Naturstrassen oder eben gar nix...
Aushilfskräfte haben einen Monatslohn von etwa 600 R$, professionelle Landarbeiter bekommen durchaus um die 3.000 im Monat. Aber auch das hängt von der Region und den Randbedingungen ab.
Ich würde Dir am ehesten Mato Grosso do Sul, Mato Grosso oder Goiás empfehlen. Aber als allererstes müsst ihr unbedingt portugiesisch lernen. Einige Gemeinden haben auch einen max. zulässigen Anteil an Farmland, der von Ausländern bewirtschaftet werden darf. Dann gibt es Auflagen von der Umweltbehörde (IBAMA), Du brauchst Abnehmer vor Ort, denen Du vertrauen kannst, usw.
Es ist vieles möglich in Brasilien - aber eben nur mit profunden Portugiesisch-Kenntnissen.... und dann gilt noch zu beachten, wie ihr Euch Euer Leben vorstellt. Weder Krankenkasse noch Rentenversicherung sind existent - ausser man hat viel viel Geld....
Was sind denn die Gründe dafür, dass ihr an ein Leben in Südamerika denkt?
paz e amor
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Macumba » Fr 25. Jan 2008, 12:06

Gudrun hat geschrieben:(...)
Wer kann hier ernsthafte Tipps geben.
Gudrun


Ich! Lasst Euch nicht erwischen!


*Presseartikel gelöscht, da a) vollständig - b) ohne Quellenangabe/Link*
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Jacare » Fr 25. Jan 2008, 12:22

Oi, Gente !
Legt den Großteil des Geldes lieber an und fangt erstmal lieber klein an. Ihr werdet dann schnell merken, wo ihr dabei an Grenzen stößt. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse würde ich sowieso abraten so groß einzusteigen. Erstmal hier und dort Urlaub machen, und schaut euch dabei Land und Leute an. Hier zwei interessante Links:

http://www.fazenda.blog.de
http://www.fazonline.com.br

Gruss
Jacare
A maioria de erros acontecem entre as orelhas!
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Boli » Fr 25. Jan 2008, 12:33

Severino hat geschrieben:...Aushilfskräfte haben einen Monatslohn von etwa 600 R$, professionelle Landarbeiter bekommen durchaus um die 3.000 im Monat. Aber auch das hängt von der Region und den Randbedingungen ab...


Lieber Severino, [-X

wo hast Du diesen Infos her? Ich würde gern wissen wo in Brasilien einen Aushilfskraft 600 R$ verdient? Vielleicht in Süden?
Vielleicht Du hast was ein Arbeitnehmer den Arbeitgeber kostet gemeint. Wenn so ist kann ich nachvollziehen.

In Goiás, Tocantins oder beide Mato Grosso... nie in Leben! Höchstens 1 salário mínimo (R$ 380,00), aber wirklich höchstens.

3000 R$ verdienen in diesen Gegend vielleicht der Arzt, aber nicht professionelle Landarbeiter!

In März/April wenn ich da bin werde ich mich schlau machen, diesen Beträge scheinen mir sehr übertrieben. #-o [-o<
Zuletzt geändert von Boli am Fr 25. Jan 2008, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.
Vermeintlich Glück ist sich Dinge zu kaufen die man nicht braucht, von einem Geld das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken die man nicht mag
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon donesteban » Fr 25. Jan 2008, 12:34

Volle Übereinstimmung mit Jacare. Ich kann gut portugiesisch und bilde mir ein sehr gut mit den Menschen hier zurecht zu kommen. Ich erreiche eigentlich (bis jetzt) alles was ich will, wenn auch oft komplizierter als mir lieb ist. Dennoch würde ich weder heute noch später hier alles auf eine Karte setzen. Das Risiko ist einfach zu hoch. Man kann hier nicht alle Unwägbarkeiten vorhersehen. Es ist ein bisschen wie an den Finanzmärkten. Hohe Rendite und hohes Risiko (BR) - geringe Rendite und geringes Risiko (DE). Der Profi setzt niemals alles auf hohes Risiko sondern mischt die Risikogruppen, um Rückschläge verkraften zu können. Und eins ist hier so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Rückschläge.
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Re: Mal wieder: Auswandern

Beitragvon Gudrun » Fr 25. Jan 2008, 13:20

@Macumba
Forstwirtschaft hat normaler weise nichts mit Abholzung zu tun; Dies ist Raubau an der Natur.
Wir wollen nicht auswanderen um ein Land kaputt zu machen, das können andere schon lange und besser.
Fortwirtschaft in meinen Augen ist: Aufforsten und Ernten - dies geht mit schnellwachsenden Hölzern sehr gut.

Dass man Portugisisch können muss ist "KLAR". Soweit ich weiß habe ich ja schon geschrieben, dass mir bewußt ist, dass die Landessprache gelernt werden muss. Spanisch und Portugisisch ist im übrigen wesentlich leichter als Französisch.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich möchte mich hier auch für die Tipps - die ich bekommen habe - bedanken; wir sind nicht so blauäugig, dass wir ohne Vorbereitung (Sprache lernen, etc) auswandern.
Und für alle, die keine Tiere haben: Es ist nicht möglich, mit entsprechend viel Tieren einfach mal Urlaub zu machen, Tiere wollen nämlich jeden Tag (auch Samstag und Sonntag) versorgt werden; dies ist im übrigen auch ein Hauptgrund, warum sehr viele Landwirte bei uns keine Nachfolger haben.

Zu der Frage, warum wir auswandern wollen:
Ganz einfach, mir geht der Subventionsdschungel in der EU auf die Nerven, wenn ich auf meinem Grund Hafer anbauen möchte, will ich das tun und nicht 1000 Formulare ausfüllen und hoffen, dass dies auch genehmigt wird; wenn ich im Jahr 150.000 kg Milch produzieren kann aber nur 100.000 kg abliefern darf, bin ich in meiner unternehmerischen Handlung eingeschränkt habe aber das volle Unternehmensrisiko.
Wir wollen ohne Subventionen erzeugen, können aber nicht das tun was wir wollen. So einfach ist das.

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