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Condor




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BeitragVerfasst: 03 Jun 2005 15:01 
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Hallo,

ich frage mich, wie dauerhaft diese so gefeierte Eigenversorgung sein wird; sollte die Wirtschaft in Brasilien mal richtig anziehen, dürfte es mit der Eigenversorgung auch bald wieder vorbei sein.

Die hohen Benzinpreise lassen sich auch damit erklären, dass die Raffinerie-Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen, um den Eigenbedarf zu decken. Also wird das Rohöl im Ausland veredelt, dass die Konditionen dafür sicherlich nicht günstig sind, dürfte klar sein.

Der Mehrwert wird eben auch mit der Veredelung geschaffen, Rohstoffe allein sind leider nicht alles.

In Brasilien gibt es noch weitere Beispiele für solchen Blödsinn, ist Euch schon mal aufgefallen, wie teuer Milch in Brasilien ist? Es gibt in BR keine bedarfsdeckende Milchwirtschaft, warum auch immer. Als ob man neben die Unmengen Rindviecher nicht noch einige Kühe stellen könnte, aber wahrscheinlich lohnt es sich nicht. (oder es war schon immer so…) :lol:

Viele Grüße

Moranguinho


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BeitragVerfasst: 03 Jun 2005 15:05 
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Mazzaropi hat geschrieben:
Da fragt man sich doch wieso können die Scheichs in Ihren Heimatländern das Benzin so billig verschärbeln, aber in Brasilien soll sowas nicht funktionieren


Wegen der Auflagen der Weltbank aufgrund der Verschuldung vielleicht?



Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"


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BeitragVerfasst: 03 Jun 2005 18:11 
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Moranguinho hat geschrieben:
Hallo,

ist Euch schon mal aufgefallen, wie teuer Milch in Brasilien ist? Es gibt in BR keine bedarfsdeckende Milchwirtschaft, warum auch immer. Als ob man neben die Unmengen Rindviecher nicht noch einige Kühe stellen könnte, aber wahrscheinlich lohnt es sich nicht. (oder es war schon immer so…) :lol:
Moranguinho


Worauf basierst du dich, dass Milch in Brasilien teuer ist? Also normale Milch, 2 Tage haltbar, kostet R$ 1,00 beim Supermarkt, und die mit Tetra-Packung kostet ca. R$ 1,30.

Der Bauer, der Milch produziert, bekommt um die R$ 0,45 pro Liter. Kann ich sagen, weil ich ein halber Milchbauer bin :lol:

Also ich finde es eher zu wenig. Eine flasche Bier kostet mehr als ein Liter Milch? :?: Ich denke, es ist was falsch :idea:

Grüße
Barriga verde


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BeitragVerfasst: 03 Jun 2005 18:37 
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Registriert: 30 Nov 2004 09:16
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Barriga verde hat geschrieben:
Moranguinho hat geschrieben:
Hallo,

ist Euch schon mal aufgefallen, wie teuer Milch in Brasilien ist? Es gibt in BR keine bedarfsdeckende Milchwirtschaft, warum auch immer. Als ob man neben die Unmengen Rindviecher nicht noch einige Kühe stellen könnte, aber wahrscheinlich lohnt es sich nicht. (oder es war schon immer so…) :lol:
Moranguinho


Worauf basierst du dich, dass Milch in Brasilien teuer ist? Also normale Milch, 2 Tage haltbar, kostet R$ 1,00 beim Supermarkt, und die mit Tetra-Packung kostet ca. R$ 1,30.

Der Bauer, der Milch produziert, bekommt um die R$ 0,45 pro Liter. Kann ich sagen, weil ich ein halber Milchbauer bin :lol:

Also ich finde es eher zu wenig. Eine flasche Bier kostet mehr als ein Liter Milch? :?: Ich denke, es ist was falsch :idea:

Grüße
Barriga verde


Hallo,

auf der Relation des Milchpreises, besonders zu verarbeiteten Milchprodukten, zu anderen Lebensmitteln und Konsumgütern.

Vergleiche z.B. mal die Relation von Fleischpreis und Milchpreis in Deutschland und Brasilien. :lol:

Klar, der Erlös für den Milchbauern zu wenig, es verdient meistens der, der weiterverarbeitet. :roll:

Viele Grüße

Moranguinho


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BeitragVerfasst: 03 Jun 2005 18:54 
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Registriert: 16 Dez 2004 14:20
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Hallo Moranguinho

Ich habe mal gelesen, dass Milch in Brasilien ein Problem der Logistic ist. Wir hätten hier in Minas genug Frischmilch, aber keine Transport und Kühlkapazitäten. Darum wird die Milch zu Käse verarbeitet.

Ist für mich Schade, ich bin Käsefan, deutscher, französicher, holländischer, schweizer....egal, ess ich alles. Nur, an Minas-Käse finde ich absolut keinen Geschmack, probiere es immer wieder in unterschiedlichen Regionen. Bin da echt geschlagen.

Noch ne Frage, wenn du zur Hälfte Milchbauer bist, bist du dann zur anderen Hälfte Erdbeebauer.

Schönes Wochenende

Manfredo


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BeitragVerfasst: 03 Jun 2005 20:23 
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Registriert: 07 Jan 2005 09:37
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Also ist schon interessant, wie wir vom Ölpreis zum Milchpreis kommen.

In Deutschland, das lerne ich gerade, bekommt der Milchbauer nicht einen Cent mehr als in Brasilien. Vor die Flilialen und Konzernzentralen von Aldi und Lidl haben die Milchbauern hier schon ihre Milch hingekippt, weil die noch weniger zahlen. :idea:

Und nun zurück zum Öl, verstehe wirklich nicht warum das daso teuer ist, trotz Weltbank und Korruption. Was oder wer ist eigentlich Petrobras, dieser staatliche Ölkonzern??

Am Rande des Südamerika-Arabischen Gipfels wurde der Zusammenschluss der drei staatlichen Ölgesellschaften PDVSA (Venezuela), Petrobras (Brasilien) und Enarsa (Argentinien) zur ‚Petrosur’ auf den Weg gebracht. Die drei Länder wollen mit ihr die Ölförderung und die Raffinerien vernetzen. Doch der wirkliche Clou der Geschichte liegt noch gar nicht darin, sondern in der Attraktion, die das auf die mexikanische Pemex ausüben könnte. Alle zusammen wären der größte Ölkonzern der Welt.



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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BeitragVerfasst: 03 Jun 2005 23:24 
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Registriert: 21 Jan 2005 16:15
Beiträge: 12
Salü Tinto

hast du dich nicht in der Währung verirrt oder stimmt es tatsächlich dass ein Bauer nur Euro 0,15 pro Liter bekommt. Kaum zu glauben. Was kriegen die Milchproduzenten noch an Subventionen?

@ Barriga-verde 45 cent pro Liter während des ganzen Jahres oder nur in der Trockenzeit?

Gruss

Fazendeiro


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2005 07:05 
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Wohnort: bei Frankfurt
Trem Mineiro hat geschrieben:
Hallo Moranguinho

Ich habe mal gelesen, dass Milch in Brasilien ein Problem der Logistic ist. Wir hätten hier in Minas genug Frischmilch, aber keine Transport und Kühlkapazitäten. Darum wird die Milch zu Käse verarbeitet.

Ist für mich Schade, ich bin Käsefan, deutscher, französicher, holländischer, schweizer....egal, ess ich alles. Nur, an Minas-Käse finde ich absolut keinen Geschmack, probiere es immer wieder in unterschiedlichen Regionen. Bin da echt geschlagen.

Noch ne Frage, wenn du zur Hälfte Milchbauer bist, bist du dann zur anderen Hälfte Erdbeebauer.

Schönes Wochenende

Manfredo


Hallo,

der Milchbauer ist Senhor Grünbauch, nicht ich. :lol:
Nee, Erdbeerbauer bin ich nicht, obwohl ich daran bestimmt Gefallen finden würde, da ich sehr gerne Erdbeeren esse.

Die Geschichte mit der Logistik ist interessant, dann verhält es sich mit der Milch also ähnlich wie mit dem Öl: Das Zeug ist vorhanden, wird einigermaßen billig produziert, aber dann hapert es an der Weiterverarbeitung. Weltklasse!

Viele Grüße

Moranguinho


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2005 07:09 
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Fazendeiro hat geschrieben:
Salü Tinto

hast du dich nicht in der Währung verirrt oder stimmt es tatsächlich dass ein Bauer nur Euro 0,15 pro Liter bekommt. Kaum zu glauben. Was kriegen die Milchproduzenten noch an Subventionen?
[...]

Gruss

Fazendeiro


Hallo,

ich kenne da keine genauen Zahlen, aber sie bekommen soviele Subventionen, dass es sich lohnt, Milch zu produzieren, um sie dann medienwirksam in den Guli zu gießen.
Die 15 Cent halte ich für realistisch, bei ALDI kostet 1 Liter Milch 45 Cent.
Aus der Differenz müssen Logistik, Behandlung und Verpackung bezahlt werden, und jeder möchte noch dabe i Gewinn machen.

Viele Grüße

Moranguingo


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BeitragVerfasst: 04 Jun 2005 09:11 
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Registriert: 07 Jan 2005 09:37
Beiträge: 2587
Wohnort: Rheinland/Münsterland
Ok, Leute, hab nochmal recherchiert und das hier gefunden:

Sorge um Milchpreis prägt "Internationalen Tag der Milch"

(dpa/lno) - Die Sorge der Bauern um den Milchpreis hat am Mittwoch in Schleswig-Holstein den "Internationalen Tag der Milch" geprägt. Wenn der Milchpreis langfristig die Kosten nicht mehr decke, sei es nur eine Frage der Zeit, bis viele Milchviehbetriebe kollabierten, sagte Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) in Molfsee bei Kiel. Die Situation sei dramatisch. Bauernverbandspräsident Otto-Dietrich Steensen forderte eine Mengenbegrenzung für Milch. Der Preis liege zurzeit bei 25 Cent je Liter und drohe weiter zu fallen.

Ist trotzdem interessant, denn 15 Cent in Brasilien sind doch etwas anderes -ich würde mal sagen: deutlich mehr - als 25 Cent in Deutschland, vergleicht man mal die Futterkosten, die Vorschriften, die Kosten für Mitarbeiter, Bürokratie und Tierärzte usw... und dann kann man von rund 15 Cent in Brasilien wohl noch besser leben als von 25 Cent in Deutschland.

Ich bin mir nicht so ganz sicher inweiweit die Differenz von Subventionen ausgeglichen wird, Fakt ist, dass immer mehr Milchbauernhöfe schließen, das würden sie nicht tun, wenn sich das Geschäft lohnen würde. Dazu hier noch eine Hintergrundinfo:

Alle zehn Jahre gebe die Hälfte der deutschen Milchbauern auf. Zwischen 1950 und 2000 habe sich die Betriebsgröße verzehnfacht, macht Hemme den Strukturwandel deutlich.

Der Milchpreis werde von 2003 an gerechnet bis 2008 um nominal 15 Prozent sinken. Allein die Konkurrenzsituation zu Polen sei schon gravierend. Hemme beziffert die bis 2010 zu erwartende Kapitalrendite eines polnischen Milchbauern auf plus 20 Prozent. Sein deutscher Kollege müsse hingegen mit einem Minus von 8 Prozent kalkulieren. Wie weit auf Stallhaltung verzichtet werden könne, werde untersucht. Eine Umverteilung der Milchproduktion in Europa werde es aber geben.

Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menui ... id/4140025



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Schöne Grüße,
tinto


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