Mangelnde Sicherheit beim VW Fox

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Mangelnde Sicherheit beim VW Fox

Beitragvon mikelo » Do 22. Feb 2007, 23:46

Der Autokonzern verkaufe seinen Kleinwagen Fox in Brasilien mit geringerem Sicherheitsstandard als in Europa, erklären Verbraucherschützer. Außerdem sei er dort teurer. VW bezeichnet das als "Quatsch". Man orientiere sich an örtlichen Regeln

Die Kamera beobachtet den Crashtest aus der Vogelperspektive. Ein roter und ein schwarzer VW-Fox fahren von zwei Seiten auf ein Hindernis auf. Beim roten Fahrzeug wird der Kühler eingedrückt, die Airbags öffnen sich, die beiden Dummies werden durchgeschüttelt, bleiben aber unverletzt. Beim schwarzen Modell knallen Fahrer und Beifahrer ungeschützt auf Lenkrad und Armaturenbrett. Der Rahmen ist so verzogen, dass sich die Türen des Fahrzeuges nicht mehr öffnen lassen.

Beide Autos liefen in derselben Fabrik in Brasilien vom Band und wurden von dem unabhängigen europäischen Autotester EuroNCAP unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Der rote, für den Export nach Europa bestimmte Fox hat vier Sicherheits-Sterne verdient, das schwarze Auto für Käufer in Südamerika bekommt nur zwei Sterne.

Die europäische Verbraucherschutz-Organisation Euroconsumers hat die Testergebnisse gestern in Brüssel vorgestellt. Vor sechs Jahren gründete sie eine Zweigstelle in Brasilien. Die Überlegung dabei: Das globale Dorf braucht auch globale Schutzorganisationen. Zwar seien in Brasilien die Verbraucherschutzgesetze gut, führte Jean-Marie Mortier aus, der den belgischen Zweig von Euroconsumers leitet. Doch sie würden in der Praxis nicht umgesetzt. Deshalb gebe es große Probleme bei der Nahrungsmittelsicherheit, aber auch bei der Elektrik und im täglichen Straßenverkehr, erklärt die Verbraucherschutzorganisation.

Wie dringend die Organisation, die in Brasilien "Pro Teste" heißt, gebraucht wird, zeigen die Ergebnisse ihrer Untersuchungen: Rattenhaare im Ketchup, Schwelbrände in Elektroanlagen und völlig veraltete Sicherheitsbestimmungen für den Straßenverkehr.

Betroffen sind große europäische Produzenten wie Moulinex, aber auch global operierende Großhändler wie Carrefour oder Casino. "Pro Teste" sieht sich in Brasilien großem Druck ausgesetzt und wird mit Prozessen überzogen. Im vergangenen Juli wurde die Auslieferung der Mitgliederzeitschrift gerichtlich verboten.

Der brasilianische VW Fox, der im Text von EuroNCAP deutlich schlechtere Noten erhielt, sei dennoch 800 Euro teurer als sein für Europa bestimmtes Schwestermodell, sagt Euroconsumers. Das allerdings bezeichnet Hans-Gerd Bode von VW als "völligen Quatsch". Schon für 5.000 Euro komme der Fox in Lateinamerika auf den Markt. Dort seien die Kunden eben nicht bereit, für Sicherheit mehr auszugeben. Und die gesetzlichen Rahmenbedingen seien weniger streng. "Zunächst gab es ja genau die umgekehrte Diskussion: Da fragten die Verbraucherverbände in Europa, warum das Modell hier viel teurer ist. Das liegt daran, dass es hier strengere Anforderungen erfüllen muss."

Eigene Recherchen der taz ergaben allerdings, dass ein Fox in Brasilien gut und gerne 10.000 Euro kostet. Würde man ihn auf europäischen Standard aufrüsten, kämen für Airbags, moderne Gurte und die elektronische Anschnall-Erinnerung noch mal 2.500 Euro dazu.

"Das zeigt, dass der lokale Markt die Sicherheitsstandards bestimmt und nicht die moralische Überzeugung", schlussfolgert Euroconsumers. "Wir wenden uns dagegen, dass die Sicherheit von Menschen der Globalisierung geopfert wird", sagt er Verbraucherschützer Jean-Marie Mortier.

Und er fügt hinzu: "Das Thema geht auch die europäischen Verbraucher etwas an. Wenn eine Familie aus Deutschland oder Frankreich zum Beispiel in Mexiko Urlaub macht und dort einen Fox mietet, hat der nämlich keine Airbags."

http://www.taz.de/pt/2007/02/23/a0110.1/text
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Beitragvon Trem Mineiro » Fr 23. Feb 2007, 00:24

Wenn ich in Brasilien Auto kaufe, merke ich sehr schnell, dass ein Gol kein Golf ist und ein Palio kein Punto etc. Das sind nun mal (für Brasilien) preiswerte Autos in denen alles fehlt, was man in Europa als Strandart erwartet.
Selbst bei Autos mit der gleichen Markenbezeichnung hätten die brasilianischen Versionen kaum eine Chance auf Zulassung in Europa. (siehe Fox, Idea etc.)

Als ich nach 12 Jahren zum ersten mal wieder einen Wagen in D mir aussuchen wollte, hat mir der Verkäufer von Sachen erzählt, die so ein Auto in Europa meist serienmäßig hat, von denen ich in B noch nie gehört habe. (Bremsassistent, Traktionskontrolle, Stabilisierungsassistent, Anfahrhilfe am Berg, 6. Gang) Da merkt man erst mal, wo man gelebt hat. Natürlich gibt es die Sachen in B irgendwie auch, aber das sind reine Importautos in Preisklassen, wo ich hier die S-Klasse für bekomme.

Gruß

Manfred
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Beitragvon Gregor » Fr 23. Feb 2007, 01:29

Trem Mineiro hat geschrieben:Wenn ich in Brasilien Auto kaufe, merke ich sehr schnell, dass ein Gol kein Golf


Stimmt, da fehlt ein f in Gol. Der Gol ist kein Golf und war auch nie einer. :roll:
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Beitragvon Severino » Fr 23. Feb 2007, 09:10

Wenn ich in Brasilien Auto kaufe, merke ich sehr schnell, dass ein Gol kein Golf ist und ein Palio kein Punto etc. Das sind nun mal (für Brasilien) preiswerte Autos in denen alles fehlt, was man in Europa als Strandart erwartet.
Den Palio gibt es auch in Europa. Allerdings nur als Kombi und dann heisst er Palio Weekend.
Aber preiswert ist in Brasilien schon wichtig. Die sogenannte "completa" Version in Brasilien besteht aus elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung und Alarmanalage. Dazu ist noch der Einbau eines Monster-Soundsystems mit höherer Leistung als der Motor selbst vorbereitet. Also in etwa so, wie in Europa in den 80ern.
Aber in der Zeit gabs ja in Brasilien nur den Fusca und den Brasilia....
paz e amor
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Beitragvon Moranguinho » Fr 23. Feb 2007, 10:34

Es wird noch an weiteren Stellen gespart, z.B. werden die Hohlräume nicht ausgeschäumt, etc. Ich frage mich nur, warum das Textergebnis so überraschend ist...Natürlich erzielt ein Auto ohne Aribag bei einem Frontalaufprall schlechtere Ergebnisse als ein Modell mit Airbag.
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Beitragvon Severino » Fr 23. Feb 2007, 15:00

Das ist eben echte globale Marktwirtschaft... aber VW und einige andere Grosskonzerne müssen sich ja irgendwo die von den eigenen Managern veruntreute Kohle wieder herholen. Da sucht man sich natürlich Länder mit schwacher Politik....

Pro Teste quer air bag como item obrigatório em carro novo
A Pro Teste, organização independente de defesa do consumidor, quer que o governo obrigue montadoras a instalarem em todos os carros vendidos no Brasil air bag (bolsa inflável) e cinto de segurança com pré-tensionador. Um teste de colisão ("crash test") feito com o Fox vendido no País pela Volkswagen e seu similar exportado para a Europa com esses itens mostra que, no brasileiro, os passageiros correm mais riscos num acidente.
Testes deste tipo são feitos por todas as montadoras. Foi a primeira vez que uma entidade civil realizou a prova com um carro brasileiro, batido de frente em obstáculo a uma velocidade de 64 quilômetros por horas. Bonecos com sensores que medem efeitos da batida simulam motorista e passageiros.
O Fox feito no Paraná é exportado para a Europa com air bag e cinto pré-tensionador, que puxa o corpo para trás e evita choque com o volante, exigidos pelos próprios consumidores. Na região, 100% dos carros têm esses itens.
No Brasil, air bag e outros itens de segurança, como freios ABS, são opcionais na maioria dos modelos. O Fox usado no teste é o básico, vendido a R$ 29.110. “Queremos mostrar o descompromisso do governo e dos fabricantes com a segurança do consumidor”, disse Maria Inês Dolci, coordenadora do Proteste. “Denunciamos que o mesmo carro não apresenta segurança essencial no Brasil.”
Em nota, a Volks informou que o teste comparou carros diferentes ao usar versão sem air bag duplo com outra equipada com o dispositivo. “Para ser confiável, o teste deveria ter comparado veículos em iguais condições, uma vez que o air bag é oferecido ao cliente no Brasil e na Europa, apesar da não-obrigatoriedade desse dispositivo pela legislação de ambos.”
O Fox europeu custa de R$ 26 mil a R$ 34 mil, dependendo do país. No Brasil, o modelo com air bag duplo custa R$ 33 mil. Segundo a Volks, 2,8% das vendas são com a bolsa inflável, que custa R$ 2.065 cada. Dos 107 mil Fox vendidos em 2006, 44% tinham ar condicionado, que custa R$ 4.090, e 5,5% CD Player com MP3, oferecido como opcional por R$ 1.945.
A Volks credita o baixo interesse ao poder de compra e hábitos de consumo. Lembra ainda que carros no Brasil pagam elevados impostos. A Pro Teste também pede redução de taxas para itens de segurança.
A Pro Teste enviou o Fox de navio para o laboratório na Alemanha que fez o teste. “Os resultados mostram que, enquanto os passageiros do carro vendido na Europa não sofreriam grandes danos, o motorista brasileiro sofreria lesões tão graves que poderia morrer”, disse Maria Inês. O Fox não é caso isolado. Muitos modelos não têm itens que a Pro Teste considera essenciais. A maioria dos populares não tem os equipamentos nem como opcional.
David Wong, da consultoria Kaiser Associates, acha que o Estado não deve interferir na economia de mercado e lembra que há outros temas também urgentes, como a emissão de poluentes.
Carlos Louzada, da TBM Consulting, acredita que a obrigatoriedade aumentaria o uso dos itens de segurança, como foi com o cinto. Com escala maior, o preço cai.
Não foi revelado o custo do teste, pago pela Pro Teste, que tem 200 mil sócios. Para associar-se e receber publicações o consumidor paga R$ 57 e ganha CD Player portátil e relógio digital.

Fonte: Agencia Estado - Cleide Silva
paz e amor
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Beitragvon Gregor » Fr 23. Feb 2007, 15:10

Severino hat geschrieben: Da sucht man sich natürlich Länder mit schwacher Politik....


Genau:




Mehrzahl der SUVs erfüllt EU-Richtlinie nicht

Besonders Geländewagen mit einem Gewicht von mehr als 2,5 Tonnen erzielten in Crashtests schlechte Werte, zeigt die Analyse des Automobilclubs. Der Hintergrund sei, dass diese von der Prüfung des Fußgängerschutzes beim europäischen Zulassungsverfahren befreit sind. Die Mehrzahl der getesteten Sports Utility Vehicles (SUV) erfülle die 2005 eingeführte Richtlinie nicht: Von den zehn getesteten schweren Fahrzeugen erzielte lediglich eines ein befriedigendes Ergebnis. Kritik äußern die Experten aber auch an den Suvs unter 2,5 Tonnen.

http://www.handelsblatt.com/
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Beitragvon Moranguinho » Fr 23. Feb 2007, 15:10

Severino hat geschrieben:Das ist eben echte globale Marktwirtschaft... aber VW und einige andere Grosskonzerne müssen sich ja irgendwo die von den eigenen Managern veruntreute Kohle wieder herholen. Da sucht man sich natürlich Länder mit schwacher Politik....



Allerdings muss man natürlich auch bedenken, dass der FOX bei gleicher Ausstattung wahrscheinlich schon aufgrund der hohen Konsumsteuern in BR teurer verkauft werden muss, als in Deutschland (Transport und Zoll dürften da kaum ins Gewicht fallen).
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Beitragvon Gregor » Fr 23. Feb 2007, 15:28

Moranguinho hat geschrieben:
Allerdings muss man natürlich auch bedenken, dass der FOX bei gleicher Ausstattung wahrscheinlich schon aufgrund der hohen Konsumsteuern in BR teurer verkauft werden muss, als in Deutschland (Transport und Zoll dürften da kaum ins Gewicht fallen).


Richtig, ein sehr wichtiger Aspekt. Wundert mich, das das in dem Artikel nicht angesprochen wurde. Zur Zeit der Eintscheidung, das der Fox in Brasilien gefertigt werden soll gab es ausführliche Infos zu diesem Thema.
Kann man sicher noch ergoogeln, hab leider gerade keine Zeit. :roll:

Abgesehen davon, das die Autos auch so in Brasilien zu teuer gefertigt werden. Wenn man sich überlegt, das die Besta von Kia das beliebteste Importauto ist, dann hat man eine Ahnung davon, wie günstig die Koreaner Autos produzieren. Die Besta kostet importiert (!) etwa 70.000, VW verlangt für den uralten Kombi knapp 50.000, und das bei lokaler Produktion...
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Beitragvon Trem Mineiro » Fr 23. Feb 2007, 19:18

Gregor hat geschrieben:Stimmt, da fehlt ein f in Gol. Der Gol ist kein Golf und war auch nie einer. :roll:


Oi Gregor

das ist es, ich hielt das immer für einen Schreibfehler und hatte mir ein Golf - Namensschild aus D draufgeklebt. :lol:

Gruß

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