mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon Katya » Mo 4. Feb 2013, 08:44

Einige von Euch leben ja schon seit einer langen Zeit in Brasilien und haben vermutlich auch einen guten Überblick über die wirtschaftliche Situation vor Ort.
Ich stehe kurz vor der Entscheidung welchen Master ich studieren sollte und würde gerne ein paar Einschätzungen von Euch haben, ob es mit diesem Master eine Perspektive in Brasilien geben könnte. Ich bin für jede Einschätzung oder Idee dankbar!

Erst einmal eine kurze Info zu mir: ich habe Umweltwissenschaften und Südostasienwissenschaften (BA) studiert (ja, ganz anderer Kontinent…) und insgesamt 2 Jahre in der Region gelebt. Ich spreche Vietnamesisch und Indonesisch. Des Weiteren spreche ich Englisch (1,5 Jahre in den USA) und Spanisch (halbes Jahr in Mexico). Brasilianisches Portugiesisch spreche ich bisher auf einem mittleren Level, würde allerdings im Studium noch für 6-12 Monate ein oder zwei Auslandssemester dort machen, und dann hoffentlich fließend sprechen. Französisch konnte ich mal gut, müsste ich aber mal wieder auffrischen.

Ich überlege nun einen Master in der interkulturellen Personalentwicklung und dem interkulturellem Kommunikationsmanagement zu machen. Bestehen aufgrund meiner Mehrsprachigkeit (inkl. Muttersprache Deutsch wären das 7 Sprachen auf gutem bis sehr gutem Niveau) und meiner Auslandserfahrung insbesondere im Südostasiatischen Raum Berufschancen auf dem brasilianischem Markt? Mit diesem Master? Besteht bei großen Firmen Bedarf in der interkulturellen Personalentwicklung oder im Bereich der internationalen Unternehmenskommunikation? Würden sie dort evtl. auch eine Ausländerin einstellen? Ist der Ausbau des Handels mit Südostasien ein Thema in Brasilien? Und wie steht es um Studenten in Brasilien… wisst ihr, ob es dort viele Studiengänge in dem Bereich gibt bzw. ob es z.B. auch den Studiengang Südostasienwissenschaften gibt? Ich weiß natürlich, dass ich in direkter Konkurrenz mit brasilianischen Studienabgängern den Kürzeren ziehen würde…

Ich würde mich über eine Einschätzung eurerseits freuen oder evtl auch über ein paar andere Hinweise in welchem Bereich man die Mehrsprachigkeit in Brasilien besser nutzen könnte… noch habe ich mich ja nicht für einen Master entschieden. Oder macht es vielleicht mehr Sinn im Master auf den Bereich Umwelt aufzusatteln? Oder stehen da die Chancen für eine Ausländerin deutlich schlechter?

Bin über jeden Hinweis, Tipp, Idee dankbar!
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon cabof » Mo 4. Feb 2013, 13:12

Willkommen im Forum.

Bei den Kenntnissen die Du besitzt wäre es mehr als Schade dieses Wissen in Brasilien zu verplempern... fällt auf keinen fruchtbaren
Boden, wird nicht anerkannt und auch nicht entsprechend bezahlt.

Aus dem Bauch raus würde ich mich in einem Ministerium bewerben oder gleich nach EU Brüssel/Strassburg..

Mal sehen was die User so meinen, trotzdem - viel Glück -
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon amazonasklaus » Mo 4. Feb 2013, 15:00

Vielleicht könntest Du mit interkulturellen Trainings landen. Interkulturelle Trainings werden in Brasilien recht häufig durchgeführt, weil es einerseits viele Niederlassungen ausländischer Konzerne gibt und manche Firmen sich stärker international orientieren. Ich war beispielsweise selber mal in Manaus auf einem interkulturellen Training für China.

Die Firmen, die solche Trainings anbieten, scheinen mir typischerweise aus Personen zu bestehen, die neben der Vertrautheit mit der Kultur eher ein Psychologie-Studium mitbringen. Vermutlich stellen die erstmal niemanden ein, sondern greifen auf Freelancer zurück, wenn es mal Bedarf für ein Training über einen selten nachgefragten Kulturkreis gibt.

Meinem Eindruck nach ist Südostasien allerdings noch wenig gefragt, sondern hauptsächlich China und halt die Klassiker USA und die wichtigen europäischen Länder. Aber wer weiß, vielleicht kommt der Boom ja noch.

Übrigens finde ich Deine Kategorie Südostasien im Zusammenhang mit Kulturkreisen stark vereinfachend: Die Kulturen von, sagen wir Myanmar (das eigentlich selbst aus verschiedenen Kulturen besteht) und den Philippinen sind recht unterschiedlich. Da müsste man im Umgang mit den Personen schon ein wenig stärker differenzieren.
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon docsor » Mo 4. Feb 2013, 15:42

es stimmt schon, dass wissen hier in brasilien nicht gerade auf fruchtbarenboden fällt und schlecht bezahlt wird meistens auch. doch muss ich sagen, es gibt bestimmt irgendwo bedarf dafür. ich würde aml sagen, sao paulo, brasilia oder rio, vielleicht curitiba oder porto alegre. bei uns in florinopolis ist man schon mit englisch fast überqualifiziert :wink: interesant wäre bestimmt etwas im import export bereich zu machen oder übersetzung, aber da wird ja die übersetzung ins portugiesische verlangt, was schwierig wird. ich würde dir raten sellbst dein glück in die hand zu nehmen was den import oder export angeht. du brauchst halt jemanden der sich mit sowas in brasilien auskennt, zollbestimmungen usw. aber schwierig wird es allemal. viel glück!
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon Katya » Mo 4. Feb 2013, 15:50

Danke euch schonmal! Ja, verdienen würde man in Europa vermutlich mehr... aber da ist ja noch dieser Traum von Brasilien... Trotzdem halte ich Europe bzw. Ministerien und EU als ein mögliches Ziel im Hinterkopf! Als Ausländer hätte man in brasilianischen Ministerien aber vermutlich keinerlei Chancen?

Das mit dem interkulturellen Training und den Freelancern klingt natürlich alles nach sehr wackeligen Berufsaussichten... ich würde natürlich hoffen einen etwas "stabileren" Job zu finden....
Import-Export klingt vermutlich zukunftsträchtiger... ist nur die Frage ob man da durch die ganzen Formalitäten so schnell durchsteigt und Erfahrung bräuchte. Aber wenn man sich ein gutes Netzwerk aufgebaut hat, ist das sicherlich eine interessante Option! Hatte ich noch nicht drüber nachgedacht!!! Danke für den Tip!!!

amazonasklaus hat geschrieben:Übrigens finde ich Deine Kategorie Südostasien im Zusammenhang mit Kulturkreisen stark vereinfachend: Die Kulturen von, sagen wir Myanmar (das eigentlich selbst aus verschiedenen Kulturen besteht) und den Philippinen sind recht unterschiedlich. Da müsste man im Umgang mit den Personen schon ein wenig stärker differenzieren.


Du hast Recht! Der studiengang heißt halt Südostasienwissenschaften, wie es z.b. auch einen studiengang gibt der Lateinamerikawissenschaften heißt. Das ist aber natürlich alles stark vereinfacht. Wir haben die Kulturen aller südostasiatischer Länder zwar angesprochen, wirkliche Erfahrungen habe ich jedoch nur mit dem Vietnamesischen, Malayischen und Indonesischen Kulturkreis gemacht. Dies sind meines Wissens nach aber auch die Länder mit dem größten wirtschaftlichen Wachstumspotential in der Region.
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon Elsass » Mo 4. Feb 2013, 16:00

Katya hat geschrieben:aber da ist ja noch dieser Traum von Brasilien.

Ohne Job und Knete wird der schnell zum Alptraum.
Besser ist, sein Geld irgendwo anders verdienen und dann in Brasilien im Urlaub ausgeben.
Danach faehrst du gerne auch mal wieder nach SO-Asien, schon allein des Essens wegen. :wink:
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon cabof » Mo 4. Feb 2013, 21:43

Würde ich auch sagen, Elsass - so ein Wissen bringt in Brasilien kein "retorno" und wenn sie irgendein Job annehmen würde, unterfordert
das gibt nur Frust. Meine brasil. Bekannte (jetzt kurz vor der Rente) hat am Bedarf vorbeistudiert, verdammt lange studiert und investiert - alt englische Geschichte - da steht sie auf Augenhöhe mit englischen Gelehrten... Ende vom Lied, in Rio unterrichtet sie
english for beginners... Frust hoch 3 und bei einem 15 Stunden Tag kommt sie mal eben über die Runden.
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon Frankfurter » Di 5. Feb 2013, 12:50

cabof hat geschrieben:Meine brasil. Bekannte (jetzt kurz vor der Rente) hat am Bedarf vorbeistudiert, verdammt lange studiert und investiert - alt englische Geschichte - da steht sie auf Augenhöhe mit englischen Gelehrten... Ende vom Lied, in Rio unterrichtet sie
english for beginners... Frust hoch 3 und bei einem 15 Stunden Tag kommt sie mal eben über die Runden.


Ja das ist leider REALES LEBEN. !!!

cabof.. ich wette, alle unsere Hinweise und Fragezeichen werden von den jungen Leuten nicht beachtet. Denn die wollen hier im Forum - zumindest in der überwiegenden Mherzahl- , doch nur eine Bestätigung ihrer Träume lesen.

Der Grund hierfür sind die "Vorurteile, Hoffnungen und falschen Bilder" die man eben so hat. Braslien... leichtes Leben und alles wird gut. Weiber ohne Ende die alle gut f...en können,den ganzen Tag Samba tanzen und den Teutschen Mann von vorn und hinten verwöhnen.

Eigene Leistung: Was ist das.....
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon Gunni » Di 5. Feb 2013, 14:51

Das Problem ist doch, daß in Brasilien 50% der Bevölkerung >25 Jahre alt sind und genau das begeistert alle so - stellt euch mal vor, wir hätten die gleiche Altersstruktur bspw. in Deutschland oder der Schweiz - dann wäre auch von Mo bis So Party in allen Gassen und auch mit 40 fühlt man sich noch jung.

....vergessen wird aber gerne, daß diese 50% auch älter werden, alle gern raus aus der Wohnung Mama/Papa wollen, bereit sind, alles dafür zu tun und das natürlich auch für 'nen Appel und 'nen Ei und zu deutlich geringeren Standards als in Europa.

Damit ist das Problem schon vorprogrammiert - jeden Morgen stehen 50 bis 70 junge Leute vor dem Werkstor, die bereit sind, das gleiche zu tun wie du, oft sogar hochqualifiziert sind und das ganze zu einem Gehalt, daß es dir die Tränen in die Augen treibt.... und früher oder später kann selbst der unintelligenteste Chef nicht nein sagen, wenn er 2 zum Preis von 1 bekommt und dabei noch sparen kann....

Fazit - man wird schneller "alt" in Brasilien - ob es einem gefällt oder nicht :(
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Re: mit Südostasienwissenschaften nach Brasilien auswandern

Beitragvon Berlincopa » Di 5. Feb 2013, 16:47

Es gilt naürlich immer noch die alte Devise, daß man, wenn man flexibel und durchhaltefähig ist, immer etwas findet. Es könnte natürlich sein, daß das dann gar nichts mehr mit dem zu tun hat, für das man ausgebildet wurde und daß die Verdienstmöglichkeiten anfangs bescheiden sind (also kein Vergleich mit irgendwelchen Angestellten der Europäischen Uniion oder so). Während eines längeren Aufenthalts in Brasilien (am besten im Süden oder in den Regionen Sao Paulo oder Rio) kannst Du sicher mal grundsätzliche Chancen abchecken, um dann besser entscheiden zu können. Der reichste Brasilianer Eike Batista ist ja auch halber Deutscher und hat mehr oder weniger als Glücksritter angefangen, jetzt besitz er ein Firmenimperium. Vielleicht mal versuchen, bei einer seiner Unternehmen ein Praktikum zu ergattern.
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