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 Betreff des Beitrags: Mamona/Biodiesel
BeitragVerfasst: 15 Mai 2007 18:46 
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Registriert: 02 MĂ€r 2007 15:17
BeitrÀge: 9
Wohnort: Teixeira de Freitas/ Vila Velha
Hallo,
wir haben in Bahia eine Farm und im Moment wird Milchwirtschaft und Rinderzucht betrieben. Die ganze Geschichte wird aber jedes Jahr weniger lukrativ und wir denken an ein neues Konzept. Eben waren wir an einer Infotagung ĂŒber Mamona Anpflanzung. Diese Pflanze wird nun hauptsĂ€chlich zur Herstellung von Biodiesel benutzt. Der Initiator dieser Tagung ( Brasil-Ecodiesel )hat uns das blaue vom Himmel versprochen und alles scheint eine eierlegende Woll-Milch-Sau zu sein. Es wird von 2-jĂ€hrigen VertrĂ€gen mit garantierter Abnahme zu einem vorher festgelegten Preis und technischer UnterstĂŒtzung gesprochen. Falls dem wirklich so ist, wĂ€re das echt ĂŒberlegenswert. Hat denn jemand von euch bereits Erfahrung mit Mamona, der Firma Brasil-Ecodiesel oder Ă€hnlichem ? WĂ€re dankbar fĂŒr jeden Hinweis.

GrĂŒsse aus Vila Velha Pedrinho


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 Betreff des Beitrags: Fuer alle Interessierten ...
BeitragVerfasst: 16 Mai 2007 14:22 
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Registriert: 25 Feb 2006 03:16
BeitrÀge: 32
... habe ich mal in einer (leider 8 MB grossen) ZIP-Datei eine ganze Reihe von Dokumenten zusammengefasst, die sich mit dem Thema Biodiesel aus Mamonasamen (Rhizinuspflanze) beschaeftigen:

http://www.car-show.de/biodiesel_e_manona.zip

Der Grossteil davon entstammt der ersten und zweiten brasilianischen Konferenz ueber die "Nutzpflanze Rhizinus", eine grosse Word-Datei beschaeftigt sich mit der Pflanze, der Anpflanzung, Auswahl des Saatguts, Duengung, Ernte, Krankheiten und Schaedlingen usw. und enthaelt eine Menge an Adressen fuer Lieferanten rund um Rhizinus.

Nachtrag: Ich hatte ganz vergessen: natuerlich alles in Portugiesisch!

Wer mehr zum Thema wissen moechte, kann mir ja eine E-mail schreiben:
webmasterKLAMMERAFFEcar-showPUNKTde

Ist absichtlich so geschrieben, denn es gibt (leider) genuegend Programme, die nichts anderes tun, als Kleinanzeigensites und Foren nach E-mail-Adressen zu durchforsten!


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2007 00:41 
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Registriert: 12 Jul 2005 23:03
BeitrÀge: 45
Eigentlich wird Mamona zur Anpflanzung in Trockenregionen empfohlen. Da wo sonst nichts wÀchst! Aber davon kann in Bahia Sul nicht die Rede sein!
Warum wollt ihr keinen Wald pflanzen? Holz wirft eine gute Rendite ab und es wird Knappheit in naher Zukunft geben.

Brasil Ecodiesel Industria & Comercio ist der grĂ¶ĂŸte Biosprit-Produzent des Landes.

Biodiesel bietet GeschÀftschancen in Brasilien
http://www.bfai.de/fdb-SE,MKT20060327103752,Google.html

Zu diesem Thema gibt es einen kritischen Beitrag:
Brasilien im Alkohol- und Biodieselrausch: Das Land wird einen anstÀndigen Kater haben, wenn es eines Morgens aus dem Rausch erwacht.
http://www.abl-ev.de
http://umwelt.kommunikationssystem.de/read.php?id=33967
(link nachgetragen)

DarĂŒber hinaus ist der von Lula favorisierte Rohstoff Rizinus zwar gegen hohe Temperaturen und Trockenheit relativ widerstandsfĂ€hig, bringt aber unter den Bedingungen im Nordosten Brasiliens nur einen vergleichsweise geringen Ertrag. GemĂ€ĂŸ einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts Cepea (Centro de Estudos Avançados em Economia Aplicada) sind zudem andere Rohstoffe geeigneter bzw. gĂŒnstiger fĂŒr die Herstellung von Biodiesel.


Zuletzt geÀndert von travelexpert am 04 Jun 2007 19:53, insgesamt 1-mal geÀndert.

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BeitragVerfasst: 04 Jun 2007 01:29 
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Registriert: 25 Feb 2006 03:16
BeitrÀge: 32
Der Hintergrund mit dem Rhizinus ist noch ein ganz anderer! Im Gegensatz zu den "Pressergebnisen" anderer Oelsaaten ist Rhizinus eigentlich das einzige Oel, das sich NICHT fuer den direkten Einsatz in Dieselmotoren eignet, ohne vorher einem aufwaendigem Reinigungsprozess durchlaufen zu haben. Abgesehen von der Tatsache, dass sich tatsaechlich bestimmte Mamonasorten fuer den Anbau in Gebieten eignen, wo sonst wirklich nichts mehr gedeiht (es gibt Sorten fuer alle Klimazonen!), erreicht Lula damit einen mehr oder weniger grossen "Weiterverarbeitungszwang" fuer Rhizinusoel.

Ein weiterer Nachteil ist, dass das in den Samen enthaltene Gift Ricin mit in das Pressoel gelangt und im Gegensatz zu anderen Oelsaaten der entstehende Presskuchen (also die Ueberbleibsel der ausgepressten Samen) NICHT als Tierfutter verwendet werden kann. Auch bei der Weiterverarbeitung (dem Umestern) des Oels verbleibt das Gift in den Nebenprodukten, so dass ich im Prinzip damit nur Sondermuell erzeuge oder diesen eben verbrennen muss.

Auch wenn andere Oelsamenpflanzen zum Teil 100 % hoehere Ertraege je ha einbringen, wachsen diese halt noch lange nicht im Semi-arido ! Da bleibt dann wirklich nur Mamona uebrig.

Wer es nicht glaubt, dass sich normale Pflanzenoele durchaus im Auto mit Dieselmotor oder in landwirtschaftlichen Fahrzeugen verwenden laesst, kann ja mal nach "Pöler" googeln. Ich habe selbst in D waehrend der Sommerzeit reines Pflanzenoel gefahren und ausser einem geringen (5 10 %) Leistungsverlust war nichts zu merken. Nur darf es bitte KEIN Common Rail Diesel sein!

Und im Sueden Bahias noch mehr Holzpflanzungen? Nein danke! Mir - und vielen anderen - reichen schon die jetzt vorhandenen gigantischen "Telegrafenstangenwaelder" der Zellulosehersteller!
Was hier im Sueden Bahias wirklich gebraucht wird, ist beispielsweise Gemuese, aber keine weitere Ausdehnung von Forstwirtschaft oder Rinderzucht.

Leider ist die Webseite des Arbeitskreis baeuerliche Landwirtschaft ein wenig unuebersichtlich und ohne Suchfunktion, und der Link liefert leider nur die Startseite. Den erwaehnten Artikel zu finden ist daher mit erheblicher Sucharbeit verbunden.

Gruesse aus dem "Stangenwaldsueden"

Hebinho


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2007 10:36 
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Registriert: 18 Jan 2007 22:00
BeitrÀge: 178
Wohnort: Blumenau
oi bahiasul
hast du schon einmal drĂŒber nachgedacht LITSCHI anzubauen. wo ich nun meine information her habe,war sicher arbeitsbedingt, weiss ich nicht mehr so genau.
auf jeden fall haben hier in brasilien japaner mit litschi zu pflanzen angefangen und kommen nicht nach mit dem export nach england. in england ist diese frucht sehr beliebt.
wĂ€re vielleicht einmal eine ĂŒberlegung wert. habe natĂŒrlich keine ahnung ob diese frucht bei euch wĂ€chst.
gruss periquita



We are here to make friends :-)


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2007 12:02 
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Registriert: 25 Feb 2006 03:16
BeitrÀge: 32
Das Problem bei Litschi (Lychee) ist, dass man zur Kultivierung ein ganz bestimmtes subtropisches Klima benoetigt, dass hier im Suedzipfel Bahias leider nicht zu finden ist. So braucht die Pflanze vor der Zeit der Bluete eine ausgepraegte Kaltperiode mit Temperaturen zwischen 8-14 Grad, die es hier nicht gibt, weil durch die Naehe der Kueste die Temperaturen selbst im Winter eigentlich nur ausnahmsweise mal unter 20 Grad abfallen.
Weiter noerdlich und weiter nach Westen gibt es einige Litschi-Pflanzungen in Bahia, die jedoch bei weitem nicht so ertragreich sind, wie in den Hauptanbaugebieten im Bundesstaat SĂŁo Paulo.
Auf der Website von Todafruta findet man u.a. sehr wertvolle Hinweise darueber, welche Fruechte wo angebaut werden koennen (Beispiel Litschi: http://www.todafruta.com.br/todafruta/m ... teudo=8457)

Interessant ist ausserdem, dass noch in den 80er Jahren hier in Teixeira de Freitas eine recht grosse japanische Gemeinde im Anbau von Fruechten und vor allem Gemuese taetig war. Allerdings hatten die dann Anfang der 90er ihre Laendereien an die Zellulose- und Rinder"industrie" verkauft und waren in den Bundesstaat SĂŁo Paulo gezogen.

Was hier auch noch funktionieren koennte, waere die Straussenzucht, deren Fleisch so langsam von den Brasilianern schaetzen gelernt wird. Wer hier landwirtschaftlich etwas "hochziehen" moechte, das nicht unbedingt mit Holz oder Rindfleisch zu tun hat, muss sich schon sehr gut vorher informieren, was in diesem Klima gedeiht und ob sich das Produkt dann auch absetzen laesst. So habe ich in den ganzen Jahren hier erst ein einziges Mal im groessten Supermarkt Kohlrabi gefunden (noch dazu im Kuehlregal mit den "exotischen Fruechten". Nicht einmal der Verkauefer wusste, was das ist. Ich hatte das gesamte Angebot (knapp 3 kg zu je 4,95 R$) aufgekauft und ein leckeres Kohlrabigemuese gemacht, dass bei der Familie - obwohl noch nie gegessen - hervorragend ankam. Saemereien dazu sind kein Problem, die gibt es beispielsweise bei http://www.isla.com.br/cgi-bin/detalhe.cgi?id=128
Und eine "Packung" mit 500g reicht voll aus, um damit 1 ha Kohlrabi zu pflanzen!
Allerdings werden in der "heisseren" Zeit hier im Sueden Bahias bestimmte Gemuesesorten mit der Hitze nicht fertig. Ist halt nicht so, dass man sagt "Mann, ist ja toll, so viel Sonne das ganze Jahr, da muss ja dauernd was wachsen!".

Der Spruch passt dann leider wieder nur auf die anfaengliche Rhizinuspflanze (Mamona)

PS: eine groessere Liste mit Saemereien-Anbietern gibt es auf http://www.abcsem.com.br/busca_detalhes ... tegoria=11

Gruesse aus dem Wurmfortsatz Bahias

Hebinho


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2007 12:10 
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Registriert: 30 Aug 2005 09:22
BeitrÀge: 105
Wohnort: Berlin
Und wie sieht es mit einer Ölpalmenplantage aus?? Man hat sehr hohe ErtrĂ€ge je ha und das Palmöl wird man auch reißend los. Klimatisch mĂŒĂŸte das doch hinkommen.

Gruß aus Berlin
Andreas



DonÂŽt drink water, Fish fuck in it!!
W.C. Fields


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2007 12:59 
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Registriert: 25 Feb 2006 03:16
BeitrÀge: 32
Die Dende-Palme ist in der Tat hervorragend geeignet, denn einerseits hat sie einen ganzjaehrigen Erntezyklus mit hohen Flaechenertraegen und das Oel laesst sich sehr gut verestern.

Zwei Nachteile allerdings:
1) lange Anlaufzeit bis zum ersten Erntezyklus
2) Dende laesst sich im Sueden Bahias nur in unmittelbarer Kuestennaehe sinnvoll anpflanzen

Alles schon im Geiste bzw. auf dem Papier durch gespielt!
Im Anhang noch eine Studie zu Dende (ist um 12 kB zu gross, deshalb hier der Link!):
http://www.sei.ba.gov.br/publicacoes/pu ... _dende.pdf


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