Medizinische Hinweise vor deine Brasilientour.

Fragen & Tipps von/für Brasilienneulinge in Sachen Ein- und Ausreise, Visa, Geld, Sicherheit, Gesundheit, Essen & Kontaktaufnahme

Medizinische Hinweise vor deine Brasilientour.

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 2. Aug 2014, 19:47

Aktuelle Informationen für Reisende in Brasilien sind auch über folgenden Link des brasilianischen Gesundheitsministeriums im Internet abrufbar in portugiesischer, spanischer oder englischer Sprache:

Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://portalsaude.saude.gov.br/viajante

Impfschutz gegen Gelbfieber

Brasilien verlangt bei der Einreise zwar keinen Nachweis einer Gelbfieberimpfung, allerdings kann dieser bei anschließender Weiterreise in manche Drittländer (s. ww.who.int) verlangt werden. Außerdem wird die Impfung allen Reisenden dringend empfohlen, bevor sie in Brasilien in ein Gebiet reisen, in dem Gelbfieber vorkommt. Hierzu gehören:

· Acre, Amapá, Amazonas, Distrito Federal (einschließlich der Hauptstadt Brasilia), Goiás, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Rondônia, Roraima, und Tocantins.

· Für bestimmte Gebiete in folgenden Staaten: Bahia, Paraná, Piauí, Rio Grande do Sul, Santa Catarina, und São Paulo. Die Impfung wird auch für den Besuch der Iguaçu-Wasserfälle empfohlen. Eine Liste der Gelbfieber-Endemiegebiete ist auch unter Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.who.int zu finden. Die Impfung ist medizinisch nicht erforderlich, wenn lediglich die Küstenstädte Rio de Janeiro, São Paulo, Salvador, Recife und Fortaleza besucht werden.

Genereller Impfschutz

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen, siehe Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.rki.de .

Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen.

Denguefieber

Dengue wird in weiten Teilen des Landes durch den Stich der tagaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gliederschmerzen einher.

In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.

Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen (s.u.).

Malaria

Die Übertragung erfolgt durch den Stich abend- und nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die Malaria tropica nicht selten tödlich. Die Malaria-Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.

Ganzjährig besteht ein hohes Risiko in den Provinzen Acre, Rondônia und Roraima bzw. ein geringes Risiko in Amapà, Amazonas, Maranhao (W), Mato Grosso (N), Parà (außer Belèm City), Tocantins (W) und den Außenbezirken der Städte Pôrto Velho, Boa Vista, Macapà Manaus, Santarém, Maraba, Rio Branco und Cruzeiro do Sul.

Als malariafrei gelten die Ostküste inkl. Fortaleza, Recife, Igauçu und die meisten Stadtzentren.

Je nach Reiseprofil kann im Einzelfall die Mitnahme einer Notfallmedikation sinnvoll sein, deren Auswahl unbedingt vor der Reise mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden sollte.

Aufgrund der o.g. Infektionsrisiken durch Mückenstiche wird allen Reisenden empfohlen:

körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
tagsüber (Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.
Durchfallerkrankungen

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Dies ist besonders wichtig in ländlichen Gebieten und im Norden und Nordosten des Landes.

HIV/AIDS

Durch ungeschützte sexuelle Kontakte, bei Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen und Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Medizinische Versorgung

Das medizinische Versorgungsangebot ist zumindest in den großen Städten im privaten Sektor überwiegend auf westeuropäischem Standard. Der öffentliche Sektor ist hinsichtlich personeller, apparativer, logistischer und z.T. hygienischer Ressourcen insbesondere in ländlichen Regionen nicht selten defizitär strukturiert.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass regelhaft vor der Aufnahme und Behandlung in Privatkliniken unabhängig einer bestehenden Auslandskrankenversicherungs eine Vorauszahlung in bar oder per Kreditkarte zu leisten ist, sonst wird u. U. gar nicht erst mit der Diagnostik oder Behandlung angefangen.

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen, ebenso wie vor einer Reise nach Brasilien eine individuelle Beratung durch Tropen- bzw. Reisemediziner (zu Beratungsstellen siehe auch Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.dtg.org).

Das medizinische Versorgungsangebot ist zumindest in den großen Städten im privaten Sektor überwiegend auf westeuropäischem Standard. Der öffentliche Sektor ist hinsichtlich personeller, apparativer, logistischer und zum Teil hygienischer Ressourcen insbesondere in ländlichen Regionen nicht selten defizitär strukturiert.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass regelmäßig vor der Aufnahme und Behandlung in Privatkliniken unabhängig von einer bestehenden Auslandskrankenversicherung eine Vorauszahlung in bar oder per Kreditkarte zu leisten ist, sonst wird unter Umständen gar nicht erst mit der Diagnostik oder Behandlung angefangen

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen, ebenso wie vor einer Reise nach Brasilien eine individuelle Beratung durch Tropen- bzw. Reisemediziner (zu Beratungsstellen siehe auch Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.dtg.org)

Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung. Die Angaben erfolgen aufgrund von Informationen, die den Auslandsvertretungen zum Zeitpunkt der Abfassung vorliegen. Die Hinweise und insbesondere die Benennung der Ärzte sind dabei unverbindlich und ohne Gewähr. Der Patient hat für alle Kosten und Gebühren im Zusammenhang mit dem von ihm selbst erteilten Behandlungsauftrag aufzukommen.
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Re: Medizinische Hinweise vor deine Brasilientour.

Beitragvon cabof » Sa 2. Aug 2014, 20:17

Danke Brasiljaneiro, das Du die Zeit gefunden hast, das alles abzutippen. Hut ab. (Offtopic)

Will mal eine Frage in die Runde werfen, Residents oder Reisende..... wer hat welche Impfung? Ist schon mal wer wegen fehlender Impfung
schwer infektionserkrankt? Ich selbst habe nur eine Gelbfieberimpfung bei einem Gesundheitsposten bekommen, damit ich mit dem PKW
nach Argentinien einreisen durfte (nicht Foz de Iguacu). Et hätt immer noch jotjejange....
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Re: Medizinische Hinweise vor deine Brasilientour.

Beitragvon BrasilJaneiro » So 3. Aug 2014, 05:42

cabof hat geschrieben:

Will mal eine Frage in die Runde werfen, Residents oder Reisende..... wer hat welche Impfung? Ist schon mal wer wegen fehlender Impfung
schwer infektionserkrankt? Ich selbst habe nur eine Gelbfieberimpfung bei einem Gesundheitsposten bekommen, damit ich mit dem PKW
nach Argentinien einreisen durfte (nicht Foz de Iguacu). Et hätt immer noch jotjejange....


Letzte Impfung in Deutschland vor der Abreise 1984. Seitdem nehme ich nur noch Desinfektionsmittel in der barzinho auf. Ein Liter cachaça pro Tag und du bist gegen alles imun. :mrgreen: Ich habe schon Moskitos gesehen, die wegen ungeeignetes Material (zu viel Alkohol im Blut) ihre Sachen gepackt haben und Richtung Amazonas ausgewandert sind. :mrgreen:
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Re: Medizinische Hinweise vor deine Brasilientour.

Beitragvon cabof » So 3. Aug 2014, 20:41

Mein Allheilmittel... Underberg (Brasilberg) das hält sogar die Assaltanten fern, um bafo daqueles... mata qualquer um. :mrgreen:
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Re: Medizinische Hinweise vor deine Brasilientour.

Beitragvon BrasilJaneiro » So 3. Aug 2014, 20:54

cabof hat geschrieben:Mein Allheilmittel... Underberg (Brasilberg) das hält sogar die Assaltanten fern, um bafo daqueles... mata qualquer um. :mrgreen:


Der ist auch gut. Früher immer eine Flasche im Handgepäck. 980ml no problem beim Zoll.
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Re: Medizinische Hinweise vor deine Brasilientour.

Beitragvon cabof » So 3. Aug 2014, 21:01

In Brasilien ganz okay, ist aber nicht überall leicht zu finden... in DE greife ich zu den 4 Fläschchen zu 99 Cents... billiger als Underberg und auch lecker.
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