Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon moni2510 » Mi 6. Nov 2013, 10:35

es werden mehr werden, hier häufen sich die Überfälle, gerade die letzten Tage ist eine Motoradgang unterwegs. Hier ist die PM zuständig, die nicht zu den Demos herangezogen werden. Sie sind einfach so unsichtbar oder lungern an irgendwelchen Strassenecken rum oder holen sich ihr "kostenloses" Essen. Das ist nur mein Mikrokosmos hier, aber die Leute sind extrem angepisst, klassische Mittelschicht, zahlt für alles, bekommt nix.

Ich warte drauf, dass die 5000 Leute aufm Morro nebenan auch aufwachen und feststellen, dass sie eigentlich nur nach Strich und Faden betrogen werden. Die Força National sitzt da jetzt auch schon ne Weile, aber deswegen gibts noch immer keine Basisversorgung mit Wasser, Strom etc...
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Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Berlincopa » Do 7. Nov 2013, 00:11

moni2510 hat geschrieben:es werden mehr werden, hier häufen sich die Überfälle, gerade die letzten Tage ist eine Motoradgang unterwegs. Hier ist die PM zuständig, die nicht zu den Demos herangezogen werden. Sie sind einfach so unsichtbar oder lungern an irgendwelchen Strassenecken rum oder holen sich ihr "kostenloses" Essen. Das ist nur mein Mikrokosmos hier, aber die Leute sind extrem angepisst, klassische Mittelschicht, zahlt für alles, bekommt nix.

Ich warte drauf, dass die 5000 Leute aufm Morro nebenan auch aufwachen und feststellen, dass sie eigentlich nur nach Strich und Faden betrogen werden. Die Força National sitzt da jetzt auch schon ne Weile, aber deswegen gibts noch immer keine Basisversorgung mit Wasser, Strom etc...



Willst Du ernsthaft behaupten, daß die Mehrzahl der PM kostenlos Essen bekommt? Wenn ja, nenn uns mal die Lokalitäten.
Und die Mittelschicht ist in jedem Land der Zahlmeister, weil die Unteren nicht zahlen können und die Oberen sich (meist sogar legal) ums Zahlen drücken können. Anderereseits haben wir ja hier bereits festgestellt, daß die direkten Steuern gar nicht so hoch sind in Brasilien.
Und wieso immer wieder die gleiche (falsche) Behauptung, es gäbe in den Morros keine Wasser- und Stromversorgung?
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Frankfurter » Do 7. Nov 2013, 09:29

Bei youtube gefunden: ( etwas OT , da in Sao Paulo ) Könnte sich aber auch in Rio ereignen :evil:

http://www.spiegel.de/video/schock-video-aus-sao-paulo-polizist-schiesst-auf-motorraddieb-video-1302603.html#ref=vee
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon moni2510 » Do 7. Nov 2013, 12:19

Berlincopa hat geschrieben:
moni2510 hat geschrieben:es werden mehr werden, hier häufen sich die Überfälle, gerade die letzten Tage ist eine Motoradgang unterwegs. Hier ist die PM zuständig, die nicht zu den Demos herangezogen werden. Sie sind einfach so unsichtbar oder lungern an irgendwelchen Strassenecken rum oder holen sich ihr "kostenloses" Essen. Das ist nur mein Mikrokosmos hier, aber die Leute sind extrem angepisst, klassische Mittelschicht, zahlt für alles, bekommt nix.

Ich warte drauf, dass die 5000 Leute aufm Morro nebenan auch aufwachen und feststellen, dass sie eigentlich nur nach Strich und Faden betrogen werden. Die Força National sitzt da jetzt auch schon ne Weile, aber deswegen gibts noch immer keine Basisversorgung mit Wasser, Strom etc...



Willst Du ernsthaft behaupten, daß die Mehrzahl der PM kostenlos Essen bekommt? Wenn ja, nenn uns mal die Lokalitäten.
Und die Mittelschicht ist in jedem Land der Zahlmeister, weil die Unteren nicht zahlen können und die Oberen sich (meist sogar legal) ums Zahlen drücken können. Anderereseits haben wir ja hier bereits festgestellt, daß die direkten Steuern gar nicht so hoch sind in Brasilien.
Und wieso immer wieder die gleiche (falsche) Behauptung, es gäbe in den Morros keine Wasser- und Stromversorgung?


Hör genau zu, ich habe NIE geschrieben, dass ALLE morros kein Wasser oder Strom haben. Ich beschreibe EINE Situation vom Morro hier vor Ort und hier tut sich nichts. Veralgemeinere nicht meine Post und lese genauer. Und ich kenne kein einziges Lokal in dem PM bezahlt. (Auch hier der kleine Hinweis, dass ich nur für mich spreche. Der, der verallgemeinert und belehrt bist DU!)
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Itacare » Do 7. Nov 2013, 12:52

Meine Schwägerin ist bei der PM in Bahia.

Es ist nicht so, dass die sagen, so jetzt ist Mittag, wo gehen wir denn heute kostenlos lecker essen. Die sind motorisiert und haben eine Kantine.

Ein anderer Fall ist, wenn sie für einige Tage oder Wochen an andere Orte z. B. wg. Veranstaltungen, oder auch in der Hochsaison an Küstenorte, abberufen werden.
Sie sagt, wenn sie sich da z. B. in einer Lanchonete verpflegen – sie können ja wohl schlecht verhungern, nur um nicht eingeladen zu werden - kommt es oft vor, dass der Inhaber sagt, das geht auf Kosten des Hauses. Manchmal werden sie sogar aufgefordert, einen Happen zu nehmen. Und in gehobene Restaurants gehen sie sowieso nicht.

Aber das ist in Bahia. Kann in Rio natürlich ganz anders sein.
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Colono » Do 7. Nov 2013, 13:36

Es gibt durchaus Strandbars da werden PMs mit freier Kost und Getränken regelrecht zum Bleiben genötigt. Habe ich so jedenfalls mal in Fortalezza verstanden. Dort wo keine Polizeipräsenz war, wimmelte es an Fußvolk. Wahrscheinlich ging noch was unterm Tresen.

Ich habe oft den Eindruck daß Gastronomen eine Polizeipräsenz im Umfeld ihres Lokals durchaus begrüßen. Sparen sie sich dadurch ja Kosten für den Sicherheitsdienst.

Ausserhalb Brasiliens sind mir schon öfters verzehrende Gendarmen oder Carabineiri in Bars und Restaurants aufgefallen. Besonders am späten Abend. Ob die was bezahlen?
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Berlincopa » Do 7. Nov 2013, 15:18

moni2510 hat geschrieben:

Willst Du ernsthaft behaupten, daß die Mehrzahl der PM kostenlos Essen bekommt? Wenn ja, nenn uns mal die Lokalitäten.
Und wieso immer wieder die gleiche (falsche) Behauptung, es gäbe in den Morros keine Wasser- und Stromversorgung?


Hör genau zu, ich habe NIE geschrieben, dass ALLE morros kein Wasser oder Strom haben. Ich beschreibe EINE Situation vom Morro hier vor Ort und hier tut sich nichts. Veralgemeinere nicht meine Post und lese genauer. Und ich kenne kein einziges Lokal in dem PM bezahlt. (Auch hier der kleine Hinweis, dass ich nur für mich spreche. Der, der verallgemeinert und belehrt bist DU!)[/quote]

Ok. Du wohnst wahrscheinlich in der Naehe eines Morros, in dem der Strom fuer die wohl zweifellos vohandene Beleuchtung, die Kuehlschraenke, die Flachbildschirme, die Internetanschluesse und die wachsende Anzahl der Klimageraete umweltfreundlich ueber Fahrradergometer erzeugt wird.

Zum Gratisessen fuer PMs:
In Restaurants sind mir PMs bisher nicht aufgefallen. Sie sind auch nicht so beliebt, dass der
normale Kunde unbedingt oefters neben ihnen sitzen moechte. Ich glaube der Restaurantbesitzer, der sich auf nassauernde PMs Ausrichter, wird keinen Erfolg haben.
Bei Mc Donalds habe ich tatsaechlich schon zahlende Polizisten gesehen. Aber sicher wird ihnen diese Summe dann am Monatsende dezent zurueckueberwiesen...
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Brazil53 » Do 7. Nov 2013, 17:43

Von einer Strom- und Wasserversorgung kann man reden, wenn die Stadt alle Häuser mit Strom und Wasser versorgt.

Wenn aber einer großer Teil der Bewohner eines Stadtteils sich abseits der formellen Versorgungssystemen sich illegal mit Strom, Wasser, Telefon versorgen, dann kann man von keiner funktionierenden Infrastruktur sprechen. Über 90% der Bewohner haben in den letzten 20 Jahren sich mit Strom versorg.

Und jede Favela in Rio hat sich unterschiedlich entwickelt und eine unterschiedliche Historie. Nicht nur die Bewohnerstruktur unterschiedlich, sondern auch Lage und Verhältnis zum Umland und Anbindung an die städtischen Strukturen. Es gibt Insellagen und städtische Randgebiete, wo die Übergänge fließend sind.

Also, es gibt nicht die Favela...
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Berlincopa » Do 7. Nov 2013, 23:51

Brazil53 hat geschrieben:Wenn aber einer großer Teil der Bewohner eines Stadtteils sich abseits der formellen Versorgungssystemen sich illegal mit Strom, Wasser, Telefon versorgen, dann kann man von keiner funktionierenden Infrastruktur sprechen. Über 90% der Bewohner haben in den letzten 20 Jahren sich mit Strom versorg.
Na ja, ein langer Zeitraum: Wie sieht es mit den letzte 5 Jahren aus? So einfach ist es nicht mehr, sich komplett über gato zu bedienen, daher sind auch faste alle derjenigen, die teilweise den Strom illegal beziehen bei Light angemeldet und zahlen einen gewissen Betrag. Ein immer größerer Teil der Bewohner zahlt sogar den kompletten Strom; wer genauere und belegbare Zahlen hat, könnte die gerne einmal hier preisgeben

Und jede Favela in Rio hat sich unterschiedlich entwickelt und eine unterschiedliche Historie. Nicht nur die Bewohnerstruktur unterschiedlich, sondern auch Lage und Verhältnis zum Umland und Anbindung an die städtischen Strukturen. Es gibt Insellagen und städtische Randgebiete, wo die Übergänge fließend sind.

Also, es gibt nicht die Favela...


Das ist natürlich richtig: In einem früheren Post wurde ja auch bereits darauf aufmerksam gemacht, daß einige Wohngegenden eigentlich keine Favelas mehr sind sondern sich zur communidade entwickelt haben. Daher sollten wir als BF auch nicht unbedingt zu sorglos mit diesem stereotypen Begriff umgehen
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Re: Mehr Morde und Raubüberfälle in Rio

Beitragvon Brazil53 » Sa 9. Nov 2013, 10:37

Berlincopa hat geschrieben:
Brazil53 hat geschrieben:Wenn aber einer großer Teil der Bewohner eines Stadtteils sich abseits der formellen Versorgungssystemen sich illegal mit Strom, Wasser, Telefon versorgen, dann kann man von keiner funktionierenden Infrastruktur sprechen. Über 90% der Bewohner haben in den letzten 20 Jahren sich mit Strom versorg.
Na ja, ein langer Zeitraum: Wie sieht es mit den letzte 5 Jahren aus? [color=#FF0000]
Wenn man eine Veränderung genauer beschreiben will, muss man den Zeitraum von beginn der Veränderung definieren, sonst macht es keinen Sinn
So einfach ist es nicht mehr, sich komplett über gato zu bedienen, daher sind auch faste alle derjenigen, die teilweise den Strom illegal beziehen bei Light angemeldet und zahlen einen gewissen Betrag. Ein immer größerer Teil der Bewohner zahlt sogar den kompletten Strom; wer genauere und belegbare Zahlen hat, könnte die gerne einmal hier preisgeben[/color]

Und jede Favela in Rio hat sich unterschiedlich entwickelt und eine unterschiedliche Historie. Nicht nur die Bewohnerstruktur unterschiedlich, sondern auch Lage und Verhältnis zum Umland und Anbindung an die städtischen Strukturen. Es gibt Insellagen und städtische Randgebiete, wo die Übergänge fließend sind.

Also, es gibt nicht die Favela...


Das ist natürlich richtig: In einem früheren Post wurde ja auch bereits darauf aufmerksam gemacht, daß einige Wohngegenden eigentlich keine Favelas mehr sind sondern sich zur communidade entwickelt haben.
[color=#BF0000]Ob nun Strom und Wasser die Frage beantwortet ob die Morde in Rio wieder zunehmen, bezweifle ich.
Daher sollten wir als BF auch nicht unbedingt zu sorglos mit diesem stereotypen Begriff umgehen[/color]
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