Trem Mineiro hat geschrieben:
Wenn du mit einer FTC in Sao Paulo in die gewöhnliche Varig Longe rein wolltest, haben die sich weg geschickt, da braucht man eine Gold-Karte, die man bei der Varig schnell bekam, aber für Lufthansa-Leute praktische der Senator-Karte gleichkam. Die Blechkarten der Varig reichten aber in Frankfurt für die Business-Longe aus.
Das ist/war kein Varig Problem. FTC bei Lufthansa is eben nur Star Silber, auch wenn die Anforderungen für die FTC bis vor einigen Jahren höher waren als bei fast allen Star Alliance Airlines für Gold. Das ist aber kein Problem der anderen Airlines, sondern von Lufthansa, bzw. von ihren Kunden, die das so akzeptieren. Mit Star Gold kommt man übrigens in die Senatorlounge rein, nicht nur in die Businesslounge. Und das gibt es auch heute noch: Während man bei Lufthansa 130.000 (bzw. 100.000) Meilen für den Goldstatus benötigt, sind es bei Air Canada nur 35.0000.
Miles and More hat aber als Vorteil eine ziemlich gute Prämienverfügbarkeit, die Geschichte, dass es dort keine Prämien gibt, kann ich nicht nachvollziehen. Man braucht nur etwas Flexibilität beim Routing. FRA/MUC-SFO ist zum Beispiel immer ausgebucht, legt man aber einen Zwischenstopp z.B in ORD oder NYC ein, bekommt man an fast jedem Tag des Jahres sofort einen Award in den vorderen Klassen. Auf der Strecke MUC-GRU sieht es genauso aus, in C gibt es ca. an 2 Tagen pro Woche Flüge, in F an fast jedem Tag. In Economy mag es anderes aussehen, dafür würde ich meine Meilen aber nicht wegwerfen. Nebenbei bietet Miles and More noch die Möglichkeit, Unmengen an Meilen sehr preiswert ohne zu fliegen zu generieren. Und auch bei Varig war die Prämienverfügbarkeit innerhalb Brasiliens wirklich toll, ich bin sehr viel in Brasilien herumgeflogen, und das waren fast alles Prämienflüge.
Zum Thema Stress/Ärger: Das ist auch mein Hauptkritikpunkt an den FFP. Bei Varig hätte ich mir, überspitzt gesagt, eine Sekretärin einstellen können, die sich um die Überprüfung meines Meilenkontos kümmert. Mir ist aber aufgefallen, dass mit höherem Status fast alle Flüge gutgeschrieben werden, gleiches gilt scheinbar auch für Lufthansa. Nur als Einstiger oder mit Silber/FCT werden die Flüge nicht automatisch kreditiert.
Um von den FFP wirklich größtmöglich profitieren zu können, muss man sich mit den Programmen beschäftigen und die Tricks kennen. Die meisten machen das nicht, und sind zwangsläufig damit unzufrieden. Ein kleiner Prozentsatz der Kunden hat das System allerdings durchschaut, und profitiert davon. Pauschal kann man in meinen Augen nicht sagen, dass die Programme schlecht sind, sie erfordern aber so einiges an Einarbeitung und einen langen Atem.
Und noch etwas zu den Meilenschulden der Fluggesellschaften: Das rauscht ja von Zeit zu Zeit durch den Blätterwald. Für die Fluggesellschaften droht aber keine Gefahr aus dieser Richtung, da diese Verbindlichkeiten in den Bilanzen über Rückstellungen abgesichert sind. Weiterhin ist auch das Szenario, dass alle gleichzeitig ihre Prämie einfordern, unrealistisch, das das ja von Fluggesellschaften selbst über die Verfügbarkeit und den "Awardpreis" gesteuert werden kann (einfordern kann man viel, wenn kein Award verfügbar ist, schaut man selbst in die Röhre und nicht die Fluggesellschaft). Viele Fluggesellshaften haben im Gegensatz ihre FFPs zu hochprofitablen Profit Centern ausgebaut, allen voran Lufthansa.